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wer weiss, wie Richards Schicksal sich gestaltet hätte, hättenicht die heimliche Vermählung der Pfalzgrafentochter mit demjungen Heinrich von Bl - aunschweig alle Berechnungen der Po-litik über den Haufen geworfen. Im wildesten Zorn fuhr derKaiser auf, als er davon Kunde erhielt, von Richards Befreiungwar keine Rede mehr, er verschob sie auf Maria Lichtmess(2. Febr.) 1 ) nach Mainz, und zweifelhaft war es, ob sie bei Beiriefgereizten Stimmung dann erfolgen wurde. Wieder warfen sichdie Pursten ins Mittel, und vor allem Hess sich der KölnerErzbischof die Sache des englischen Königs angelegen sein.Seineu und des Mainzers angestrengten Bemühungen gelanges, zunächst den Kaiser mit dem jungen Weifen zu versöhnen;dann ging es nach Mainz, um die Befreiung Richards durch-zusetzen. Noch machte Heinrich VI. Schwierigkeiten, da abererhoben sich einmütig die Fürsten, alle, welche (»inst denVertrag zu Worms als Bürgen beschworen hatten, die Erz-bischöfe von Mainz, Köln und Salzburg, die Bisehöfe vonWorms, Speier und Lüttich, des Kaisers Bruder, der Herzogvon Schwallen, und sein Oheim, Pfalzgraf Konrad, die Herzögevon Brabant und öestreich - alle forderten laut die Frei-lassung des Königs. Sie hallen einen schweren Stand; zweiTage lang dauerten die Unterhandlungen, endlich am 4. Fe-bruar gab dei- Kaiser nach, und die Erzbisehüfe Konrad undAdolf führten den befreiten König seiner Mutter zu. 2 )
Die Fürsten setzten noch mehr durch. Gemeinsam mitihnen erliess der Kaiser an den französischen König denStrengen Befehl, alles, was er während der Gefangen-schaft Richards diesem entrissen hätte, ungesäumt zu-rückzugeben, sonst würde das Reich einschreiten und mitWaffengewalt die Herausgabe der betreffenden Gebiete er-zwingen. Unschwer erkennt man in diesem Beschlüssedie leitende Hand Adolfs und seiner Genossen, denn werhatte sonst ein grosses Interesse daran, Frankreich auf
'; Roger de Hov. III, 228. 229.a; Hogei- de Hov. III, 231. 233.