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Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln
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8. Abhandlung: Aloys Schulte

Wittelsbacher, Wettiner, Schwarzburger, Reuß, Brandenburger,Anhaltiner, Grafen von Oldenburg, Diepholz, Beichlingen, Hohen-stein. Es gab gewiß jetzt Domherrn, die das Kölner Platt nichtverstanden. Da nunmehr das Domkapitel eigentlich das ganzeReich und seinen hohen Adel vertrat, so ergab es sich hierwie in Straßburg: die inneren Streitigkeiten, in denen dasKapitel sich nun bald zerriß, hatten nicht eine lokale Bedeu-tung, sondern griffen stets weit aus; denn jeder Domherr warder Bruder oder Sohn eines regierenden deutschen Fürsten oderGrafen. Die kleinen rheinischen hochadligen Familien hattenviel zu viel ihrer nachgeborenen Söhne in den Stiftern ver-sorgt, sie waren darum ausgestorben. Der nichtrheinisehe Hoch-adel hatte ihre Stellen eingenommen und als das Domkapitelin der Revolutionszeit Köln verließ, um nie mehr vereint zuwerden, da zählte es unter seinen 16 hochadligen Kapitularennur drei Rheinländer, einen von Salm-Reifferscheid, einen Salm-Salm, einen von der Leyen, 9 stammten aus Schwaben, 4 ausFranken. Alle waren Söhne von reichsunmittelbaren Fürstenund Herren.

Es würde irre führen, wenn man sich die Domherrn oderwie sie später im Volksmunde genannt wurden: die Domgrafenals ständige Bewohner ihrer rings um den Dom gelegenen Cu-rien denken würde. Es gab so viele berechtigte und üblicheVakanzen, auch hatte mancher Präbenden an mehreren Dom-stiftern oder sonstigen Kirchen mit diesen hatte die Kumu-lation schon im 13. Jahrhundert, wenn nicht schon früher,eingesetzt daß wohl meist die Hälfte der adligen Domherrnnicht zur Stelle war. Aber es war doch ein bedeutsamer Ein-schlag in das Leben des alten Köln: diese hochadligenHerren, prunkliebend und öfter doch recht arm, mit der vor-nehmsten Welt und mancher auch mit den großen Höfen ver-wandt, mitunter geistig interessiert, meist jedoch ziemlich ein-fache Seelen, große Freunde der Jagd, einige auch der Frauen.Die schwere Arbeit überließen sie beim Gottesdienst den Priester-herren und aus ihnen gingen auch meist die im 13. Jahrhundertallmählich aufkommenden geistlichen Beamten der erzbischöf^