Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
49
einzelnen Anstalten ein bestimmtes sehr verschiedenes Geprägegaben. Das treffliche Beispiel hat bisher für eine anderegrößere Stadt keine Nachahmung gefunden. Diese Untersuchungfür Köln bis in alle Einzelheiten zu führen, wäre eine Unmög-lichkeit. Bei Straßburg lag das Urkundenbuch vor, ein solchesaber fehlt noch für Köln, die Kölner Überlieferung ist weitreicher als die der elsässischen Bischofsstadt. Wenn somit dieAufgabe nicht irgendwie korrekt zu lösen ist, so braucht mandoch die Hände nicht in den Schoß zu legen.
Wenigstens nach einer Seite hin ist eine solche Arbeitmöglich. Friedrich Lau hat schon vor Jahren die Stammtafelnvieler dem Patriziate angehörenden Geschlechter sorgfältig be-arbeitet, nicht alle. 1 ) Aber man kann doch auf Grund dieserAngaben feststellen, wohin sich im Allgemeinen die Söhne undTöchter der Kölner Patrizier in der Zeit bis zum Anfang des14. Jahrhunderts wandten, welche Stifter, welche Orden, welcheKlöster sie bevorzugten, welche sie mieden.
Das Bild der Rekrutierung der einzelnen Anstalten wird frei-lich damit nur nach einer einzigen Seite beleuchtet, aber auch dasist schon wertvoll. In der Geschichtsforschung soll man nichtimmer erst warten, bis es möglich ist, eine Aufgabe völlig zu lösen.
I. Patriziersöhne.A. In Köln.
Stifter: Dom —, St. Gereon —, St. Severin 15 (1 Dechant,1 Scholaster), St. Kunibert 10 (1 Dechant), St. An-dreas 6 (1 Custos), St. Aposteln 6, Mariengraden 4,S.Georg 12 (1 Scholasteru.Dechant, 1 Chorbischof).S. Maria i. Kapitol 1, S. Cäcilia —, S. Ursula —
zusammen
Klöster: St. Pantaleon 1, St. Martin 14, Dominikaner 10,Augustinereremiten 1, Minoriten 2, Karmeliter 5
zusammen
Ritterorden: Hospitaliter 8, Deutschritter 3 zusammen
54
3311
__________ In Köln 98
*) Das Kölner Patriziat bis zum Jahre 1325. Mitteilungen des Stadt-archivs Köln. Heft 24-26. (1893—95).
Sitzgab. d. pbilos.-pbilol. u. d. hist. Kl. Jabrg. 1919, 8. Abb. 4
'fflnsmii^E!
ffi^Hi' ;::