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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
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8. Abhandlung: Aloys Schulte

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Freiherren von Reifferscheid und Dicke. In der Kirche fandenihre Grabstätte die Äbtissin von St. Ursula Elisabeth von Wester-burg (gestorben nach 1298), die Gräfin Agnes von Virneburg,Gräfinnen von Limburg, Arnold von Blankenheim (1404). DieKirche mit ihren vielen Totenschildern rief den Eindruck einerRitterkirche hervor.

Bei den Dominikanern weilte eine Zeit lang ein fremderHochadliger, den seine Ordensgenossen aus der Heimat deshalbfortzubringen für gut fanden, damit er nicht unter dem Ein-flüsse der Seinigen bleibe. 1 ) Die Bettelorden erkannten untersich keine Geburtsunterschiede an und hielten grundsätzlich esfür richtig, die Ordensgenossen da zu verwenden, wo es demOrdensinteresse entsprach, somit sie oft von Heimat und Ver-wandten gänzlich zu entfernen. Dieser fremde Adlige war keinGeringerer als Thomas Graf von Aquino, der große Theologeund Philosoph. Ob sein Lehrer Albertus Magnus überhauptzum Adel gehörte, erscheint mir zweifelhaft.

Die Augustiner-Eremiten, Karmeliter, Karthäuser, dieDeutschherren (St. Katharina), die Johanniter (S. Johann Cor-dula) sind viel zu wenig beachtet, um genaue Studien zu er-möglichen. Dasselbe gilt von den Frauenklöstern.

Das Frauenkloster Sayn wurde auf dem Grundbesitz derGrafen von Sayn errichtet und namentlich durch die GräfinMechtild gefördert, die geradezu von den Nonnenvom mimecloister zu Colne" redet. 2 ) Im Kloster Sayn war 1272 dementiavon Rennenberg." 3 )

Vor langen Jahren habe ich Wilhelm Kothe veranlaßt,sich mit der Zusammensetzung des in Straßburg im 14. Jahr-hundert lebenden Klerus zu beschäftigen, und seine sorgsamenStudien 4 ) zeigten, daß die Standesunterschiede nicht an denAltären oder an den Chorstühlen Halt machten, vielmehr den

*)Qui cogitantes nee ease tutum tarn nobilem juvenem retinere insuorum natalium regione." Wilhelm v. Tocco.

2 ) Keussen 2, 198b.

3 ) Düsseldorf, Staatsarchiv St. Aposteln nr. 44.

4 ) Kirchliche Zustände Strafiburgs im 14. Jahrhundert. 1908.

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