14
Kosten des mächtigen England zu schwächen, wenn nichtjene niederrheinischen Herren, die in ihren ewigen Fehdenmit Philipp August nur zu oft Hilfe und Unterstützung beiEnglands Königen fanden. Richard wollte dem gegenübernicht unerkenntlich erscheinen. Reiche Renten aus demenglischen Schatze sollten die deutschen Fürsten für ihr Be-mühen belohnen und sie zugleich fester an Englands Inter-essen knüpfen. Es blieb beim Versprechen, sobald er wiedersein eigener Herr war, dachte er nicht weiter daran. 1 )
Nachdem Heinrich dem Könige noch freies Geleit bisAntwerpen zugesichert hatte, brach dieser sofort auf. Soschnell als möglich wollte er Deutschland verlassen, dochkonnte er es nicht abschlagen, als Erzbischof Adolf ihn bat,auf seiner Durchreise einige Tage in Köln zu verweilen.Prächtig nahmen ihn die Bürger auf, und gross waren dieFestlichkeiten, die ihm zu Ehren vom Erzbischof veranstaltetwurden; aber noch auf andere "Weise wusste letzterer demKönige zu schmeicheln. Als derselbe am dritten Tage seinesAufenthaltes in der Stadt die heilige Messe im Petersdomehörte, Hess Adolf die missa s. Petri ad vincula lesen, derenIntroitus anhebt mit den Worten: „Nun weiss ich wahrhaftig,dass der Herr seinen Engel gesandt und mich errettet hataus der Hand des Herodes." 2 ) Mit dem Herzoge von Bra-bant und dem Grafen von Sain begleitete er dann den Schei-denden bis Antwerpen. 3 )
Die Belohnung blieb nicht aus. In Löwen erteilteRichard seinen geliebten Bürgern von Köln umfassende
!) Rog. de Hov. III, 234. Gisl. chron. flau. M. G. Ss. 21, 583.
2) Rog. de Hov. 3, 234. 235; Rad. de Die: Bouquet 17, 671.Die Art und Weise, wie Abel, König Philipp p. 47 und ihmfolgend Toeche den Vorgang dargestellt haben, zeigt deutlich, dasssie den katholischen Ritus nicht kennen; vgl. Ennen, Gesch. der StadtKöln II, 32: nur muss ich gegen diesen bemerken, dass nicht Adolfselbst die hl. Messe zelebrierte; er wurde erst am 26. März 1194 zumPriester geweiht.
3 ) Rog. de Hov. ibid. Aunal. Egmnnd. M. G. Ss. XVI zu 1193.