Druckschrift 
2 (1760)
Entstehung
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Vorrede.mich zu verachten, und zu tadlen veranlaßtworden. Noch wird auch hinwiederum mein-Arbeit jemals so wohl gerathen, daß ich deßfallseinige=Beneidung, oder Verfolgung zu befah-ren habe. Ich sehe also nicht, was mich bewe-gen solle, die Frucht meines Fleisses zu verbergen, und nicht anders, dann eine ohnehelichGeburt zu vermeucheln.Gesezt auch so gar: ich hätte eine kleine Ver-folgung und Beneydung zu gewarten; sollte ichdarum von dem Schreiben gänzlich ablaſtwären dieses wohl Gesinnungen, welche ein-edle Seele beleben müssen? Wissen wir nicht,hatendaß unsere allerrühmlichste und bestest unsdem mehresten Tadel untergeben seyen?ohnbekannt, daß ein Kriegsheld mit dem Ezugleich Haß und Verfolgung eroberestättiget die Erfahrung nicht leider allzu viel,Neidetdaß die Tugend die grösten Feinde undhabe? Sollen wir darum aber keine rühmlichThaten ausüben? Solle der Kriegesheld keineLorbeerzweige brechen? Und solle die Tugendvon dem Menschen verabscheuet werdenIch weiß wohl, daß zwischen diesen Sachenkeine völlige Gleichheit, sondern ein merklichUnterschied seye. Zu Ausübung der Tugendverbindet uns nemlich die Vernunft, und dasChristenthum: das Schreiben hingegen ist ein-Sache, welche von unserm freyen Willen, undeigenem Belieben abhanget, und die wir ebenso ohnstraͤflich unterlassen, als verrichten koͤnnen.Alleine wann unsere Vorfahren eben so gedacht,wieund ihre Schriften uns entzogen hättenwürde