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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln.
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vente verblieb, an dessen Spitze der Dechant nun die wirk-liche Leitung übernahm. Nach dem Verzeichnisse von 1316')war das Domkapitel zum Zehnten mit 90 Mark, St. Gereonmit 60 Mark veranschlagt, St. Aposteln mit 40, St. Severin,Kunibert und Mariengraden mit je 30, St. Andreas mit 21,St. Georg mit 20. Die Pröpste des Domes aber mit 10 Mark fSt. Gereon 4, St. Severin 3, die vier anderen mit je 2, der vonSt. Aposteln fehlt.
Diese Entwicklung erleichterte der Kurie im 14. Jahrhundertdie Propsteien in die Hände von Kurialen zu bringen, die fastgar nicht in Köln residierten. Auf die Periode der Wahl hoch-adliger Pröpste folgt die Zeit der von der Kurie eingesetzten;in diese schieben sich nur einige freie Wahlen ein und diesebrachten auch einige Kölner auf den Abtsstuhl.
Bei den Dechanten steht der ständische Charakter dereinzelnen noch viel weniger fest als bei den Pröpsten. BeiSt. Andreas kennen wir nur Peregrin v. Kempen (1244), Heinrichde Sublobiis (1253), mag. Heinrich v. Halberstadt (1260) undWilhelm (1284) genannt von St. Gereon; bei St. Aposteln er-gibt sich aus Alfter, den Urkunden des Pfarrarchivs und demvortrefflichen Nekrologium an Namen mit Angabe der Familie:Goswin von Milien (1213) 2 ), Gerhard von Erprath (1219), Gott-fried von Binsfeld (zwischen 1231 und 39), Friedrich von Waldeck(1253—82), Rutger von Hammerstein (1300—11), Dietrich vonBell (1312/13), Hermann von Rennenberg (1333). Aus demNekrolog bleiben nicht einreihbar Gottfried capellarius, Friedrichv. Stahleck und Heinrich von Bell. Milien, Erprath, Rennen-berg, Waldeck sind edelfrei, vielleicht auch Hammerstein, dieandern gehören dem niederen Adel an. — Zu St. Georg finde ich1276 Heinrich von Pulheim und 1314 Rorich von Argendorf,beide nichtadlig, endlich 1329 Gerhard vom Pfau aus KölnerGeschlechte. — In Mariengraden kennen wir bis 1300 von keinem
J ) Liber valoris bei Binterim und Mooren, Die Erzdiözese Köln.Neu bearbeitet von Mooren 1, 63 f. Da es sieh um die Zehntberechnunghandelt, ist das Einkommen zehnfach so groß anzusetzen.
2 ) Ennen u. Eckertz 2, 45.
Sitzgsb. d. pMlos.-philol. u. d. bist. Kl. Jahrg. 1919, 8. Äbh. 3
Pädagogisdic Hochschule RheinlanaAbteilung Neuss
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