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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln.
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Freilich ist offenbar das Archiv der Propstei verloren unduns kein Lehensbuch überliefert. Trotzdem haben wir aberüber Lehen, die an Ritter ausgegeben waren, Kunde, 1 ) es istausdrücklich von Vasallen die Rede 2 ) und nicht wenig Wundermuß es uns nehmen, daß auch eine Burg vom Stifte lehens-abhängig war, die Burg Gimborn, errichtet auf uraltem Kloster-besitze, der im Gebiete der Grafen von der Mark lag. 3 ) Dawird es uns verständlich, wie der Propst Heinrich von Schaum-burg 1304 der Stadt Coblenz die Öffnung seiner Befestigungenzusichern und ihnen die Hilfe von zehn wohlbewaffneten undberittenen Mannen zusagen konnte. 4 )
Das Stift St. Severin in Köln 5 ) hatte bis 1287, soweitwir die Zugehörigkeit überhaupt kennen, nur edelgeborenePröpste: Konrad von Blankenheim (1165—96, auch PropstXanten) 6 ), Engelbert von Berg (1210—16, auch Dompropst),der spätere Erzbischof Heinrich v. Bilstein (1217—60), Heinrichv. d. Neuerburg (1264-76) und Arnold von Solms (1279—82),dessen Erhebung zum Bischöfe von Bamberg (1286) dem PapsteHonorius IV die Gelegenheit gab, den Professor der Theologiean der Sorbonne, Godefroi de Fontaines, zum Propste zu pro-vidieren. Das war die erste päpstliche Provision auf einenkölnischen Propststuhl. Nach seinem Ausscheiden wählte einTeil des Kapitels den Propst von St. Martin in Worms GrafAdolf von der Mark, der 1313 von Clemens V auf das LütticherBistum providiert wurde, der andere Teil vereinigte seineStimmen auf den eigenen Dechanten Friedrich von Limburg.Doch schließlich entschied der Papst, indem er den Westfalen
!) Jörres nr. 18 (1166). 82 (hominium). 132.
2 ) Jörres S. 175.
3 ) Jörres nr. 570. Lehensanerkennung von 1424.*) Jörres nr. 225.
5 ) Auch hier gibt es eine gute Arbeit: Hermann Heinrich Roth,Stift, Pfarre u. Kirche z. h. Severinus in Köln. Köln 1916; auch eine Quellen-sammlung: Joh. Heß, die Urkunden des Pfarrarchivs von St. Severinin Köln. 1901.
6 ) Über ihn und die Legende vom Fische (Polykrates) redet Cäsariusvon Heisterbach im Dial. mirac. lib. 10. cap. 61.