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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
Entstehung
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II

§6

8. Abhandlung: Aloys Schulte

und der Name Altmünster dann an den Gebäuden kleben bleibenkonnte. Dann wäre Maria im Kapitol nur als jünger gegenüberdem Domstifte bezeichnet.

Das ist auch wohl richtig. Dafür, daß St. Maria im Kapitoldas älteste der Stifter war, sprechen auch zwei Tatsachen, die,daß der Erzbischof am Weihnachtstage sich zuerst in dieseStiftskirche begab, um dort die erste der drei Weihnachts-messen zu zelebrieren, und die Reihenfolge der drei Frauen-stifter untereinander. Die Gründung dieses Stiftes durch einePlektrudis ist zweifellos sicher und es ist im hohen Maßewahrscheinlich, daß sie die eheliche Gattin des Vaters KarlMartells war, die in Köln ihren Lebensabend zubrachte. Diespäteren Geschlechter im Stifte machten dann aus der Gattindes Ahnherrn des karolingischen Herrscherhauses eine Königin.

Die Vorgeschichte des St. Ursulastiftes ist höchst um-stritten. Uns berührt nur das Frauenstift, das vom Anfangedes 10. Jahrhunderts an bestand. In späterer Zeit stand nochimmer im Siegel neben dem Bildnisse der hl. Ursula das deshl. Hippolytus, in der oben erwähnten bisher nicht herange-zogenen ächten Urkunde geht der hl. Hippolytus voran unddann folgen die 11000 Jungfrauen, deren Legende hier nichtweiter zu verfolgen ist. Die Papsturkunde, die gleichzeitig ist(92536), nennt das von Erzbischof Hermann wiederhergestellteKloster als der hl. Maria und den 11 000 Jungfrauen gewidmet. 1 )Eine auf das Jahr 922 datierte Fälschung mit alten Bestand-teilen, die den Erzbischof Hermann zum Aussteller hat, stelltdie Dinge so dar: die Ungarn haben das Kloster Gerresheimzerstört, sie sind mit den Gebeinen des hl. Hippolytus nachKöln geflüchtet und der Erzbischof nimmt die Schaar in dasMünster der hl. Jungfrauen vor Köln auf. 2 ) Daraus ergibt sichein leidlich einheitliches Bild: Ein älterer fremder Konventsiedelt in das Stift vor den Mauern Kölns über.

x ) Jusaelin in Moyen-äge 2 me serie 12, 320 ff.

3 ) Cardauns, Annalen d. hist. Ver. 26/7, 33441. Oppermann be-zeichnet die Urkunde als Fälschung wahrscheinlich des 11. Jahrhunderts.Vgl. Zündorf, S. lOf.

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