Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln.
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durchbricht, im Jahre 1463 hinaus; damals wurde der EnkelKönig Ruprechts von der Pfalz, Ruprecht (1463—80) gewählt,er war zugleich der erste, der einer reichsfürstlichen Familieentstammte, der erste Kölner aus Wittelsbachischem Blute. Ergehörte aber schon vorher dem Kölner Domkapitel an, wiesicher seit Konrad von Hochstaden bereits alle Gewäblten Gliederdes Kölner Domkapitels gewesen waren.
Das Aussterben zahlreicher Geschlechter des rheinischenHochadels hatte schon längst das Domkapitel, das an der hohenGeburt seiner Mitglieder festhielt, gezwungen, Domherrn vonweit her in seine Reihen aufzunehmen. So gering war dierheinische Auswahl, daß von der Resignation Salentin's vonIsenburg (1577) an überhaupt kein Rheinländer mehr die Infulvon Köln erhielt. Von da an waren bis 1801 alle ErzbischöfeSüddeutsche. Vorher hatte sich die Zeit nordischer Grafen ab-gespielt: Adolf und Anton von Schaumburg-Holstein und JohannGebhard von Mansfeld (1546—62).
Diese süddeutschen Erzbischöfe gehörten von 1583 bis 17615 Generationen des bayrischen Zweiges der Witteisbacher anund jedesmal war ein jüngerer Bruder des regierenden bayrischenHerzogs und Kurfürsten Träger des Kölner Kurhutes. Kurkölnwar eine Sekundogenitur des wittelsbachischen Hauses unterVorbehalt der Ehelosigkeit und unter dem Zwang zum Priester-tum geworden. Das hatte dieselbe Wirkung wie bei so vielenaltadligen Familien, die ihre jüngeren Söhne im geistlichenStande versorgt hatten. Mangels weltlicher Nebenlinien starbdie bayrische Linie 1777 aus, in der letzten Generation warnicht einmal ein jüngerer Bruder mehr vorhanden und so wählte1761 das Domkapitel aus sich den Führer einer Partei, denschwäbischen Grafen Max Friedrich von Königseck-Rothenfels,und nach seinem Tode folgte als letzter Kurfürst MaximilianFranz von Osterreich.
Diese Wahlpolitik des Kapitels hatte darin ihren Grund,daß es den Bestand des gegen die protestantischen Lande vor-geschobenen Kurfürstentums Köln durch Anlehnung an dasbayrische Haus sichern wollte; dadurch kam das Kurfürsten-
Sitzgsb. d. philos.-philol. u. d. bist. Kl. Jahrg. 1919, 8. Abb. %
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