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1 (1886) Adolf als Reichsfürst
Entstehung
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namentlich in den angeseheneren Stiftern bemerkbar. Vondem früheren klösterlichen Leben und der strengen Zuchtder Stiftsherrn war keine Spur mehr; die Kapitel erschienenfortan nur als Anstalten, um die jüngeren Söhne aus denedlen Familien des Landes zu versorgen, die es sich ange-legen sein Hessen, recht viele der reich dotierten Stellenzu erlangen. 1 )

Schnell stieg der junge Domherr von Stufe zu Stufe. Alsim Jahre 1182 der bisherige Domdechant Theodorich starb,rückte er durch die Wahl des Kapitels in die erledigteStelle ein und erhielt so eine der ersten Würden in der Diö-zese. 2 ) Es war eine ereignisreiche Zeit, in der er sein neues,wichtiges Amt antrat. Kurz vorher hatte Heinrich der Löweseine hervorragende Stellung eingebüsst, an seiner stattherrschte im Norden Deutschlands als Herzog von Westfalenund von Engern der Kölner Erzbischof Philipp. Aber mit derMacht und dem Einflüsse der Weifen schien auch der weifischeGeist auf diesen übergegangen zu sein; bisher der treuesteBundesgenosse Friedrichs I. trat er jetzt plötzlich als Ver-fechter der Freiheit der Kirche, der Rechte der Fürstengegen den Kaiser in die Schranken und bildete den Mittel-punkt, an den sich alle unzufriedenen Elemente anschlössen. 3 )

Einen der eifrigsten Anhänger, seiner neuen politischenRichtung fand er bald an dem jungen Domdechanten und

J ) Zahlreiche und interessante Belege für das Gesagte giebt Cae-sarius von Heisterbach in seinem für die Sittengeschichte jener Zeitäusserst wichtigen dialogus miraculornm.

2 .) Adolf erscheint als Dechant der Domkirche zuerst am 10. Septbr.1182 (Lac. I, no. 481); auffallend dabei ist, dass noch im Jahre 1183der frühere Domdechant unter den Zeugen einer Urkunde genannt wird;doch dürfte sich die Sache so erklären, dass die betreffende Urkunde(Lac. I, no. 490) zwar noch zu seinen Lebzeiten aufgenommen, aber erstnach seinem Tode rechtskräftig ausgestellt worden ist.

3 ) Im besonderen verweise ich auch für das folgende auf denschönen Aufsatz von Otto Abel, Die politische Bedeutung KöIds amEnde des 12. Jahrh. (Allgem. Monataschr. für Wiss. u. Lit, 1852. S. 443-)