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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
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8. Abhandlung: Aloys Schulte

Hildegers von der Steßen heiratete. Sie erhielt 1000 MarkSilber, und die Urkunde über die Widerlage zählt die Güterdes Ehemannes ziemlich genau auf wie die Verwandtschaft. 1 )Edle aus diesem Hause finde ich nicht mehr. Guderadis hei-ratete in zweiter Ehe Rudolf von Reifferscheid. Dieser Müllen-arker Zweig der Reifferscheid starb bald im Mannesstamme mitdem Sohne aus.

Zwei Töchter des Bruders Guderadis, Hilger Rufus, hei-rateten dann ebenfalls in den hohen Adel. Hedwig heirateteDietrich Grafen von Mors, Agnes aber Harperrn von Löwen-burg (Haus Heinsberg). Das wird begreiflicher, wenn manbedenkt, daß der Vater eine Freiin von Wickradt geheiratethatte, nach der er sogar genannt wurde. Immerhin war eseine Sonderstellung, die das Geschlecht von der Steßen einnahm.

In etwas teilt sie das Geschlecht Birklin. Der Ritter EmundBirklin verheiratete eine Tochter mit Dietrich von Brempt, derdoch wohl dem Edelherrengeschlechte zuzurechnen ist. Er zogdie Folgerungen, siedelte in die Stadt über, wo er schon 1297zu denverdienten" Amtleuten der Richerzeche gehörte. Denhohen Adel gab das Geschlecht auf und bewohnte den weit-läufigen Hof bei St. Severin. Der Bruder jenes Ritter Emund:Hildeger Heinrich Birklin Ritter verheiratete alle seine Kinderan Adlige: der Sohn heiratete eine hochadlige Irmgard vonGreifenstein, die beiden Töchter Ritter aus dem Landadel(Vorst, Merode).

Die anderen von Lau mühselig zusammengesuchten Fällebetreffen Ehen zwischen Männern aus Kölner Patriziergeschlech-tern und Töchtern Hochadliger: Helpericus Oveline und Gozwinade Milendunc, Wernerus de Horreo Ritter und Aleydis de Schinne.

Es ist wohl zu beachten, daß es sich immer nur um diereichsten und mächtigsten Familien unter den Geschlechternhandelt und daß alle Fälle auf den knappen Zeitraum um 1300sich zusammendrängen, wie Lau hervorhebt. Die Ehen mit demniederen Adel nahmen eher noch zu.

>) Lacomblet 2 nr. 813.