Häuptursach.169des Abendmals den gantzen Christum/ welcher Gott vnd mensch-vnd die lebendigmachende kraft selbst ist / welcher gleich wie er seineigen fleisch lebendig gemacht / also wird er auch alle desselben glied-massen / die jm durch das band des heiligen Geistes einuerleibet sein /lebendig machen: Daß es also derselben sorgen gar nicht nötig. Danwer Christi fleisch ergreift / das ist / wer sein vertrawen darauf setz-et / daß der sohn Gottes ins fleisch kommen ist / vnd sich ahn dasselbefleisch nicht mit der eusserlichen hand oder mund / weder natürlicheroder vbernatürlicher weise sondern mit der hand des glaubens heltdas ist / wann er gleubt / daß solches ihm zu gute geschehen) der hatden gantzen Christum nicht allein als mensch/ sondern auch alsGott / vnd hat in demselben alle schätze des lebens / der weißheit / hei-ligung vnd erlösung / welches alles vns im rechten gebrauch des A-bendmals vor die augen gestellet / durch die zeichen vnd das wortangebotten / vnd durch die innerliche kraft Gottes in vnsern hertzenverrichtet wird.Vnnd ist hierbey sonderlich zu mercken / daß vnserm gegentheileben das im kopf sticket / was vor zeiten dem Nestorio im sinn gele-gen: Dan man siehet je auß disem ihrem einwürf so viel/ daß sie dasfleisch Christi im handel des Abendmals anderer gestalt nicht / alsvor sich consideriren / wie es an sich selbst / ihrer meinung nach / mitGöttlichen eigenschaften gezieret / vnd geben vor / daß man dassel-be essen müsse. Die Gottheit aber des Herrn Christi betrachten sieanders nicht / als so ferne sie ihre eigenschaften dem fleisch mitthei-let / also daß / wann sie ihre eigenschaften dem fleisch nicht mittheile /das fleisch bloß sey vnd bleibe. Dises ist eben des Nestorii schwarm /welcher auch gemeinet/ wir essen im Abendmal des Herrn den leibChristi/ oder Christum als einen menschen/ dan die Gottheit köntenicht gegessen werden: Darauf er dan ferner geschlossen / Es müsseein anderer sein / der gegessen wird / ein ander der nicht gegessenwerden kan / vnd hat doch nachgegeben / daß das fleisch Christi einlebendigmachendes fleisch sey / weil der mensch / Christus mit demsohn Gottes zu gleicher dignitet/ würde vnd macht erhoben vnd al-so Göttliche eigenschaften an sich habe. Dann also lauten des Ne-storii eigene wort / wie sie in Actis Synodicis Ephesinis angeto-gen
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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169
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