60 No be Zwölf vornehme wolgegründte Häuptursachen / Warumb die reformer be Euangelische Kirchen mit Doct.Luthers vnd seiner nachfölger außlegung der wort Christi im Heyl: Abendmahl / dadurch eine wesentliche doch vnreumbliche / pnempfindliche gegenwart des leibes vnd bluts Christi alhie auf erden Jn / Mit vnd Vnder dem brot / auch eine mündtliche niessung desselben eingeführt wird / nicht eins sein können. Von einer vornehmen Staubts personen her schrift / günstigen consens und auß Heyli zeugnissen der Altvätter vnlängst getrewlich zuſamen getragen. Nun aber der warheit zu sieben und dann begangen ischen leser zur gründtlichen nachrichtung durch etliche diener Göttliches worts zum druck befurdert. 2 Dasselbriefe 3.9 Berngends Bruß / in jahr 1662. L un pusse 24. Syss. Th. II 614 Vorrede an den Christlichen vnpartheyischen Leser. ② Hristlicher lieber Leser / Obwol in dem schweren streidt so in den EvanIgelischen Kirchen vber dem Nachtmal des Herrn erreget worden/ nunmehr so viel auf beiden seiten geschrieben worden/ daß menniglich dauor halten muß: wo nicht den sachen zuuiel / dennoch gnug geschehen sey/ vnd ein jeder sich auß den vorhandenen schriften selbst am besten informiren könne/ wie es vmb solchen streidt bewandt/ also daß es weiters schreibens vnnd deducirens gar nicht nötig: Weil aber gleichwol das werck leider gnugsam außweiset / daß dennoch weinig leuthe auf den rechten grundt kommen/ sondern in ihrem einmahl gefasten wahn immer dahin gehen / So erfordert die notturft/ daß die rechte lehr vnd meinung oft vnd vielmahls widerholet/ vnd den leuthen vor die augen gestellet werde / denen so die warheit erkennen zu trost vnd sterckung / den andern so noch mit jrthumb behaftet zur vnterweisung wo sie zubekehren sein/ wo nicht/ zur vberzeugung/ daß es ihnen an gnugsamer information nicht gemangelt / wofern sie sich durch ihren vorgefasten wahn nur nicht selbst blenden/ vnnd der warheit widersprechen wollen. Vnd ist hierneben der spruch des alten Lehrers Augustini jederzeit in der kirchen Gottes bekant vnd approbirt worden/ da er lib.1. An den Christlichen Leser. de Trinitate cap. 3. also schreibt: Vtile est plures libros à pluribus fieri diverso stylo non diversa fide etiam de quaestionibus iisdem ut ad plurimos res ipsa perveniat ad alios sic, ad alios autem sic. Wann vns dan vnlangst dises tractatlein vor die handt kommen / welches eine vornehme die warheit liebhabende person/ zwar zu jrer eigenen information gestellet/ Aber doch guten leuthen hernach communiciret / auß welchem wir befunden / daß gleichwol der streit vom Abendmahl des Herm dermassen deutlich explicirt vnd erkleret / auch die rationes so auf ein vnd den andern theil angezogen werden / dergestalt ponderirt vnd erwogen worden / alß vielleicht newlicher zeit von einem scriptore sonderlich in vnser teutschen sprach nicht geschehen sein mag. So haben wir nicht vnderlassen können / dasselbe öffentlich in truck zu geben / vnd also der gantzen Christlichen kirchen zu communicieren / Ob dardurch noch etwas guts bey disen letzten zeiten geschaffet vnd außgerichtet werden möchte. Den Auctorem belangendt / tregt zwar derselbige der bekentnus der warheit keinen schew. Weil aber dennoch der alte Lehrer recht vnd wol saget: Fidem non ex perſonis, ſed perŜonas ex fide dijudicare debemus, So hat er vor dißmahl vnnötig geachtet / sich hierunter kundt zu geben / sondern begeret allein / es wolle ein jeder / dem diß Tractetlein vorkompt / seposito omni respectu personarum die sachen an sich selbst vrtheilen / die An den Christlichen Leser. die angezogene rationes in Christlichem nachdencken ponderiren / vnd bey sich ohne præjuditz erwegen / Ob nicht die jenigen / so mit dem verhasten namen der Caluinisten genant werden / vrsach gnug haben / daß sie sich an Doctoris Lutheri meinung vnd seiner heutigen angegebenen discipul außlegung vnnd erklerung der wort Christi nicht verbinden lassen / sondern einer andern meinung folgen: Derwegen er sich dan das vngehewre geschrey vnd stettiges verdammen / so vom gegentheil auß vnzeittigem eiffer getrieben wird/ desto weiniger irren lassen darf / die meinung anzunemen vnd zubekennen/ die er in seinem gewissen vberzeugt vor recht befindet/ vnnd also Gott vnd der warheit mehr als den menschen zu gehörchen vnd zu folgen. Actor. 5. Der barmhertziger gütiger GOtt wolle zu diser Christlichen intention gewünschten succes verleihen / vnd seine warheit selbst mehr vnd mehr an den tag bringen / damit des ergerlichen gezencks ein ende werde / vnd wir jhn allesambt mit einmütigem hertzen / in einem einigen geist vnd der einigen warheit hie zeitlich vnd dort ewiglich rühmen / loben vnd preisen mögen immerdar / AMEN. Zwölff vornehme wolgegründte Häupt vrsachen / Warumb man mit Doct: Luthers / vnd seiner Nachfölger außlegung der wort Christi im Abentmahl / dardurch eine wesentliche doch vnreümbliche / vnempfindliche gegenwart des Leibs Christi alhier auf Erden / in / mit / vnd vnter dem Brot / auch eine mündtliche niessung desselben eingeführet wirdt/ nicht eins ſein könne. Je erste vrsach / warumb wir Doct: Luthers meinung nicht beifallen können / ist: Weil sie den worten der einsetzung des Abentmahls nicht gemeeß / noch darauß nothwendig folget vnnd bewiesen werden kan. Dann wir beruffen vns alhier auf den claren buchstaben der einsetzung Christi / vnd bitten einen jeden aufrichtigen Christlichen Biederman / der nur teutsch verstehet / er wolle doch die wort Christi / darüber der streit ist / mit vnparthey sehen augen vn ohne vorgefasten wahn ansehen / vnd bei sich selbst in seinem gewissen ermessen / ob diese wort Das ist mein Leib / eigentlich vnd nach den buchstaben so viel heissen als / in / mit vnd vnter dem Brot ist mein Leib? Es seindt ie dieses gantz vnterschiedene reden: Das ist das / vnnd / Dieses ist in dem. Ein anders ists: etwas sein/ ein anders/ in mit vnd vnter etwas sein. Vnd sagt Christus nicht/ darinnen ist mein leib / sondern / das ist mein Leib. Das wörtlein / das / wie es Lutherus selbst bekennet / vnd wider die Papisten hart verficht / zeiget eigentlich aufs Brot / vnd gibt nach den buchstaben disen verstand: daß das Brot selbst / darauf Christus weiset / sein leib sey. Wie komt man dan darauf / daß man sagen sol / der leib Die Erste leib ist im brodt / vnnd soll dannoch den buchstab behalten heissen. Man lehret in den Schulen / vnd ist wahr / daß die gantze proposition vmbgekehret werde / wann das praedicatum loco subjecti, vnd subjectum loco praedicati gesatzt wirdt. Solches geschicht aber nach Lutheri meinung in den worten Christi: Dann Christus sagt: Hoc est corpus meum, Er aber saget: Corpus meum est in hoc, Da wird ja die gantze proposition vmbgekehret / Vnnd wird kein aufrichtiger man sagen können / daß dises einerley reden seyn / oder der buchstabe der wort Christi bei diser außlegung behalten werde. Christus zeiget auf das brot vnd spricht: Das ist mein Tom. 3 leib / Doctor Luther sagt / nein / Brot ist vnd bleibt brot / auch mit fol. 485 ten in der niessung / aber der leib Christi ist im brot / das heist je nicht bey den buchstaben geblieben: Ja es bekennet Doct. Lutherus bißa Tom. 3. weilen außtrücklich / daß in den worten Christi / eine Synecdoche fol. 80. a. (a) sey / vnd daß Synecdoche eine figur b sey / vnd spricht: Die sivnd 48 gur Syneedoche richtets alles fein außc. Ist nun in den worten b fol. 80. Christi eine Synecdoche, vnd also eine figur / wie kan man dan sac sol. 80 gen / daß man bey den brehstaben derselben bleibe? Vnd was zeihet man sich dan / daß man dem armen gemeinem man die ohren so vol machet / man müsse stracks bey den worten bleiben / alle figuren vnd tropos hindan setzen / vnd was dergleichen mehr ist? Heisset dann das bey den worten bleiben / wan man subjectum loco praedicati, vnd praedicatum loco subjecti setzet / oder / ist das recht gethan / wan man erstlich streitet / es sey keine figur oder tropus in den worten / vnd dennoch hernach eine Syn ecdochen darauß machet? Ja sagen sie / Es ist zwar Synecdoche eine figur / aber nicht eine Rhetorische / sondern Grammaticalische figur / die jederman in gemeiner rede bekant ist. Antwort: Es ist nichts daran gelegen / Es sey die figur Rhetorisch oder Grammaticalisch / wan wir nur dises haben / das Doct. Luther selbst die wort Christi/ durch eine figur außleget. Dann darauß folget vnwiedersprechlich / daß es nicht mehr vmb die wort Christi/ sondern vmb Doct. Luthers außlegung zuthun sey / Ob dieselbe notwendig auß den worten Christi folge/ vnnd die wort in buchstaben solche außlegung mit sich bringen/ darzu wir nein Häuptvrsach. nein sagen / vnd das judicium einem jeden der teutsch verstehet / anheimb stellen. Wir wissen zwar wol / daß dieses eine gemeine art zu reden ist / wan man sagt / das ist das / anstat daß man sagen w.l. darinnen ist das oder das. Wir wissen aber auch darneben / daß solche reden sonst nirgent breuchlich / als wan man von geschirren oder dergleichen thun redet / darinnen etwas eingefasset ist / da sagt man das ist das / wan man sagen wil / darinnen ist das oder das. Zum exempel / man zeiget auf ein vaß vnnd saget: Das ist Rheinischer wein / wan man sagen wil / darinnen ist Rheinischer wein / das verstehet zwar ein jeder/ aber warumb? Nicht daß die wort solches notwendig mit sich brechten / Sondern weil jederman weis / das man dergleichen sachen in solchen gevässen vnd geschirren zuhalten vnd zuuerwahren pfleget. Wan man aber auf etwas zeiget vnd saget / das ist fleisch / vnd es ist dasselbe nicht also beschaffen daß man darinnen fleisch zuhalten pfleget / oder man weiß sonst nicht gewiß daß fleisch darinnen ist / So wird in warheit kein verstendiger auß den blossen worten schliessen oder verstehen können/ daß es so viel heisse / Als darinnen ist fleisch / sondern vielmehr die wort jhrer eigenschafft nach / also verstehen / als ob das ding selbst / darauf man zeiget / fleisch were. Darumb / wann Doct. Luther die wort: Das ist mein leib / also verstanden haben wil / daß sie so viel heissen sollen / als: Darinnen ist mein leib / müste er zuvor erweisen / daß der leib Christi / es sei nun grober oder subtiler weise / darinnen wehre / dan alßdan könte man mit jnen leicht einig sein / daß es eine Synecdoche wehre / Aber weil dises / daß der leib Christi im brotsey / noch nicht erwiesen / So ist je gewiß / daß die wort: Das ist mein leib / an sich selbst in buchstaben disen verstand nicht mit sich bringen / weil wir alhie von keinem geväß noch geschirr reden/ noch sonst wissen / daß der leib darinnen sey. Vnd brauchen wir vns hierinnen eben des Rechten / dessen sich O. Luther wider die Papisten gebraucht / da er wieder den König in Engelandt also schreibet / in seiner teutschen antwort: Du soltest beweisen / daß die wandelung des brots geschehen sey / ehe du die wort darauf zögest / So zeuchst du die wort dar 2. Cor. v. 19. Die Erste auf / ehe du sie beweisest / Dan dise wort / Das ist mein leib / bestehen eben so wol in warheit / wan brot da bleibt / als wans nicht da bleibet / Also Lutherus. Welchem wir mit eben denselben worten nachsprechen / Es sol vnser gegentheil beweisen / daß der leib Christi im brot wesentlich verborgen sey / ehe es die wort darauf ziehe / So zeucht es die wort darauf / ehe es beweiset / daß der leib darinnen sey. Dann dise wort / Das ist mein leib / bestehen eben so wol in warheit / wann gleich der leib Christi nicht wesentlich im brot ist / wie hernach gemeldet werden sol. Vnd sagen derowegen ferner / Stehet es Doct. Luthero vnd seinen adhaerenten frey / die wort Christi durch eine synecdochen zuerkleren / warumb solte es andern erleuchten dienern vnnd gliedern der kirchen Christi meht frey stehen/ wann sie befunden / daß es die synecdoche (wie Lutherus meniet) nicht außrichtet / eine andere vnnd bessere erklernng zu suchen oder anzunemen; Dan es ist je nicht mehr vmb den buchstaben der wort / sondern darumb zuthun / welches der rechte verstand vnnd außlegung der wort vnd des buchstabens sey. Es wil zwar vnser gegentheil sein außlegung der wort Christi / Das ist mein leib / welches jhnen so vill sein sol / als: in dem ist mein leib / auch darmit bescheinigen / daß die schrifft an andern örten dise art zu reden / das ist das / also außlegen sol / in dem ist das / vnd ziehen darzu dieses an / daß von dem Herrn Christo auf die person zeigende gesagt werden kan / das ist Gott/ oder/ dieser ist GOTT / welches Paulus also außleget: Gott ist in Christo / wie er spricht Gott war in Christo vnd versünete die welt / rc. Darauß schliessen sie / daß auch die wort Christi / das ist mein leib / also können aufgelegt werden. In dem ist mein leib. Aber dieses ist gar eine vngereimbte folge. Dann erstlich so ist dise proposition, in welcher von Christo gesagt wird/ das ist Gott/ oder / dieser ist Gott / ad personam relata, eine propositio mere identica, die nicht anders außgeredet wird / als wan ich sage / Dises ist Petrus / dises ist Paulus / dises ist Johannes / in dem Häupt vrsach. ich nemblich anzeige / wer die person sey / die man vor sich hat. Nun bekennet aber Lutherus vnnd alle seine Nachfölger / daß die wortdas ist mein leib / keine propositio identica sey: Darauß dann folget / daß sie gantz vngeschickt von einer art zu reden auf die andere / quae toto genere diversa est, folgern vnd schliessen. Vors ander / wann man gleich die proposition / das ist Gott / nicht pro mere identica wolte passieren lassen / weil man nemblich auf einen menschen weiset / vnd dannoch saget / das er Gott sey / So können wir zwar mit ihnen leicht eins sein / sagen aber alßdan ferner: Daß wan von Christo gesagt wird / das ist Gott / so werde so vil gesagt/ dise person/ welche man vor sich siehet als einen waren naturlichen menschen/ ist nicht allein mensch/ sondern auch wahrer Gott: Dann eine solche meinung hat dise proposition / vnd keine andere. Aber woher kombt es / daß man dise proposition also verstehet? Gewißlich nicht auß der eigenschafft vnnd naturlichen buchstablichen verstande der wort an sich selbst / sondern daß dieser verstand an andern örten der schrift gnugsam offenbahrt vnd erkleret worden ist. Dann sonst würde keiner auß den blossen worten / das ist Gott / den verstand nemen / daß dise person zugleich wahrer Gott vnd wahrer mensch were. Weil aber durch die schrift dises gnugsam erörtert ist / so kan man / wan gleich Paulus nicht außtrücklich also geredet hette / dennoch wol sagen / Got ist in Christo / Weil man nemblich auß andern örten der schrift weiß/ was es mit der proposition/ Christus ist Gott/ vor eine meinung habe. Aber was wollen sie hierauß schliessen auf die wort Christi? Das ist mein leib. An sich selbst vnd im buchstaben bringen sie dises notwendig nicht mit sich/ daß es so viel heissen soll/ als: In dem ist mein leib. So ist auch an keinem ort in der schrift zubesinden / daß der leib Christi im brot sein solte: Woher wollen sie dann den worten Christi disen verstand andichten / als hette er sagen wollen: IN dem ist mein leib / da doch die wort Christi gar wol eine andere schriftmeſsige meinung haben koͤnnen. Vort A ij Die Erste Vors dritte / muß auch dises hiebei bedacht werden / wan Panlus sagt: Gott war in Christo / daß er mit denselben worten eigentlich nicht rede von der persönlichen vereinigung der Göttlichen natur mit der menschlichen / Er verstehet auch vnter dem wort GOTT/ nicht nur die andere person der Gottheit/ nemblich den sohn Gottes / sondern die gantze heilige Dreifaltigkeit / welche das werck der versohnung vormittelst der person Christi in gesambt ver richtet/ Dann es ist die welt nicht nur mit einer person / sondern mit der gantzen heiligen Dreifaltigkeit versöhnet worden / welche auch so weit in Christo gewesen / also daß eine jede person bey solchem werck das ihre gethan / Darumb kan auß disem spruch zu erklerung der personlichen vereinigung / vnd der proposition / so darzu gehörig / nichts genommen werden. Ja es ist auch zum vierten dise art zu redē: Gott ist in Christo / an sich selbst zu gering vnd zu schlecht darzu / daß sie die andere proposition / Christus ist Gott / erkleren vnd außlegen solte. Dann einander ding ist es / etwas sein / ein anders ist es / etwas in einem sein / Als zum exempel / Es ist Gott in allen gleubigen / also daß mit warheit gesagt werden kan / Gott ist in Petro / in Paulo / in Dauide / rc. Aber darumb kan ich nicht sagen: Paulus ist Gott / Petrus ist Gott / Dauid ist Gott / darauß man sihet / daß vnter disen propositionen / Christus ist Gott / vnd Gott ist in Christo / ein grosser vnterscheid sey. Also daß wan man nicht zuuor auß andern örten der schrift gnugsamb erwiesen / wie eine oder die ander zuuerstehen / man von einer auf die ander nicht schliessen kan / vielweniger kan eine phrasis durch die andern erkleret werden / wann man nicht zuuor den rechten grundt auß andern örten der schrift gelegt hat. Daran es aber vnserm gegentheil in disem fall mangelt/ darumb sie auch von einem auf das ander nicht schliessen können. Sie führen ferner eyn das exempel der Tauben / in welcher gestalt der heilige Geist erschienen / da sprechen sie / Gleich wie man sagen kan / auf die Taube zeigende/ das ist der heilige Geist/ da es doch die meinung hat der heilige Geist ist in der Taube/ Also meinen sie / wan Chriſtus Häuptvrsach. stus spricht / das ist mein leib / habe er sagen wollen / in dem ist mein leib. Aber dises ist abermals eine vngereimbte folge. Dann daß in disem fall die beyden propositiones vber ein stimmen vnnd gleiche meinung haben / das geschicht nicht darumb / daß die wort / das ist der heilige Geist/ disen verstand in buchstaben mit sich brechten / daß es so vil heisse als / in dem ist der heilige Geist / sondern weil in der schrift außtrücklich darneben gesatzt ist / daß der heilige Geist in gestalt einer Tauben erschienen sey / Dann wann man dises zuvor gewiß hatt / so kan man darnach woll auf die Tauben zeigen vnd sagen/ das ist der heilige Geist/ welches nicht eigentlich die meinung hat / als wan ich sagte / In der Taube ist der heilige Geist / sondern es hat einen grössern vnd mehrern nachtruck. Welches dahero erscheinet / Daß ob gleich der heilige Geist auch ist in Petro/ Paulo vnd allen heiligen/ dennoch nicht gesagt werden kan / daß sie der heilige Geist seyn / Dann ein anders ist es / etwas sein / ein anders / in etwas sein. Aber wie kan dises vf vnsern streit gezogen werden. Es stehet nirgend in der schrift / daß der leib Christi wesentlich im brot sey / oder in der gestalt des brots erschienen sey. Darumb wann Christus sagt/ aufs brot zeigender Das ist mein leib / So folget nicht stracks / daß mans also verstehen muß / in dem ist mein leib / Dann es seind gar vnterschiedene reden / wie bißhero erwiesen. Darumb wan man nicht sonst grund von andern orten der schrifft hat / so lest sichs von einer rede auf die andern nicht schliessen. Dann die wort / das ist mein leib / können doch wahr sein vnd bleiben / ob sie gleich nicht also / wie vnser gegentheil wil / verstanden werden. Die Die zweite Häupt vrsach. St derwegen / vors ander, an dem / Daß wir eine andere vnd bessere außlegung vor vns haben / welche den worten Christi ähnlicher ② ist / vnd dieselbe weniger verkehret. Dan gleich wie ein jeder vnpartheyischer wird nachgeben vn beken nen muͤssen / Wan Christus auf das brot weiset vnd saget: Das ist mein leib / daß es nicht notwendig so viel heisse / als / darinnen ist mein leib: Also wird er hinwiderumb nicht verneinen können / daß dise rede / wan man sagt / das ist das / oder das / offtmals den verstand habe / als hette man sage wollen / das bedeutet das Tom.3. fol. 343. b Oder das / oder welchs eben eins ist (wie Doct. Lutherus bekennet) Gen. 41. das ist ein zeichen vnd denckmahl dessen. Zum exempel / da v. 16. Joseph sagte zum Pharao / Sieben kühe seind sieben jahr / das kan anders nicht verstanden werden / Als wann er hette sagen wollen / Matth. 13 sieben kühe bedeuten sieben jahr. Also da Christus sagte zu seinen v.38. Jüngern / der acker ist die welt / der sahme ist das wort Gottes / rc. Lu. 8. v. 11 das kan anders nicht verstanden werden / Als hette er sagen wollen Der acker bedeutet die welt / der sahme bedeutet das wort Gottes. Gal. 4. Ebener massen/ da Paulus sagte vonn der Hagar vnnd Sara/ v.14 das seind die zwey Testament / dise rede kan anders nicht verstanden werden / Als hette er sagen wollen / Hagar vnnd Sara bedeuten das Alte vnd Newe Testament. Vnd ob sie woll auch hierinnen eine außflucht suchen / in deme sie vorgeben / das woͤrtlein ist / heisse auch in denselben exempeln nicht bedeuten / sondern es weren die sieben kühe wesentlich sieben jahr gewest / dan es weren gleichnis kühe: So werden sie doch ein solches keinen verstendigen manne vberreden / sondern ist eine lautere cavillatio vnd vorgebener behelff / der ex mero studio contradicendi herfleust / dan je / ehe dise klügling aufkommen / kein einiger mensch geleugnet / daß dise worti Sieben kühe sind sieben jahr / so vil heissen / als sieben kühe bedeuten Häupt vrsach. bedeuten sieben jahr. Es ist auch gewiß/ daß Pharao im traum nicht die wesentliche sieben jahr gesehen / sondern hat imagines sieben rechter kühe / vnd sieben rechter ähren gesehen / also daß er gar nicht mercken können / daß sie gute jahre bedeuteten / biß jme dasselbe von Josepho explicirt worden / Vielweniger hat er die sieben jar wesentlich gesehen / dan die imagines der sieben kühe / die Pharmac gesehen sind nicht wesentlich sieben jahr gewest/ sondern haben sie bedeutet / wie solchs auch ein jeder gemeiner Ley nicht anders verstehet/ vnd von anfang der Christenheit anders nicht ist verstanden worden. Insonderheit wird dise außflucht durch den spruch Paulida er võ der Sara vn Hagar sagt / daß es die zwey Testament seyn / bestendig hintertrieben/ Dann je Sara vnd Hagar nicht wesentlich die zwey Testament waren / sondern bedeuteten sie / als in einem vorbilde: Darumb lassen wir disen verkehrten behelf billich fahren / vnd bleiben hiergegen bey dem / was der alte kirchenlehrer Augustinus vor geschrieben / welcher dise art zu reden in der schrift bes=Quæst. in ser als die jtzige newe Cauillanten obseruirt vnd in acht genommen Levit. cap hat / da er also schreibet: Solet res quae significat, ejus rei nomi- 57 ne quam significat, nuncupari, sicut scriptum est: Septem spicae, septem anni sunt: Non dicit septem annos significant. Et septem boves septem anni sunt, & multa hujusmodi. Hinc Lib. 18. est quod dicitur: Petra erat Christus, non enim dixit, Petra de Civit. significabat Christum, sed tanquam hoc esset, quod utique per Dei cap. substantiam, hoc non erat, sed per significationem. Idem Epist. 102 Augustin. Omnia significantia videntur earum rerum quas ad Evod. significant sustinere personas. Item: Aliquando res quae significat nomen ejus rei quam significat, accipit. Sic enim Pe In I. ad tra Christus, quia significat Christum. Diser alte vornehmen Cor. cap. Kirchenlehrer ist vns vil gewisser / als was etliche newe Theolo ganten jtzo auf die bahn bringen/ mit welchem vberein stimmen Anselmus / da er also schreibet: Sic solet loqui scriptura, res si-In Tract. de differ. gnificantes, tanquam illas quae significantur, appellans, V. si verbi diThomas: Consultum est in scripturis, quod res significata vini & hu sortiantur vocabula signorum & e contrario. mani. Es finden sich auch solche exempel nicht allein an denen örten / da von Gen. 17 v. 10. Rom. 4 v. 11. Die Zweyte von Träumen vnd gleichnussen oder furbilden geredet wird (wie man pfleget einzuwenden) sondern es finden sich auch solche exempel in den einsetzungen der Sacramenten: Als in der einsetzung der Beschneidung saget Gott / Das ist mein Bund / da er sagen wolte: Das sol ein zeichen meines Bundes sein/ wie er sich selbst erkleret vers: y. Vnnd wie der Apostel Paulus dauon redet / da er spricht: Das zeichen der Beschneidung empfieng Abraham zum siegel der gerechtigkeit des glaubens. Darauß man dann siehet/ daß die Beschneidung eigentlich ein zeichen vnnd siegel des Bundes gewesen / welchen Gott mit Abraham vnd seinem samen aufgerichtet: Noch wird die Beschneidung von GOTT selbst der Bundt genant / nicht anders / als ob der bundt eben in der Beschneidung bestände. Vnd ob wol vnser gegentheil solches nicht nachgegeben / sondern einwenden wil / als wan dannoch die Beschneidung wesentlich der bundt oder ein theil des bundes gewesen ratine restipulationis, oder dessen / was die Judengegen Gott thun solten. so ist doch solches ein rechte Indische außlegung /: Dann eben durch eine solche außlegung blendeten vnnd verführeten die Juden sich selbst vnd ihre Nachkommen / in dem sie sagten / Gott hat einen bundt mit vns aufgerichtet / daß er vnser Gott sein / vnnd vns das Landt Canaan geben wil / das ist der bundt auf seiner seiten: Auff vnserer seiten haben wir auch eine restipulation, was wir thun sollen / nemblich / daß wir vns beschneiden lassen / Daher schlossen sie / weil sie den bundt auf ihrer seiten gehalten / vnnd beschnitten waren / so könte es ihnen nicht feilen / Gott müste auf seiner seite auch halten. Aber damit betrogen sie sich selbst / dan der bundt stunde / ergentlich daruon zu reden / nicht in der Beschneidung / sondern in deane / daß ex parte Dei promittentis er jhr Gott sein / vnd ex parte populi restipulantis, sic sein volck sein / vnd sie jhm nicht so wol mit beschnittenem leibe / als mit beschnittenem hertzen dienen solten / Die eusserliche beschneidung aber war nur ein zeichen des bundes also / daß wan einer gleich beschnitten würde / er dennoch des bundes nicht vehig gewesen / wan der innerliche gehorsa nd / darinnen der bundt eigentlich bestunde / nicht darbey war. Daher Paulus ſagt: Häuptursach. sagt: Daß die beschneidung denen / so das gesetz nicht halten / zur Rom. 2. vorhaut würde / Darauß man je siehet / daß der bundt nicht in der beschneidung / sondern in innerlichem gehorsamb gestanden / dessen cusserliches zeichen die Beschneidung ware. Noch wird sie von Gott selbst der bundt genant / weil nemblich das zeichen den namen des bezeichneten guts zu tragen pfleget. Dergleichen reden werden auch gebraucht in der einsetzung des Osterlambs / da saget Gott: Exod. 12. v. 12. Es ist des Herrn Passah / oder auf teutsch / Es ist des Herrn furüber schritt / Da er sagen wolte: Es sol ein zeichen vnd gedechtnus oder denckmahl sein / des furüberschrits des Herrn für eweren häusern / da er die Erstgeburt in Egyp=Exod. 12. len schlug/ wie er sich abermal bald selbst erkleret: Vnnd ob wol v. 13. 14. 27. vnnd vnser gegentheil auch hierinnen viel serupulierens machet / S Exod. 13. ist doch einmal war / daß eigentlich darvon zu reden / das wort v. 9 Passah/ heisset einen vberschrit oder vbergang: Wan nun Moses sagt: Es ist des Herrn Passah oder vberschrit/ So gibt je der gantze context, daß das wörtlein es oder das/ auf das gehe/ was er zuuor gesagt vnd beuohlen hat / vnd saget / das solches des Herrn vberschrit sey / welches je keine andere meinung haben kan / als Es ist ein merckzeichen / daß der Herr vor euch vorüberschreiten wird. Welches noch klarer daher erscheinet / daß wan die Juden solch Fest lengst hernach als sich das factum selbst begeben / alle jahr begangen / Sie dannoch gesagt haben / diß / das wir thun / ist des Herrn Passah oder vberschrit / Daher lieset man in der schrift / daß das Passah oder vberschrit sey gehalten worden / Exo. 12. 43. vnd 34. 25. 2. Reg. 23. &c. Item das Passah oder den vberschrit schlachten / Exod. 12. 21. Deut. 16. v. 5. 6. Das Passah / das ist den vberschrit kochen vnd essen / Deut. 16. 7. 2. Paralip. 30. 13. vnd 35. 13. Welches keine andere meinung hat / als man halte das Fest / oder schlachte vnd esse das Lamb zum gedecht aus des vberschrits/ der einmal geschehen/ Hat also das Fest vnd das Land / so auf das Fest geschlachtet worden / den nämen des vberschrits / dessen B ij Die zweite sen man sich dardurch erinnert hat / behalten. Darumb wan gesagt wird / Das ist des Herrn vberschrit / So heißt es so viel / das ist eine erinnerung des vberschrits/ den der Herr vor euch vber gethan hat. Ist derwegen gar vngereimbt/ das sie vorgeben/ es sey so viel gesagt / als / Morgen ist Sontag / daß also das wörtlein ist / wesentlich stehe / dan das wort Sontag / ist ein nahme eines gewissen tages / welcher nicht zu einem sonderbaren gedechtnus einiger geschicht / eingesatzt / sondern es wird der tag allein civiliter die tage fur sich zu vnterscheiden / also genant: Aber wan man sagt / morgen ist Passah / das ist der vberschrit / so verstehet je menniglich / das nicht so woll der tag als das Fest / so auf denselben tag fellet / gemeinet wird / Vnnd daß solchs darumb der vberschrit genant wird / weil man sich dardurch des einmal geschehenen vberschrits erinnert / Welches auch heutiges tages in vnsern festen Epist. 25. ad Boni-geschicht / wie Augustinus solches obseruirt: Saepe ita loquimur, ut Pascha appropinquante dicamus crastinum vel perendifacium. num fore Domini passionem, cum ille ante tam multos annos passus sit: Nec omnino nisi semel illa passio facta sit. Nempe ipso die Dominico dicimus, Hodie Dominus resurrexit, cum ex quo resurrexit tot anni praeterierint: cur nemo tam ineptus est, ut nos ita loquentes arguat esse mentitos? nisi quia istos dies secundum illorum quibus haec gesta sunt similitudinem nuncupamus, ut dicatur ipse dies, qui non est ipse, sed revolutione temporis similis ejus, & dicatur, illo die fieri propter Sacramenti celebrationem, quod non illo die, sed jam olim factum est &c. Et mox: Ex hac similitudine Sacramenta plerumque etiam ipsarum rerum nomina accipiunt, Vnd wird solches widerholet in cap. 50. de consecrat. distinct. 2. Semel Christus mortuus est justus pro injustis, quod factum est semel in MEMORIA NOSTRA omni anno fit, nunquid? Quoties Pascha celebratur, toties Christus moritur? Sed tamen anniversaria recordatio quasi repraesentat, quod olim factum est, & sic nos facit moveri, tanquam videamus Häupt ursach. amus in cruce pendentem Dominum, non tamen irridentes sed credentes. Mit welchen worten er dan anders nicht andeutet / als daß das jenige / so zum gedechtnus eines andern geschicht / den namen desselben fast in allen gemeinen reden führe vnd behalte. Es hilft sie auch nicht / daß sie einwenden / es stehe dannoch das wörtlein ist/ wan ich sage/ das ist des Herrn Passah/ nicht bedeutungs weise / sondern das wort Passah / heisse so viel als das fest des Passah oder das Lamb/ das auf das fest geopffert wird. Vnd sey also wesentlich das / das es genant wird: Dann wir hierinnen mit ihnen des namens halben so weit eines seyn/ wan sie vns nur die vrsach / warumb das Fest vnd das Lamb also genant werden / guth sein lassen/ nemblich/ weil es ein zeichen vnd ein gedechtnis ist des vberschrits / der einmal geschehen. Wann wir dises haben / so haben wir genug / vnd eben das erhalten / was wir begeren / Das nemblich ein ding / dardurch das gedechtnis eines andern celebrirt vnd begangen wird / den namen desselben dings/ dessen gedechtnis dardurch begangen wirdt / führet. Weil nun diese rede / wie man saget: das ist das/ oder das/ wol also kan verstanden werden/ Als sagete man / das bedeutet das oder das / oder / das ist ein zeichen / eine erinnerung des / oder des/ Vnnd solcher verstandt den worten / viel weniger der heiligen Schrift gar nicht zu wieder ist / So bleiben wir vielmehr bei denselben / vnd verstehen derwegen die wort Christi also / als hette er sagen wollen: DIEses brot / das ich vor ewren augen breche / vnd euch essen heisse/ sol euch ein gedechtnis vnnd kreftige erinnerung sein meines leibes/ den ich am Stam des Creutzes werde brechen / (wie Paulus diese wort vom leibe Christi brauchet) 1. Cor. 10 daß ist/ zuschlagen/ durchgraben vnd tödten lassen/ auf daß ich euch würde ein Brot des ewigen lebens. Denselben sollet jr euch also eigen machen / als jr dises brot esset / vnd soll euch dises brot ein mittel sein / dardurch ihr meines leibes / der fur euch gegeben wird / theilhaftig werden / demselben einverleibet / vnd also Die Zweyte also alles seines verdienstes geniessen sollet. Wir fragen einen jeden auf sein gewissen / ob nicht dise erklerung der wort Christi / der art zu reden nach / eben so woll bestehen könne / als die andere / die da helt / Christus habe sagen wollen: Mein Leib sol in / mit / vnd vnter dem brot sein? Sie ist den worten vor sich selbst nicht zu wieder / hat auch exempel in der heiligenschrifft / vnd wird in summa keine erhebliche vrsach / warumb sie nicht gelten solte / darwieder aufgebracht werden können. Wir schliessen nicht also / wie vns vnser gegentheil schuldt gibt / an dem vnd dem ort heist ist / so viel als bedeutet / Ergo muß es alhie auch also sein / Sondern sagen allein / das die wort / darüber der streit ist / eben so wol den verstandt leiden / als der / welchen sie mit ihren in sub, cum auf die bahn bringen / Vnd in summa / daß solcher verstand den buchstaben vnd der art zu reden/ wie sie die schrift brauchet / nicht zu wieder sey / sondern eben so wol bestehen könne / Darauß wir dan schliessen / daß es nicht notwendig bey ihrer außlegung bleiben müsse / vnd wird / welche dem andern vorzuziehen sey / sich hernacher besser befinden. Sie schreyen zwar ohn vnterlaß man müsse bloß bey den worten der einsetzung bleiben / Aber das sagen die Päbstler auch / es folget gleichwoll darumb nicht/ daß ihre meinung vnnd außlegung recht sey. Wir gebens gerne nach / daß man vornemblich auf die wort der einsetzung sehen / vnd bey denselben bleiben muͤsse / man muß sie aber auch recht verstehen / vnd ist itzo nicht vmb die wort / sondern vmb den rechten verstand derselben zuthun: Wann man auch so stracks bey den worten bleiben / vnd keine außlegung duͦlden wolte / so müsten auch die wort / so Christus brauchet / im andern theil des Abentmals / Diser Kelch ist das new Testament in meinem blut / gar nicht erkleret noch außgelegt werden dürffen / sondern man müste stracks dafur halten / der Kelch / das ist / dass Trinckgeschir / so im Abendmal gebraucht wird / sei das Newe Testament / oder der newe Bund / so Gott der Herr durch das blut Christi mit vns aufgerichtet. Aber wo ist irgend ein Christenmensch vnter der Sonnen Häuptursach. Sonnen / der dise wort: Der kelch ist das neibe Testament / also verstünde? Muß man also nicht allein die wort/ sondern auch den rechten verstand derselben haben. Sie schreyen ferner / die wort sind clar / die wort sind clar / Aber eben dises sagen auch die Päbstler / vnd meinen / sie habens mit jrer außlegung wol troffen. Es wollen aber die jenigen / so sich Lutherisch nennen / nur besehen vnd bedencken / was jhr Praeceptor Lutherus von dergleichen geschrey gehalten / da er in seinem buch wider den König in Engelland also schreibet: Ich habe auß dem context bewiesen / daß das wörtlein DAS / aufs brot gehe / Dan der context sagt / Er nambs / dancket / brachs / gabs vnnd sprach / dz ist mein leib: Siehestu daß alle die wort / Er nambs / dancket / brachs / von dem brot geredt sein / Vnd daß das wort cc DAS / auf dasselbe weise / Dann das jenige / welchs er mit dancksagung gesegnet / gebrochen vnd gegeben / dasselbe (sage ich) das genommen / gesegnet / gebrochen worden ist / wird darunder verstanden / wan er sagt / DAS IST MEIN LEIB / Es gehet dieses O.A.S. / auf das subjectum, vnd nicht auf das praedicatum, Dann er hat nicht seinen leib genommen / gesegnet vnd gebrochen/ ce sondern das brot / Darumb gehet auch daß folgende nicht auf den leib / sondern auf das brot / Das sind clare wort Christi / welche die schlimmen Sophisten (Nequissimi Sophistae) vertuschen / vnd treiben allein die blosse proposition / DAS IST MEIN I EIB. vnd ziehen das wörtlein DAS/ auß eigener dumkühnheit auf den leib / vnd schreyen alßdan: Die wort seyn clar / die wortseyn clar. Dieses sind Lutheri eigene wort / darauß je die jenigen / so seine Nachfolger sein wollen / lehrnen solten / daß nicht stracks alle gerechte sache haben / die da schreyen / die wort seyn clar / sondern daß man bedencken müsse / wo von / vnd wie es geredt sey / sonst nennet es Lutherus eine schlimme Sophisterey. Vnd in seiner teutschen schrift wieder eben denselben könig schreibet er: Du sagest es sey clar / daß kein brot da bleibe / weil er spricht / das ist mein leib/ ja in deinem kopf ists clar/ da eitel finsternis innen sind, Die Zweyte sind / Vnd strack darauf: Du sprichst die wort sind clar / das ist mein leib / freilich sind sie clar / aber sie geben nicht / daß das brot aufhöre/ sondern vielmehr das es bleibe. Gleich wie sich nu Lutherus mit dem geschrey der Päbstler/DIE WORT SEIN CLAR/ nicht irren lassen/ Also lassen wir vns auch mit ihrem vorgeben nicht irre machen / sondern sagen mit Lutheri eben denselben worten / Freylich sind die wort clar / aber sie geben nicht/ daß der leib Christi IN/ MIT vnnd VNTER dem brot wesentlich verborgen sey. Dann Christus saget nicht/ in dem brot ist mein leib/ sondern/ das brot ist mein leib/ welches notwendig nicht so vil heißt / als darinnen ist mein leib / sondern kan/ wie jtzo angedeutet/ noch eine andere schriftmessige meinung haben. Sie sagen ferner / Wir wolten endlich eine figur vnd tropum gerne zulassen / wan es nur nicht eine solche figur ist / die den wahren leib Christi auß dem Abendmal hinweg nimbt/ vnd nichts als lauter deuteley darauß machet. Hierauf antworten wir: Das wir durch vnsere außlegung den wahren leib Christi mit nichten auß dem Abendmal hinweg nemen/ vielweniger lauter deuteley darauß machen. Dann es wolle der Christlicher Leser dises berichtet/ vnd es jederzeit wol eingedenck sein vnd in acht nemen/ wann wir die wort Christi: DAS IST MEIN LEIB/ also außlegen/ als hette er sagen wollen / Das bedeutet meinen leib / daß solches allein auf die schlechte außlegung der wort / oder den sensum grammati cum oder literalem gemeinet / wie man in Schulen ein wort durch das ander zuerkleren pflegt. Wir lassen es aber darbey nicht bleiben / sondern sagen ferner ad explicationem rei ipsius, vnnd zu fernerer erklerung diser buchstablichen außlegung / von grund vnsers hertzen / das wir darumb nicht meinen / es sey das brot allein ein lehres vnd blosses zeichen/ oder allein ein schlechte abbildung vnnd erinnerung desselben / wie etwa ein bild an der wand gemahlet / oder eine Comoedia gespielet wird (an welchem sich dan alle / so dise lehr nicht recht inne haben/ noch vnsere meinung verstehen/ am meisten ärgern Häupfursach. ärgern) Sondern es ist das gesegnete bret ein kreftiges zelchen / neben welchem das jenige / was es rus angedeutet / warhafftig exhibiret vnd geleistet wirdt. Dann Christus ist bey solcher seiner einsetzung nicht müssig / sondern warhaftig / kreftig / vnd leistet im werck das jenige / was durch das sichtbare zeichen angedeutet wird / Also daß wir durch das leibliche essen des brots / vnd trincken des weins / des leibs vnd bluts Christi warhaftig geniessen: Allein stehet die frag darauf / ob dan das jenige / so das gesegnete brot im Abendmal andeutet / nemblich der leib Christi vns nicht anderer gestalt könne zugeignet / vnnd von vns empfangen vnd genossen werden / es sey dan / das er alhier auf erden wesentlich / in / mit vnd vnter dem brot sey / oder / ob nicht ein ander mittel sey / dardurch vns Christus seines leibs / mit vnd neben dem brot lönne theilhaftig machen? Die so sich Lutherisch nennen / halten darfür / wan Christi leib nit wesentlich in / mit / vnd vnter dem brot alhier auf erden verborgen sey / vnd mit dem leiblichen munde gessen werde / so könne er von vns nicht genossen werden: Vnd daher kömbts / so bald wir verneinen / daß der leib Christi wesentlich auf erden in dem sichtbaren zeichen sey / daß sie darauß schliessen / wir machen im Abendmal lehre zeichen vnd lauter deuteley: Wir aber sagen vnd glauben festiglich / ob gleich der wahre leib Christi im Himel / vnd nicht auf erden vnter den zeichen verborgen sey / daß wir dennoch im rechten gebrauch diser von Christo selbst eingesetzten zeichen seines wahren leibs vnd bluts innerlich warhafftig theilhafftig / vnd dessen durch die eusserliche niessung des brots versichert vnd vergewissert werden: Dann zu rechter handlung des Abendmals des Herrn gehöret nicht allein des menschen leib / sondern auch vnd zwar vornemblich seine vernunftige sehle / sein hertz / gemüth vnd verstand / welchen der leib Christi durch das eusserliche zeichen eigentlich vorgestellet vnd präsentiret wird. Darumb folget nicht / wan wir sagen / der leib Christi sey nicht wesentlich im brot / Ergo nemen wir den leib Christi auß dem Abendmal: Dann das abendmal des Herrn wird nicht nur durch die eusserlichen zeichen/ mit dem eusserlichen munde gehalten/ Die zweyte halten / sondern auch vnnd zwar vornemblich in dem gemüth des menschen / welches der rechte gast in diesem abendmal ist / vnnd die rechte speise / nemblich den leib Christi ergreiffet: Darauß man dan siehet / daß durch vnsere außlegung vnd verstand der wort Christi / der leib Christi nicht auß dem Abendmal genommen / noch auß demselben lauter deuteley gemacht wird. An sich selbst bekennen wir sonst gerne / daß die wort (ein zeichen / ein denckmahl / eine bedeutung) wann man sie nicht anders verstehet / als sie schlecht von den menschen gebraucht werden / etwas zu schlecht vnd zu gering sein / daß sie die kraft vnnd wirdigkeit des Abendmals des HErrn außsprechen / vnnd die wort Christi deutlich gnug erkleren sollen. Man muß aber alhie bedencken/ daß wir nicht von bedeutungen / zeichen vnnd denckmahlen reden vnd handlen / die von blossen menschen gegeben vnnd eingesetzt sein / sondern die von Christo eingesetzt / der zu gleich auch wahrer Gott ist / vnd derwegen wircklich verrichten kan / was er eusserlich andeutet. Es seind Göttliche kreftige zeichen / vnnd vbertreffen derwegen ihrer wirdigkeit vnd gewißheit halben alle andere zeichen vnd denckmal / die von menschen erdacht werden mögen / daher sie auch solcher gewißheit halber den nahmen des bezeichneten vnnd angedeuteten guts führen: Zum exempel / wan ein Breutgam seiner Braut einen Mahlschatz zum zeichen gibt seines Ehegelübnus / so ist es zwar ein zeichen vnnd denckmal dessen / was der Braut zugesagt worden / es verlest sich auch die braut darauf / vnd helt es vor jhren besten beweiß / Aber es ist solch zeichen vnd denckmahl so kreftig nicht / daß sie des breutgams dardurch theilhafftig werde / es kan ihr hertz vnd gemüth mit dem breutgam dardurch nicht recht vnd ipso facto vereiniget werden: Dan ob ihr gleich der Breutgam das denckmahl gegeben / so hat er doch die kraft vnd die wirckung nicht / daß er / so oft seine Braut in seinem abwesen dises denckmahl vor augen hat / sich ihr ergeben könne/ welche macht Christus hat/ der bey solchen seinen denckmahlen vnnd zeichen nicht müssig ist / sondern er leistet im hertzen vnnd gemaͤth des menschen das jenige warhaftig / was er eusserlich vorbildet: Vnd vmb solcher gewißheit willen / hat er nach art der schrift den namen des bezeichneten guts den zeichen gegeben / Häupt vrsach. gegeben / das wir vns darauf vmb so viel desto mehr zuuerlassen / vnd wissen sollen / was wir im rechten gebrauch diser von ihm zu seinem gedechtnus / als vnserm Breutigam / gelassenen zeichen haben vnd erlangen sollen / nemblich jhn selbst vnnd alle seine wolthaten: Seind also nicht schlechte zeichen oder abbildungen / sondern signa exhibitiva, die da leisten was sie andeuten. Ist derwegen eine lautere calumnia, wan man vns schuld gibt / wir machen lautere deuteley auß dem Abendmal des Herrn Gottes andeutungen seind nicht lauter deuteley / ob wol das angedeutete guth nicht eben wesentlich in den zeichen steckt/ dan Gott eine andere vnd bessere weise hat/ vns seine angebottene gnadenschätze mitzutheilen: Vnnd soll hiervon vnten noch weiter bericht geschehen / Itzo sagen wir allein daruon / daß vnsere außlegung den worten Christi nicht vngemeeß / vnnd daß wir also an ihre meinung vnnd außlegung desto weniger verbunden. Vnd ob sie wol ferner vorwenden / das wörtlein JST / leide es nicht / das mans bedeutnis oder dergleichen weise einer erklere / sondern es müsse allzeit wesentlich verstanden werden/ so ist doch das wiederspiel oben mit vilen exempeln bewiesen vnd augenscheinlich dargethan. Vnd haben sie sich zwar noch newlich heftig bemuͤhet / dieselben exempel anzufechten / vnnd so viel auszuführen / daß das woͤrtlein IST / auch in denselben nicht bedeutnis weise stehe Es ist aber alles / was sie desfals auf die bahn bringen / lauter gezwungen werck / daß man fast nicht weiß / was sie sagen / vnd beruffen wir vns dagegen auf den algemeinen verstand eines jeden vnpartheyischen sprachkündigen: dann wer hat jemals daran gezweiuelt / wan in der schrift stehet / sieben kühe seind sieben jahr / das es nicht so viel heissen solte / als sieben kühe bedeuten sieben jahr. Darmit man aber vanitatem jres commenti desto mehr spüren möge / so wolle man nur dises erwegen / daß zu einem jeden gleichnus dreyerley gehören: Erstlich/ der terminus à quo, ein ding daruon ein gleichnus genommen wird / zum andern / der terminus ad quem, ein ding welches dem andern vergliechen wird / zum dritten / eine qualitas oder andere circumstantia, die sich in dien beyden dingen zugleich jedes nach seiner art findet; Darinnen bestehet C. Die Zweite bestehet das fundamentum eines jeden gleichnis / es werde nun dasselbe entweder in forma metaphorae oder allegoriçoder metonomiæ, oder wie man es nennen wil / gebraucht vnd außgeredt. So viel den terminum à quo, daruon das gleichnus genommen wird / anlanget / kan keines weges gesagt werden / daß solches der terminus ad quem wesentlich / vnnd also eben das sey / wamit es vergliechen wird / dan sonst were es kein gleichnus / Simile autem non eſt idem, ſed aliud eſt ſimile, aliud idem, cùm ſimilitudo sit rerum inter se alias diversarum in una quadam qualitate convenientia & inde deducta comparatio. Es kan auch nicht gesagt werden / daß das jenige / so loco termini à quo gesatzt wird / idea quaedam Platonica in aëre volitans oder gleichnisding sey / sondern man verstehet darunter das ding selbst / das genennet wird / vnnd considerirt es wie es vor sich in seiner art vnd natur ist / vnd helt es hernach gegen das ander / darmit es vergliechen wird / so weit es mit demselben vbereinstimmet. Zum exempel / wan Christus saget von einem Seeman / von seinem samen vnnd dem acker / da darf man nicht newe Chimeras machen / sondern man siehet in genere auf einen naturlichen Seeman / auf einen naturlichen samen / vnd einen naturlichen acker / man betrachtet desselben eigenschaften / vnd sichet / wie es hernacher ad terminum ad quem ap plicirt wird / vnd wie er mit demselben vberein kömt. Vnnd ist gewiß / wer die natur vnd eigenschaft des termini ä quonicht innen hat / daß derselbe das gleichnis / so dauon genommen wird / nimmermehr nicht verstehen kan: Als wan gesagt wird / der acker ist die welt/ so kan es nim nermehr verstanden werden man wisse dan / was ein naturlicher Acker sey / darmit es hernacher auf die welt accommodirt werden könne: Wann aber einer weiß was ein naturlicher acker ist / vnd hoͤret / daß gesagt wird / der acker ist die welt / so darf er im respectu termini à quo keinen gleichnis acker einbilden / sondern considerirt einen naturlichen acker / vnnd helt denselben gegen die welt / darmit er sehe / wie eines mit dem andern vberein kömbt / vnd verstehet also das ein natürlicher acker / die beschaffenheit der welt abbilde vnd vor augen stelle/ vnd dahero die welt genennet werde: Wann man aber saget/ der gleichnis acker ist Häuptursach. die welt / so heißt es so viel / als die welt / wan sie einem acker vergliechen wird / ist die welt: oder die gleichnis kuhe ist ein guth jahr / das sol jnen so viel heissen / ein guth jahr / wan es einer kuhe vergliechen wird / ist ein guth jahr. Wer siehet aber nicht daß dises vnrecht vnd verkehrt geredt sey? Dann die wort / der acker ist die welt / bringen eigentlich dises mit sich: der acker der in seinen natürlichen qualiteten mit worten vorgestellet / vnd vor sich als ein naturlicher acker considerirt wird / ist ein vorbild der welt / Darumb wird auch von der welt als einem acker geredet. Vnd geschicht solchs nicht allein in denen gleichnissen / die allein in worten bestehen / als da allein in genere, nicht aber de certo aliquo individuo geredet wird / sondern auch wann einem ein gewiß individuum vorgestellet / vnd gegen einem andern gehalten wird: Als wan man sagt / Johannes ist Elias / da darf man keinen gleichnis Elias dichten / vielweniger kan gesagt werden / Johannes sey wesentlich der gleichnis Elias / sondern man considerirt den rechten Eliam vnd seine thaten / tanquam terminum à quo vor sich / vnd helt sie gegen Johannem: Da befindet sich das einer dem andern kan vergliechen werden / vnd ist also Johannes Elias / weil er denselben repräsentirt / vnd seine stelle vertrit. Wird also das wörtlein JST / gleichnis weise recht vnd wol gebraucht / ob es gleich nicht eben wesentlich verstanden / oder auch nach ihrer phantasen außgelegt wird. Insonderheit ist wol zu mercken vnd in acht zu nemen / das sie bey Witteb. in Prom. dem exempel Sara und Agar / welches nach dem spruch Pauli / die Exam. zwey Testament seyn / daß ist / einfeltig dauon zu reden / die zwey pag. 93. & Testament bedeuten / also erkleren / daß nicht Sara vnnd Isaac seqq als Sara vnd Jsaac/ auch nicht Agar vnd Ismael/ als Agar vnd Ismael die zwey Testament sind / sondern dazumahl erst (sprechen sie) seyn sie es / wann alle angeregte stück in ein Geistlich gleichnus gezogen worden / vnd weren also Sara vnd Agar Dam wir dises totidem verbis eben auf vnser propositum mit gutem fueg appliciren können / wann wir sagen / daß nicht das brot als brot / auch nicht der wein als wein / der leib vnd das blut Christi seyn / sondern dazumahl erst seyn sie es / wann sie in ein Geistlich geheimnis Die Zweyte geheimnis oder gleichnis gezogen werden / vnd werden also mystica, oder panis vnnd vinum μυσηρίῶ Πεα, id est, cum divinis mysteriis adhibentur. Ita Irenaeus: Quo ad substantiam panis creatura est, secundum nos: quo ad mysterium & sacramentum, corpus est Christi. Also auch gleich wie sie sagen / die gleichnus kuhe ist ein gut jahr / so könten wir auch sagen (wan wir gleich ihnen newe terminos fingiren wolten) das gedechtnis brot / ist der leib Christi / weil Christus durch essen desselben sein gedechtnis zu halten bevohlen hat: Was wolte vnser gegentheil in diser erklerung tadeln? Sie finden ie jhre eigene wort/ vnd eben den verstand/ den sie in Pauli worten haben wollen: Sol es dan ihnen recht vns aber Ibid. unrecht sein / oder was sol es vor eine andere meinung haben? Woles len sie einwenden / das gleichnis mit Sara vnnd Agar stehe gleichwol nicht in dem wortlein JST / sondern auf der Sara vnd dere ꝯ freyheit/ auf Gottes verheischung vnd Isaac den Sohn der ver„heischung: Vnd widerumb stehet sie auf der Agar irem namen vnd dienstbarkeit / auf Jsmael vnd seiner knechtschaft / So können wir auch sagen / daß das brot der leib Christi ist / bestehet nicht in dem wörtlein IST / sondern in dem / daß es von Christo selbst darzu verordnet / daß es sol ein zeichen vnd gedechtnis sein seines leidens / Bedasuper Lucaͤs Gleich wie wir nicht wusten / daß Sara vnd Agar die zwey TestaͤQuia pan. ment bedeuteten / wan es vns Paulus nicht explicirt hette / Vnd beis carnem stehet die gleichnis in dem / daß gleich wie das natürliche brot des jr cöfirmat. dischenmenschen leib speiset vnd ernehret / V. und gleich wie es den vinu vero menschen zu guth zerbrochen vnd außgetheilet wird / also speiset vnd sanguiné nehret der leib Christi den innerlichen menschen/ vnd ist jm zu guth operatur gebrochen. in carne, Vnd wollen sie jrem brauch nach alhie nicht je cavilliren, als ob hocadcor pe Christi wir auß dem Abendmal des Herrn eine allegoriam machten / dan μυσικῶς il wir wissen den vnterscheid inter allegoriam & Sacramentum lud refer- gar wol / Wir wissen aber auch darneben dises / das / so viel die art tur ad san zu reden vor sich selbst anlanget / in einem so wol als dem andern zeiguinem. chen vnd gleichnis reden gebraucht werden / Aber in re ipsa ist diser vnderscheid / das die allegoriae allein zur lehre vnd information dienen / Die Sacramenta aber bilden uns nicht allein die Geistlichen güter Häuptursach. güter durch eusserliche gleichnis vor / sondern exhibiren vnd leisten vns auch kraft angehengter verheissung dieselben warhaftig / nemblich also wie Geistliche güter geleistet werden/ wie hernach weiter erkleret werden sol. Itzo handlen wir allein von der art zu reden vor sich selbst / vnd haben dardurch anitzo gnugsamb erwiesen / es drehe sich gleich vnser gegentheil wie es wolle / daß es dennoch nimmermehr darthun werde/ daß der verstand der worte Christi/ den wir bißhero geführt / der schrift vngemeß oder vnbrenchlich sey. Wollen darneben allein dises erinnern / wan gleich jhr fündlein von den gleichnis worten bestendig vnd recht sein solte (da es doch die warheit zu sagen ein pur lauter cavillum) so könte es doch allein in denen orten statt haben / da alles in lauter worten bestehe. Als wan ich sage / der acker ist die welt / oder auch vice versa, die welt ist der acker / da mogen sic per argutias sophisticas von gleichnis worten spintisiren was sie immer wollen: An denen örten aber / da von zweyen wesentlichen selbststendigen dingen gehandlet vnnd gesagt wird / daß eines das ander sey / kan es mit nichten statt haben / dann wo solche reden gebraucht werden/ da muß es vnzweifelich vnd vnwidersprechlich die meinung haben / daß entweder eines in dem an dern wesentlich sey / also daß es heisse / darinnen ist das oder das / oder es muß relativé verstanden werden / das eines anstatt des andern gesatzt oder gebraucht werde / daß es zu des andern gedechtnis oder dasselb dardurch vor die augen zustellen vnd vns einzubilden oder auch desselben stell ratione officii zu vertretten adhibirt werde: Dann da kan man kein drittes haben/ man wolle dann auf die Pabstische transubstantiation fallen / welche vnser gegentheil / so wol als wir verwerffen. Wir sagen abermals / entweder es muß eines des andern zeichen / vorbilde / erinnerung vnd gedechtnis sein / dessen statt vertretten: oder / es muß die meinung haben / daß es wesentlich darinnen sey. Welches aber nun die beste meinung sey / solches kan nicht eigentlich auß den worten selbst genommen werden/ man treibe sie auch so starck als man immer wolle/ sondern res ipsa, daruon gehandelt wird / muß es geben / oder muß an andern örten deutlicher explicirt werden. Als zum exempel / wann ich auf ein vaß weise / vnd sage/ das Die Zweyte das ist Rheinischer wein / da gibt res ipsa bald / daß der wein im vasse sey / vnd darf keines weitern fragens / oder (darmit wir jhr exempel behalten) wan man auf den Herrn Christum weiset vnnd saget / das oder der ist Gott / so hat es zwar die meinung / in disem menschen ist Gott / der fleisch an sich genommen. Aber warumb dann es ist an andern örten der schrift also explicirt. Hiergegen wan ich sage / Johannes ist Elias / da gibt res ipsa, das Elias nicht in Johanne stecke/ es ist auch eine lautere phantase 9 daß man einen gleichnis Elias tichten wolte / sondern die vmbstende gebens/ daß es heisse / Iohannes repræsentirt Eliam, er vertrit seine stelle / Jn summa / er machet / daß man das an jm hat/ was man an Elia vorzeits gehabt hat. Also Sara vn Agar sind die zwey Testament: Da gibt mir res ipsa, daß die zwey Testament nicht in der Sara vnd Agar sind / sondern vns dieselben vorbilden pn bedeuten. Nun hat der Herr Christus das brot genommen vnd gesagt / das es sein leib sey / da wil das gegentheil stracks haben/ es sol so viel heissen/ als/ darinnen ist mein leib / dagegen sagen wir / es folget nicht notwendig / daß es so viel heisse / als darinnen ist mein leib / sondern es kan auch heisfen / das brot ist ein denckmahl / ein zeichen / eine erinnerung meines leibs / es sol euch zu gedechtnis meines leibes / der fur euch gegeben ist / dienen / Vnd an statt desselben also sein / daß jhr euch dessen dardurch zu erinnern / pü jn im wahren glauben zuergreiffen habt: Wan wir nun also in außlegung diser wort streitig / So ist einmal gewiß. daß vns die wort vor sich nicht scheiden werden / sondern res ipsa muß vns scheiden / oder das offenbarte wort Gottes / darauß wir abnemen können / welcher verstand oder außlegung derselben gemeeß sey / Ob wol die art zu reden vor sich selbst belangende / eine meinung so wol als die ander zulest: Darumb gleich wie vnser gegentheil in dem gantz vnrecht thut / daß es die wort Christi/ DAS ist mein leib/ stracks darauf zeucht/ als solten sie heissen/ darinnen ist mein leib / da es doch neque ex re ipsa, noch auß dem wort Gottes erwiesen / daß er darinnen sey: Also thun wir recht / daß wir anfenglich nicht schlechter dinge sagen/ es müste also verstanden werden / wie wir es haben wollen/ sondern handlen jtzo allein dauon / Häuptursach. uon / daß so wol ein als die ander art zu reden breuchlich / vnd dahero eine außlegung den worten nach / so wol als die ander passiren könte / vnnd schliessen dahero / daß wir desto weniger zuverdencken / wan wir nicht eben bey des Lutheri Synecdoche bleiben / dann wir eine andere außlegung sehen / vnd hernach ex re ipsa, vnd auß dem offenbahrten wort Gottes so vil außführen wollen / daß dieselbe bes ser vnd bewehrter sey. Es leget sich vnser gegentheil vnter andern auch darauf / daß in etlichen der obangezogenen exempeln / das wörtlein IST / im Hebräischen text nicht gefunden werde: Aber diß ist auch ein lamer behelf / sintemal menniglich bekant / daß es eine Hebräische art zu reden / welche kurtz ist / vnd die gemeinen wort so sich ex ipso con textu leicht verstehen / gemeiniglich aussen lest. Dann wer siehet nicht / daß das wörtlein JST / oder dergleichen notwendig darunter verstanden werden muß: Es hat es auch bißhero niemand anders verstanden. Zu dem wollen sie bedencken / daß auch Christus nicht Grigisch noch Lateinisch oder Teutsch/ sondern Syrisch gered / welche sprach eben die kurtze art zu reden hat / als die Hebräische/ dahero vermuetlich/ daß auch Christus nicht eben das wort JST / werde gebraucht / sondern nach art der Syrischen sprach gesagt haben / das mein leib / wie dann solches auch dahero abzunehmen / daß im Euangelisten Luca bey erzehlung der einsetzung des kelchs / das wort JSt / außgelassen / dan cap. 22. v. 20. stehet also im Griegischen / diser kelch das newe Testament in meinem blut/ da dann Lucas die vestigia linguae Syriacae vns gelassenvnd die rechte Syrische art zu reden behalten/ vnd muß das wörtlein IST/ notwendig darunter verstanden werden/ wie dan die Euangelisten / auch Paulus die wort also außgeredet/ wie es die art der Grigischen sprach mit sich bringt / Gleich wie die 72. interpretes, so die Hebraische Bibel in die Grigische sprach transferirt, das woͤrtlein JST / auch an allen derselben orten des alten Testaments supplirt haben. Wollen aber gleichwol daruͤber mit niemand streiten / sondern bleiben darbey das Christus die wort also gered / wie sie von den Euangelisten aufgezeichnet / dan sie den verstand L. non aliter. 67 §1. Dele gat. 3 Die Zweyte stand eben so wol haben können / es sey gleich das wörtlein JST darbey oder nicht. Man wendet darnach ein / die wort Christi: das ist mein leib / sind wort eines Testaments / darumb müssen sie nach den buchstaben verstanden werden / wie sie lauten. Aber wo stehets geschrieben/ das man in den Testamenten alle wort nach den buchstaben verstehen muß? Wann man die Juristen / so eigentlich von Testamenten vnd derselben Rechten verstand zu schreiben vnd zu handlen pflegen / darumb fraget / reden sie weit anders daruon / Dann also saget der I. C. Marcellus: Non enim in causa testatorum ad verborum definitionem utique descendendum est, cùm plerumque abusivè loquantur, nec propriis nominibus ac vocabulis semper utantur. Siehe / das sagen die Rechte vonn außlegung der Testament / vnd weisen vns außtrücklich dahin / daß wir nicht so sehr auf die wort / als auf die rechte meinung / vnnd wie der testator zu reden gepflogen / achtung geben sollen. Darumb wöllen sie sich nur dergleichen vergeblichen einwürff / darmit sie gleichwol den leuten die ohren vol machen / enthalten / Insonderheit / weil oben albereit erwiesen / daß sie selbst nicht ad unguem bei den worten bleiben / auch vnser verstand den worten Christi nicht vngemeß sey. Sie bezüchtigen vns / als straften wir den Herrn Christum lügen / daran geschicht vns vnrecht / Wir wissen vnd glauben / das Christus warhaftig ist / Aber darumb ists zu thun/ ob wir oder sie des Herrn Christi wort recht verstehen. Wann die Päbstler mit jhrer meinung vnd außlegung aufgezogen kommen / so fechten die Lutherischen dieselbe ahn ohn allen schew/ folget darumb daß die Lutherischen den HERrn CHristum lügen straffen? Denn je die Papisten auch sagen / daß sie des HErrn CHristi wort behalten / aber das gestehet jnen kein Lutherischer / vnd straffet doch den Herren Christum nicht lügen. Dann Christi wort sind wahr/ aber der Papisten verstand ist vnrecht. Darumb/ wan wir sagen/ daß die Lutherischen die wort Christi nicht recht verstehen / straffen wir darumb den Herrn Christum nicht lügen / sondern straffen allein jhre varechte außlegung. Sie Häuptursach. Sie sagen es sey dem Herrn Christo ein rechter ernst gewesen / in seinem letzten Abendmal / darumb müsse man keine figur zulassen. Aber wo stehets geschrieben / das es einem nicht ernst sey / wan einer figurliche reden braucht. Es muß gewißlich dem Herrn Christo wenig ernst gewesen sein / im gantzen Euangelio / da er mehrertheils figurliche reden braucht. Als da er sagt / Jch bin die thür / der weg / ꝛc. vnd was dergleichen mehr iſt. Oder war es ihm nicht ernſt am stamme des Creutzes / da er seine Mutter dem Jünger befahl / vnd sagte / Weib siehe / das ist dein sohn / Vnd zum Jünger / siehe das ist deine mutter / muß das wörtlein JST / alda auch wesentlich verstanden werden / oder ist es Christo kein ernst gewesen? Wir können aber / was von figurlichen reden zu halten / vnd wie einen starcken nachtruck sie haben / viel besser lernen auß dem alten lehrer Angustino / der von solchen reden also schreibet: Fgurata plus mo-Epist. 115 vent & accendunt amorem, quàm si nuda & sine ullis sacramentorum similitudinibus proponerentur, cuius rei causam difficile est dicere: Sed tamen ita se habet, ut aliquid per alle goricam significationem intimatum, plus moveat, plus de lectet, plus honoretur quàm si verbis propriis diceretur aptissimè. Credo quod ipse animae motus quàm diu rebus ad huc terrenis implicatur, pigrius inflammatur: Si vero feratur ad similitudines corporales, & inde feratur ad spiritualia, quae illis similitudinibus figurantur, ipso quasi transitu vegetatur & tanquam in facula ignis accenditur & ardentiore dilectione rapitur ad requiem in quietem. Siehe also schreibet de figuratis locutionibus Augustin. Welches vns vielmehr gilt / vnnd der warheit viel ehnlicher ist / als was vnser gegentheil mit grossem vnbedacht auff die figurliche reden bey dem gemeinen vnuerstendigen man debacchirt vnd plaudert. Dan was figurlich geredt wird / ist darumb nicht falsch geredt / sondern stehet beydes gar wol beisammen / daß die rede zwar figurlich/ aber das jenige/ was dardurch angezeigt wird / wahr sey vnd bleibe. Sie legen sich vnter andern auch darauf: es können dise wort darumb keinen andern verstand leiden / weil sie von allen dreyen Euangelisten / wie auch von S. Paulo so einmütig vnd gleichförmig aufgezeiD " Die Zweyte aufgezeichnet / also das keiner keine andere art zu reden des orts füret als dise: Das ist mein leib/ der fur euch gegeben wird/ da doch sonst breuchlich / das was ein Euangelist nicht erkleret / der ander solchs hinzu gethan / oder sonst außgelegt. Aber dises ist auch ein gantz vorgebenes behelf. Dann erstlich/ daß die Evangelisten vnd S. Paulus in erzehlung der wort Christi / das ist mein leib / so gar vberein stimmen / das hat per leges historiae secundum rerum naturam, wo sie anders die Historiam der einsetzung des Abendmals recht beschrieben/ vnd nicht ihre/ sondern Christi wort aufsetzen wollen/ nicht anders sein können. Dann wie haben sie Christi reden anders aufschreiben können/ als er die selbst geführt Darumb wan gleich zehen vnd aberzehen Euangelisten vnd Aposteln die wort der einsetzung erzehlet hetten / so hetten sie die nicht anders machen können / als sie Christus geredet / es folget aber darumb nicht / daß man sie nicht also verstehen solte / als es der schrift und der art zu reden gemeeß ist: dann es haben auch die Euangelisten viel parabolas, so der Herr Christus gebraucht / einmütig aufgezeichnet / solten sie darumb stracks nach den buchstaben vnnd nicht anders verstanden werden? das würde gewißlich viel adsurda geben. Als zum exempel: Es stehet an dreyen vnderschiedlichen örten in der schrift / vnd ist von einem Euangelisten zweyer / von den andern einmahl mit einhelligen worten beschrieben das Christus gesagt habe: Ergert dich dein ange / so reiß es auß vnd wirf es von dir / Jtem / von der hand vnd fues dergleichen / wie zu sehen Matth. 5. v. 2. vnd abermals cap. is. v. 8. vnd Marci 9. v. 47. da dann viel andere vmbstende mehr darzu gethan werden: Sol man propter hunc consensum dreyer örter schliessen / daß dise wort strack nach dem buchstaben müssen verstanden werden / wie etliche geschwermet haben? das Kferne. Jn summa / es ist hier nicht die frage / ob Christus die wort geredet habe? (welches wir auß dem zeuchnis der Euangelisten wol wissen) sondern wie sie zuuerstehen siad: Darumb benimbt der consensus Evangelistarum dem rechten verstande der wort gar nichts. Ja / wir können dises argument wieder sie selbst brauchen / daß nemblich auß der gleichförmigen erzehlung der Euange⸗ Häuptursach. uangelisten gnugsamb erscheine / daß CHristus nicht gesagt habe / in/ mit/ vnnd vnter dem brot ist mein leib/ sondern das (aufs brot weisend) ist mein leib / wie kommen sie dan darzu / das sie die wort vmbkehren / vnd subjectum loco prædicati setzen? Zu dem / so stimmen auch die Euangelisten vnd Apostel Paulus in erzehlung der wort Christi nach den buchstaben so gar eigentlich nicht vberein / Denn Matth. am 26. cap. erzehlet die wort Christi also: Nemet / esset / das ist mein leib / mit welchen vberein kompt Marcus am 14. cap. Lucas aber am 22. cap. lest die wort NEMET=ESSET auß / vnd saget nur: Er nam das brotdancket / brachs vnd gabs jnen vnd sprach: das ist mein leib / vnd setzet darzu / der sur euch gegeben wird/ solches thut zu meinem gedechtnus: Paulus aber 1. ad Corinth. u erzehlets also, nemet / esset / das ist mein leib der fur euch gebrochen wird / solches thut zu meiner gedechtnis / Jn welchem er zwar mit S. Luca vbereinstimmet / Allein was Lucas sagt / DER fur euch gegeben wird/ sagt Paulus/ der fur euch gebrochen wird / in welchen worten erklärlich von dem leib Christi also redet / als eben von dem brot / welches Christus gebrochen / darmit er vns je augenscheinlich auf die art der Sacramentlichen reden weiset/ in deme er von dem leib Christi aljo redet/ als von dem brot/ weil die namen der zeichen vnd des bezeichneten guts in dem Sacrament verwechselt werden / vnd von einem oftmals als von dem andern geredet wird / weiset auch mit denselben worten / was das brechen des brots / so der Herr Christus bey der einsetzung des Abendmals gebrauchet / bedeute / nemblich / daß der leib Christi für vns gebrochen/ vnd in thodt gegeben werden solte. Vnd wird das wort / GEBROCHEN / nicht anders als figurlicher weise von dem leib Christi geredet / wegen der vergleichung mit dem brot brechen/ dann sonst stehet in der schrift/ jhr solt jm kein bein zerbrechen / wie auch insonderheit das Griegische, welches eigentlich von harter materien / so gebrochen wird / gebraucht wird / nicht propriè Die Zweite propriè von den wunden verstanden sol werden / dan dieselbe den leib nicht brechen / sondern die haut an einem gewissen ort zerschneiden vnd zerreissen. Darumb siehet man daß das wort/ BRECHEN nur gleichnis weise vom brot genommen / vnd auf den leib Christi gezogen worden / nach art der Sacramentlichen reden / Also auch in erzehlung der wort Christi bey einsetzung des kelchs / hat sie: Mattheus also gesetzet Marcus also: Trincket alle darauß / das ist Vnd er sprach zu jnen: Das mein blut des newen Testaments / ist mein Blut des newen Testawelchs vergossen wird für viele sments/ das für viele vergossen zu vergebung der funden. wird. Lässet also abermal etliches auſſen. Lucas Vnd Paulus Vnd sprach / das ist der kelel Dieser kelch ist das newe Tedes newen Testaments in meistament in meinem blut / solchs nem blut / das fur euch vergossen | thut so oft ihrs trincket / zu meiwird. nem gedechtnis. Jn welcher erzehlung Mattheus vnd Marcus abermals vberein stimmen/ Lucas vnd Paulus aber führen etwas andere wort/ wiewol sie in effectu vnd im verstande mit einander vberein kommen. Darmit dan clärlich angezeiget wird/ daß es nicht so sehr an den buchstaben der wort / als an dem rechten verstande derselben geleDe con sensu E. gen sey / wie Augustin. schreibet: Per hujusmodi Evangelistarum locutiones varias, sed non contrarias, rem planè utilisvägelista simam discimus, & pernecessariam: Nihil in cuiusque verbis rum lib.2 nos debere inspicere nisi voluntatem, cui debent verba sercap. 28, vire: nec mentiri quenquam si aliis verbis dixerit, quid ille voluerit, cujus verba non dicit: neque miseri aucupes vocum, apicibus quodammodo literarum putent ligandam esse veritatem, cùm utique non in verbis tantum, sed etiam in cæteris omnibus signis animorum non sit nisi ipse animus inquirendus. Welches / da es von vnserm gegentheil recht in acht genom Häuptursach. genommen wurde / dürfte es dises streits in der kirchen Gottes gar nicht. Sie wenden ein / Christus habe vns keinen figurlichen leib / sondern eben den leib verheischen / der fur vns gegeben / vnd am stamme des Creutzes gehangen / wie er selbst saget / das ist mein leib der fur euch gegeben wird. Antwort. Das dieses argument den stich nicht halte noch beweise / daß die wort Christi / DAS ist mein leib/ nicht sollen figurlich verstanden werden/ hat vorlangst der Cardinal Cajetanus / ob er wol ein Papist / selbst geste= In sumben müssen / in dem er also schreibet: Non apparet ex Euange-mam Tho lio coactivum aliquod ad intelligendum hæc verba, Hoc est mæ Part. corpus meum, propriè: Ex subjunctis siquidem verbis à Do. 3. Quæst. mino, scilicet, Quod pro vobis tradetur in remissionem pec. 75. art. 1. catorum, non potest concludi evidenter, praemissa verba esse intelligenda propriè: Quoniam ibi, Quod, non refert conjunctionem praedicati cum subjecto, sed refert praedicatum scilicet, Corpus meum: cum cujus relationis veritate stat praejacentem esse veram, solum in consensu metaphorico: ut patet in exemplo: Petra erat Christus, si adjunxisset Apostolus, qui crucifixus est, resurrexit & ascendit in coelum: nihilominus praejacens illa propositio: Petra autem erat Christus, non propriè sed metaphoricè intelligenda esset. Et similiter in proposito, verba Domini, Hoc est corpus meum, quod pro vobis tradetur, ex illa additione, quod pro vobis tradetur, non arctatur prima propositio ad sensum proprium, sed esset etiam vera, si in solo sensu metaphorico esset prolata. Haec Cajetanus, mit welchem er je diß argument / daruon vnser gegentheil sonst so viel geprenges machet / dermassen ener virt, vnnd so mit gutem verstande darnieder schlegt / daß sie billich darmit bey verstendigen leuthen nicht wieder aufgezogen konnnen solten. Vnnd darmit wir noch ein geringer exempel geben ihrer vngereimbten folge / Wann ich ein bilde des Iulii Cæsaris an der wand sehe vnd sagte / das ist der Julius Cäsar der den Pompejum vberwunden/ Die Zweyte wunden / vnd die erste Monarchy zu Rom aufgerichtet / Solte das wörtlein IST / auch darumb wesentlich verstanden werden / weil darauf folget / der den Pompeium vberwunden? Dann da möchte einer auch sagen / man redete hier von keinem sigürlichen Julio Cesare / sondern von eben dem der den Pompeium vberwunden: Ergo ist das bild keine figur des Julij Cesaris: dann das bild oder das Contrafaict hette den Pompeium nicht vberwunden / darumb müste es der wesentliche Julius Cesar sein / wer wurde nicht die vngereimbten folge verstehen? Eben derselben aber brauchet sich vnser gegentheil / in dem er vorgibt / es könne das wörtlein IST / in den worten Christi darumb nicht also verstanden werden / als heisse es: das ist eine andeutung oder figur meines leibes / weil strack darauf folget / der fur euch gegeben wird / dann diese wort deuten vns zwar an / daß Christus von seinem warhaftigen leibe rede: warumb aber das brot der leib Christi genennet wird, das kan auß disen worten nicht genommen werden. Wir sagen aber darumb nicht / das im Abendmal nur ein bild oder figur sey des leibs Christi / wie wir auch dem Caietano in dem nicht beifal geben / das er allein eine metaphoricam locutionem darauß machet / sondern wir sagen vnd bekennen / daß im Abendmal des Herrn viel ein grösserer nachtruck vnd efficacia sey / als wann einem etwas per metaphoras oder imagines schlecht vorgebildet wird: Dann gleich wie ein gleichnis kreftiger vnd magis exhibitivum ist als das ander / also vbertrift das Abendmal des Herrn alle andere zeichen vnd abbildungen / wegen seiner gewißheit vnd innerlichen kraft. Vnnd gebens derwegen gerne nach / sagens auch selbst/ daß vns Christus auf keinen figurlichen/ sondern seinen warhaftigen leib mit diesen worten weiset. Es ist aber jtzo allein die frage vnter vns daruon / wie es zuuerstehen / daß Christus von dem brot saget / es sey sein warhaftiger leib / der fur vns gegeben / ob es also gemeinet / daß der leib im brot verborgen / oder ob dises brot ein sichtbarliches kreftiges zeichen / erinnerung vnd andeutung sey des wahren leibs Christi / der fur vns gegeben / vnd vns in rechtem gebrauch dises brots zugeeignet wirt? Darumb geschicht vns purecht / wenn Häuptursach. wann man saget / wir erlichten einen figurlichen leib im Abendmal. Wir sagen nein darzu / sondern lehren vnd gleuben festiglich / daß durch den rechten gebrauch des gesegneten brots wir zu dem rechten wahren gecrentzigten leib Christi geleitet / vnnd desselben dardurch theilhaftig werden. Sie wollen aber auch bey disen worten des HErrn CHristi / in welchen er vns auf den leib weiset/ der fur vns gegeben wird/ nur dises bedencken / daß derselbe leib / so fur vns gegeben worden / nicht vnsichtbar noch vnempfindlich gewesen. Darauß wir also schliessen: Christus weiset aufs brot vnd saget/ das ist mein leib der fur euch gegeben wird / Nun ist aber kein vnsichtbarer noch vnentpfindlicher leib fur vns gegeben, Darumb sind auch die wort Christi von keinem vnsichtbaren / vnentpfindlichen leibe zuuerstehen / sondern von seinem währen sichtbaren leibe / wie er fur vns gegeben ist. Vnnd ist derwegen falsch vnd vnrecht / was vnser gegentheil von dem vnsichtbaren leibe Chriſtitichtet. Doct: Luther im bekentnis vom Abendmal/ wil diß argument Tom. 3. also auflösen / daß zwar eben der leib/ der fur vns gegeben ist/ im brot sey / quo ad substantiam, non quo ad qualitates aut acci. Jenens. p. dentia mutabilissima. Vnnd führet am selben ort sehr wunder-444. liche reden/ welche dahin gehen/ als könne sichtbar vnnd fühlbar sein / von einem wahren leibe nicht anders gescheiden vnd abgesöndert werden / als ein küriß von einem Ritter/ein schleyer von einem weibe / vnd was dergleichen mehr ist. Aber dises ist wider die kundbare warheit. Dan an einem gewissen ort sein / gefühlet vnd gesehen werden / ist nit ein solch schlecht accidens, wie ein schleyer an einem treibe / Sondern eine wesentliche eigenschaft eines wahren leibs / also / daß wan solche qualitas (wie es Lutherus nennet) von dem leibe gescheiden wird / der leib nicht mehr ist / wie solches bezeuget AnAd Dargustinus: Tolle spacia locorum corporibus, non erit, ubi sint, dan. Epist & ideo necesse est ut non sint. Vnd Tertullianus schleust also 19. Si verum est Christi corpus, utique loco continetur. Sie Die zweyte Sie bringen auch endlich dises argu nent herfur: Christus saget von dem brot / das er vns mündlich essen heist / daß es sein leib se). Nun essen wir ie das brot mit vnserm munde leiblich. Darauß folget / daß wir auch den leib Christi mit dem munde leiblich essen / & per consequens, so müsse auch der leib Christi vnter dem brot verborgen sein. Antwort: Dises argument / neben deme daß es quatuor oder wolfunf terminos hat / ist so vngereimbt / daß sie es selbst nicht also bloß können passieren noch guth sein lassen / sondern hengen stracks daran / wir essen aber den leib Christi mit dem m. inde vbernaturlicher / vnentpfindlicher vnd nicht leiblicher weise. Mit disen worten geben sie selbst zimerstehen / daß mehr als einerley essen im heiligen Abendmal geschieht/ vnnd zwar nemen derselben essen dreyerley. Erstlich ein recht mündlich leiblich essen dardurch die eusserlichen zeichen brot vnd wein gessen werden / wie ein jeder empfindet: Zum andern / ein sonderbar mändlich essen / darmit der leib Christi mit dem eusserlichen munde gessen wird / aber nicht auf leibliche / sondern vbernatürlicher weise: Zum dritten / einGeistlich essen des leibs Christi im rechten gebrauch des Abendmals. Wir aber wissen nicht mehr / als von zweyerley essen / von dem eusserlichen leiblichen mündlichen essen des brots vnnd des weins / daruon auch Paulus redet / da er sagt: So oft jhr von disem brot esset / vnd von disem kelch trincket: Vnnd dan von dem Geistlichen essen des leibs Christi / welches Paulus mit disen worten andeutet: so solt jhr des Herrn todt verkündigen. Vnnd sagen / das solches beydes im Abendmal des Herrn geschehe / vnd daß das innerliche Geistliche durch das eusserliche leibliche bezeichnet vnnd versiegelt werde. Es wird zwar auch in den schriften der alten Kirchenlehrer eines Sacramentlichen essens gedacht / welches das dritte sein möchte / Aber auch dasselbe wird nicht darumb also genennet/ daß es eine sonderbare weise leiblich zu essen / sey / sondern es geschicht / so viel die zeichen anlanget / eben so wol mit dem reiblichen munde vnd leiblicher Häuptursach. cher weise / wie man andere eifferliche dinge isset. Aber darumb wird es Sacramentlich genant / weil solch eusserlich leiblich essen eingeheimnis ist / vnd dem gewuet des menschen ein anders vorbildet / in dem es dasselbe auf das innerliche geistliche essen weiset / welches das brot fur sich selbst / wan es mir als brot gegeffen wird / nicht thut. Aber / weil auß Gottes ordnung vnd einsetzung solch eusserlich essen auf das innerliche weiset / vnnd also ein geheimnis auf sich hat / wird es dahero ein Sacrament genant / vnnd gesagt / das es Sacramentlich oder als ein Sacrament gessen werde / das ist / nicht wie schlecht brot / sondern als ein zeichen eines grössern diages / nemlich des gecreutzigten leibs. Das brot aber wird darumb auf keine andere art / als leiblich gessen / wie auch das innerliche guth auf keynerley art als geistlich genossen wird. Wan nun Christus sagt / Nemet esset / so verstehen wir solch essen von dem eusserlichen brot vnd wein / die vns Christus leiblich essen heisset / weil er aber darzu thut / das ist mein leib / so verstehen wir darauß / daß vns Christus noch weiter / als auf daß blosse eusserliche essen weiset. nemblich auf seinen leib / Vnd wil daß wir durch dises eusserliche essen / vns seines fur vns gegebenen leibs erinnern / denselben im rechten glauben nicht weniger gemessen / als wir die eusserliche zeichen zu vns nemen / vnd also syn Geistlich essen sollen. Wir wissen / sagen wir / daß solch naturlich essen zugleich ein Sacramentlich essen / und also ein geheimnis sey / daß es etwas mehr hinter sich vnd an sich habe / nemblich / das Christus vns bey disem essen sein leib vnnd lut verheissen hat / vnd vns dessen vermittels diser eufferlichen zeichen theib aftig machen wil / nemlich / auf die art vnd weise / wie man himlischer güter theilhaftig werden kan. Vnd bleiben wir so lang bey deme / daß das brot leiblich / der leib Christi geistlich gegessen ir erden / biß sie erwiesen / daß der leib CHristi auch mit dem leiblichen munde / doch nicht leiblicher / sondern vnentpfindlicher weise gessen werde: Welches sie auß den worten der einsetzung nimmermehr darthun können. Vnd erscheinet der vngrund diser folgerey noch mehr auß dem / wann dieselbe in eine rechte form also gebracht trird. Was E Die Zweyte Was Christus vns im heiligen Abendmal zu essen befohlen/ das muß mit dem munde gegessen werden/ Nu hat vns Christus seinen leib im Abendmal zu essen befohlen. Ergo müssen wir seinen leib mit dem munde essen. Jn disem argument geben wir die erste proposition vnnd Majorem, wie man es in Schulen zu nennen pflegt/ so weit nach/wann man sie verstehet von dem eusserlichen zeichen / brot vnnd wein / darnon auch Paulus sagt/ daß wir vom brot essen/ und vom kelel trincken. Die andere proposition aber / so an stat des minoris gesatzt wird/ das vns nemblich Christus seinen leib zu essen befohlen habe/ kan also schlecht vnd one weitere erklerung nicht nachgegeben werden: Dan es saget Christus nicht / das ist mein leib / esset denselBEN / sondern nimbt das brot / bricht es / vnd heisset es essen / saget darneben / daß dises sein leib sey / vnter welchen worten ein grosser vnterschied ist. Dann das erste sind verba mandati & praecepti, es sind wort / dardurch etwas befohlen vnd gebotten wird / nemlich essen vnd trincken / vnd gehen aufs brot vnd den wein / daß ander aber sind verba promissionis, wort der verheissung: Also leget sie auch auß Luthein Tract: von mißbrauch der Meß Tom. 2. lenen. pag. 21. Zum andern ist jederman offenbar / daß die wort Christi wahr sein / darmit Christus verheist vnnd gelobt / DAS IST MEIN LEIB/ꝛc. Es kan nicht Paris aller irthumb eine mutter vnnd vrsprung / anders sagen / damt das dises wort der Lutheri verheissung seyn / rc. Item contra Bullam Leonis: Also sein auch Jünger halten dise dise wort / nemet hin esset das ist mein leib / wort der verheiswort nur sung / durch welche vns im Sacrament des Borts / der leib Christi fur wort gegeben wird. Bleiben also auch Lutheri meinung nach / dise wort / der verwort der verheissung. Dardurch angezeigt wird / wohin das essen heiſſun vnd trincken gemeinet sey / vnd was es bedeute / vnd auf sich habe / nemblich / daß es sey / wie Paulus die wort außleget / die gemeinschaft des leibs vnd des bluts Christi. Wie aber nun solche gemeinschaft geschehe / vnd ob sie auch eben darumb Häuptursachdarumb mundlich sein müsse / das lesset sich auß disem argument nit schliessen/ sondern wir nemen vor bekant an/ was sie vns selbst nachgeben / daß nemblich ein ander essen sey des brots/ ein anders des leibs Christi. Vnd schliessen darauß ferner/ so wenig als ihrer eigenen bekentnus nach/ folget/ daß brot wird auf leibliche weise gessen / Ergo, wird auch der leib Christi leiblicher weise gessen / so wenig folget auch / daß brot wird mündlich gessen. Ergo wird auch der leib Christi mündlich gessen. Dann wir bekennen beyderseits, daß vnter dem essen des brots/ vnd vnter dem essen des leibes Christi ein vnterscheid sey: warinnen aber derselbe vnterscheid bestehe. daruon ist die frage / welche durch dises argument nicht entscheiden wird / sondern auß andern örten genommen werden muß. Vnnd folget demnach auß disent allem / daß keine wichtige noch erhebliche vrsach vorgebracht werden könne/ warumb die wort Christi / das ist mein leib / nicht also solten verstanden werden können / als hette er sagen wollen / das bedeutet meinen leib/ oder/ das ist ein zeichen meines leibes/ in dem verstande wie oben angedeutet / vnnd hernach weiter erkleret werden soll. Darauß wir ferner also schliessen / weil die wort Christi: DAS IST MEIN LEIB/ nicht eben also verstanden werden müssen / als hette er sagen wollen / darinnen ist mein leib/ sondern auch wol also verstanden werden können / als hette er sagen wollen/ das bedeutet meinen leib/oder/ das ist meines leibs zeichen vnd gedechtnus / Daß demnach Doct: Luthers meinung / da er saget: Daß der leib Christi im brot sey / auß den worten Christi / da er saget / das ist mein leib / nicht notwendig folge / Vnnd wir dahero derselben außlegung vnd meinung beyzupflichten nicht schüldig sein. Dann wan etwas notwendig auß einer rede folgen sol / so müß dieselbe rede keinen andern verstand leiden / sonst ist keitie notwendige folge / wie der alte lehrer Prosper. Episcopus Re-In Epist. ginensis saget: Ad defensionem alicujus definitionis ea pro- ad Russimenda sunt, quae alteri intellectui, à quo videtur definitio num. dissonare, non cedant, & eam regulam cui sunt aptata non deserant, Die Dritte „deserant, daß ist / wann man etwas auß der schrift beweisen vnd erörtern wil / so muß man solche sachen vorbringen / die sich auf eine andere meinung nicht ziehen/ noch das jenige/ zu welches bewei„sung sie wollen gebraucht werden / stecken lassen / das ist / es muß clar sein / vnd leinen andern verstand leiden. Vnnd dises ist die andere vrsach / warumb wir Doct. Luthers meinung nicht beifallen können: Weil wir nemblich sehen / das die wort Christi einen andern schriftmessigen verstand haben können / der mit keinem grunde vmbgestossen werden mag. Die Dritte Häuptursach. OBer dises ist es vors dritte / noch ferner an dem / daß wir sehen / vnnd es in vnserm hertzen vnd gewissen vberzeuget werden / das Doct. Luthers meinung nicht allein in Gottes wort keinen grund hat / sondern auch DEMselben stracks zuwieder leuft / vnd also der analogiæ fidei nicht gemeß ist. Dann erstlich / so bezeuget das wort Gottes clärlich / daß der Herr Christus viertzig tage nach seiner auferstehung mit seinem leibe gehn Himmel gefahren / vnd itzo nicht mehr auf erden sey. Ich Ioh. 16. verlasse die welt / saget Christus / vnd Ich bin nicht mehr in der welt. Ioha. 15 Nos peregre absumus à Christo sagt Paulus/ wir sind abwev. 11. 2. Cor. 5. fend von Christo / welches der Apostel an die Hebreer noch weiter außführt / da er sagt / daß er mit dem opfer seines leibes in das Himv. 6. lische heiligthumb habe eingehen müssen / vnd schleust darauß: darumb wan er noch auf erden were / so were er nicht priester / das ist / Hebr. 8. er hette sein hohepriesterlich Ampt nit volkömlich verrichtet oder vollendet / sintemal er mit dem verrichteten opfer in das allerheiligste noch nit were eingangen. Dises ist das clare vnfehlbare wort Gottes / daß Christus mit seinem leibe nicht mehr auf erden sey / welchem auch die alten Kirchenlehrer nachfolgen / als Ambrosius: Non Häuptursach. Non supra terram, nec in terra, nec secundum carnem te Sup. Luc. quærere debemus, ſi volumus invenire: Nec enim ſecundum lib 10. carnem jam novimus Christum. Denique Stephanus non su- cap. 107. per terram quaesivit, qui stantem te ad dexteram DEI vidit. Maria autem quae quaerebat in terra, tangere non potuit, Stephanus tetigit, quia quaesivit in coelo. Idem lib. 4. de fide ca. 1. Expedit tibi ut credas quod ascendit & sedet ad dexteram patris. Nam si eum inter creaturas & terrena impiâ cogitatione detineas, si non tibi abeat, non tibi ascendat, nec paracletus ad te veniet, sicut ipse dixit: Nam si ego non abiero, paraeletus non veniet ad vos. Quod si inter terrena eum quaeras, De Sacrasicut Maria Magdalena requirebat, cave ne & tibi dicat: No- Incarnat. li me tangere. Et alibi: Non est inter homines caro ejus, quia cap. 5. secundum carnem non novimus Christum. Origen. PontiIn Levit. fex noster non utique in terra quaerendus est, sed in coelo, & per ipsum hostia offerenda est DEO: Cyrill. Hierosolymit. Si In Catec. dixerint, ecce hic est Christus, ecce illic, Ne credas, neque deinceps infra, & in terram respice, de coelo enim veniet Do I.b.1.prominus. Hierony: Christus non est corporaliter in Ecclesia verb.ca.8 surgens enim à mortuis ascendit in coelum. Bernhard. Chri stus cum jam ascenderit ad patrem, à nobis utique tangi po- Serm. 28. supra cantest: sed affectu, non manu, volo non oculo: side non sensibus. Et mox: Tanges manu fidei, desiderii digito, devotionis amplexij, tanges oculo mentis. Wann aber der leib Christi / IN MJT/ und VNTER dem brot wesentlich sein/ vnnd mit dem leiblichen munde gegeffen werden solte / so müste er je noch hienieden auf erden sein / wie dann Doct. Luther / vnnd die sich nach ihme nennen / solches nachgeben vnd gestehen. Nun saget aber Gottes wort nein darzu / darumb kan die gegenmeinung / daß er ja noch auf erden sein solte / nicht wahr sein. Zum andern / so bezeugets das wort Gottes / vnd vnser Christliches glaubens bekentnis / das Christus einen wahren natürlichen leib / fleisch vnd bein / wie wir haben / mit allen natürlichen eigenschaften an sich genommen / der da seine grösse / dicke vnnd lenge habe / werde gefühlet vnnd gesehen / dardurch er von einem geſpenſt, Die Dritte gespenst / vnd Fantasmatischem leib vnterscheiden wird / wie ChriLuc. 24. stus selbst es darmit beweiset / daß er auch auf einmal mehr nicht als v.39. an einem orte seg / nach art aller leiber: wie dann Christus selbst saIoh. 11 get: Jch bin nicht da gewesen / Jtem der Engelsaget / Er ist nicht v.15 hie/ wann aber der leib Christi vnter dem brot verborgen sein/ vnd Matth. 18 doch nicht gefühlet noch gesehen / Jtem mit dem leiblichen munde gegessen / vnd doch nicht entpfunden werden solte / Item alhie auf v. 6. erden an so viel tausent orten / alda das Nachtmal des Herrn gehalten wird / wesentlich gegenwertig were: So ist je gewiß / daß er die eigentschaft eines warhaftigen leibes nicht habe. Streitet also Doct. Luthers meinung wider die warheit des leibs Christi/ vnd ist darumb desto weniger ahnnemblich Zum dritten / so ist in Gottes wort elärlich zu befinden / daß Christus das mündliche essen seines leibs als zur seligkeit nicht nütze / einmal selbst verworffen vnd widersprochen/ vnnd seine zuhörer von Iob. 6. dem leiblichen essen auf das Geistliche gewiesen. Das fleisch (sagt v.63 er) ist kein nütze (nemblich mit dem munde gessen) der Geist ists der lebendig machet: Vnnd beweiset der Herr Christus solches mit einem argument von seiner Himmelfahrt genommen. Ergert ihr euch daran (spricht er) daß ich gesagt habe/ ihr müsset mein fleisch essen / Es hat die meinung nicht / wie ihrs verstehet / vnd das werdet jhr innen werden / wann ich mit dijem meinem fleisch gehn Himel fahren / vnnd dahin kommen werde / da ich zuuorn als wahrer Gott gewesen bin/ da werdet jhr je vernemen/ daß ich nicht von mündlichem / sondern von Geistlichem essen geredet. Dises sind Christi helle wort / dardurch er das mündliche essen seines naturlichen leibs gantz vnd gar verwirft / vnd allein auf die Geistliche niesTom. 3. jung tringet. Was nun Christus einmal / als zur seligkeit vnfol. 530. h nütz verworffen hat / das ist vnmüglich / daß ers andermal einIn illud: gesatzt vnnd gestiftet haben solle. Dann er widerrüft sein wort Qui dixe nicht/ so wird er sich auch selbst nicht lügen strafen/ wie Doct. rit verbū Luther recht schreibt: Vnnd also hat es auch verstanden die alte contra fi-Christliche kirche. Dann also schreibet Athanasius: Haec de causa lium hoAscensionis in coelum filii hominis meminit, ut corporaminis. lem cogitationem ab iis avelleret & ostenderet carnem, de gua Häuptursach. fuerat locutus, cibum è supernis coelestem, spiritualem alimoniam ab ipso dari, Quae enim locutus sum vobis, inquit, spiritus & vita sunt, quod perinde est, ac si diceret: Corpus meum quod ostenditur & datur pro mundo in cibum, dabitur ut SPIRITVALITER unicuique tribuatur & fiat singulis tutamen praeservatioque ad resurrectionem vitę aeternae. Vnd Tract. 27 Augustinus: Carnem intellexerunt (Capernaitæ) quomodo in Iohan. in cadavere venditur, aut in macello dilaniatur. Sciens autem Iesus, ait: Si ergo videritis filium hominis ascendentem ubi erat prius. Quid hoc est? Hinc solvit quod illos moverat: hinc aperit unde fuerant scandalizati, hinc planè si intellex erunt. Illi enim putabant eum erogaturum corpus suum, Ille autem dixit, se ascensurum in coelum, utique integrum. Cùm videritis filium hominis ascendentem in coelum, certè vel tunc videbitis, quia non eo modo quo putatis erogat corpus suum, vel tunc intelligetis, quia gratia ejus non consumitur motsibus. Hugo Cardinalis in Iohan. cap. 6. ad illa verba: Si ergo videritis filium hominis ascendentem, &c. Est oratio suspensiva & defectiva: quasi, tunc intelligetis, quia non do corpus meum per partes dilaniandum, ut putatis, quia me integrum ascendere in coelum poteritis videre, & sic videbitis vos carnali intellectu deceptos. Doct: Luther / vnd die heutiges tages seine meinung behäubten / bemühen sich heftig / wie sie disen dreyen widerwertigkeiten ihrer meinung vnd der heiligen schrift abhelffen möchten / dan sie erken nens vnd fuͤhlens wol / daß es daran vornemblich haftet: Aber sie haben noch nichts auf die bahn bracht / darmit vns in vnserm gewissen gnug geschehe. Dan weil wir dißfals das clare wort Gottes fur vns haben/ so sind wir je nicht zuuerdencken/ daß wir vns so bald daruon nicht abführen lassen / Insonderheit / weil vns an der warheit des leibs Christi so viel gelegen / daß auch der grund vnserer leligkeit darauf beruhet / Darumb wir nichts / so derselben zuwider / einführen lassen können noch sollen. Es ist vns / sagen wir / der articul von der wahren menschheit Christi zu lieb vnnd zu werth/ dann darinnen stehet vnser höchster trost / daß Christus fleisch von unserm fleisch Die Dritte Tó 3 con 41 cil. fol. 63 fleisch / vnd bein von vnserm bein habe vnd noch ißo behalte / nicht Leo in E aber / daß er einen vnsichtbaren / vnfuelbaren leib habe / der allentpistol. ad halben ist / dan derselbe leib gehet vns nichts an / weil er vnserm leib Costantinop. con. nicht gleich ist. Dahero wird Synodo Nicena secunda ex Cyriltra Eutyc lo recht gesagt: Si visibilis & tangibilis humanae Christi naturae sorma & proprietas in invisibilem & inpalpabilem natuQuicú; in Christo ræ conditionem mutaretur, Christus per hoc desineret esse non consite primogenitus ex fratribus, nosque sic gratia excideremus adtur corpus optionis. dz ist. Wan die sichtbare vnd fuelbare gestalt der menschli humanu ehen natur Christi in eine vnsichtbare vnd vnfuelbare weise vnd art noverit se der natur verendert were / so würde Christus aufhören zu sein der mysterio erstgeborne auß den brüdern (daß ist / wir werden seine brüder nicht incarnati mehr sein) vnnd wurden wir also auß der gnaden der kindschaft heronis indignu, nec auß fallen. Darumb müssen wir vns vor allem / was dergleichen ejus facra. Gefahr auf sich hat / gar fleiſsig vnd wol vorſehen. So viel nun die erste vnd andere widerwertigkeit anlanget / Da méti habe re cōsorti sprechen sie erstlich: Gott sey almechtig / daruͤmb könne er wol verum quod schaffen / daß Christi leib zugleich im Himmel vnd im brot sey / auch Apostol= mündlich gessen werde / vnd doch vnentpfindlicher weise: Nun ists prædicat, wahr / Gott ist Almechtig: Er ist aber auch warhafftig / darumb dicens: weil er gesagt hat / daß Christus mit seinem leibe nicht mehr auf erQuia mé den sey / daß auch Christus einen wahren leib / fleisch vnd bein habe / bra sum vns in allen dingen gleich / ausserhalb der sünden / So ists vnmügcorporis, lich / daß es anders sein könne / Dann es ist vnmüglich daß Gott lüde carne ejus & of. &c. Vand muß man die almacht Gottes nicht also mißbrauchen / daß man meine / daß Gott der Her alles was vns in sin kompt / wie sib. ejus. vngereumbt es auch sey / thun könne oder thun wölle/ sondern es Heb. 8. saget David recht: Unser Gott ist im Hummel/ er kanschaffen WAS ER WIL: der wille muß vorher gehen/ ehe man von Luc. 24 der Almacht Gottes saget / vnd muß zuvor erwiesen werden / daß es Heb. 2et 4 Gott also haben wolle. Das aber Gott der Herr / auch Christus Heb. 6. selbst nicht wolle / daß er mit seinem leibe auf erden sey / ist oben albev. 18. reit erwiesen / so saget auch Gottes wort / das Christus ein wahrer Pſal.115 mensch sey / vnd alle natürliche eigenschaften eines menschlichen leibes an sich habe / vnnd ist nirgend zu befinden / daß er solchen seinen offenbar= Häuptursach. offenbahrten willen geendert / vnd gesagt hette / daß sein leib auf erden sein solte. Sie ziehen darzu an die wort / das ist mein leib / Es ist aber oben albereit erwiesen / daß diese wort nicht notwendig den verstand mit sich bringen / als hette er sagen wollen / DARinnen ist mein leib / sondern daß sie einen andern schriftmessigen verstand haben / darumb auß denselben worten nichts wieder das offenbare wort Gottes geschlossen werden kan. Es ist / sagen wir / in der gantzen heiligen schrift kein einiger buchstab vorhanden / in welchem vns die gegenwart des leibs Christi alhier auf erden nach seiner Himmelfahrt verheissen were / ob er wol nach seiner Gottheit allzeit bey vns ist vnd bleibet. Die Engel / so bey seiner Auffart gewesen / sagen zwar / daß er wieder kommen werde / wie er gehn Act. 1. v. Himmel gefahren / aber am jüngstentage / welches wir auch gleuben vnd bekennen: Vnter dessen halten wir vns des worts Gottes das da saget / Christi leib sey nicht mehr auf erden / sondern im Hinmel / vnd das er einen warhaftigen leib habe / vnd in ewigkeit behalte / Vnd wissen daß Gottes Almacht seinem willen vnd offenbahrten wort nicht wiederstrebe. Vnnd wollen wir disen einwürf mit In lib. sen des Augustini worten wiederlegen / da er sagt: Deus sic omnipo tent. Protens est, ut nunquam suae rationis instituta convellat. dz ist. Got speri. ist dergestalt Almechtig / daß er gleichwol das jenige / was er einmal verordnet nicht aufhebet. Nun hat er einmal alle creaturen vnd vnter denselben auch den leib Christi also geschaffen / daß sie nicht allenthalben / sondern an einem gewissen ort sein sollen. Es sagt auch die schrift / das Christus einen solchen leib an sich genommen / darumb wird Gott der Herr solche seine ordnung nicht endern noch aufheben. Vnd saget ferner Tertullianus gar schön / da er wieder den ketzer Praxeam / der seinen schwarm auch mit der Almacht Gottes verthedigen wolte/ also schreibet: Es ist gewißlich Gott nichts cc schwer noch vnmuͤglich / Aber wan wir dises spruchs ohne maß in vnsern einbildungen brauchen werden / können wir alles von Gott: ertichten / als ob ers gethan habe / darumb / weil ers thun könne. & Man muß aber nicht darumb / daß er alles thun kan / stracks gleuben / daß er das gethan habe / das er nicht gethan hat / sondern man muß F Lib. 8. Quæst. cap.31. 1. Cor. cap. 11. Die Dritte „muß forschen / ob ers gethan habe. Es hette / so war mirs wol gehen mag / Gott der Herr den menschen mit federn zum fliegen versehen können / welches er auch den Geyern gethan / aber er hats dar„umb nicht stracks gethan / weil ers thun können. Er hette den Praxcam vnd alle ketzer stracks vmbbringen können / er hat sie aber nicht stracks vmbbracht / weil ers thun können: Gottes könen ist wollen / und nicht können / nicht wollen / was er aber gewolt / das hat er auch gekont / vnd hat es auch offenbahret. Dises sagt Tertullianus / dar innen sich die jenigen / so ihre opinion mit der Almacht Gottes bescheinigen wollen / billich spiegeln sollen. Sie geben hiebey vor / man sol das Jüdische quomodo in Götlichen sachen bey seid setzen / dörffen auch wol sagen / sie wollen / wie es zugehet / künftig in der Himlischen Academia lernen: Aber darauf sagen wir / daß es viel zu spat sey / die natur vnd eigenschaft der Sacrament / vnd wie man Christi leib essen solte / erst im künftigen leben zu lernen / dann in demselben werden der glaub vnnd Sacrament auf hören / vnd nicht mehr nutze sein. Aber in disem leben müssen wir sie brauchen / vnd derwegen zuförderst die meinung / vnnd was es darmit für eine gelegenheit habe / recht verstehen lernen / sonst können wir sie in disem leben nicht recht brauchen / Vnnd wan man sie hier nicht recht brauchet / wird einem die zeit dort erst zu lernen viel zu kurtz werden. Dann wer sie hier nicht recht verstehet / der irret / vnd wer da irret/ der brauchet sie nicht recht / sondern betreugt sich selbst vnd andere / wie Augustinus schreibet: Quisquis ullam rem aliter quam est, intelligit, fallitur: Et omnis qui fallitur, non rectè intelligit: Quisquis igitur illam rem aliter intelligit, quam est, non intelligit. Et Ambrosius: Indignus est Domino, qui aliter mysterium celebrat, quàm ab eo traditum est. Non enim potest devotus esse, qui aliter praesumit, quam datum est ab auctore. Weil auch die Sacramenta zu sterckung vnsers glaubens eingesatzt / so muß man sie alhier in disem leben / da der glaube sterckung bedarf / recht verstehen. Vnnd wan der glaube aufhöret / so höret auch das auf / was den glauben stercket: Wie sol aber das meinen glauben stercken / daß ich nicht verstehen oder begreiffen kan. Vnd dahin siehet Augustinus/ da er sagt: Signifi Häuptursach. Significationibus pascimur, ut ad res ipsas perdurantes per Tract. 17 venire possimus: Operarii enim sumus & adhuc in vinea la-in Iohan boramus: finito die, finito opere merces restituetur. Sed quis operarius perdurat ad percipiendam mercedem, nisi qui pascitur cum laborat? Proinde & nos Dominus in istis scripturarum significationibus laborantes pascit: Nam si ista intelligendorum Sacramentorum laetitia subtrahatur à nobis, deficimus in labore, & non erit qui perveniat ad mercedem. Mit welchen worten Augustinus gnugsam zu verstehen gibt / wie viel vns daran gelegen / daß wir die Sacramenta / als vnsere geistliche speife in disem leben recht verstehen lernen. Es ist auch in der schrift nicht verbotten / daß man fragen sol / wie eins oder das ander zu verstehen / vnd ob auch ein oder das ander / was auß den worten gesponnen wird / Gottes wille sey: Dan es ist eine alte Regul / Verbum DEI non rectè intellectum, non est verbum DEI, Gottes wort / wann man es nicht recht verstehet / ist nicht Gottes wort: Darumb haben sich auch die heiligen Gottes / ja Christus selbst dieser frage gebraucht / Als / die Jungfraw Maria sagt warlich zu dem Engel / wie sol das zugehen / Luc. 1. v. 34. Das ist einquomo do. Item Matth. 22. v. 44. fraget Christus/ wie es sein könne/ daß der Messias Dauids Herr genennet würde/ da er doch sein sohn sey? das ist auch ein quomodo: Kan derwegen nicht gesagt werden / daß man es gar bei seit setzen sol / sondern ist allein von dem quomodo gemeint/ wann man auß vnglauben vnd verachtung also fraget/ nicht wan man Gottes wort vnd willen zu wissen vnd zuuerstehen begeret. Nun ist vnser intent allein dahin gerichtet/ daß wir wissen wollen / wie die wort Christi / DAS IST MEIN LEIB zuuerstehen / vnnd ob die außlegung die Doct: Luther vorbringt / recht / vnnd Gottes wort gemeß sey? Wir fragen nicht / ob Christus wahr rede / sondern ob jhn die Pabstler oder auch Doct. Luther recht verstehen. Dieses quomodo ist vns nicht allein / wie bemelt / nicht verbotten / sondern auch ernstlichen in der schrift gebotten: Darumb fragen wir billich / wie reimbt sich Doct. Luthere außlegung mit der schrift / vnd dem offenbarten wort Gottes / auch den articuln des Glaubens? Vnnd wan wir befinden/ daß sie mit denselben F ij Die Dritte denselben nicht vbereinstimmen wil / weichen wir daruon abe / vnd behalten die andere / so darmit vberein trift. Lassen also Christo seine wort wahr sein vnnd bleiben / nur daß sie recht verstanden werden Vnnd daß es mit disem jhrem einwurf die meinung habe / ist daher augenscheinlich abzunemen: Dann ob sie gleich sagen/ man solle nach keinem quomodo fragen / so setzen sie doch selbst einen modum, nemblich das mündliche essen / doch nicht mündlicher weise / vnnd alßdan sagen sie erst/ man sol nicht fragen quomodo, das ist / wie solch mündlich essen bestehen möge. Wollen also das quomodo nicht so wol von den worten Christi / als von ihrem ertichtetem modo abgewendet haben. Das man denselben modum, den sie auf die bahn bringen / nicht nach der richtschnur des worts Gottes examiniren sol / welches sie aber niemands / dem die sache ein ernst ist / vnd lieber mit eigenen / als mit anderer leute augen siehet / bereden werden. Da sie aber das quomodo im handel vom heiligen Abendmal recht außgesatzt/ vnd darauf bestendig geantwortet Hom. 46 haben wollen / könen wir vns von dem alten lehrer Chrysostomo in Iohan. bescheiden lassen / der saget: Carnale est dubitare, quomodo pos sit nobis Christus carnem suam ad manducandum dare. Quid autem est, carnaliter intelligere? Simpliciter ut res dicuntur, nec aliud quippiam cogitare: Non enim ita iudicanda sunt quae videntur mysteria: Sed haec omnia interioribus oculis, „hoc est, spiritualiter sunt intelligenda. Das ist: Es ist fleischlich daß man zweiffele / wie vns Christus sein fleisch zu essen geben könne. Was ist aber fleischlich verstehen? Gleich wie es geredet wird „vnd nichts weiter darbey bedencken: Aber die Geheimnissen so wir sehen / müssen nicht also geurtheilet werden: sondern es muß dieses " alles mit den innerlichen augen das ist / Geistlich verstanden werden. Dieses ist die rechte antwort auf das quomodo, darbey wir auch bleiben: Vnd da sie in derselben mit vns eins weren / dürfte es keines weitern fragens nicht. Sie sagen auch ferner / man solle in glaubens sachen die vernunft Gotnicht zu rathe ziehen / Antwort. Wans gewiß ist / daß etwa tes wort ist / so sollen wir ja die vernunft beiseit setzen / vnd dem wort Gottes einfeltig gleuben / in betrachtung / daß seine macht vnendlich Häuptursach. lich vnd unserm verstande unbegreiflich ist. Wann aber die frage noch auf deme bestehet / ob etwas Gottes wort sey / oder da man gleich ein wort oder etliche auß der schrift anzeucht / ob auch solche wort Gottes recht verstanden vnd außgelegt werden / oder obs nur menschen lehre vnd wahn sey: Da hat vns warlich Gott nicht befolen/ daß wir wie die vnuernunftigen thiere/ oder wie di vnuerstendigen kinder one vnterscheid alles gleuben sollen / was man vns furbringt / sondern er hat vns gerade das wiederspiel befohlen vnd 1. Ioh. 4. gesagt: Gleubet nicht einem jeglichem geist / sondern prüfet die gei1. Thes.g. ster ob sie auß Gott seyn. Prüfet alles / vnd das gute behaltet: Sei v.21. nicht kinder am verstande / sondern am verstände werdet volkom 1. Cor.14 men. Seyd nicht kinder / die sich wegen vnd wiegen lassen von aller v. 20. ley winde der lehre. Sehet zu / wie jhr fürsichtig wandelt / nicht als Ephes. 4. die vnweisen / sondern als die weisen. Also werden auch in der Apo=v. 14 stel geschichte die leute zu Berrhoa gelobt / daß sie mit fleiß in der Ephes. 5. schrift geforschet haben / ob es sich auch also verhielte / als Paulus v. 14. predigte/ zu welchem forschen sie je vernunft werden müssen ge= Act. 17. braucht haben. Dann Pauli lehre so domals new gewesen / so gar von wort zu wort im alten Testament (so sie domals alleine gehabt) nicht geschrieben gestanden / Werden nun die zu Berrhoa gelobt / daß sie dieses dem hocherleuchtetem Apostel Paulo gethan / vnnd nicht stracks seinem blossen angeben geglaubet: Warumb solle es vns heutiges tages vnrecht sein / wann wir forschen vnd fragen / ob auch Doct. Luthers außlegung der wort Christi DAS IST MEIN LIEJB/ recht/ vnd der schrift gemeß sey? Vnd Sanct 1. Cor. 10 Paulus sagt noch deutlicher: Als mit den klugen rede ich / richtet jn selbst was ich sage. Dieses saget er / da er eben vom heiligen Abendmal handlen wil / gibt also zuuernemen / daß ja nicht eine albere vnuernünftige einfalt / sondern eine Christliche Göttliche klugheit / darzu gehöret vnnd vonnöten sey / so man die lehre vom Abendmal des Herrn recht verstehen wil. Er submittirt vnnd vnterwirft sich auch selbst dem vrtheil seiner zuhörer / vnd derer an die er schreibet / nur daß sie klug sein / vnd mit rechtem nachdencken betrachten / was er saget: Wie kominen dann vnsere heutige newe lehrer darzu / daß sie gar kein vrtheil leiden / sondern nur solche leuthe haben wollen / Die Dritte sich vberreden lassen / was man ihnen vorgibt? Vnd ist hiebey sonderlich zubedencken / was dieses fur eine gefehrliche vnd gantz vermessene rede sey / daß man haben wil / man solle stracks alle vernunft vnd alles nachdencken / in streittigen glaubens sachen hindan setzen / vnd schlechter dinge gleuben / was ein theil saget. Dann wan dieses gelten solte / so könten die Pabstler mit ihrer transubstantiation auch mit hindurch kommen: Dann so bald inen der vnbestand ihrer ertichteten verwandlung des brots in den leib Christi/ gewiesen wird / daß sie darwieder nichts aufbringen können / so fangen sie auch ahn zu schreyen. Man solle die vernunft beiseit setzen/ vnd es Gott walten lassen. Aber damit lasssen wir vns nicht abschrecken: Ja es ist nichts so vngereimbt auf der welt/ das man nicht in die Christliche kirche einschieben / vnd alles / was darwieder aufbracht wird / vnter dem schein / als ob es auß der vernunft genommen / ablegen könte. Dahero auch albereit in der alten Christlichen kirchen die ketzer sich dieses vortheils gebraucht / in deme sie / wann jhre irthumber mit starcken gründen wiederleget / vnd jre absurditeten gewiesen worden / auch geschreyen haben / man solle der vernunft nit zu viel raum geben / es weren der rechten Lehrer argumenta nit auß der vernunft genommen. Es hat sich aber die alte Christliche kirche In Epist. darmit niemals irre machen lassen / sondern hat sich wieder dergleiad Eusta chen einwürfe starck verthediget / wie vnter andern Athanasius / da er wieder die jenigen/ so da auch vorgegeben/ man solte nur allein Tom. 2. op. Atha. gleuben was sie sagten / vnnd mit der vernunft nicht forschen / ob es edit. Con- recht sey oder nicht / also schreibet: lubent isti accipere simplici. melin. pa. ter quae dicuntur, ut nemo exquirat, quid in eis decens aut in271. decens sit, & fidem vocat haec haeresis assensionem pernicioIta Augu: sam & inconsideratam approbationem inconstantium, nulCum dicitr lisque demonstrationibus suffultorum dogmatum. Credam quod cre- nulla ratione? Neque expendam possibile, vel utile vel dedatur, nisi cens, vel Deo amicum, vel naturae conveniens, vel cum vequod dici ritate concordans, vel proposito consentaneum, vel myste tur intel-rio aptum, vel pietate dignum? ecquid extra haec lucri? ligatur, aut quid prodest menti nihil horum considerare? sed aures credinon quidem sono verborum adhibere, animum vero nullam eopotest. rum Häuptursach. rum quae dicuntur intelligentiam percipere? Quis enim est ex hostibus Catholicae Ecclesiae, qui non ut re in nullam partem discussa fides suis habeatur dictis postulet? Sive mihi Manichaeum sive Arrium sive Apollinarium sive alium horum alicujus asseclam nominaveris. Nonne deprecatur examen, ne convincatur erroris? Nonne aliqua ex suo cerebro eructando alia de divinae scripturae congruentia amputando & ad scopum suum detorquendo, demonstrationes profert, quas nemini curiosè perscrutandas esse, ut optat ita affirmat. Quod si omnibus simpliciter aures accommodaverimus & Dogmanec enascentem ex eorum dictis absurditatem confutaveri-tum pugna mus, nec dogmatum pugnae, quae ex perversa illorum inter ex perver pretatione oritur solutionem efflagitaverimus, quis in poste, sa interrum amplius veritatis viam inveniet? quis non facilé in praecipitium haereticorum dogmatum incidet? non considerans contra ana novorum dogmatum inconvenientiam nec veritatis exideipuggens convenientiam? Quid credam corde ad justitiam, quid nante oriloquar ore ad ſalutem? cùm mihi malignè objeceris illud: Patur. ter major me est? Ergo simpliciter accipiam? praecipitanter igitur assentiar? audacter filium patre inferiorem pronunciabo? & nihil omnino perpendam neque quod œconomiæ & dispensationis iste sermo est, neque quod alibi idem dicit. Ego & pater unum sumus. Si igitur nihil eorum quae inde emergunt expendendum est, si nec ratio eorum quae emergunt & contraria videntur reddenda est conveniens, quo modo con- Contrari ciliabimus quae prima orationis fronte discrepant: cum manisestum sit omnibus duo relata ad unum eundemque in una reddendo consideratum naturâ, minimè inter se convenire. Das ist: Es wollen diese leute haben / man sol schlechter dinge annemen / was von ihnen gesagt wird/ vnd niemand sol forschen was in denselben ce ziemblich oder vnziemblich sey: Vnd nennen diese ketzer einen schedlichen vnbedachtsamen beyfal / der nicht erwieget / was bestehen und erwiesen werden könne oder nicht/ einem glauben: Sol ich glauben ohne vernunft? Sol ich nicht erwegen ob es müglich oder ziemblich / oder Gott gefellig oder der natur gemeß / oder mit der c warheit Die Dritte „ warheit gleichstimnig / oder mit dem daruon gehandelt wird / vberein komme / oder dem geheimnis ähnlich /(a) oder der GottesAlso fra gen wir furcht zustendig sey? Was hat man ausser diesem vor gewinst darauch hier von / oder was hilft es dem gemüte eines menschen / wann es dises ob O. Lunicht bedencken sol? Sondern sol die ohren zwar zu dem laut vnnd thers auß klang der wort dargeben/ das gemüt aber sol keinen verstand haben legüg my sterio ap-dessen / daruon gered wird. Welcher ist vnter allen ketzern der ta 76 L. Christlichen kirchen / der nicht eben dises begeren wurde / daß man Sugio äg nemblich seinen worten stracks glauben / vnd nicht weiter forschen μαριας. δι solle. Dann stelle mir vor einen Manicheer oder Arrianer / oder Apollinaristen / er wird auch nicht ans examen wollen / darmit er seiist dem heimnis nes jrthumbs nicht vberwiesen werde. Pflegen nicht alle ketzer etgleichför was zum theil / auß jhrem kopf erdacht / zum theil auß einhelligkeit mig ſey der heiligen schrift abgeschnitten/ vnd auf ihre meinung gezogen/ „auf die bahn zubringen / vnnd sagen darbey / es solle ja niemand zu weit sich darinnen versteigen / noch zu sehr grubeln/ wie sie es also 9 am liebsten sehen. Wann wir aber einem schlechten ding gehör ge„ben / vnnd die absurditeten so auß jhrer lehre herfur scheinen / nicht wiederlegen noch wissen wollen / wie die widerwertige lehren/ „ so auß ihren außlegungen entspringen zusamen gereimet werden kommen / wer wird hinfuro den weg der warheit erfinden? wer wird nicht leichtlich in den abgrund falscher lehre gestürtzet werden? „in dem er nicht bedencket/ wie vngereimbt die newen lehren sein/ vnd wie fein sich dargegen die warheit schicket? Was sol ich im hertzen glauben zur gerechtigkeit / was sol ich mit dem munde bekennen „zur seligkeit? Wann du mir bößlicher weise vorhelst den spruch: Der Vatter ist grösser dann ich / sol ichs schlecht annemen vnd stracks zuplatzen / vnd kühnlich sagen / der sohn ist kleiner „dann der Vatter? vnnd sol nicht bedencken / wauon es geredet / „vnnd nach welcher weise es geredet / auch nicht in acht nemen / das anderswo stehet / Jch vnd der Vatter sind eins. Wann man nun nichts / so darauß folget erwegen vnd bedencken / vnd niemand „ schuldig sein sol / wegen der vngereimbten wiederwertigen consequentien / so darauß entstehen / rechenschaft zugeben / wie wollen wir Häuptursach. wir es zusamen reimen? Sinthemal es je wieder einander leuft / vnd er jederman bekant ist / daß zwey widerwertige ding / wan sie auf einen einigen / so fern er in einer natur betrachtet wird / gezogen werden / beisamen nicht bestehen können. Bißher Athanasius. Vnd eben dahin siehet auch Chrysostomus / das er saget: Ne existimemus ſatis ad excuſationem nobis fore ignorantiam & ſimplicita- Homil. tem, Non enim bonos tantum, sed & prudentes nos esse ius-38. in losit Dominus: Wir sollen nicht meinen / daß es gnug sey zu vnserer han. entschuldigung / wan wir vnsere vnwissenheit vnd einfalt anziehen: Dan es hat der Herr Christus nicht allein geheissen / daß wir fromb ce sein / sondern auch daß wir fursichtig vnd klug sein sollen. Idem Chrysostomus: Sacrae scripturae verba non vult DEVS ut simplici- Homil. ter, sed multâ cum prudentiâ intelligantur. Et Hilarius mo- 14. in lo net, ut quae sunt, legamus: & quae legerimus, intelligamus: Et han. Lib. 8. de tunc perfectae fidei munere fungamur. Trin. Siehe / lieber leser / also haben die alten Kirchenlehrer dergleichen einwürffen der ketzer begegnet / vnd sie abgelehnet. Vnd weil sich heutiges tages vnser gegentheil derselben argumenten von der Almacht Gottes / vnd beiseidsetzung aller vernunft auch brauchet / so wolle doch ein jeder bedencken / auß was fur einem kocher wol solche pfeil genommen sind. Es ist aber auch hierbey insonderheit zu mercken / daß wir vnsern grund nicht eigentlich vnd schlecht auß der menschliehen vernunft nemen / sondern daß wir Gottes clare vnstreittige wort / vnd die articul vnsers Christlichen glaubens erstlich vorher setzen / vnd darnach erst sehen / wie sich die lehre so von vnserm gegentheil vorbracht wird / darmit reimet / welches je kein werck der blinden menschlichen vernunft / sondern der vernunf ist/ die durch das wort Gottes vnterrichtet / vnd solch wort Gottes zur Psal. 119. leuchte ihrer füsse vor sich hat. Dann wann Gottes wort vnd rechte vernunftige betrachtung desselben zusamen kommen kan man das vrtheil in Göttlichen sachen wol fellen / vnnd falsche lehre von der reinen vnterscheiden: Welches dan Gott der Herr in allweg von vns haben wil / hat vns auch in seinem wort dieselbe außRom. 12. trückliche Regul der prüfung vorgeschrieben / daß wir sehen sollen v.7. ob die außlegung seines worts dem glauben ähnlich sey. Ist also die analogia Die Dritte analogia fidei vor allen dingen in acht zu nemen / daß nemblich die erklerung vnnd außlegung eines articuls nicht wieder den andern lauffe / wie in Doct: Luthers außlegung der wort Christi: DAS IST MEIN LEJB/ geschicht/ dann je dieselbe wieder den articul von der Himmelfahrt Christi / vnnd seine wahre menschheit leuffet / daß Christi wahrer leib alhier auf erden in vnnd vnter dem brot sein sol / vnnd zwar nicht wie sonst ein leib ist / sondern vnentpfindlicher weise / welches je auch wieder dises / das Christus einen 2. Cor. 1. wahren menschlichen leib habe / leufet: Nun saget je Gott der Herrdaß sein wort nicht konne zugleich JA VNO NEIN sein / darv. 18. umb kan vnd sol vns niemand bedencken / daß wir dise ding die als / Confess. JA VND NEIN / wieder einander lauffen / nicht beyde zulib. 12. gleich fur Gottes wort erkennen wollen: In sinu DFI non est concap. 25 tradictio saget Augustinus, Item, Non potest DEVS facere ut Lib. 5. de civit. Dei ea quae vera sunt, eo ipso quo vera sunt, falsa sint. Nam veritati adversari non potest, in quo est ipsa summa & incommuIn Dial tabilis veritas. Vnd Rustic. Diacon. In bonitate DEI conadversus trarium nihil est Acephal. Es thun gewißlich dise leute nicht anders / als wann ein dieb bey cap. 15 finsterer nacht in ein hauß gestiegen were / vnd der haußvatter kehme mit einem liecht vnd suchte jhn / der dieb aber wolte haben / er solte vor allen dingen das liecht hinweg thun / vnd jhm alsdan nachgehen/ ob er ihn fangen könte: dises würde gewißlich sich niemand vberreden lassen. Wie solten wir dan in dem Geistlichen hause Gottes also zu platzen / daß wan einer mit einem finsteren schwarm aufgezogen keine/ wir stracks alle vernunftige nachforschung beiseid setzen/ vnd vns des lieches/ das vns Gott gegeben vnnd in seinem wort aufgestecket hat vorsetzlich berauben lassen / vnd hernacher mit ihnen im finstern dappen solten / ob wir sein fündlein ergreiffen könten. Nicht also lieben brüder / Gott hat dem menschen die vernunft als das edelste klemot / das ein mensch in der welt hat / gegeben: Vnd obwol dieselbe durch den fal vnser ersten eltern verterbet / vnd in Gottlichen sachen blind ist / wann sie aber dennach das helle wort Gottes vnd die vnleugbaren articul vnsers Christlichen glaubens vor sich hat / so ists vnmüglich / daß sie feilen oder irren solte. Dan das Häuptursach. das fundament / darauf sie bawet / ist zu starck / vnd die analogia fidei, wann sich die vernunft durch dieselbe leiten lest / zu gewiß / daß sie nimmermehr betriegen kan / Vnnd ist niemals keine außlegung einiges spruchs in der schrift / wann sie auf die analogiam fidei gerichtet / falsch vnd vnrecht befunden worden. Vnnd diser lehre S. Pauli haben auch gefolget die alten Kirchenlehrer / welche alzeit gelehret / man müsse in erklerung Göttliches worts also mit den sachen vmbgehen / daß das jenige / was fur sich helle / deutlich vnd clar ist / durch ein anders / so mehr als einen vide simi verstand leiden kan / nicht aufgehaben vnnd vmbgestossen werde / lem locum Daß man auch wegen eines spruchs / der etwas dunckel / nicht das apud Auander alles / so clar ist / verkehren vnd verdrehen / sondern vielmehr gustin: de einen dunckelen spruch nach mehr andere hellen verstehen solle. O. doctrin. Christian portet, saget Tertullian: secundum plura intelligi pauciora. & ne unus sermo alia multa subvertat, secundum omnia po, contra Adiamant. tius quàm adversus omnia intelligendus erit. Man muß da wenige verstehen nach dem mehren/ vnd damit eine eintzige rede nicht viel andere vber einen hauffen werffe / so müß das eine vielmehr nach vielen / als viel nach einem verstanden werden. Diser Regul folgen wir auch / vnd weil in Gottes wort hel vnd klar vielfaltig zubefinden / das der Herr CHristus einen wahren menschlichen leib habe/ daß er auch mit demselben in die höhe gehn Himmel gefahren / vnd nicht mehr auf erden sey: So behalten wir dasselbe fest / vnnd legen die wort des Abendmals / daruͤber vnter vns der streit ist / nach demselben auß / darmit dieselbe das andere nicht vmbstossen noch aufheben / sondern nach demselben verstanden werden / vnd also die schrifft miteinander vberein stimme / darinnen dann die rechte analogia fidei bestehet. Vnd eben dahin weisen vns die alten Kirchenlehrer / als Athanasius: Hominum perspicacium In Epist. est, ut praecipit Apostolus lectioni attendere, ut rem cum ju- ad Synod dicio discernant & pro natura rerum, quae ibi scribuntur vocabula accipiant sine intellectus confusione. Item Chrysostomus: Qui metalla fodere aggreditur, artis ignarus auri venas non invenit, sed confunditur & laborem subit inanem: ita qui divinarum scripturarum ordinem non intelligunt, qui G iij Die Dritte qui earum proprietates, qui leges non disquirunt, sed omnia ut verborum sonum accipiunt, aurum terrae consundentes nunquam reconditum in his thesaurum assequntur. TertulDe Praelianus: Nulla vox divina ita dissoluta est & diffusa, ut verba scrip.ca. tantum defendantur, & ratio verborum non constituatur. Chomat. Eidem consentit Clemens Alexandrinus: Si propheticis scripturis uti audent, qui falsa dogmata sequuntur, primum lib.7 quidem non omnibus, deinde non perfectis, neque ut dictat corpus & contextus prophetiae, sed eligentes ea quae dicta ſunt ambiguè, traducunt ad opiniones proprias, paucas voces seorsim carpentes, non id considerantes quod ex ipsis significatur, sed IPSA NVDA DICTIONE UTENTES. Hiero In cap. 10 Prundens lector cave semper SVPERSTITIOSAM INMatth. TELLIGENTIAM, ut non tuo sensui attemperes scriptu ras: sed scripturis jungas sensum tuum, & intelligas quid sequatur. Et ibidem monet, Omnem intelligentiam toto Evangelici sermonis corpori coaptandum esse. Vnd ist bey disem einwurff sonderlich wol in acht zu nemen / die herliche regul AuEpist. 7. gustini / da er also saget: Si rario contra divinarum scriptura. ad Mar rum auctoritatem redditur, quam liber acuta sit, fallit verisicellin. militudine, nam vera esse non potest. Rursus si manifestissimae certaeque rationi velut scripturarum sanctarum obijcitur auctoritas non intelligit qui hoc facit, & non scripturarum illarum sensum ad quem penetrare non potuit, sed suum potius obijcit veritati, Nec quod in eis, sed quod in seipso velut pro eis in venit, opponit. Das ist: Wann man vernunft wieder „der schrift authoritet brauchet / ob sie wol spitzfündig / so betreugt sie / in dem daß sie der warheit so ähnlich scheinet. Hiergegen wann man wieder offenbarliche vnd gewisse gründe der vernunfft mehr nichts vorzuwerffen weiß / als die authoritet der schrift / so ists gewiß / daß der jenige / so solches thut / die schrift nicht verstehet / vnd „ bringet also nicht die meinung der schrift (darzu er nicht gelangen können) auf die bahn / sondern streitet vielmehr vor seine meinung / wieder die warheit / Dan er bringet nicht her was in der schrift ist / „sondern was er bey sich selbst an statt der schrift erfunden. Nun haben Häuptursach. ben wir in vnserm fal oben erwiesen / daß vnser verstand der wort Christi das ist mein leib/ nicht wieder die schrift/ sondern daß die schrift eben solche art zu reden brauchet/ vnnd haben darneben manifestissimam & certam rationem: Nemblich daß wir wissen vermög der schrift / daß Christus einen wahren leib hat / wir wissen auch was ein wahrer leib sey / vnnd solches auß Christi eigenen worten/ da er saget: fühlet vnnd sehet: Wir wissen auß der Schrift / daß Christus mit seinem leibe nicht mehr auf erden / son dern im Himmel sey: Wir erssen / daß Christus das mündliche essen seines leibs verworffen hat. Dieses alles ist gewiß vnnd vnleugbar nicht allein auß der vernunft / sondern auch auß der schrift. Vnd weiß je vnser gegentheil darwider nichts anders aufzubringen / als daß sie sich auf die wort/ das ist mein leib/ gründen/ vnd wollen durch authoritet solcher schrift alle das andere / so fur sich gewiß ist / vmbgestossen haben / können auch gar nicht leiden / daß man dieselbe wort also verstehe / daß sie der andern schrift gemeß sein. Darauß siehet man je / daß sie nicht so wol vor die meinung der schrift / als jhre eigene meinung / die sie der schrift antichten / streiten / dann die schrift ist jhr selbst also nicht zuwieder/ als ihre meinung der schrift zuwieder leuft / nicht anders als JA vnd NEIN wieder einander ist. Doct: Luther spricht ferner: Diese ding lauffen nicht als JA vnd NEIN wieder einander / dan sie werden auf vnterschiedliche weise verstanden. Also nemblich vnd dergestalt: Wann gesagt werde / daß Christus mit seinem leibe jtzund nicht mehr auf erden sey / so werde es verstanden von der sichtbaren/ reinnlichen vnd begreiflichen weise. Wann aber gesagt werde/ daß Christus mit seinem leibe jnund ja noch auf erden sey/ so werde es verstanden/ von der vnsichtbaren / vnreumlichen vnd vnbegreiflichen weise. Antwort. Wo stehets geschrieben / daß der leib Christi neben der sichtbaren/ reumlichen vnd begreiflichen weise / auch eine vnsichtbare / vnreumliche vnd vnbegreifliche weise etwa zu sein / an sich habe? Doct: Luther spricht Gott ist Almechtig/ darumb kan der leib Christi noch wol mehr als zwo vnterschiedliche weisen an sich haben etwa zusein. Antwort. Tom. 3. fol. 255. vnd 455. Tom.3. Ien. fol. Tom.3 len. fol. 457.b. Die Dritte Antwort. Gott ist ja Almechtig/ aber er thut darumb nicht bald was wir vns einbilden / sondern was er wil: Vnnd ist dauon oben weiterer bericht geschehen / daß man auß der Almacht Gottes ohne seinen offenbarten willen nicht schliessen kan. So fragen wir nun billich / wo es geschrieben stehe / daß Gott wolle / daß der eintzige leil Christi zugleich viel vnterschiedliche vnd wiederwertige weisen an sich haben solle / etwa zu sein? Doct: Luther spricht: Die Sophisten (das ist / die Papistische Schullehrer) sagen / Es seind dreyerley weise an einem ort zu sein: Antwort Es reden die Scholastici fur sich selbst von den sachen nicht vnrecht / dan sie sagen nicht / das irgend ein eintzig ding zugleich dreyerley weise etwa zu sein an sich haben könne / sondern das sagen sie: Gleich wie dreyerley ding seyn: Leiber / erschaffene Geister / vnd Gott: Also seind auch dreyerler weisen etwa zu sein: Dan ein leib ist an einem ort circumscriptive, das ist/ Also daß er mit gewissem raum vmbschrieben/ vnnd nicht grösser oder kleiner ist / als der raum ist / darinnen er ist / darumb er auch sichtbar vnd begreiflich ist. Ein erschaffener Geist ist in einem. ort definitivè, das ist / Also daß er wol gewißlich an einem ort ist, aber doch mit keinem bestendigen gewissen raum oder grösse vmbschrieben / auch keinen raum bedarf / sondern holtz vnd steine durchfehret. Gott ist an allen örten repleti vè, das ist / Also daß er Hinmel vnd erden mit seiner wesentlichen gegenwertigkeit erfüllet / das sagen die Sophisten: Daß nemblich diese drey unterschiedliche dinge / Leiber / Geister vnd Gott / auch drey vnterschiedliche weisen haben etwa zu sein. Daß aber irgend ein eintzig ding zugleich alle drey gemelte weisen an sich haben solte / etwa zu sein / das haben weder Sophisten noch Papisten nie gesagt/ es hats auch sonst noch nie kein mensch/ auch Gott selbst in seinem wort nie gesagt/ sondern Doct: Luther ist der einige vnd erste/ der es saget. Darumb fragen wir billich / warumb er es saget? Vnd was er dessen fur grund habe im wort Gottes? Er spricht / wir könnens ja nicht leugnen / das Christus durch verschlossene thüren gangen/ vnd durch den versiegelten Grabstein auferstanden sey / Vnd da müsse er ja ohne raum vnd ort gewesen sein / sintemal er die zugebliebene thür/ vnnd den versiegelten Grabstein durchfahren sey / wie ein Geist holtz vnnd steine Häuptursach. steine durchfehret / oder wie ein klang eine wand durchfehret / oder wie ein Sonnenschein das fenster durchfebret / rc. Antwort. Es stehet nicht in Gottes wort / daß Christus durch verschlossene thuͤ ren zu seinen Jungern kommen sey / sondern nur das stehet in Gelohan 20 wort / daß er zu ihnen kommen sey / da die thüren verschlossen v. 19. 26. waren. Darauf aber folget gar nicht / daß er mit seinem leibe durch die verschlossene vnd zugebliebene thüren hindurch gefahren sey / wie ein Geist durch holz vnnd stein fehret / oder wie ein klang durch eine wand fehret / rc. Dann auch Petrus auß der gefengnis kommen ist / da die thüren verschlossen waren / vnnd ist doch nicht durch die zugebliebene thüren hindurch gefahren sondern die thürn haben im weichen müssen / wie außträcklich in der Apostel geschieht Act. 12. v. 10. geschrieben stehet: Sie giengen aber durch die erste vnd andere hutvnd kamen zu der eisern thür / welche zu der Statt führet: die thät sich von jhr selber auf. Item Act: 5. v. 19. & seqq. stehet/ daß der Engel des Herrn die thur des kerckers in der nacht aufgethan / vnd die Aposteln so darinnen gefangen gelegen / herauß geführt habe / vnd sey doch der Kercker mit allem fleiß verschlossen / auch die hüter draussen vor der thür stehend gefunden worden v. 23. das also die hüter so wenig gemercket/ daß die Aposteln auß dem kercker kommen / als die Jünger gemereket wie Christus zu ihnen ins hauß kommen: Vnnd haben doch der Aposteln leiber darumb nicht geendert werden dörffen. So nun dem Apostel Petro die thüren haben weichen müssen / auch den Aposteln der Engel des Herrn die thür des kerckers eröfnet / daß sie ohne verenderung vnnd zerstörung ihrer wahren leiber haben auß dem gefengnis kommen können: warumb solten nicht vielmehr dem sohne Gottes selbst alle thürn vnd wende weichen müssen/ daß er ohne verenderung vnnd zerstörung seines wahren leibs kommen können / wohin er wolle? Solte das geschöpf Ad Pamseinem Schöpffer nicht weichen / spricht eben von disem fal Hiero-mack. nymus. Vnnd warumb solte dise meinung nicht besser sein / als daß man sagen vnd meinen wolte/ Es hette Christus durch die verschlossene thüren anderer gestalt nicht kommen können / er habe dan die eigenſchaft Die Dritte schaft seines wahren natürlichen leibs endern / vnnd seinen leib si dünne machen müssen als einen Geist? Ist es nicht allen Glaubens articuln vnd der herligkeit Christi/ ja auch der Göttlichen Almacht gemesser / daß vilmehr thür vnd mauren dem leibe Christi weichen / vide Mor vnd ihme einen freyen durchgang gestatten müssen / als daß der leil naum de Christi sich wegen der thür vnd mauren hette endern müssen? Es Eucharistia lib. 4. habens je die alten Kirchenlehrer also verstanden/ vnd solches wiec. 3. p. 482 der die Marcioniten (so sich eben dieses arguments zu beweisen / das Christus keinen warhaftigen leib mehr hette / gebraucht) erstritten. & seq Dann also schreibet Justinus Martyr: οὐκατὰ τροπὴντοῦ σῶματοϛεῖν τὸ πνεῦμα, ἐποιεισεν ἐις αὐτὸυῳ τὴν ἔισοδον, ἀλλὰ ἐν παχυμερῇ σῶματι τῆ δεῖᾶ ἀυτοῦ δυνάμῃ ποιντικητῶν ὑπὲρ φύσιν. Das ist: Es hat der Herr Christus seinen eingang zu den Jüngern gethan / nicht durch ver„ wandlung seines leibes in einen Geist / sondern mit seinem dicken (oder auß dicken stücken zusamen gesetztem) leibe nach seiner Göttlilichen kraft / nach welcher er vbernatürliche dinge verrichten kan. Weiset also / das dises miracul nicht durch enderung des leibs Christi oder dessen eigenschaft geschehen/ sondern das derselbe so dicke blieben / wie er natürlicher weise an sich selbst / als ein ander leib gewesen/ es sey aber durch die Göttliche Almacht/ alles was den leib Christi hindern mögen / auß dem wege gereumet worden / wie er dan selbst kurtz zuvorn saget / daß solcher eingang geschehen sey / σώματι ἀτρέπτω das ist in einem vnuerendertem leibe / darbey wir auch bleiben vnd schliessen / daß auß disem exempel nichts erwiesen werden könne / das den natürlichen eigenschaften des wahren leibes Christi zuwieder sey. Eine gleiche gestalt hat es mit dem versiegeltem Grabstein: wiewol es nicht beweißlich ist / daß Christus ehe sey auferstanden / als der Engel den Grabstein aufgehaben vnd weg geweltzet habe / sondern daß der Engel eben darumb von Himmel kommen / daß er dem Herrn Christo bey seiner Auferstehung auf den dienst warten / vnd Episk. 83. den stein abweltzen solte. Vnd dafur hat es auch die alte Christliche ad Episc. kirche gehalten / wie zu sehen ex Leone, wan er wieder die Eutychianer / so die warheit des leibs Christi verleugnet / also schreibet: Di Palæstin. cant isti Phantasmatici Christiani quae substantia Salvatoris affixa Häuptursach. assixa sit ligno? quae jacuerit in sepulchro? & revoluto monumenti lapide quae tertio die caro surrexit? Last doch dieselbe Phantastische Christen (also nennet er die jenigen / so auß dem leibe Christi ein Phantasma, ein gespenste oder schein machten) sagen / was vor eine substantz vnsers Erlösers ans holtz geschlagen cc sey? was im grabe gelegen? vnd was nach abgeweltztem stein des grabes vor ein fleisch am dritten tage auferstanden sey. Gibt also clärlich zuuerstehen / daß man es zu seiner zeit daruor gehalten / daß der stein zuuor abgeweltzet worden / ehe Christus auferstanden / Vnd warumb solte es nicht billich also geschehen sein / daß der Engel dem Herrn Christo in seiner Auferstehung (so sonder zweiuel in Matth. 28 dem Erdbieben geschehen) den ersten dienst geleistet / vnd den stein v. 2. gleich von dem grabe gethan: Nicht darumb / daß der Herr Christus sonst wie er im nicht so mechtig gewest were/ jhme raum zu machen/ sondern weil Erdbiebe diser des Engels dienst zu seinen grossen ehren gereichet / wie dann verscheiden Mat. auch Gott der Herr selbst der Engel dienst zu brauchen pfleget / ob 27. v. 51. er wol alles vor sich allein verrichten könte / vnnd der Engel gar nicht bedörfte / Warumb / sagen wir / solte dise meinung nicht Christlicher vnd besser sein / als das man dahero eine enderung des wahren leibs Christi einführen vnd erzwingen wolte? Dauor hats auch gehalten der alte Lehrer Hilarius / da er also schreibet: Angelus Ad Constan. Aug. Domini de coelo descendens & lapidem revolvens, & sepul & in Matchro assidens, misericordiae DEI patris insigne est recap. 33. surgenti filio ab inferis virtutum coelestium ministeria mit fentis. Der Engel des Herrn der vom Himmel steiget vnnd den cc stein weg weltzet / vnd beym grabe sitzet / ist ein warzeichen der barmhertzigkeit Gottes des Vatters / der seinen von den todten auferstehenden sohn / der himlischen krefte dienste zugeschickt. Man gleubet auch / spricht Doct: Luther ferner / daß Christus Tom. 3. auf solche weise von seiner mutter geboren sey. Antwort: Man fol. 460. gleubets nicht allenthalben/ man darfs auch nicht gleuben/ dan es stehet nirgend im wort Gottes. Das stehet wol im wort Gottes / das Christus obernatürlicher weise empfangen seg / ohne zuthun eines mannes / alleine durch kraft des heiligen Geistes. Das er aber pherna= Die Dritte vbernatürlicher weise geboren / vnnd durch verschlossenen leib von seiner mutter kommen / das stehet nirgend im wort Gottes / sondern vielmehr dar wiederspiel / Dann es wird außtrücklich auf Christum Luc. 2. v gezogen / das gesetz / das da saget: Ein jedes mänlein / das zum ersten die mutter bricht / sol dem Herrn geheiliget heissen: Vand diser meinung sind auch gewesen die vorneuisten alten Kirchenlehrer OIn Luc. cap. 2 rigen: Da er eben vber dieselben wort also schreibet: Hoc adver Hom.14 sus eos facit qui negant Dominum nostrum, humanum ha buisse corpus, sed coelestibus & spiritualibus fuisse context tum. Das ist: Dieses (nemblich die wort / was am ersten die mut"ter bricht) weil es auf Christum gezogen wird / dienet wieder die jenigen/ so da vermeinen/ daß vnser Herr Christus keinen wahren menschlichen leib hette / sondern sey auß Himlischen vnd Geistlichen „wesen gemacht. Vnd im folgenden blat: Matris Domini eo tempore uterns reseratus est, quo & partus editus: Der mutter des „ Herrn leib ist domals eröfnet worden / als die geburt von ihr komLib. 2. de men ist. Vnd dafur hat es auch gehalten Augustin: da er also schreibet: Credimus Dominum nostrum Iesum Christum natum Trinit de virgine, quae Maria vocabatur: Quid sit autem virgo, & cap. 5. quid sit nasci, non credimus, sed prorsus novimus. Wir gleu„ben (sagt er) das vnser Herr Jesus Christus von einer jungfraw geboren sey / so Maria geheissen: Was aber eine jungfraw sey / vnd was geboren werden / sey / das dürffen wir nicht gleuben / sondern „ wissens durchauß. Als wolt er sagen: Wir dürffen in disen worten keine newe deuteley vnd vngewohnlichen verstand suchen / sondern gebähren heisset hie / wie andere gebähren. Welches er eben vber In Luc. denselben ort noch klärer außtrückt. ca. 2. de Also lehret auch Hieronymus ad Eustoch. DEI filius novem circum. Dom. Et mensibus in utero, ut nascatur expectat, fastidia sustinet, cruin lib. de entus egreditur, pannis involvitur. Hilarius Pictavieusis Episcop. lib. 2. citatur inter Epistolas Leonis 53. DEI imago Incarn. Dom. ca. invisibilis, pudorem humani exordii non recusavit, & per 6. Tom. 2 conceptionem, partum, vagitum & cunas omnes naturae nostrae contumelias transcucurrit. Et mox: Qui omnia continet & intra quem & per quem cuncta sunt HVMANI PAR TVS Häuptursach. TVS LEGE profertur: Gleicher weise schreibet auch Tertulli-a de carne anus (a) Ambrosius (b) Epiphan (c) Gregorius Niscen. referen. Christi. te Thoma (d) Durand. (e) Concilium Ephesin (f) Theophy-b lib. 2. in Luc. ca. lactus (g). Welche alle zu verthedigung des wahren leibs Christi cHær: 78 vnd zu widerlegung der l'etzer / so auß der gebürt Christi auch etwas lib.3 Tö.2 sonderlichs erzwingen wollen/ dermassen davon geschrieben/ vnnd d In catees mit solchen vmbstenden bekreftiget / daß wir also teutsch anitzo da= na aurea. uon zuschreiben / kein bedencken tragen / Ja es hat die alte kirche den e in 4.set. Marcionem vnnd seinen hauffen / die da vorgeben / Christum per dist. 44. q phantasiam tantum passum esse, damit eingetrieben vnd also ge= 6. art. 11. schlossen: Wann Christus nicht wie andere menschen / sondern per f in Epist pliantasiam gelidden / so ist er auch nicht wie andere menschen ge- ad Nesto. boren / vnnd wird also auß allem was Christus gethan / ein lauter gin Luc.a vide Mor spiegelfechten werden / Wie sich dises arguments brauchet der alte næüde Sa Lehrer Tertullianus: Si mendacio passus est ut phantasma, po crā: Euch: tuit & mendacio nasci. Als wolte er sagen: Verè natus est, Ergo lib.4.ca.3 etiam vere passus est. Darauß wir abermals schliessen / Wann da.680.et Christus nicht geboren ist wie andere kinder geboren werden / so hat Beumler. er auch nicht gelitten / wie andere menschen leiden / welches des in Notis Marcionis eigentlicher schwarm ist. Vnd siehet man darauß / wo= ad Theodor. Dial. hin vnser gegentheil entlich gerathen mag. Nicht ohne ist es / daß etliche kirchenlehrer / sonderlich auch An= 2. cap. 21. gustinas / bißweils einer andern meinung beigefallen / Wan man es advers. aber recht in acht nemen wird / so wird man befinden / das subduct-Marcion: is iis, qui diversis in locis diversimode dauon schreiben / vnsere lib. 3. ca. 11 meinung Doctores Ecclesiae auctoritate & pondere caeteris longè prævalentes vor sich hat. Daß aber etliche andere auf die gegenmeinung gefallen / ist zum theil ex superstitione geschehen quod putarent, indignum esse Christo ita nasci, Dahero auch etliche geschwermet / Christum ex pectore Mariae, non ex illa parte muliebri quae ab ipso DEO partui destinata est, prodi isse, Zum theil vnd zwar vornemblich ist es daher kommen / daß sie in dem wahn gestecket / es gienge der jungfrawschaft Marie etwas abe / wan man sagte / sie hette geboren wie andere weiber / da es doch diser sorge gar nicht bedorft hette / Sinthemal die rechte jungfrawſchaft H uſt Die Dritte schaft in dem bestehet / daß sie keinen man jemals erkant hat / sondern Dé tarn ihre jungfrawliche keuschheit / so wol am leibe / als im gemaͤte vnbeChristi fleckt von einem manne behalten. Vnd dises ist / was Tertullianus cap. 23 schreibet: Est virgo, quantum à viro, non est virgo quantum à partu. Das ist: Sie ist eine jungfraw / so viel einen man anlanget aber nicht Jungfraw / so viel die geburt anlanget. Eben dises meiLib. de Fid. cont. siet auch Augustinus: Marià non incongruè propter partum diManiche: citur Mulier, Virgo vero, quod virilem nesciverit conventi onem neque pariendo virginitas ejus corrupta sit. Bonaven cap. 22. tura itidem fatetur: Virginitatem non in uteri occlusione, sed in viri abstinentiâ consistere, Esse virginem, inquit, & parere, non sunt opposita: Similiter nec virginem esse & concipere, sed ista sunt opposita, coijsse & esse virginem. Es haben sich zwar newlicher zeit etliche herfur gethan / welche diese meinung/ daß die jungfraw Maria nicht geboren habe/ wie andere weiber / dardurch bestereken wollen / daß sie mit grossem gepreng vorgeben / wan es die meinung haben solte / daß Christus wie andere kinder were geboren worden / so were er notwendig vnd ip. so facto vnter dem gesetz gewesen / das da von solcher geburt redet / vnd hette sich also nicht freiwillig dem gesetz vntergeben / sondern hette es auß schuldigkeit gethan/ vnd also vnsere sunde durch seinen vngenugsamen gehorsamb nicht büssen können. Aber dises ist ein sehr lahmer behelf / wie grosse wort man auch darvon machet / Dan es folget nicht/ Christus ist wegen seiner natürlichen geburt dem gesetz ipso jure, als ein mensch auß dem saamen Abrahe von einem weibe warhafftig geboren / warhafftig vnterworffen gewesen / Ergo, ist es kein freiwilliger gehorsamb / & per consequens, kan er vns nicht zu gute gereichen. Dann wan dises gelten solte / so müste man auch sagen / Christus sey nicht beschnitten worden / wie andere kinder / ratio, dan sonst were er dardurch dem gesetze vnterworffen worden / Dann wer beschnitten wird / der ist vnter dem gesetze / sagt Galat. 5 Paulus / Ergo, wurde folgen / daß Christus alles / was er nach der beschneidung gethan / auß schuldigkeit gethan habe / vnnd were also nicht meritorium, oder vns zum besten kommen / Dises / sagen wir / folget mit nichten / sondern vielmehr das gegenspiel kan mit bestande Häuptursach. stande also geschlossen werden: Wann Christus nicht wie andere kinder geboren vnnd beschnitten worden / so ist ihn das gesetz nicht angangen / Ergo hat er es auch vns zu guth nicht erfüllen können / Dann wer das gesetz erfüllen soll / der muß zuvor daran verbunden sein / Dahero dann auch kein Engel noch einige andere creatur / ob sie sich gleich freywillig dem gesetz vnterwerffen wollen/ dasselbe erfüllen können / weil es nicht ihnen / sondern den menschen gegeben. Was es aber mit disem allen vor eine gelegenheit habe/ weiset ons sonderlich S. Paulus / da er saget: Gott hat seinen sohn ge- Galat. 4 sandt / geboren auß einem weibe / vnd vnter das gesetz gethan / auf daß er die / so vnter dem gesetz waren / erlösete. Mit disen worten weiset Paulus je klärlich / daß der ewige sohn Gottes eben dardurch/ daß er von einem weibe geboren worden/ vnter das Gesetz gethan worden. Es ist aber dannoch der gehorsamb / welchen Christus dem gesetz geleistet/ nicht notwendig oder erzwungen gewesen. Dann erstlich/ so hat der ewige sohn Gottes seinem Himlischen vatter sich ultro vnnd gutwillig so weit submittirt/ daß er solche menschliche / dem gesetz verbundene natur auß freyem willen an sich genommen. Vnnd ob er wol auch in solcher seiner angenommenen wahren menschlichen natur volkommen/ gerecht vnd heilig gewesen / Also / daß es mit ihm recht geheissen / lusto non est lex posita, nicht / daß er das gesetz seines gefallens vbertretten / vnd nicht halten möchte / sondern daß er ohne das volkömblich gerecht / vnd dahero das gesetz directò auf jhn nicht gangen/ oder von jhm nichts fordern können / das er nicht zuuor libero motu naturae geleistet / daß er also auch in solcher seiner menschlichen natur von seinem Himlischen vatter weiter nichts/ als das jenige zugewarten/ was daß gesetz verheisset/ wan es einen volkommen gerechten findet/ nemblich vitam & felicitatem aeternam. So ists doch darbey nicht verblieben/ sondern/ vnd vors ander/ wie es Paulus an ei=Rom. 8. nem andern ort weiter erkleret: Gott hatt seinen sohn gesandt in gleichnis / oder gestalt des sundigen fleisches / das ist / er hat jm nicht allein menschliche natur annemen lassen / in welcher er sonst alle menschen in heiligkeit vnd gerechtigkeit vbertroffen/ vnnd also mit ihrem Die Dritte ihrem gesetz vnd denstraffendesselben nichts zu thun hette / sondern er hat auch die gestalt des sündlichen fleisches annemen müssen / vnd sich also alles dessen theilhafftig machen / was andere meigehen mit iren sunder verdienet / darmit die sünde am fleisch verdamnet wurpe / durch das opfer fur die sunder Wie Paulus am selben ort darzu setzet: Dises ist der freywillige gehorsamb / darein sich Christus gegeben / der vns auch kreftig zu statten kömpt. Vnd weil er eben darumb mensch werden wollen / daß er die schwachheit der menschelichen natur / in welche sie durch die sunde gerahten / tragen vnd büssen vnd dem gesetz tàm quo ad obedientiam, quàm quoad poenam in hac ipsa infirmitate gnug thun wollen / So hat er nicht prsach gehabt / das gesetz zu fliehen / oder sich demselben zu eximiren / vnd dahero seine natürliche geburt zu endern / sondern hat die gestalt des sündlichen fleisches / welche sich bald anfenglich in eines jeden geburt ereuget vnd herfur thut / auch in seiner geburt spüren / vnd sich seinem Himlischen vatter darauf im Tempel vorstellen lassen/ das er numehr vere, vnd nicht imaginativè vnder die zahl deren gehö re / von welcher das gesetze saget / daß sie dem Herrn geheiliget heissen solten. Wann er aber nicht also / wie andere kinder geboren / vnd die mutter nicht gebrochen hette/ so were er auch nach dem gesetz dem Herrn nicht geheiliget gewesen / vnd hette sich also vergeblich dargestellet / Daß man also dem Herrn Christo dahero keine newi geburt andichten darf / dan sich der gehorsamb nicht erst post nati. vitatem (wie vnsere Theologanten wollen) sondern in ipsa nativitate atque adeò in ipsa assumptione carnis peccati ange fangen. Eben des schlags ists / daß sie ferner folgern dürffen / wan ChriLevit. 12. stus nicht von einer jungfrawen illæso corpore geboren / so sey er auch nicht von einer jungfrawen entpfangen worden / auß vrsachen / weil das gesetz also lautet: Wann ein weib besamet wurde/ vnd gebieret ein knäblein / so sol sie sieben tage vnrein sein / vnd sol ir opfer bringen / zwo Turtelteuben oder zwo junge Tauben / wie solche „wort bey dem Euangelisten Luca eigentlich gesetzet werden. Dann es folget nicht / Maria ist one zuthun eines mannes schwanger worden: Ergo hat sie das gesetz nicht angangen/ dann dasgesetz redet nicht Häuptursach. nicht allein de conceptione, sondern auch de partu. Darumb ob wol in primo membro quo ad virilem conceptionem, das gesetze auf sie nicht accommodirt werden kan / (wiewol dasselbe generaliter de ea quae concepit redet / non addito, sive ordinario sive miraculoso modo conceperit). Weil aber dannoch wahr / eam verè concepisse & vere peperisse, So hat sie sich freylich schuldig befunden dem gesetze/ das de vero partu redet/ ein gnügen zuthun / vnd hat eben darmit zuuerstehen gegeben / daß sie warhafftig geboren / Wann es aber allein ein scheingeburt gewest were / wie vnser gegentheil wil / so were sie das gesetze gar nicht angangen / hette sich auch demselben imaginarie vnnd zum schein vaterworffen. Vnd ist doch darneben an dem / daß der sohn Gottes nicht schuldig gewesen / dise seine menschliche geburt / als vnrein / reinigen zu lassen / Sintemal er fur sich rein vnd vnbefleckt war: Aber weil er von anfang seiner Menschwerdung causam totius generis humani, vnd die gleicheit des sündlichen fleisches auf sich genommen / so hat er auch dem gesetz / welches von der geburt des sündigen menschen redet / gnug thun wollen / Dann er à prima nativitare, imò in ipsa nativitate angefangen / die funde der welt zu tragen / darmit er dieselbe durch seine vnschuld vnnd gerechtigkeit außtilgete. Vnnd so weit hat er sich gutwillig vnter das gesetz gegeben: Dann das gesetz saget / daß ein weib / welches ein mänlein gebieret / vnrein sein / vnnd em opfer zur reinigung bringen sol / das hette die mutter Christi nicht bedurft / weil ihr sohn auß sündlichem samen nicht gezeuget / vnd also ihre geburt/ ob sie wol warhaftig/ dannoch nicht vnrein gewesen / Dan wie Bernardus saget: Non est partus im. mundus, ubi conceptio est munda. Aber sie hat auß antrieb dee heiligen Geistes auch hierinnen ihren sohn andern kindern gleich gemacht / darmit / was an ihm vnterschuldter weise geleistet wurde / den andern zum besten keme: Bleibet also solchem allem nach wahr vnd gewiß / daß die jungfraw Maria / ob sie wol ohne man schwanger worden / dannoch warhaftig / wie andere weiber geboren / vnd also dem gesetze vnterwerffig worden. Weil aber das gesetze in solcher geburt nichts sundlichs noch vnreines gefunden / so ist demselben Die Dritte ben ein volkommenes genügen geschehen/ durch den gehorsamb Christi / der sich demselben gutwillig vnterworffen / dann er es wegen seiner reinen geburt nicht schuldig gewesen were/ hat es also durch seine vnschuld eingetrieben vnd aufgehaben. Wann auch Christus nicht also von seiner mutter geboren worden ist / wie wir alle geboren werden/ so ist vnsere fundliche geburt durch seine geburt nicht geheiliget: Gleich wie vnser todt / vnser lei den / vnser grab / durch ihn nicht geheiliget were / wann er nicht also gestorben/ nicht also gelitten/ nicht also begraben worden were. wie vns geschicht. Was hetten wir vns dan seiner zu trösten? Darauß man je siehet / womit der Satan vmbgehet / nemblich damit / daß er die gantze historiam von Christo zu einem Ganckelspiel vnd Spiegelfechten / auch Christi wahren leib zu einem phantasmate mache/ damit er vns desto weniger ähnlich/ vnnd wir vns seiner desto weniger anzunemen / Inmassen der Teuffel solches von anbegin der kirchen Gottes durch die ketzer gesucht. Dann es wolle der Christlicher Leser hierbey abermals erinnert sein / daß eben dise argumenta / deren sich O. Luther vnd seine adhärenten gebrauchen auch vorzeiten die Eutychianer / Marcioniten vnnd andere / so die natürliche eigenschaften des leibs Christi verneineten / geführet vnd ihre meinung darmit haben bestercken wollen / Dahero Athanasius in Orat. de salutar. adventum contra Apollinarium dises außtrücklich in den Marcioniten vnnd Manicheern straffet / daß sie gelehret Christum ἀδιγῶς προελιλυθότα, citra tactum prodiisse ex virgine. Darumb man fleissig zubedencken/ an was vor rocken diß garn gespunnen wird/ vnd an was fur ein joch vnser gegentheil ziehet. Wir lassen sie aber auf jhr wagnis dahin fahren / vnd bleiben vnsers theils bey deme / warauf vns Christus selbst weiset / da er saget: Luc. 24. Sehet meine hände vnd füsse / ich bins selber / fuͤlet mich v.39 Wirich. vnd sehet / Dan ein Geist hat nicht fleisch vnd beine / wie in contin ihr sehet das ich habe. Welches sie abermals glossiren / als solExamipa te es domals nur per dispensationem, das ist / auß wilkürlichem 121. wolgefallen vnd offenbarung ein zeitlang geschehen sein / daß Chriſtus Häuptursach. sus mit seinem leibe gefühlet vnd gesehen werden können / sonst aber sey er nicht also / sondern vnsichtbar vnd vnbegreiflich. Wir zwei feln aber nicht / es werden alle Christliche hertzen / denen es lieb ist. daß Christus fleisch von ihrem fleisch / vnd bein von ihrem bein hat / vor diser Euthehianischen glossen einen abschew haben / vnd dieselbe verwerffen. Dann ist es nur per dispensationem geschehen / daß Christus damals gesehen vnd gefühlet worden / so gilt Christi argument vnd schlußrede / darmit er die warheit seines leibs bewehren wil / nichts / dan auch ein Geist per dispensationem sich sichtbar vnd fahldat machen kan / Ja es wird dardurch der grund / darmit die Christliche kirche die Marcioniten vnd Eutychianer wiederleget vnd vberwunden / gantz vmbgestossen / vnd vber einen hauffen geworffen / vnnd denselben ketzern / die sich eben dises behelfs gebrauchen / thür vnnd thor aufgethan / ihre phantastereyen vom leibe Christi wieder auf die bahn zubringen. Dann auch sie vorgeben / das alles / was Christus mit seinem leibe gethan / eu erlich per dispensationem geschehen sey: Insonderheit aber wird vnter andern in der Eutychianer irthumb dises erzehlet / welches die neue scribenten als ein sonderlich dogma außgeben / als solten die verklerten leibe vnsichtbar vnd vnfühlbar / vnd also dem winde gleich sein / Inmassen von ihnen gar kühnlich gesagt wird: Man könne ja nicht leugnen / das der wind ein natürliches corpus oder leib sey / vnd sey gleichwol vnſichtbar. Das heist argumentiren à corpore aëreo ad corpus humanum, das ist eben der Eutzehianer schwarm gewesen/ in dem sie auch vorgeben / quod corpora glorificata sint impalpabilia, ventis aëreque subtiliora, welches refutiret Gregor. Moral. 14. cap. 30 da er vber die wort Job / Quem visurus sum ego ipse & bon alius, also schreibet: Si enim, sicut quidam errorum sequa ris arbitrantur, post resurrectionem corpus palpabile non e rit, sed invisibilis corporis subtilitas caro vocabitur, quamvis substantia carnis non sit, profecto alius est qui moritur & alius qui resurgit. Sed beatus Iob hanc sententiam veridica voce Iohan. 6 v.59 Luc. 4. Act. 8.1 Die Dritte voce destruit, qui ait: Quem visurus sum ego & non alius. Nos autem, beati lob, fidem sequentes & Redemtoris nostri post resurrectionem corpus palpabile veraciter credentes, fatemur carnem nostram post resurrectionem futuram & eandem & diversam. Eandem per naturam, diversam per gloriam: Eandem per veritatem, diversam per potentiam: Erit itaque spiritualis, quia incorruptibilis. Erit palpabilis, quia non amittet essentiam veracis natura. Hoc Gregor. welcher je palpabilitatem corporis Christi nicht ad dispensationem sed ad naturae veritatem referiret / vnd dahero die Eutychianer straffet / noch muß es vnsern leuten ein Euangelium sein. Da siehet man ie in qua schola docti sint, vnnd womit sie schwanger gehen. Vand hilft sie nicht das sie einwenden / es were gleichwol der leib Christi bißweilen vnsichtbar gewesen/ als da er bey den Jüngern zu Emaus verschwunden / vnnd da er sich vnter seinen feinden verborgen/ vnd vnsichtbar mitten durch sie hingan gen. Dann so viel die historiam zu Emaus anlanget / da stehet nicht im text / daß Christus absolute mit seinem leibe sey vnsichtbar worden / sondern es stehet ἄφαιζον ἔραιίον ἔραιον ἐγέ ετο, Er ward vnscheinbar / wie aber? & ist / von ihnen ward er nicht mehr gesehen / nicht aber daß Christus seinen leib verendert / vnd auß einem sichtbarem leibe einen vnsichtbaren gemacht hette / Wie auch solches zugangen/ gibt vns eben derselbe text clar gnug zuuerstehen / in dem kurtz zuuor gesagt wird / daß der Jünger augen seyen gehalten worden / daß sie ihn nicht gekant haben. Also können wir nach anleitung des texts / mit viel besserem best ande sagen / weil im text stehet / Er ward vnsichtbar von jhnen / daß ihre augen seind gehalten worden / daß sie ihn nicht mehr gesehen / in dem er alßbald von ihnen entzücket worden / als daß wir treumen wolten / Christus hat seinen leib endern müssen. Daß auch ein wahrer natuͤrlicher leib ohne einige enderung wol also könne auß den augen entzücket werden / daß man ihn nicht mehr seh: / erscheinet auß dem exempel des Apostels Philippi / von welchem / als er den Cämmerling der Königin in Morenland getauft. im text auch gesagt wird / da sie aber herauß gestiegen waren auß dem Häuptursach. dem wasser / risse der Geist des Herrn Philippum hinweg / vnd der Cämmerling sahe jhn nicht mehr. Wil man alhie auch sagen / Philippus habe so einen subtilen leib bekommen / daß man jn nicht mehr sehen können? Das werden sie verhoͤffentlich selbst nicht gestehen wie kompt es dan / daß sie schliessen / Christus ist von den Jüngern zu Emaus nicht mehr gesehen oder von ihnen vnsichtbar worden / Ergo, hat er einen vnsichtbaren leib gehat? Wiewol sonst zwischen dem Herrn Christo vnd Philippo diser vnterschied ist / daß Philippus durch eine frembde kraft/ nemblich den Geist Gottes ab extra ist enhücket worden / Christus aber thut es auß eigener kraft / jedoch ohne enderung seines wahren natürlichen leibes. Gleiche gelegenheit hat es auch mit dem durchgang Christi mitten durch seine feinde / Dann der text saget auch nicht / daß er sey vnsichtbar hindurch gangen / oder sey vnsichtbar worden: Dises ist jr Cutychianischer zusatz / sondern Joha. 8. v. 59. stehet allein / Christus habe sich verborgen / vnd sey zum tempel hinauß gegangen-Er ist gegangen / sagt der text / das heist nicht / vnsichtbar werden / sondern er hat sich von jhnen in dem tumult abgewand / er ist jhnen entwiechen vnd weg gegangen/ wie ein ander mensch/ der vor seiner feinde vngestämmigkeit sich entzeucht. Gleich wie auch Johan. 12. v. 36. stehet. Solches redet Jesus vnd gieng hinweg vnd verbarg sich vor jhnen. Sol das auch heischen / er gieng weg vnd ward vnsichtbar? Item Luc. 1. v. 24. stehet von der Elisabeth als sie schwanger worden / daß sie sich verborgen habe funf Monat. Ist sie darumb auch vnsichtbar worden? Was da gehet vnd verbirget sich das ist nicht vnsichtbar / dan wan es vnsichtbar were / so dörfte es nicht weg gehen noch sich verbergen. Also stehet auch Luc. 4. v. 30. Er sey mitten durch sie hingangen / vnd fort gezogen / Das heist abermals nicht / vnsichtbar werden / sondern dises ist das wunderwerck/ so Christus damals erwiesen/ daß sie jhn in jhren henden gehabt / vor sich gehen gesehen / vnd haben ihn doch nicht angreiffen dürffen. Dann es sind ire hertzen vnd eusserliche gliedmassen dergestalt gleichsamb verstarret gehalten worden / daß sie ihn zusehende auß handen haben lassen müssen / vnd keiner so kühne sein dörffen / daß er jhn angegrieffen hette / sondern haben Die Dritte haben jhn mitten im hauffen gehen sehen / vnd doch in ihrem grösten grim / frey hindurch müssen passieren lassen. Gleich wie Joha. 10. v. 39. stehet/ da suchten sie abermals ihn zu greiffen aber er entgieng auß freu henden / vnd zog wieder jenseit des Jordans. Gleich wie auch die Kriegsleuthe in historia passionis vor ihm ohne einige gewalt zuboden fielen / vnd ihn nicht angreiffen konten / ob sie wol hoͤreten / daß er der were / deßwegen sie außgangen waren. Darinnen bestehet das miraculum, vnd ist viel eine grösser macht vnd hoͤhers wunder / als daß Christus wie ein Proteus oder Chamæleon seinen leib hette endern müssen / Es waren auch die Juden ein solches an ihm nicht gewohnet. Dann wan sie dergleichen nur einmal an jm gemercket hetten / daß er seinen leib enderte / bald sichtbar/ bald vnsichtbar wurde/ so hetten sie ihn gewißlich für keinen rechten natürlichen menschen gehalten/ daran sie aber gleichwol niemals gezweifelt. In summa wir bleiben bey dem / das die alte kirche bestendig gelehret / corpus Christi esse στρππ), wie oben die wort eingeführet / darumb lassen wir dise abschewliche glosse fahren / vnd glauben dem Herrn Christo / daß er warhaftig fleisch vnd bein habe / wie wir haben / vnd nicht ex dispensatione, sondern ex perpetua & immutabili suae & nostrae naturae proprietate gesehen vnd gefühlet worden sey. Darauß dan folget / daß die zweite art etwa zusein / nemblich vnsichtbar vnd vnfuͤhlbar / sich zu dem leibe Christi nicht schicke / noch darauf accommodiren lasse / dann solche der Geister / vnd nicht der menschlichen leibe eigen ist / Darumb so ist dise meitung/ daß der leib Christi unsichtbar vnd vnfühlbar auf erden sey. nicht allein in Gottes wort nicht gegründet / sondern lauffet demselben stracks zuwieder. Vnnd gesetzt gleich / daß auß der schrift erwiesen werden könte. daß der leib Christi jtzund vnsichtbar vnnd vnfuͤl ldar sey (welches doch in alle ewigkeit nicht kan erwiesen werden) so wurde doch darauß bey weitem nicht folgen / daß er zugleich im Himmel vnd vff erden / ja an vielen vnterschiedlichen orten der welt sein mäse. Vnnd wurde also die contradiction oder wiederwertigkeit die zwischen der heiligen schrift vnd Doct: Luthers meinung ist (da die heilige schrift ſaget/ Häuptursach. saget / er sey itzund nicht mehr auf erder / Doct. Luther aber saget / er sey ia noch auf erden) gar nicht aufgehaben werden / dann auch die Geister vnd Engel/ ob sie wol vnsichtbar vnd vnfühlbar. dannoch auf einmal mehr nicht als an einem ort sein können: Wie De spirit. solches bezeuget Basilius: Reliquae virtutes omnes (Angelos sanct: cap. intelligit) in loco circumscriptae dicuntur. Nam Angelus qui 22. astabat Cornelio, non erat in eodem loco, quo cum astaret Philippo, neque qui locutus est Zachariae ad altare, per idem tempus in coelo suam implebat stationem. Et paulo post: Naturam Angelorum particularibus arctari locis DEI filius demonstravit. Ambros: Cum igitur omnis creatura certis sanct. lib. circumscripta sit limitibus, etiam illa invisibilia opera quae 1. cap. 7 non quaeunt locis & finibus comprehendi, substantiae tamen suae proprietate clauduntur. Et Damascen: Angelos περιγράπ. Lib. 2. ντος vocat, quando enim in coelo sunt (inquit) non sunt in ter cap.7 ra, & quando in terram à DEO mittuntur, non permanent in coelo. Darumb wann gleich das wahr were / daß Christus mit seinem leibe an einem ort sein könte wie ein Geist oder Engel/ so wurde er doch eben so wenig nach derselben zweiten / als nachder ersten weise auch zugleich im Himmel vnd auf erden sein. Kan demnach die leibliche gegenwertigkeit Christi zugleich an viel tausent örten (das ist an allen orten/ da man das Nachtmal helt) durch die zweite weise etwa zu sein (nemblich wie die erschaffene Geister etwa an einem ort sein) gar nicht vertheidiget vnd erhalten werden / sondern / wil man die leibliche gehenwertigkeit Christi zugleich an viel tausent orten erhalten/ so muß man notwendig dem leibe Christi auch die dritte weise zuschreiben / etwa zu sein / welch weise ist / zugleich gantz vnd gar an allen orten sein. Tom.3. Nun bekennet Doct: Luther daß dise weise Gottes eigen sey / da sol. 457 er sagt: Dise weise wird allein Gott zugeeignet / wie er sagt bey dem ler. ca. 23 Propheten Jeremia/Jch bin ein Gott von nahe vnd nicht von fer v.13.24. ne / dann Himmel vnd erden erfülle ich / rc. Siehe Leser / da bekennets Doct: Luther vnd beweisets darzu mit dem wort Gottes / daß die dritte weise etwa zu sein (nemblich gantz vnd gar ahn allen örten zu ſein Die Drittzu sein) Gottes eigen sey / vnd nichts destominder / da er siehet / daß er die leibliche gegenwertigkeit des leibes Christi im brot des heiligen Nachtmals anders nicht erhalten kan / lest er sich die hitze des streits vnd begierde des siegs so weit vbertragen / daß er wieder die itztTom. gemelte seine eigene erkentnis vnd bekentnis zu fehret vnd saget: Der fol. 459. leib Christi hat auch die drüte weise an sich etwa zu sein / vnd 460. fol. 459. So hat nun Christus einiger leib dreyerley weisen oder Tö: 3: len: alle drey weisen etwa zu sein vnd also auch die Göttliche weise fol. 459 repletive) Vnnd noch clarer: Der leib Christi ist allenthalTö. 3. fol. ben / vnd war schon dazumal allenthalben / da er auf erden gieng. Ja / er ist von der mutter leibe allenthalben ge314. vnd 463. A wesen. Vnnd hierauß ist nun die abschewliche lehre von der AlTom.1 lenthalbenheit des leibs Christi entsprossen / welche lehre / oder fol.46. vielmehr verdambter irthumb zuvor in der kirchen Gottes / so lang dieselb gestanden / niemals erhört worden. Dann es wird hiemit eia Es habẽ nem jeden / er sey wer er wolle / trotz / vnd aber trotz gebotten / daß ſich zwar er einigen spruch / wir wollen nicht sagen auß der Bibel (da gewiß etliche vn derstands kein einiger vorhanden) sondern nur auß den alten Kirchenlehrern ein z. oder herfur bringe / darauß zuuernemen were / daß derselbe Lehrer dauor 4. loca gehalten / daß der leib Christi zugleich allenthalben sey im Himmel auß den vnd auf erden (a). Patribus auf die meinung zu ziehen / als ob sie die Obiquitet einführeten / Aber es ist ihnen darauf von andern albereit dermassen geantwortet / daß sie sich scheinen müssen / damit wieder aufzuziehen. Vide Buscum contra Gerlachium in Appendic. contra Hun: & Zanch, in libro de incarnat: filii DIII. b August: Das wiederspiel kan zwar mit vnzehlichen orten aller KirchenEpist. 57. lehrer / wie sie von jaren zu jaren auf einander gefolget / dargethan quasi ex vnd erwiesen werden (b). professo hanc l.aeresin jugulat: Vbi apertè ostendit, veritatem corporis Christi destrui, si corpore suo Christus ubique esse putetur. Et de Vnitare Eccles. cap. 10. his dictis, mox ascendit in coelum, praemunire voluit aures nostras adversus eos, quos procedentibus temporibus exſurrecturos eſſe prædixerat & dicturos: Ecce hic Christus ecce illic: quibus ne crederemus admonuit: nec ulla nobis excusatio est si crediderimus adversus vocem pastoris nostri tam claram tam apertam, tam manifestam ut nemo vel obtusus & tardus corde possit dicere, Non intellexi. Hac Augustinus. Häuptursach. Daß aber Christus mit seinem leibe allenthalben sein solte / hat kein einiger / auch nicht die gröbesten ketzer / die die warheit des leibs Christi verleugnet / vorgeben. Ein einziger man Iacobus Fabe to Stapulensis genent / hat sich vngefehr vmb das jahr Christi 1525 gefunden/ der zu Paris disen irthumb erstlich auf die bahn bracht/ daß der leib Christi kraft der persönlichen vereinigung mit der Gottheit allenthalben were / Es ist jm aber von der Theologischen Facultet doselbst widersprochen / vnd dise lehre als ein greulicher jrthumb öffentlich verdammet worden / jnmassen die Päbstler dieselbe noch auf diese stunde mit gutem bestande verdammen vnd verwerffen / welches ihre bücher / so öffentlich am tage / mit mehrem auß weisen. Vnnd schreibet sonderlich von diser des Fabri Stapulensis In annot. lehre Natalis Beda (so zu des Fabri zeiten gelebt) also: Ecce quid adversus per duo annorum lustra Iacobus super Christi corporis eundem essendi modo secum adinvenit. NOVVM OMNINO sanè Fabr. edidogma, non enim ſanctus aliquis Doctorum iſtud docuit, ſed tis. erroris spiritus, ut quod nullus unquam verus sapuit Theologus damnabili singularitate agitatus mundo afferret, quod planè haereticum est & blasphemum, quodque rident & expuunt vel scholæ Theologicæ tyrunculi. Also ist der erste Autor In einer diser opinion von den Theologis zu selben zeit entpfangen worden. Predigt Vnd was darfs viel weiters disputirens / hat doch Doct: Luther am tages Himmeldise jrrige meinung selbst verworffen. Dann also schreibet er: Der fart Chri heilige Geist predigt / daß Christi leib nicht mehr auf erden sey / dan im Himmel vnd auf erden/ vnd also allenthalben sein/ ist was herlichs vnnd Göttliches/ vnd kan fleisch vnd blut/ welches Christus von vns an sich genommen hat / als der vnser bruder ist / vnd vns in allem gleich/ außgenommen der sunde/ keines wegs gegeben noch zugeschrieben werden/ Es ist allein der Göttlichen natur eigenschaft / zugleich an allen orten sein. Ja er hat das jenige / was er de cc Vbiquitate geschrieben / selbst verlassen / vnd von der lehre des Abendmals außgesetzt haben wollen / wie vnten gemeldet werden sol. Es habe auch die Braunschweigische Theologi in dem colloquio Vide acta colloquii zu Quedlinburg dise irrige lehre mit solchen starcken gründen hin Quidlinb tertrieben / daß D. Kirchner vnd sein hauffe mit schanden abziehen pag. 62. müssen Die Dritte müssen / Dahin wöllen wir die jenigen gewiesen haben / so entweder der Jesuiten oder vnsern schriften nicht trawen/ wiewol man billich Tertuh in allen sachen vnd schriften mehr auf das sehen solte / was geschrieVeritas ben wird / vnnd ob es grund hat / als von wem es geschrieben wird. non exper- Non enim quis dicat, sed quid dicatur, attendendum, si ad sonis, sed veritatis cognitionem pervenire volumus, persona Dises ist einmal gewis vnd vnleugbar/ wan die newe lehre von ex verita te dijudi der Vbiquitet / sie werde auch bementelt wie sie wolle / recht sein solcandæ sunt le / so muß die gantze Euangelische historia entweder falsch / oder je in allem deme / was Christus mit seinem leibe alhier eusserlich vor der welt augen / wie ein anderer mensch gethan / nur ein lauter spieLeo epist: gelfechten gewesen sein. Dann ein leib der allenthalben ist / es sey 5. ad Pla- nun welcher gestalt es immer wolle/ kan von einer mutter/ die nicht viá, Cali allenthalben ist / weder entpfangen noch im leib getragen / noch zur gans circa welt geboren werden: Jtem / ein leib der allenthalben ist / kan von naturam den jenigen / die nicht allenthalben sein / weder gefangen noch gecorporis christi ne bunden / noch von einem ort zum andern geführt / noch gegeisselt / cesse est, noch gecreutziget / noch getödtet / noch vom creutz genommen / noch ut etiā in begraben werden / oder do es je an einem ort mit demselben leibe gepassione schehen / so müste es doch an dem andern / da der leib unsichtbar vnd ej eadem vnbegreiflich were / nicht geschehen sein / vnd also der leib an einem obeæcati-ort gewesen sein / da er gelitten / vnnd zugleich an einem ort / da er one deci- nicht gelitten. piat. Vnd zwar ist jnen albereit hiebeuor trotz gebotten worden / solWirteb: ehes aufzulösen / sie haben auch nicht vnterlassen / sich daran zuuerin exam. suchen/ aber gewißlich mit schlechtem rhum vnd gewin: Dann sie Heidelb. antworten allein per instantiam, sey doch der ewige sohn Gottes ca: 5. p. 378 geboren / er habe gelitten / sey gestorben vnd begraben / vnd sey doch cum seq. derselbe extra controversiam allenthalben. Aber wer siehet nicht die vngereimbten folge dises einwurfs/ dann der sohn Gottes ist nicht geboren / noch gestorben / noch begraben in oder nach der natur die allenthalben ist / sondern nach seiner menschlichen natur die nicht allenthalben ist / vnd derwegen alles dises leiden vnd thun können. Vand wird dannoch die Christliche kirche darumb (wie sie schreiben) nicht betrogen / Dann wir sagen nicht / daß allein der mensch Häuptursach. mensch fur vns gelitten habe / sondern wir sagen vnd bekennen / daß der sohn Gottes in seiner eigenen angenommenen menschheit gelitten habe. Vnnd sind wir auß Gottes wort gnugsam berichtet / daß wirs von ihnen nicht erst lernen dürffen / wie der sohn Gottes / der allenthalben / in seiner mutier / die nicht allenthalben ist / hat können entpfangen werden / nemblich / weil er derselbe sohn Gottes manens quod erat (id est infinitus) id quod non erat, nemblich vnser fleisch vnd blut / welches nicht allenthalben ist / an sich genommen hat / vnnd also in vnd nach demselben fleisch / nicht aber nach seiner xhendlichen Gottheit geboren worden ist. Wir wissens / sagen wir / diß der vnendliche sohn Gottes/ mit vnserm endlichen fleisch sich personlich vereiniget: Aber das muß darbey sein / daß solche vereinigung geschehen salvis utriusque naturae proprietatibus, also daß die Göttliche natur durch solche vereinigung nicht endlich / noch die endliche angenommene creatur vnendlich worden/ sonst het sie so wenig als die vnendliche von Maria können geboren werden. Vnd ist freilich der sohn Gottes gantz mit derselben vereiniget vnnd nicht stuckweise / quia ut DEVS totus ubique est, non habens partem extra partem. Aber darauß folget nicht / daß auch seine angenommene menschheit allenthalben sey: weil sie jre natürliche eigenschaften in solcher assumtion gantz vnd vnuerrucke behalten vnd werden doch die naturen von einander nit getrennet: Finitum enim uni- Vide de tum infinito non separatur ab infinito, licet non omnem lo hoc Dacum, ubi infinitum est, occupet. Quod enim infinitum est, mascen & tam ibi est, quàm alibi, & ita finitum, licet id in sua quantita Maxent. te maneat, nunquam deserit, neque ab coullâ loci distantiâ se- Dial. 2. paratur. Wie solches an andern örten weiter außgeführt. Vnd eben hiedurch werden fast die meisten so weit gebracht / daß sie selbst bekennen / es sey der Herr Christus im stande seiner nidrigung mit seinem leibe nicht actu allenthalben gewesen. Wan es nun an deme (wie es dan warhaftig ist) so folget darauß vnwidersprechlich zweyerley: Erstlich / daß jhr argument / welches sie ohne vnterlaß treiben / nemblich daß entweder die menschliche natur Christi müsse allenthalben K ü Die Dritte halben sein / wo die Göttliche ist / oder die zwo naturen in Christe muͤ sen getrennet werden / falsch vnd vnrecht sey / Weil sie selbst bekennen / daß der Herr Christus zur zeit der niedrigung / mit seinem leibe nicht allenthalben gewesen. Dann ist zur selben zeit die gantze 34. jahr vber/ als Christus im stande der niedrigung gewesen/ die persönliche vereinigung der zwo naturen in Christo nicht zutrennet worden / ob schon der leib nicht an allen örten gewesen / da die Gottheit ist / So folget auch noch itzo nicht / daß die zwo naturen getrennet werden / ob schon der leib Christi nicht allenthalben ist. Vand hindert nicht / das sie sagen / Christi leib habe zwar damals die kraft gehabt allenthalben zu sein / hette sichs aber nicht gebraucht/ Dan es ist jtzo darumb zuthun / das sie vorgeben / wan Christi leib actu nicht an allen örten were / da die Gottheit ist / so werden die naturen getrennet. Nun ist aber ihrer eigenen bekentnis nach / der leib Christi actu damals nicht allenthalben gewesen / ob ers wol / ihrer mei nung nach / hette thun können / Vnd sind doch die naturen darumb nicht getrennet worden/ wan gleich Christi leib acta noch nicht an allen orten ist. Daß aber etliche vorgeben / er sey albereit damals localiter auf erden / illocaliter eben so wol allenthalben gewesen ist ein lauter geticht / traum vnd blosses vorgeben / darmit sie sich / vnd andere betriegen. Dann was sie von der personlichen vereininigung alhier anziehen / ist gantz vergeblich / sinthemal dieselbe vereinigung geschehen ist salvis proprietatibus, darunter die localitas vnd reümligkeit eines wahren leibs die vornembste ist / vnnd kan durch keine fingirte illocalitet geendert werden. Zum andern / weil der Herr Christus sein erstes Abendmal im stande seiner niedrigung eingesatzt vnd gehalten/ so ist gewiß/ daß er / ihrer selbst eigenen bekentnis nach / domals mit seinem leibe nicht allenthalben / oder mehr als an einem ort gewesen. Nun hat aber der Herr Christus domals mit seinem warhafftigem leibe am tisch gesessen / da er das Osterlamb daran gessen / er ist von den Jüngern gesehen vnd gefühlet worden: Darauß folget/ daß er nicht zugleich vnsichtbarer vnd vnentpfindlicher weise in / mit vnd vnter dem brot gewesen: Dan Christus hat seinen leib domals wie die Aposteln das brot gessen / im geringsten nicht verendert / Oder es wurde folgen/ daß Häuptursach. daß der leib Christi domals zugleich in eodem momento verkleIn Colla. ret / vnd nicht verkleret gewesen / verklerter weise im brot / vnuer- quio zu klerter weise am tisch: Welches zwar Iacobus Andreæ vnuerMaulbrü schembt vorgeben / daß Christus auch im letzten Abendmal sich sei= in fin. ner Mayestät / wie er redet / also gebraucht / daß er zugleich am tisch gesessen/ vnnd doch seinen leib im brot verborgen allenthalben gehabt / vnd den Jüngern gegeben habe: Vnd hat es Hunnius in seiner Cufession an den Landgrafen wiederholet. Wan es aber dise meinung haben solte / so hette Christus zugleich in einer zeit einen Majestetischen vnd nicht Majestetischen leib gehabt / mit disem sichtbaren were er am tisch / mit jenem vnsichtbaren Act. 10. im brot gewesen / dergleichen noch kein ketzer / wie grob er auch ge mihi fol. wesen / jemals vorgegeben: Dann es je contraria in adjecto, die 65. Edit. in alle ewigkeit beysamen auf einmal nicht sein können / wie die Pa-Basiliens. tres Concilii Constantinopolitan. sexti bezeugen: Vnam ean- veteris. demque naturam promptam & fortem infirmam quoque dici Sic Atha: & esse in uno tempore, nullus ubique dicere aut fingere aude loco s. cibit (außgenommen vnsere newe Theologanten) contraria quip tat. Manipe unam eandemque naturam habere & possidere impossibi-sestum estô le est. Zum exempel / Auf dem berg Thabor / da wurde zwar Chri=nibus duo sti leib eine zeitlang verkleret: Er war aber domals zugleich nicht relata ad vnuerkleret / Vnd widerumb / da Christus vom berge herab gieng / unum eunde da war sein leib / wie zuuor / vnd nicht uno eodemque momentoque in una verkleret vnd vnuerkleret. Da auch Christus domals zugleich actu considera tù natura in uno loco am tisch gesessen / vnnd doch auch actu im brot mit sei minimè nem leibe gewesen / so wurde falsch sein / was sie selbst bekennen / da inter se Christus im stande der nidrigung actu an einem / vnd nicht an vilen convenire. örten geweſen. Es haben auch die Jänger im ersten Abendmal das blut Christi. so domals noch nicht vergossen / sondern erst vergossen werden solte / domals aber noch in Christi leib vnnd adern war / getruncken: Was wollen sie darzu sagen? Ist das blut auch zugleich in Christi adern gewesen / vnd zugleich wesentlich ausser denselben im becher Das werden sie gewißlich niemand vberreden/ sondern Christus hat sein blut in seinem leibe behalten/ vnd nicht ehe vergossen/ als in seinem K iij Die Dritte seinem leiden / noch habens die Apostel domals ehe es vergossen / warhaftig getruncken/ nemblich mit dem glauben/ daß sie ihnen dasselbe applicirt vnd zugeeigenet / vnd gewust / daß es fur sie (wie Christus sagt) wurde vergossen werden. Nun ist ferner wahr / daß wir noch heutiges tags in dem Abendmal des Herm in brot vnd wein nichts mehr noch anderer gestalt bekommen / noch Christi leib anders essen / als jhn die Jünger des Herrn im ersten Abendmal empfangen vnd gegessen haben / wie solches bezeuget Chrysostomus: Credite omnes, quia etiam nunc illa cæna celebratur, in qua Christus ipſe recumbebat, nihil quippe interest inter illam & hanc. Non enim haec ab homiDomini. ne, illa ab ipso conficitur, sed utrumque ipse. Hæc illa non alia mensa est, haec nullâ re minor quàm illa est. Vnnd Gregor. in Ram Palm. pa. Emissen: Sicut Christus (in prima caena) vivebat & loqueba tur, & tamen à discipulis comedebatur & bibebatur, ita & 107. modo integer & incorruptus manet, & à fidelibus suis in panis & vini Sacramento quotidie bibitur & manducatur. Haben nun die Jünger den leib Christi gegessen / ehe er verkleret worden / wie kömpt es dann / daß vnser gegentheil heutiges tages den articul von dem verklerten leib Christi auf das Abendmal zeucht. vnd dahero seine wesentliche gegenwart im brot beweisen wil? In summa / wir bleiben bey dem Christo / bey den die Jünger im ersten Abendmal blieben seyn: Dann es faß Christus bey jhnen mit seinem wahren leib am tisch ohne einige verenderung / vnd gab jhnen daß brot / vnd hieß sie essen / sagende / daß es sein leib sey / das solten sie thun zu seinem gedechtnis. Da ist je gewiß/ daß die Jünger ihre gedancken nicht werden von dem wahren sichtbaren leib Christi abeauf einen vnsichtbaren leib der im brot verborgen sein solte / gewen det haben: Von einem solchem Christo haben sie gewißlich nichte gewust / vielweniger ist ihnen zu gedechtnis desselben etwas zuthun befohlen / sondern sie haben das brot gessen / vnd auf den leib gesehen / den sie vor sich hatten vnd höreten / daß er fur sie solte in todt gegeben werden / dessen / vnd keines andern gedechtnis solten sie celebriren vnd behalten / vnd zu solchem ende das brot essen / welches sie höreten / vnd ex ipso contextu gnugsamb verstunden / das es Häuptursach. der leib Christi darumb genennet wurde / weil es zum gedechtnis desselben solte gebraucht werden. Also auch wir inhaltung vnsers Abendmals essen wir das gesegnete brot auß Christi befehl / vnnd richten vnsere gedancken vnd gedechtnis nicht auf einen verborgenen leib/ der subtiler vbernaturlicher weise im brot were/ sondern auf den wahren leib Christi / wie er im ersten Abendmal am tisch gesessen / in todt gegeben / vnd itzo im Himmel ist / In summa auf den Christum richten wir vnsere gedancken / von dem Augustinus sagt. Quando de forma servi in Christo cogitas secundum quam passus est, resurrexit, ascendit ad coelum & in eadem formâ rediturus est ad judicium, humanam effigiem cogita si est in te sides. Von einem andern leibe wissen wir so wenig als die Aposteln innen haben einbilden können / daß Christus zugleich bey jnen am tisch sitzen/ vnd doch im brot verborgen sein solte. Dann einen solchen Christum haben sie nie erkant / sind es auch an ihm nicht gewohnt gewesen / sondern sie seyn durch das essen des brots seines wahren sichtbaren leibs theilhaftig worden / in dem sie der angehengten verheissungen gealenbet / daß derselbe leib für sie in den todt gegeben werden solte. Wann sie vns nun dises vmbstossen / vnnd ohne Sophisterey erweisen / daß es vnrecht sey / so wollen wir darinnen zu jhnen tretten / wo nicht / so sollen sie zu vns tretten / oder es wird die gantze welt erkennen / daß sie auf vnwegen sein / sich selbst vnd andere verführen. Vnnd sind solches nicht gedancken / so auß der blinden vernunft genommen / sondern / wie auch oben gemeldet / wir gründen vns auf Gottes wort / vnnd vnsers Glaubens articul/ da stehet/ das Christus einen wahren natürlichen menschlichen leib an sich genommen/ vnd denselben in ewigkeit behalte. Vnnd sagen hierauf nach dem exempel Augustini: Christum verum corpus humanum habere credimus, quid autem sit corpus humanum non credimus sed prorsus novimus. Daß der Herr Christus einen wahren menschlichen leib habe / das glauben wir / was aber ein wahrer menschlicher leib sey / das dörffen wir nicht glauben / sondern wissens: Vnd verwerffen derwegen billich alles was demselben zuwider De Trinitat. Die Dritte der ist / vnd bleiben dargegen festiglich bey dem bekentnis Augustin Ad Dardan: Epiß vnd der gantzen Christlichen kirchen. Ascendit in coelum, sedet ad dexteram patris, nec aliunde quàm inde venturus est, ad 57. Tó: 7 vivos & mortuos judicandos, & in eâ carnis formâ & ſubſtantiâ, cui profecto immortalitatem dedit, naturam non abstulit, secundum hanc formam non est putandus ubique diffusus. Cavendum est enim ne ita divinitatem adstruamus hominis ut veritatem corporis auferamus. Non est autem conse" quens, ut quod in DEO est, ita sit, ubique ut DEVS. Das ist: Der ce Herr ist aufgefaren gehn Himel / sitzet zur rechte des vaters / von dan nen / vnd nirgent anders woher / wird er kommen / zu richten die lece bendigen vnd die todten/ vnd zwar in der form vnnd substantz des fleisches / welchem fleisch er die vnsterbligkeit gegeben / aber die natur nicht benommen hat / vnd nach diser form vnd substantz des fleice sehes sol er nicht dafur geachtet werden / als ob er allenthalben sey. Dann man muß sich wol fursehen/ damit man nicht die Gottheil Christi also behaubte / daß man dardurch die warheit des leibes aufce hebe. Es folget aber auch nicht / daß alles / was in Gott ist / auch zu gleich allenthalben sein muß / wie Gott. ꝛc. Was aber sey die warheit des leibes / weiset er eben am selbigen ort / nemblich / daß ein wahrer leib zugleich nicht an vilen / sondern an einem gewissen ort auf einmal sein müsse. Nam (sagt er) spacia Contra E locorum tolle corporibus, nusquam erunt, & quia nusquam pist. Ma. erunt, nec erunt. Nimb den raum vnd ort von einem leibe / so wird nich. ca. 1. er nirgends sein / vnd weil er nirgends sein wird / so wird er auch gar Et Epist. nicht sein. Idem Augustin: Nullum omnino corpus esse potest, sive coeleste sit, sive terrestre, sive aëreum, quod non minus 16. ad Dardan. sit in parte, quàm in toto neque ullo modo possit in loco hujus &advidt partis simul habere aliam partem, sed aliud hic aliud alibi am Italie habens per quaelibet spatia locorum distenditur. Vnd dahere Lib. 3 ad argumentirt auch Fulgentius: Si verum est corpus Christi, loco Trasimum. utique continetur. Et Cyrillus ait: Adeo est corpori proprium in loco & magnitudine seu quantitate esse, ut etiam diviniIn lib:de tas, si esset corpus, nec quantitatem nec magnitudinem, nec Trinit. loci circumscriptionem effugere posset. Et Didymus: Ipse Spiritus Häuptursach. Spiritus sanctus, si unus esset ex creaturis, saltem circumscri Lib. de ptam haberet substantiam, sicut universa quae facta sunt. E Spirit. S Nazianzen: Si DEVM corpus dixeris, quomodo immensus, interp. Hi informis, incontrectabilis atque denique invisibilis erit: An haec cron. quoque in corporum numero habenda sunt? O protervam licentiam, non est haec corporum natura. Dises ist Augustini vnnd der gantzen alten Christlichen kirchen einhellige bestendige lehre vnd meinung/ deren grund auf dem klaren vnleugbaren wort Gottes (daß nemblich der Herr Christus einen wahren leib vnd fleisch habe von vnserm fleisch vnd beine) beste het / deren aber D. Lutheri vnd seiner Nachfölger meinung gentzlich zuwieder ist. Vnd so viel von der ersten vnd andern widerwertigkeit/ so sich zwischen Doct Luthers meinung / vnnd der heiligen schrift augenscheinlich befindet. Vnd schliessen wir derwegen mit dem alten lehrer Gelasio Pontifice, da er wider die jenigen / so auch nicht nachgeben wollen/ daß der leib Christi seine reumligkeit nach der auf erstehung behalten / also schreibet: Falsum igitur erit, quod ait ipse Salvator: Palpate & videte, quia spiritus ossa & carnem non habet, sicut me videtis habentem: Et certè hoc post resurre ctionem dixit, talis jam dixit, qualis ascendit in coelum: talis dixit, qualis promissus est inde venturus. Aut legant ipsi ubi. Nota Di posteaquam de se ista professus est, fuerit immutatus & aliter ser hat von quàm se discipulis patefecit, ascenderit levatus in coelum. & dispenAut nos ea sequamur quae divinis voluminibus astruuntur, satior nichts genec delirantium somnia & phantasmata vana sectemur. Die dritte widerwertigkeit stehet in deme / daß Christus Joha. & wust. das mündliche essen seines fleisches gentzlich verwirft/ vnd mit einem starcken grunde widerleget. Doct. Luther aber solch mündlich essen im Abendmal nochmals erfordert vnd haben wil. Dise widerwertigkeit abzuwenden spricht erstlich Doct. Luther / das Christus Iohan. 6. sage/ das fleisch ist kein nätze: Da redet er nicht von seinem fleisch/ als wan dasselbe kein nätze were/ mit dem leiblichen munde gessen: sondern er rede von vnserm bösen fleisch/ daß dasselbe kein nützesey. Antwort. Die gantze disputation / die Christus mit den Caperna Die Dritte Capernaiten helt / ist von seinem fleisch / wie man dasselbe essen sol / Iohan. 6 vnd nicht von vnserm fleisch/ obs böse oder gut sey. Christus sagte. man müste sein fleisch essen / sonst könte man nicht selig werden. Daran ergerten sich die Capernaiten / vnd verstunden Christi rede dahin / als wan man sein fleisch leiblich essen muͦste. Solch ergernie abzulehnen / gab jnen Christus zuuerstehen / es were nicht seine meinung / daß man sein fleisch leiblich essen müste / dann er würde gehn Himmel fahren. So were auch das fleisch vor sich selbst kein nütze. das waren Christi gründe / darmit er das leibliche essen seines fleisches verneinte. Wie kan dan D. Luther sagen/ daß Christus nicht von seinem fleisch geredet habe? Es gibts je der gantze contextus, daß Christus von keinem andern fleisch / als seinem eigenen redet / das er in vorgehenden worten habe essen heissen / Weil aber die zuhoͤrer solches auf leibliche weise verstunden/ vnd sich daran ergerten / gibt er mit disen worten zuuerstehen / daß sein fleisch vor sich selbst / so weit er fleisch ist / nichts nütze / sondern es müsse im Geist. oder mit dem munde des Geistes gegessen werden. Vnd also legets Pſalm. 98 auß Auguſtin: Carnem nobis ſuam manducandam ad falutem dedit. Nunquid autem caro vivificat? Ipse Dominus cum de ea loqueretur, dicebat spiritus, est, qui vivificat. Ideo cum illum adoras, ne cogitatione remaneas in carne & à spiritu ne vivificeris. Spiritus enim est, inquit, qui vivficat, caro non prodest quicquam: tunc autem quando hoc Dominus dixit, de carne sua locutus erat. So hat auch Doct. Luther selbst disen spruch / wan er ausser dem streit gewesen / anderst nicht ercleret / als wir ihn erkleren: Daß nemblich das fleisch Christi mit dem Indserleiblichen munde gessen zur seligkeit nichts nütze sey / wie in vntermen an schiedlichen seinen schriften zusehen ist. Erstlich da er spricht: Dann Fronleich also saget er (nemblich Christus) selber hernacher / das fleisch ist kein namsta nütze: Vnd widerumb: Mein fleisch gibt das leben/ wie wollen wir gedruckt in 4. An- das scheiden der Geist scheidet es: Christus wil daß das leibliche esnoXXIII sen des fleisches kein nütze sey / sondern gleuben / daß das fleisch Got56. blat. tes sohn sey / vmb meinet willen vom Himmel kommen / vnnd sein blut für mich vergossen. Nachmals in widerholung derselben sermon / da er spricht: Das aber Häuptursach. aber diß der rechte verstand sey des Euangelions (nemblich / das es In der Kie von dem Geistlichen essen vnd trincken zuuerstehen sey) geben die chen Powort / die der Herr am ende des capittels saget: Der Geist ists der stilgedruda lebendig machet / das fleisch ist kein nütze / die wort die ich rede / ekt zu Wi die sind Geist vnd leben. Mit welchen worten Christus wil / daß das tenb. Anleibliche essen des fleisches kein nätze sey / sondern gleuben / daß dises no 1527. imsonifleisch Gottes sohn sey / vmb meinet willen von Himmel kommen / vnd sein blut fur mich vergossen habe / das ist nütze vnd ist das leben; mertheil fol. 111. B Item abermal da er spricht: Wan Gottes wort vnd zeichen nicht da ist / oder erkennet wird / so hilfts nicht / wan Gott gleich selbst da In d' kirche Posti were / Gleich wie Christus fur sich selbst saget Johan. ⁊. das fleisch sey kein nütze / weil sie nicht auf die wort achten / die er von seinem anno 1540 fleische redet: welche wort machen seinen leib zur speise / da er spricht: zu Wittēb gedruckt / Es sey das lebendige brot vom Himmel / rc. Siehe lieber leser / also imwinter leget Doct. Luther disen spruch selbst auß / darauß vmb so viel meh theil ſol zuvernemen / daß seine andere meinung / da er wil / daß der leib Chr. 275 B ed sti mündlich müsse gegessen werden / vnrecht / vnd der schrift zuwi= aber in d ſermon r. der sein müsse. Seine Nachfölger brauchen dise außflucht / Christus rede Joh. der die E. allein wider das natürliche grobe Capernaitische essen seines flei- pistel am sches / das es nichts nütze sey. Ihre meinung aber sey dise nicht / son- sontagsep tuagesim. dern sie hielten darfür / das der leib Christi zwar müntlich / aber doc / In impref nicht fleischlicher / sondern vbernatürlicher weise gegessen werde. VVimb. Aber auch dises ist gar ein vorgebener behelf/ dan es redet ChriAnno 10 stus in gemein wider alles mündliche essen seines fleisches / vnd setig.234. zet demselben entgegen seine Himmelfahrt / vnd spricht: Wie wan Ihr dan sehen werdet des menschen sohn auffahren dahin/ da er von war? v. 62. Als wolt er sagen: Wie wolt ir alß dan mein fleisch mit ewerem munde erreichen? Vnnd ob wol O. Luther von einem subtilern mündlichen essen redet / als die groben Capernaiten / so kommet doch seine meinung / mit der Capernaiten meinung in dreyen vornemen püncten vberein/ Vnd solches/ Erstlich ratione loci. Dann nach einer meinung / so wol als nach der andern erfordert wird / daß der leib Christi hier auf erden sein musse / Welches aber Christus / in dem er vns auf seine Himmelfart 4 9 Die Dritte melfahrt weiset / clärlich widerspricht. Zum andern / kombt Doct. Luthers meinung mit der Capernal / ten meinung vberein ratione instrumenti, dan sie wollen beyde daß das essen des leibs Christi mit dem leiblichen munde geschehen müsse / jehne auf grobe / Lutherus auf subtile weise. Aber Christus setzet nicht ein grobes vnd ein subtiles mündliches essen gegen einander / sondern simpliciter, carnalem & spiritualem esum, vnnd verwirft jenes gar / es sey grob oder subtil/ vnd tringet allein auf das geistliche. Es ist auch der grund / den er wegen seiner Himmelfahrt führet dem mündlichen essen zuwider / es geschehe grober oder subtiler weise: Dann weil Christus mit seinem leibe gehn Himmel gefahren / so kan man ihn mit dem leiblichen munde / weder grober noch subtiler weise erreichen. Zum dritten / trift Doct. Luthers vnd der Capernaiten meinung mit einander vberem ratione finis: Dan daß mit dem mündlichen essen / dauon D. Luther / wiewol etwas subtiler redet / eben so viel außgerichtet werde / als mit dem Capernaitischen mündlichen essen / solches erscheinet daher / daß Doct: Luther vnd alle sein anhang selbst bekennet / daß solch mündlich essen / wan es gleich nach ihrer meinung vnd auf jre art geschicht / dannoch zur seligkeit nicht nütze / wan das Geistliche nicht da sey: Darauß man dan augenscheinlich siehet / das der spruch Christi / das fleisch ist kein nütze / wieder beides / so wol das subtile als grobe mündliche essen gerichtet sey. Vnd derwegen mit disen worten Christi eines so wol als das ander verSunt mul- worffen wird. ta verba Vnnd weil dise helle wort etlichen dermassen vnter die augen in scriptu leuchten / daß sie dieselben in diser disputation nicht vertragen könris divinis nen / so fallen sie endlich darauf / das sie vorgeben / Es gehöre das quae post 6 Capittel Johannis nicht zur lehre vom Abendmal: Aber lieber sunt trahi ad eum sen. Christ / was sol das sein? sol man dan nicht schrift mit schrift außlesü quě si- gen? oder ist die schrift ihr selbst also zuwider/ das was an bi uns quis einem ort gesagt wird / auf das ander nicht gezogen werden darf? Das q; sponte pręſumſerit: ſed non oportet: Non enim ſenſum extrinſecus alienum & extraneum debetis querere, ut quoquo modo ipsum ex scripturarum auctoritate confirmetis Sed ex ipsis scripturis sensum capere veritatis oportet. c. relatum distinct. 37 Häuptursach Das sey ferne / sondern wir sagen / das zwar / so viel die einsetzung des heiligen Abendmals ahn sich selbst betrift/ dieselbe eigentlich auß dem ort / da solche einsetzung von den Evangelisten beschrieben wird/ vnd auß den worten Christi/ so er darbey gebraucht/ müsse genommen werden / wie aber solche wort zuuerstehen / wie wir vns darein schicken / vnd was es darmit allenthalben vor eine gelegenheit habe / daß musse neben dem beweiß so auß den worten der einsetzung eingeführet /auch ex analogia fidei ja auß dem gantzen wort Gottes / Insonderheit aber was das essen des leibs Christi betrift / auß dem 6. capittel Johannis genommen werden. Dan es handelt Christus an beyden orten von einerley leibe / nemblich von seinem warhaftigen leibe. Er siehet auch auf einen zweck vnd intent: Nemblich wie wir vergebung der sunden / leben vnd ewige seligkeit erlangen sollen/ vnd wil vns das mittel darzu weisen/ wie wir darzu gelangen vnd kommen sollen: Nemblich/ daß wir seinen leib essen sollen / von welchem essen er Johan 6 gelehret vnd bewehret / daß es Geistlich vnd nicht leiblich geschehen müsse. In der einsetzung aber des Abendmals bestettiget vnd widerholet er solche lehre mit zuthun der eusserlichen zeichen / welche vns auf das essen seines leibs weisen vnd führen. Es hat auch der Her Christus an beyden örten einerley occasion vnd anlaß gehabt / von seinem leibe / alt einer speise zu reden: Dann gleich wie er Johan: am 6 darumb auf dieselbe rede kompt / das er saget: Man müsse seinen leib essen / weil er kurtz zuvorn das volck leiblich gespeiset/ vnnd dasselbe ihme nachlief / dergleichen mehr von jme zu entpfangen. Item: Sie sagten ihme von dem Manna/ damit ihre vorfahren waren gespeiset worden: Er aber weiset sie von der leiblichen speise/ vnd von dem irdischen Manna auf das Geistliche. Also hat er auch bei der einsetzung des Abendmals die occasion von essen des Osterlambs genommen / vnd gleich wie in demselben / durch das eusserliche essen des Osterlambs die Israeliten des Vberschrits/ so der würg Engelgethan / erinnert wurden (darumb es auch den namen des Überschrits oder Pascha hat) also hat er gewolt/ daß wir im eusserlichen essen des Abendmals sein gedechtnis behalten sollen. Darumb er auch dem brot den namen seines leibes gegeben. Er braucht auch an beyden Die Drücke den orten einerley reden: Dann gleich wie er Jahan: am 6. saget, Das brot / das ich geben werde vor das leben der welt / Also nimpt er in der einsetzung des Abendmals natürlich brot / weiset darauf vnd spricht / Das ist mein leib der fur euch gegeben wird / zur vergebung der sunden. Heist also Johan: 6. seinen leib ein brot. Im Abendmal nimbt er brot vnd heissets seinen leib: Als wolte er das jenige / was er Johan: am 6: nur mit worten gesagt / itzo eusserlich mit zuthun des leiblichen brots vorbilden / Alles zu dem ende / daß wir dardurch auf seinen leib gewiesen/ vnnd denselben essen sollen / nicht leiblich / sondern geistlich / wie er es Johan: am 6. erkleret. Als het er sagen wollen: Ich habe itzo das letzte brot vor meinem leiden mit euch gessen. Nun wisset jhr / daß ich hiebeuor euch gelehret / mein leib sey das rechte brot / welches jhr essen müsset / wan jhr leben vnd selig werden wollet. Ihr wisset / wie ich euch dasselbe außgelegt/ Zu bekreftigung dessen gebe ich euch dises sichtbare natuͤrliche brot / vnd wil / daß jhr es esset / vnd durch diß essen / sollet ihr des rechten Himmelbrots / das ist / meines wahren sichtbarlichen natürlichen leibs theilhaftig werden / also wie ich euch hiebeuor gelehret / daß ihr jhn essen sollet / das brot sol euch mein leib sein / das ist / wann jhrs esset / solt ihr dardurch auf meinen wahren leib gewiesen werden / denselben im Geist in guter gedechtnis vnd wahrem glauben zu ergreiffen/ vnd jhm einuerliebt zu werden/ welches jhr zu einem gedechtnis / denckmahl vnnd zeichen desselben haben vnd brauchen ſollet. Vnd ob wol solche erklerung bey der einsetzung des Abendmals eigentlich nicht geschehen (wiewol sie in den worten: solches thut zu meinem gedechtnis/gnugsamb angedeutet wird) Weil aber der Herr Christus albereit hiebevor seine Jünger gnugsamb vnter. wiesen / wie sie es verstehen solten / wan er von dem essen seines leibs redete / so ist domals gantz vnnötig gewesen / solches zu widerholen dan ihnen die predigt zu Capernaum / da sich die Juden so sehr darangeergert / sie aber bestendig blieben / also nicht entfallen sein können / daß sie nicht / da Christus widerumb eben dieselben wort brauchet / daran hetten gedencken sollen / wie er es verstanden haben wol len Häuptursach. len / wann er von dem essen seines leibes redete: Derwegen sie sich auch daran im geringsten nicht geergert / wie es der alte lehrer Chri-Homi. 8. sestomus anzeucht: Quomodo turbati non fuerunt cum hoc in Matth. audissent Apostoli? quia multa jam & magna de hoc disseru. Tom. 2. it, quapropter nec illud quod jam erebrò perceperant, confirmavit. Wie ist es kommen / das die Apostel / wie sie gehört / daß er Christus gesagt: nemet esset/ das ist mein leib/ sich nicht geergert haben/ noch daruͤber bestuͤrtzet worden sind? Darumb weil Christus albereit zuuor viel vnd grosse ding von diesem essen seines c. leibes gesagt / darumb hat er das jenige / was sie schon oft vernom=Est locus men/ itzo nicht widerholet noch bekreftiget: Augu. de Vnnd Augustinus sambt Theodoreto halten dafür / daß der E=consens E uangelist Johannes / eben darumb die historien der einsetzung des vangelist Abendmals zu beschreiben außgelassen / weil er am 6. cap. die pre= lib. 1. ca. 1. digt des Herrn Christi / wie man seinen leib essen solte / so außführ= ubi ait: Io lich aufgeschrieben / vnnd dardurch das jenige / was die andern E=annes de corpore e uangelisten von der einsetzung des Abendmals / der historien nach / sanguine aufgezeichnet / gleichsam erkleret. Vnd Cyprianus sagt außtrückDominl lich / daß in derselben predigt des Herrn Christi Johan: 6. spiritu hoc loco ale documentum, nempe ad verba coenae intelligenda. Dat [nimirů ist: Eine geistliche vnterweisung / nemblich zum verstand der wort c.13 Jnihil des Abendmals begrieffen sey. Vnnd Gregor: Emissen. ad illa dixit, sed verba: Accipite, comedite, hoc est corpus meum: Exponit planè ali(inquit) hoc in loco quid significaret, cùm alibi diceret, nisi bi(nempec. manduca veritis carnem filii hominis & biberitis ejus sangui. 6.) multo nem, non habebitis vitam aeternam. Mit welchen worten er uberius außtrücklich auf das 6. cap. Johannis weiset. Wie kömpt man dan hinc Dominū lojtzo darauf / das man dasselbe capittel Johannis von dem Abendmal cutū eſſe des Herr auschliessen solte testatur. Dann einmal ist es wahr vnnd vnwidersprechlich / was Idẽ sentit Christus an demselben ort verworffen vnd widerleget/ das kan er Theodo. am andern nicht eingesatzt haben / Dial.2.ad Nun hat er je das mündliche essen seines leibs daselbst auß= de Cyril. lib. 4. in trücklich verworffen: Darumb kan er es im heiligen Abendmal nicht wider ein= Joh.ca.14 gesagt Die Dritte gesatzt noch befohlen haben / es geschehe nun grober oder subtiler weiſe. Dann oben erwiesen / daß es in effectu auf eines außleuft: Dan Christus setzt Johan. 6. nicht gegeneinander ein grobes vnd ein subtiles mündliches essen / sondern ein mündliches vnd ein geistliches / vnd verwirft jenes gantz vnd gar / bestettigt aber allein das Geistliche / welchs so wol den groben als subtilen mündlichen essen entgegen ist. Vnd ist also dises auch die dritte widerwertigkeit zwischen dem wort Gottes vnd Doct: Lutheri meinung oder außlegung der wort des Abendmals. Es sind zwar etliche/ die von ihrem vorgefastem wahn vnd vn rechtem verstande der wort Christi dermassen eingenommen sein / daß / ob sie gleich dise contrarieteten des worts Gottes vnd jrer außlegung der wort Christi befinden / vnd derselben in jrem gewissen also vberzeugt werden / das sie mercken / daß es nicht zusamen gereimet werden kan: So bleiben sie dannoch bey jhrem dünckel vnd sagen: Man sol sich dise contrarieten gar nicht irren lassen / sondern beydes glauben. Ziehen darzu das exempel des gleubigen Patriarchen Abrahami / welcher zwar auch contrarieteten im wort Gottes befunden / aber sich dannoch nicht irren lassen / sondern beydes geglaubet / in deme er erstlich die verheissung hatte / daß jm auß Isaac der verheissene same solte geboren werden / Vnd dannoch hernach er befehl bekam / er solte jhn schlachten: Da hette er (sagen sie) auch bey sich schliessen können / daß seyn contraria, darumb muß das letzte figürlich verstanden werden / Aber er hats nicht gethan / sondern dem wort Gottes gefolget / ob es wol wider einander lief. Disem / meinen sie / wollen sie es im gegenwertigen fal auch nachthun / ja sie dürffen wolsagen / sind sie betrogen / so werden sie von Christo wol betrogen. Aber sie blenden sich hierunter selbst, vnd bedencken nicht / wie eine vngereimte consequentz vnnd folge es sey / von einer sonderbaren offenbahrung vnd extraordinari befehl Gottes schliessen vnd argumentiren auf ein Sacrament: Welches pars ordinarii ministerii in Ecclesia, vnd seiner art / eigenschaft vnd natur nach anders nicht als solche reden mit sich bringet / daß das Sacramentliche zeichen / den namen des Himlischen guts / so darunter Häuptursach. darunter bezeichnet wird / führet. Abraham hatte seine sonderliche gesichte vnd offenbahrung / vnd wuste also wie er sie verstehen solte: wir aber haben das ördentliche wort Gottes/ vnd wissen/ daß die Sacramenten nicht darüb eingesetzet / das sie etwas newes bringen sollen / sondern allein das jenige / was vns im wort furgehalten wird / versicheren: Darumb können wir nicht geschehen lassen / das die Sacramenta also außgelegt vnnd verstanden werden/ das sie dem wort Gottes zuwider sein. Dan sie gehören nicht ad extraordinarias revelationes, sondern ad ordinarium ministerium Euangelii, vnd kan man von einem auf das ander gar nicht schliessen. Es hat auch Gott der Herr den Ertzvatter Abraham nicht lange in der perplexitet, als ob sein wort einander zuwider were / stecken lassen / sondern jm bald hernach gewiesen / quod in sinu ipsius non sit contradictio, wie Augustinus redet: Wie solte dan der Herr Christus seine außerwehlte kirche/ so lange die welt stehet/in der perplexitet lassen? Da ihr doch so viel daran gelegen / daß sie in disem leben diß geheimnis recht verstehen/ vnnd also dessen seliglich brauchen möge? Dan in jenem leben dises zu lernen / wird (wie ober gedacht) viel zu lang werden. Aber es hat sich der Herr Christus gnugsam erkleret / was er vor einen leib habe: Er hat vns auch gelehret wie wir jhn essen sollen. Den sollen wir hören / vnd sein wort recht verstehen lernen / nicht aber vns selbst blenden vnd bethören: Dan Christus hat es vns teutsch genug gesagt / wer es nu nicht verstehen wil / der hat jme die schuldt zuzumessen v nicht Christo / Vnd wollen dieselben leute nur den spruch Augustini / so auch oben angezogen / erwegen / da er schreibet: His dictis mox ascendit in coelum: Pręmunire voluit aures nostras adversus eos, quos procedentibus temporibus exsurrecturos esse praedixerat & dicturos: Ecce hîc Christus, ecce illîc, quibus ne crederemus, admonuit, nec ulla nobis excusatio est, si crediderimus adversus vocem pastoris nostri tàm claram, tàm apertam, tàm manifestam, ut nemo vel obtusus & tardus corde possit dicere, non intellexi, Da auch dises gelten soll/ daß einer auß der schrift etliche wort nemen / dieselbe nach seiner erst gefasten meinung außlegen / vnnd darnach schreyen darf / bin ich betrogen / so bin ich wol betrogen / vnd Die Dritte Häuptursach vnd sol damit entschuldiget sein: So haben die Juden heutiges tages eben dergleichen einzuwenden / Dann sie haben das clare helle wort Gottes im alten Testament vor sich/ sie haben die verheissung / daß sie das volck Gottes / vnd in summa alles dessen zugewarten / was jhnen in den Propheten vnd der herligkeit des Jüdischen volcks vorgeschrieben / darauf sie sich auch noch heutiges tages verlassen / wird sie aber solches darumb entschuldigen? Mit nichten. warumb nicht? Dan sie verstehen das jenige / was sie auß der schrift anziehen / nicht recht / wollens auch anders nicht verstehen / als wie sie es jhnen vorgenommen / dan sie von dem Geistlichen Reich / vnd dem Geistlichen samen Abrahä nichts wissen. Also höret man täglich in den Päbstischen kirchen dieses aufs heftigste treiben. Es könne die kirche / sonderlich im newen Testament nicht irren / dan sie habe so starcke vnd grosse zusagung / das Christus mit seinem Geisstetz bei jhr sein wolle/ darumb sol sich ein jeder nur zu der kirchen halten / vnd solte er gleich betrogen werden / so wurde er wol betrogen / dan er hette der kirchen getrawet / die da in der schrift selbst eine Seule vnnd grundfest der warheit genennet wird. Aber wird auch einen dises entschuldigen? Mit nichten / dan die verheissungen vonbestendigkeit vnnd herligkeit der kirchen Gottes werden nicht recht verstanden / wan man sie von der euserlichen gemeine / sie sei auch so ansehnlich vnd groß als sie immer wolle / verstehet / wie solches an andern örten verkleret wird. Darauß man siehet / daß es nicht genug / wan einer schreyet / bin ich betrogen / so bin ich wol betrogen: Dann es kan sich einer durch vnrechten verstand des worts Gottes wol selbst betriegen / vnd heist darnach Verbum DEI non rectè intellectum, non est verbum DEI. Vnd dises sey auch genug von der dritten vrsach/ warumb wir die meinung von der leiblichen gegenwertigkeit des leibs vnd bluts Christi im brot vnd wein des heiligen Abendmals / vnd der mündlichen niessung desselben nicht beyfal geben können / dieweil nemlich solehe meinung nicht allein keinen grund in Gottes wort hat. sondern auch demselben vielfeltig zuwider ist. Die Die Vierte Häuptursach Die Vierte Häuptursach. Je vierte vrsach / Warumb wir D. Luthers vn seiner Ad hęrenten meinung nicht beifallen könne / ist: Weil sie der natur vnd eigenschaft der Sacramente gentzlich zuwider leuft: Vnnd solches in dreyen vornemen püncten. Dann erstlich sind die Sacramenta heilige von Gott eingesetzte zeichen / dardurch vns die verheissung vnd geheimnis Gottes vor=Im sermon vom gebildet / versiegelt vnd vergewisset werden / wie Lutherus selbst beehelichen kennet. Ein Sacrament heist ein heiliges zeichen/ das da bedeutet stand Tö. etwas anders Geistlich / Heilig / Himlisch vnd ewig ding. August 1. len. fol. Ista enim fratres ideo Sacramenta dicuntur, quia in illis aliud videtur, aliud creditur & intelligitur. Quod videtur, speciem habet corporalem, quod intelligitur, fructum haber Infermo: spiritualem. Item, in Sacramentis non quid sint, sed quid os. de infant. tendant, est attendendum, quia signa sunt rerum aliud existentia aliud significantia. Vnnd bestehet also ein jedes Sacra=imin. lib. ment in zweyen stücken / nemblich in den eusserlichen zeichen / vnnd 3. cap. 22. in dem bezeichnetem innerlichen Himlischen gute. Es haben aber darumb die eusserlichen zeichen das bezeichnete guth nicht wesentlich in sich / dann es sind die Sacramenta nicht geschir / darinnen die verheissene güter wesentlich eingefasset weren. wie wein im vaß / oder bier in einer kannen / sondern sie sind zeichen vnd mittel / in welcher rechtem gebrauch man das bezeichnete guth durch den glauben erlanget / vnd dessen so gewiß theilhaftig wird / als einer des eusserlichen zeichens selbst teilhaftig wird. Dan gleich wie das bezeichnete guth in allen Sacramenten geistlich ist / also wird es auch eigentlich der seelen vnd dem gemüth des menschen zugeeigenet / zu welches vorbildung vnnd versicherung / die leiblicht zeichen mit den eusserlichen sinnen vnd dem leibe entpfangen werden / wie solches mit allen Sacramenten des Alten vnnd Newen Testaments zuerweisen / auch die jenigen/ so sich Lutherisch M Die Vierte therisch nennen / wan sie in gemein von den Sacramenten reden dessen mit vns einig sein / wie auch in deme / daß im heiligen Abendmal die eusserliche zeichen sind brot vnd wein/ das bezeichnete gut aber sey der leib vnd das blut Christi. Wann man nun nach art vnd eigenschaft der Sacrament hieruon vrtheilen sol / so siehet je menniglich/ daß es demselben gantz vnd gar zuwider / daß der leib Christi / als das bezeichnete guth im brot / als dem zeichen stecken / vnd so wol mit dem munde / al die zeichen genossen werden sol / sondern dises erfordert die natur vnd eigenschaft der Sacrament / daß das gesegnete brot ein eusserlich zeichen / vorbildung vnd auß Gottes verordnung ein siegel sey / das der leib Christi dem menschen / so es braucht / zugeeignet werde/ nemblich dergestalt wie bezeichnete güter dem menschen in dem Sacrament zugeeigenet zu werden pflegen / das nemblich das hertz vnd die seele innerlich entpfehet / was die eusserliche zeichen auß Gottes befehl vorbilden vnd andeuten / dardurch dan der natur vnd eigenschaft dises Sacraments eine volle genüge geschicht / vnnd ist nicht nötig / daß das bezeichnete guth in den eusserlichen zeichen wesentlich verborgen sey Vnd weil dan wie bemelt / die Sacramenta nicht geschirre sind / so das bezeichnete guth wesentlich in sich hetten / wie sol man dan muhtmassen / daß Christus also dauon habe reden wollen/ wie man von geschirren pfleget zu reden? Daß man nemblich saget/ das ist das / an statt / in dem ist das. Ists nicht vielmehr gleublich / weil die Sacramenta zeichen sein / daß Christus auch also dauon habe reden wollen / wie man von zeichen pflegt zu reden? Nun ist das der brauel bey Gott vnd den menschen/ wan man von zeichen redet/ daß man den zeichen den namen des bezeichneten dings selbst gibt vnd spricht: Das ist das oder das/ da man sagen wil/ das is ein zeichen dessen oder dessen / zum Exempel. In Göttlichen sachen von der beschneidung sagte Gott: Das ist mein bund / da er sagen wolte / Gen. 17 v. 18. 11. das sol ein zeichen sein meines bundes/ wie oben angezogen worden. Vnd ebener massen in weltlichen sachen: Wan man bey einem Fürstlichen Hofleger eine gemahlete hand mit einem beil anschleget / Häuptursach. anschleget: Spricht man / das ist die freiheit / da man sagen wil / das ist ein zeichen der freiheit / oder das bedeutet / daß an disem ort freiheit ist. Also / wan ein Herr eine geselschaft oder bruderschaft aufrichtet / so gibt er denselben / welche er darein nimbt / ein ketlem oder bildnis / da sagt man / das sey die geselschaft / da doch die geselschaft nicht in dem ketlein steckt / sondern es ist ein zeichen / ein denckmal vnd vergewisserung der angebottenen geselschaft. Sihe Leser / das ist der brauch bey Gott/ vnd bey den menschen: Also pflegen Gott vnd die menschen von den zeichen zu reden: Daß sie nemblich sagen das ist das / oder das: da sie sagen solten / das bedeuten das oder das/ oder das ist ein zeichen oder denckmal deß oder dessen. Warumb solte dan der sohn Gottes in einsetzung seines gnadenzeichens anders haben reden wollen? Dann daß das heilige Nachtmal ein Sacrament / das ist / ein heilig zeichen oder ein heilig denckmal oder gedechtnis des Herrn Christi sey / das ist vnleugbar: Sinthemal es Christus selbst also nennet/ da er spricht: Das thut zu meiner gedechtnis. Da nun das Nachtmal darzu eingesetzt ist. das es ein gedechtnis / oder erinnerung / oder zeichen vnd denckmal sein sol / wie Christus seinen leib vnd blut fur vns in todt gegeben habe: Warumb solte man dan die wort/ da Christus saget vom brot: das ist mein leib: nicht also verstehen können / wie es breuchlich ist bey Got vnd bey den menschen / daß dergleichen wort / die von zeichen vnd gedechtnissen vnd erinnerungen reden / pflegen verstanden zu werden? Es ist je diser verstand der natur vnd eigenschaft aller Sacrament ehnlicher / als daß man von denselben / als Geschirren reden / vnd die bezeichnete güter wesentlich darein stecken wolle / es sey nun auf grobe oder subtile weise: Dan dißfals daran nicht gelegen / sondern beydes der natur vnd eigenschaft der Sacramenten zu wider ist. Vnd eben dises hat auch gelehret S. Ber= In Serme nardus/ da er also schreibet: Sacramentum dicitur sacrum si- de Coena gnum, seu sanctum secretum. Multa quidem fiunt propter Domini se, alia vero propter alia designanda, & signa sunt: Vt enim de usualibus accipiamus exemplum, datur annulus absenti propter annulum, & nulla est significatio, datur ad investiendum M ij Die Viertel dum ad haereditatem, tunc & signum est, ita ut jam possit dicere accipiens: Annulus non valet quicquam, sed haereditas est, quam quaerebam. In hunc itaque modum appropinquans passioni Dominus de gratia sua investiri curavit singulos, ut in visibilis gratia signo aliquo visibili praestaretur: Also Bernhardus. Dardurch er gnugsamb zuuerstehen gibt / daß gleich wie zu erlangung des jenige/ mit welchem man vermittelst eines rings belehent wird / gar nicht nötig ist / daß das guth selbst in dem ringe steeke: Also sey auch nicht nötig / daß der leib Christi / so vns durch das eusserliche zeichen des brots angebotten wird / darin stecke / sondern daß er mit dem gemüth vnd hertzen begrieffen werde. Es wil zwar von dem gegentheil vnter dem Abendmal des Herren / vnnd andern Sacramenten dahero ein vnterscheid gemacht Ad Bonif werden, das Christus im Abendmal außtrücklich saget: Das ist Ep. 23. Et mein leib. Aber es ist dises ein schlechter einwurf / dan es ist / wie hunclocū auch oben angedeutet / aller Sacramenten art vnd eigenschaft / daß Augus de die eusserliche zeichen mehrertheils mit dem namen des bezeichneten verbo ad guts genennet werden / vnd solches auß zweyerley vrsachen: Erstverbü re- sich / wegen der gleichheit / so gemeiniglich die eusserlichen zeichen scrt&pro bat Ama. mit dem bezeichneten guth haben: Vnnd dan wegen der gewißheit / lari Episc daß das bezeichnete guth durch die eusserlichen zeichen so gewiß vorTreviren gebildet / gereichet vnd vergewissert wird / als einer das eusserliche in lib. de zeichen empfehet. Vnd diß lehret vns Augustinus / da er sagt: SaEccles: of-cramenta ex similitudine earum rerum, quarum sunt Sacrafic. lib. 1. c menta pleruque ipsarum rerum nomina accipiunt: Sicut ergo 24. ubi e secundum quendam modum Sacramentum corporis Christi, tiā ait: Ad corpus Christi est, ita Sacramentum fidei, fides est. Sic dicitur hoc valent ab Apostolo: Consepulti sumus Christo per baptismum in morsacramen tem: Non ait Apostolus sepulturam significamus, sed prorsus ta, ut nos perducant ait, consepulti sumus: Sacramentum ergo tantae rei non nisi ad ipsas ejusdem rei vocabulo nuncupavit: Mit welchen worten Augures, quarum stinuts nicht allein die art vnnd eigenschaft der Sacramentlichen resacramen den recht beschreibet / sondern auch zuuerstehen gibt / daß solche art ta sunt. zu reden nicht allein im Abendmal des Herrn/ sondern auch in der heiligen Häuptursach. heiligen tauf breuchlich sey / vnd das eine rede so wol als die andere [a] Vide nach soleher Sacramentlichen art zu reden / zuuerstehen sey. WelMornxů chem auch alle alte kirchenlehrer einhelliglich nachfolgen (a), DardeEucha. umb so wenig als auß den worten Pauli/ da er sagt/ Wie viel ewe li. 4. c. 3. p. rer getauft sind / die haben Christum angezogen. Item: Wir sind 670. ubi mit Christo begraben durch die taufe in todt / So wenig / sagen wir / prolixè o auß solchen reden folget / daß wir in der Tauf den Herrn Christum stendit pe leiblich/ jedoch vnentpfindlicher vbernatürlicher weise/ wie ein tres semper kleid anziehen / item / leiblicher / aber doch vbernatürticher weise be= à baptisgraben werden: So wenig folget auß den worten Christi / Nemet mo ad ca nā Domiesset / das ist mein leib/ daß man Christi leib mit dem leiblichen ni, & vice munde / es sey natürlicher oder vbernatürlicher weise / esse / sondern versa ares sind wort eines Sacraments / in welchem das jenige / was die gumentaeusserliche zeichen vorbilden vnd versichern / vnnd innerlich in dem ri, & utro glaubigen gemüth des menschen verrichtet wird/ den eusserlichen big locu zeichen zugelegt wird / in deme sie nach dem namen des innerlichen tiones ag bezeichneten guts genennet werden. Vnd welcher ist / der da leng- noscere nen könne / daß wir in der heiligen Tauf dem Herrn Christo einuerleibet / vnd dahero auch seines leibs vnd bluts warhaftig theilhaftig werden / wie Augustinus saget: Nulli est aliquatenus dubitandum, unumquemque fidelium corporis & sanguinis Dominici tunc esse participem, quando in baptismate membrum effi citur Christi: nec alienari ab illius panis calicisque consortio, etiamsi, antequam panem illum comedat, calicemque bibat, c. quia pas de hoc seculo migraverit in unitate corporis Christi consti- sus, De cō tutus, Sacramenti quippe illius participatione ac beneficio secrat. di stinct. 2. non privatur, quando in ipso hoc, quod Sacramentum significat, in venitur. Wer hat aber jemals gesagt / daß der leib Christi in dem wasser wesentlich verborgen sey? Vnd hilft sie nicht das sie vorgeben/ man könne darumb von der Tauffe auf das Abendmal nicht sehlissen / weil Christus von der Tauf nicht gesagt habe: Tauffet das ist mein blut / wie er vom Abendmal gesagt hat: Esset das ist mein leib. Dann ob es wol Christus mit außtrücklichen worin der Tauf nicht gesaget / so ist doch an sich selbst gewiß vnd vnstrei tig/ daß wir in der Tauf durch nichts anders/ als durch das blut Christi Die Vierte Christi von sunden gewaschen vnd gereiniget werden: Vnd müssen wir in der Tauf den Herrn Christum so warhaftig anziehen / so warhaftig wir im Abendmal seinen leib vnd blut essen müssen / sonst ist vns beides nichts nütze: Vnnd ist je einerley art Christum zubegreiffen in beyden Sacramenten / so wol der Tauf / als des Abendmals / wie solches mit vnzehlichen sprüchen der alten kirchenlehrer zu beweisen / vnd darzu thun / Wir lassen es aber darbey zu disem mal bewenden. Ferner wollen etliche hierbey einwenden / Es weren in den SaViel der gleichen cramenten des newen Testaments keine andeutungen / sondern es zeuchnis sey alles wesentlich. Aber dises ist gantz falsch vnd irrig / vnd zeuget stehen To. Doct: Luther selbst vielfaltig / daß eben so wol in den Sacramenten 1. Ien. fol. des newen Testaments/ als in den Sacramenten des alten Testa183.184 ments bedeutung seyn. Dan also spricht er von der Tauf in kleinem 185. 186. Catechismo: Frag: Was bedeutet solch wasser teuffen? Antwort: 187. im Es bedeutet/ daß der alte Adam sambt allen sünden vnnd ſermō vō bösen lüsten in vns erseuffet werden/ vnnd auferstehen ein neuer d Taufe mensch / rc. welches eben so viel geredet ist / als wan er gesagt hette Té:1:Ien mit einem wort / Es bedeutet die widergeburt. Dann die wiedergefol.204 burt ist nichts anders / als die tödtung des alten / vnd auferstehung 205.206. des newen menschens. Also vom heiligen Nachtmal spricht Doct: „ Luther: Das ist die wahre bedeutung dieses Sacraments. Item: Es sey nicht genug / daß man wisse / was das Sacrament sey / vnd was es bedeute / So doch Christus seinen leib darumb gegeben hat / „daß dises Sacramentsbedeutung geübet werde / rc. Ist derwegen auch dises falsch vnd nichtig / daß man saget: Daß in den Sacramenten des newen Testamens keine bedeutungen sindt / vnd darauß schliessen wil / die wort Christi / das ist mein leib / könten den verstand nicht haben / als hette er sagen wollen / das bedeutet meiner leib. Es sind bedeutungen in allen Sacramenten so wol des newen als des alten Testaments / Allein ist das der vnterscheid / daß die Sacrament des alten Testaments auf den zukünftigen Christum bedeutet haben / Die Sacrament aber des newen Testaments deuten Häuptursach. ten auf den Christum / der schon kommen ist: Vnnd sind derwegen In 8 kirchē poſti herlicher vnd gewisser so viel gewisser ist was schon geschehen / als in d'aufde was noch geschegen sol. Wie solchen vnterschied Doct: Luther selbst sung des sehr herlich vnd wol erkleret: Da er spricht: Es ist allenthalben ei pruche nerley glaub vnd geist / ob wol anderley zeichen vnd wort sind / die S. Pauli zeichen vnd wort werden wol von zeit zu zeit anders gegeben: Aber 1. Cor. 10 es bleibt doch einerley glaube an demselben einigen Gott / der durch 3.4. Witmancherley zeichen und wort zu mancherley zeit einerley glauben teb. Anno vnd geist gibt / vnd durch denselben auch einerlei vergebung der sun=1540. im den / erlösung vom todt vnnd seligkeit in allen heiligen wircket / sie winterteil seyen im anfang / mittel oder ende der welt. Das meinet hie S. fol. 175. ozu WitPaulus / daß die vätter haben eben dieselbe speise gessen / vnd dense tenb. Año ben tranck getruncken mit vns: Doch thut er das wörtlein Geistlic 50. nd E darzu / dan eusserlich vnd leiblich hetten sie andere zeichen vnd wort pi kelam dan wir/ aber eben denselben Geist vnnd glauben Christi/ den wir Sontag haben: Essen aber vnd trincken Geistlich / ist nichts anders dan gleu= Sexagesin. ben ahn Gottes wort vnd zeichen / wie auch Christus saget Joha. 6 pag. 233. b Wer mein fleisch isset / vnd trincket mein blut / der bleibt in mir vnd ich in ihme / Jtem / mein fleisch ist eine rechte speise / vnnd mein blut ist ein rechter tranck: Das ist: Wer an mich gleubet / der wird leben: ce Item / sie truncken aber von dem Geistlichen selß / der mit folgete / welcher war Christus: Das ist / sie gleubeten an denselben Christum/ da wir an gleuben/ wiewol er noch nicht ins fleisch kommen co war / sondern hernach kommen solte: Vnd solches ihres glaubens zeichen war der leibliche felß / da sie wasser auß truncken: Gleich wie wir an dem leiblichen brot vnd wein / auf dem Altar essen und trineken den wahren Christum Geistlich / das ist / in essen vnnd trincken eusserlich / vben wir den glauben innerlich / rc. Das auch die Sacramenta des newen Testaments figuren vnd vorbilde seyn / haben die alten lehrer einhellig bekennet / als Gre. In orat gor. Nazianz. Caeterum jam Paschae fiamus participes, figuraliter tamen adhuc: Etsi Pascha hoc veteri sit manifestius: te fol.324 Siquidem Pascha legale, audenter dico, figurae figura erat ob- De officiscurior. Vnd noch deutlicher Ambrosius: VMBRA in LEGE, is lib. 4. IMAGO in ECCLESIA, VERITAS in COELESTIBVS. ca. 48. Jtem / Die Viertl Item / Christus offert se hîc in imagine ibi (in coelo) in veritate, ubi apud patrem quasi advocatus pro nobis intercedit. Augustin: Hujus sacrificii caro & sanguis ante adventum Contra Faust. Ma Christi per victimas similitudinum promittebatur: in passi nich. lib. one Christi per ipsam veritatem reddebatur? post ascensum 20. ca.2 Christi per Sacramentum memoriâ celebratur. Weil nun disem also / vnd weil in allen Sacramenten bedeutung vnd zeichen seind: Wie auch die Apologia der Augspurgischen Confession saget / mit dem alten lehrer Augustino von allen Sacramenten: Das Sacrament ist ein sichtbarlich wort/ dann das eusserliche zeichen ist wie ein gemälde/ dardurch dasselbe bedeutet wird/ was „ durch das wort geprediget wird / rc. Weil (sagen wir) in allen Sacramenten bedeutungen sind / so folget / daß auch in allen Sacramenten dise art zu reden stat haben kan/ das man saget/ das ist das oder das / da man sagen wil / das bedeutet das oder das / nicht aber / das ist wesentlich in / mit vnd vnter deme. Es wird vns von etlichen auch diß opponiret/ man muß in allen Sacramenten auf zweyerley sehen: Erstlich / was das Sacrament vermöge der einsetzung nach der substantz vnd wesen sey / Zum andern / was der rechte gebrauch desselben sey: Darauß sie ferner schliessen / daß so viel die substantz vnnd wesen des Abendmals des Herrn betrift / solches in den eusserlichen zeichen vnd dem bezeichneten leib Christi bestehe: Der rechte gebrauch aber sey die Geistliche niessung des leibs Christi/ ohne welches die substantz vnd wesen des Sacraments zwar nichts nütze / Aber dennsch das wesen des Sacraments nichts destoweniger volkömblich bestehe: Sinthemal die Sacramenta auch sind vnd bleiben / ob sie gleich nicht Geistlich gebraucht vnd genossen werden/ wie von den vnwirdigen vnd andern geschicht / so die Sacramenta zwar nicht Geistlich / aber dannoch volkömblich geniessen. Darauß sie ferner inferiren / daß der leib vnd blut Christi als ein substantialstück der Sacraments / nicht allein in dem rechten geistlichen Gebrauch des Sacraments / sondern auch ausser dem rechten Geistlichen gebrauch mit den eusserlichen zeichen genossen werde / sonst wurde es (sagen sie) kein gantz vnd polkommen Sacrament sein. In Häuptursach. In disem argument vnnd grund ist zweyerley in acht zu nemen Dann / ob wir wol nach dem spruch lrenæi gerne nachgeben / daß zu einem jeden Sacrament zwey ding gehören / ein irdisches vnd ein Himlisches: So folget doch darauß nicht / daß das Himlisch in dem irdischen stecken müsse/ sondern darumb gehören die zwey stäck zur substantz des Sacramentz / weil das eusserliche/ wan es nichts innerlichs zu bedeuten hette / kein Sacrament were / noch also genant werden könte. Gleich wie nichtes ein zeicher kan genant werden es sey dan daß es auf was zeige: Dann das bezeichnete gehöret al zeit zu der substantz cujuslibet signi, ita ut signum non sit signum nisi respectu rei alienae. Es folget aber darauß nicht / daß das bezeichnete in den zeichen wesentlich stecken müsse / oder daß das bezeichnete eben also entpfangen werde / als das zeichen Dann sie müssen je selbst gestehen/ daß im Abendmal des Herrn dise zwey ding nicht auf einerley art vnd weise genossen werden dan sie je selbst sagen / Ob wol der leib Christi mündlich gessen werde / so geschehe es doch nicht auf die weise/ wie man das leibliche brot isset / sondern vbernatürlicher weise / machen also selbst vnterscheidene essen / welches wir acceptiren / vnd sagen darauf / daß die niessung vnd gebrauch der beyden stücke / darauf ein Sacrament bestehet / dem wesen derselben dermassen anhengig sein / daß auch keines anderer gestalt genossen noch empfangen werden kan / als wie es an ihme selbsten ist. Dann das irdische vnd eusserliche kan nicht anders als eusserlich vnd leiblich/ das Himlische vnd bezeichnete guth aber / anderer gestalt nicht/ dan Geistlich von dem innerlichen menschen genossen werden. Darumb so wenig einer des leib lichen brots mit dem gemüth wesentlich theilhaftig werden kan / so wenig kan er des Himlischen bezeichneten guts mit dem leiblichen munde wesentlich geniessen / sondern es gehören zu disen zweyen / darauf ein Sacrament bestehet / auch zweyerley niessunge. 1/ v. und kan keines anderer gestalt / als nach seiner art entpfangen werden. Zum andern ist alhie zumercken / daß vnter disen zwegen dingen / in welchen gesagt wird / daß ein Sacrament bestehe / gleichwol dieser vnterscheid gehalten werden müsse / daß / eigentlich daruon zu reden / nur das eusserliche irdische ding / welches auf das Himlische guth Die Vierte 100 guth weiset / ein Sacrament genennet wird. Das Himlische bezeichnete guth aber ist / eigentlich dauon zu reden / nicht das Sacrament / sondern res Sacramenti, der innerliche schatz des Sacraments, vnter welchen dan jederzeit in der kirchen Gottes ein grosser vnterscheid gemacht vnnd gelehret worden / also daß im Abendmal des Herrn das gesegnete brot vnd wein eigentlich das Sacrament genant / der leib vnd das blut Christi sey nicht eigentlich das SacraIn Iohan. ment / sondern res Sacramenti, das bezeichnete guth: wie auß nachTract. 2. folgenden zeuchnissen zu sehen / als da Augustin schreibet. Hujus rei Sacramentum alicubi quotidiè, alicubi certis dierum intervallis de mensa dominica sumitur quibusdam ad vitam, quibusdam ad exitium. RES VERO IPSA, cujus est SacramenIn Epist. tum, omni homini ad vitam, nulli ad exitium quicunque ejus f. ad Mar particeps fuerit. Item: Nimis longum est convenienter discellin. putare de veritate (lege. varietate) signorum, quae cùm ad res lib. 3. con- divinas pertinent, Sacramenta appellantur. Da er außtrück tra Maxi lich weiset / daß die eusserlichen zeichen Sacramenta genennet werden. Idem: Sacramenta signa sunt rerum, aliud existentia, & aliud significantia. Et idem Augustin. bonus accipit SacraCitante mentum & rem Sacramenti, malus accipit Sacramentum a Lōbard dist. 9 lib: non rem. Item: Hic est panis de coelo descendens, ut si quis 4. senten: ex ipso manduca verit, non moriatur: Sed quod pertinet ad Tract. 16 Virtutem Sacramenti, non quod pertinet ad visibile Sacrain Iohan. mentum. Qui manducat intus non foris, qui manducat corde, non qui premit dente. In welchen worten virtus Sacramenti, so viel ist als res Sacramenti, das ist der leib Christi: Wie solches klärlich erscheinet auß dem gegensatz / visibile Sacramentum, das sichtbare Sacrament / dardurch je nicht anders / als die eusserliche zeichen / nicht aber der leib Christi verstanden werden Serm. 11 kan / weil derselbe nicht sichtbar im Sacrament. de verb. Idem August. Visibilis Sacramenti forma (id est externum Domin. symbolum) foris & à ministro datur: Ipsa vero gratia, res & virtus Sacramenti (Nota. Alhier siehet man daß Augustino res & virtus Sacramenti ein dingist) intus datur & accipitur ab ipso Christo. Disem folget auch Raban. Maurus so Anno 825. Abt Häuptursach. zu Fulda / vnd 836. Bischoff zu Meintz gewesen / welcher auß An=Tract. 26 gustino also schreibet: Aliud est Sacramentum, aliud virtus Sa in Iohancramenti. Sacramentum enim ore percipitur, virtute Sacramenti interior homo satiatur. Sacramentum in alimentum corporis redigitur (Hie siehet man / daß er allein von den eusserlichen zeichen redet/ vnd dieselben eigentlich Sacramenta nennet) Virtute autem Sacramenti aeternae vitae dignitas adipiscitur. In Sacramento fideles communicantes pastum societatis & & pacis incunt (quia nimirum de uno pane participant iuxta Paulum) In virtute vero Sacramenti omnia membra capiti suo conjuncta & coadunata in aeternâ charitate gaudebunt. Sicut illud (visibile Sacramentum) in nos convertitur (NB) cùm id manducamus & bibimus, sic & nos in corpus Christi convertimur, dum obedienter & piè vivimus. Darauß man abermal siehet / daß Sacramentum allein das eusserliche zeichen / Virtus Sacramenti aber / disem lehrer so viel ist / als res Sacramenti sive corpus ipsum Christi. Vnnd erkleret solches noch mehr Paschasius: Virtus Sacramenti est quod corpus & sanguis sit Domini secundum veritatem, licet in Sacramento (id est signo externo) accipiatur per fidem. Idem: In virtute in edit. Sacramenti veritas carnis Christi communicatur, das ist / res Colon. caSacramenti, wie es auch also brauchet Cyprian, in tract. de 8. lib. De cardinal. oper. De baptismo verborum solennitas & sacri in- corp. & vocatio nominis & SIGNA institutionibus Apostolicis Sa sanguine cerdotum mysteriis attributa VISIBILE celebrant SACRA- Christi. MENTVM: REM vero IpsAM spiritus sanctus format & efficit & consecrationibus visibilibus invisibiliter manum In Epist totius bonitatis auctor apponit, & REM SACRAMENT ad fratres consummat ac perficit. Vnd noch deutlicher Bernhardus: Sade Monte cramentum sicut ad vitam accipit dignus, sic ad judicium & De vita mortem suam indignus: Rem vero Sacramenti, nemo percipit nisi dignus & idoneus. Sacramentum enim sine re Sa- fol. 241 cramenti sumenti mors est, Res vero Sacramenti etiam prae ter Sacramentum sumenti vita est aeterna. Quae totidem ferè verbis repetuntur in sermon. 2. de coena Domini, Vbi etiam inter N ij Die Vierte 102 inter mysterium & Rem mysterii eodem modo distinguit. Imbuch Also brauchet es auch Lutherus / da er inter signum visibile & vond Ba bi onischen rem Sacramenti distinguit vnd schleust / weil den Leyea res Sagefengns cramenti (das blut Christi / damit sie erlöset vnd gereiniget) nicht entzogen werden kan / so sey ihnen auch signum rei, der kelch im Afolio 261 bendmal nicht zuentziehen. Vnd wie solte man darauf komen / das Tom. 2. man sagen wolte / der leib Christi were ein Sacrament? Ein SaIen. latin. crament heisset eigentlich ein geheimnis / darmit als durch ein eusserlichs sichtbarliches zeichen auf etwas innerliches gedeutet vnnd gewiesen wird / welches ein anders innerlich bedeutet / als man ein serlich siehet. Wie wil man aber dises auf den leib Christi ziehen? ist er ein eusserlich sichtbarlich zeichen? oder warauf solte er deuten vnd Tom. 3 weisen: Ist noch etwas grössers vnd höhers zu erlangung vnser seIenens. fol. 442b ligkeit / darauf er deuten könte? oder ist er sein selbst deutung? Gar nicht / sondern wie Lutherus selbst bekennet: Es ist ja billicher das Christus bedeutet werde / dan daß er allererst bedeuten solte / sinthe„mal das da deutet / allemal geringer ist / dan das bedeutet wird / vnd alle zeichen geringer sind / dan das ding / so sie bezeichnen. Bißher Lutherus. Welches wir acceptiren vnd schliessen darauß / daß der leib Christi im Abendmal nicht das zeichen / sondern das bezeichnete guth sey: Das brot aber vnd der wein / sind die eusserliche sichtbare zeichen / die zwar eusserlich gesehen / aber innerlich dem gemüth des menschen ein grosses vnd mehres nach art der Sacramenten andeuten / Darumb sind dieselben irdischen elementa, wan sie durch das wort Gottes geheiliget werden/ eigentlich das Sacrament / nach der regul Augustini: Accedat verbum ad elemen„ tum, & fit Sacramentum, Wann das wort Gottes zu dem irdischen element kompt / so wird ein Sacrament vnd geheimnis darauß. Der leib Christi aber ist nicht das Sacrament / sondern res Sacramenti, das guth / so durch das Sacrament bezeichnet wird. Vnd muß diser vnterscheid gar wol gemercket werden. Vnnd weil derselbe im Pabsthum gar auß den augen gesetzet worden / ist aller irthumb / damit die leute noch heutiges tages geblendet werden / entstanden/ wie solches beklaget Lutherus in schedula inhibit. des „Bischofs zu Meissen / Tom. 2. Witteberg. Es sey das allerschändlichste Häuptursach lichste laster das vnter allen Bischofen nicht einer gefunden werden sol / der das Sacrament von dem leibe Christi zu unterscheiden wisse / dazwischen doch so ein grosser vnterscheid / als zwischen Orient und Occident. Bißher Lutherus/ welches wol in acht zu nemen. Wann man nun solchem nach fraget / ob die Geistliche niessung zur substantz vnd wesen/ oder allein zum rechten gebrauch des Sacraments gehöre? So sagen wir / daß man zuförderst wissen müsse / wie der / so da fraget / das wort Sacrament verstehe? Redet er von dem eusserlichen zeichen / welches / wie bemelt / eigentlich das Sacrament genant wird / So sagen wir / daß man das Sacrament auch wol one die Geistliche niessung des leibs Christi entpfahen vnd brauchen könne / das ist / man entpfehet die eusserliche sichtbare zei chen / welche von Gott darzu geordnet / vnd zu solchem ende durch sein wort geheiliget sein. Es hören auch dieselben darumb / daß sie nicht recht gebraucht werden / nicht auf / Göttliche siegel vnd zeichen zu sein / sie verlieren darumb ihre Würde vnd Ambt nicht / sondern seind vnnd bleiben nichts desto weniger / was sie seyn / das ist / Geheimnisse / die auf ein anders auß Gottes ordnung weisen. Vnd so weit gehöret die Geistliche niessung nicht zur substantz vnd wesen des Sacraments / dan die eusserliche zeichen werden nicht Sacramenta genant / wegen der wircklichen Geistlichen niessung / sondern wegen Gottes ordnung / der sie darzu eingesatzt vnd geheiliget. Vnd gleich wie solche eusserliche zeichen / so viel jhr wesen vnd substantz anlanget / nicht Geistlich / sondern leiblich / auch im rechten brauch des Sacramens genossen werden: Also hindert es nicht. daß sie nicht Sacramenta seyn / vnd ihr Ambt verrichten solten / ob gleich die Geistliche niessung (welche jederzeit nicht auf die zeichen, sondern auf das bezeichnete guth gehet) nicht darzu kompt. Vnnd das dises der alten kirchenlehrer meinung sey / siehet man auß dem / daß sie Sacramentum & veritatem gegen einander setzen: Item Sacramentaliter & spiritualiter, Dan alda brauchen sie das wort Sacramentum propriè von den eusserlichen sichtbarentzeichen / vnd geben zuuerstehen / daß dieselben warhaftig Sacramenta seyn / ob gleich die Geistliche niessung nicht darzu kompt. De verb. Dann also schreibet Augustin. Tunc autem hoc (scilicet corpus Apostol. Christi sermon.2 Die Vierte 104 Christi) erat vita unicuique si quod in Sacramento visibiliter sumitur, in ipsa veritate spiritualiter manducetur, spiritualiDe Civit-ter bibatur. Idem. Qui manducat carnem meant manet in me & ego in eo, ostendit (inquit) quid sit non Sacramentote Dei li.1. cap. 2. nus sed reverâ corpus Christi manducare & eglis sanguinem bibere, hoc est in Christo manere, ut in illo maneat & Christus. Idem. Non solo Sacramento, sed re ipsa manducave Ibidem. runt corpus Christi, in ipso scilicet corpore ejus constituti. In serm Idem. Qui non manet in Christo, & in quo non manet Chride Sacram stus, proculdubio, nec manducar ejus carnem, nec bibit ejus fidel. fer. sanguinem, etiamsi tantae rei Sacramentum adjudicium sibi 2. Pasch. manducet & bibat. Idem: Qui non manet in Christo, & in Tract. 26 quo non manet Christus, proculdubio non manducat spiritualiter carnem ejus, nec bibit ejus sanguinem licet carnaliin cap. 6 Iohan. ter & visibiliter premat dentibus Sacramentum corporis & sanguinis Christi. Darauß dan abermals clerlich erscheinet / daß er durch das wort Sacramentum / die eusserliche zeichen verstehe / weil er darzu setzet / daß das Sacramentum carnaliter & visibiliter mit den zänen zertruckt werde / welches je anderer gestalt nicht / als von den eusserlichen zeichen verstanden werden kan. Dann niemand jemals gesagt / daß der leib Christi carnaliter & visibiliter Homil. 11 mit den zänen zertrückt werde / Gehet derwegen allein auf das eusin cap. 5 serliche zeichen. Hieher gehöret auch was Chrysostomus schreibet Mat. opo Si ergo haec vasa sanctificata ad privatos usus transferre, sic imperf. periculosum est, in quibus non est verum corpus Christi sed mysterium corporis ejus continetur: quanto magis vasa corporis nostri, quae DEVS sibi ad habitaculum praeparavit, non debemus locum dare Diabolo agendi in eis quod vult Jn welchen worten er auch verum corpus vnd mysterium corIn Com poris gegen einander setzet. Also opponirt auch Veritatem & Sament. 1. cramentum Hugo de S. Victore. Christi corpus cum jam sit Cor. 11 in se indivisibile in Sacramento dividitur, nec dico, quod in VERITATE sicut IN SACRAMENTO dividatur, manibus teneatur, oculis etiam carnis cernatur, dentibus atteratur, Ergo & indivisum manet & dividitur, sed secundum ali Häuptursach ud & aliud. Also hat es auch die alte Christliche kirche in ihren li turgiis, so bey dem Bertramo zu lesen / gebraucht/ da also gebeten wird / Vt perficiant Sacramenta quod continent, ut quod SPECIE gerimus & IMAGINE contingimus SACRAMENTI, etiam IPSA RERVM VERITATE accipiamus. Wann man aber durch das wort Sacrament / zugleich rem Sacramenti, das bezeichnete guth / das ist / den leib Christi verstehet / so sagen wir ferner / daß die Geistliche niessung darzu so nötig / als die hand nötig sey zu empfahung dessen / was anderer gestalt nicht / als mit der hand genommen werden sol. Dann wie oben gemelt / so kan die niessung vnd der gebrauch eines dinges / von desselben substantz vnd wesen also nicht gesondert werden / daß man meinen wolte / man könne der substantz vnnd wesen eines jeden dinges anderer gestalt theilhaftig werden / als die art vnd weise dasselbe zugeniessen mit sich bringet. Darumb wann ein mensch das heilige Abendma vnwirdiglich brauchet / so empfehet er zwar die eusserliche zeichen welche eigentlich Sacramenta / das ist / geheimnis genant werden. Er empfehet sie / sagen wir / weil er die hand vnd daß instrument hat / sie zu empfahen / das ist den leiblichen mund. Es sein vnd bleiben auch dieselben / auch so viel seine eigene person betrift / Sacramenta / das ist / sie sind heilige zeichen / sie weisen jhn in disem seinem eusserlichem gebrauch auf den leib Christi / bieten ihm denselben an / daß er dessen Geistlicher weise auch theilhaftig werden solte / bekömbt also das / das eigentlich ein Sacrament genent wird / vnnd wird durch dasselbe auf das bezeichnete guth warhaftig gewiesen / daß er dasselbe im glauben ergreiffen solte / daß also die Sacramenta auch bei denen / die sie vnwirdiglich brauchen / ihr ambt darzu sie von Gott geheiliget sind / so viel an ihnen / warhaftig verrichten: Weil aber der vngleubige mensch den innerlichen schatz vnd das bezeichnete guth / darauf er durch das eusserliche zeichen gewiesen wird / mit dem rechten instrument / das ist / den glauben / nicht annimbt/ so mißbraucht er des Sacraments/ vnd versündiget sich dardurch nicht allein an dem eusserlichen zeichen/ deren andeutung vnd kraft / er an sich zu nichte machet / sondern auch an dem bezeichnetem guth / das ist / an dem leib Christi / weil er jhn mit seinem vnglauben Die Vierte 106 glauben von sich stösset / vnd nicht apprehendirt / noch ihme zueignet: Empfehet also zwar das Sacrament / aber nicht rem Sacramenti, oder das innerliche wesen / weil er nemblich das rechte jnstrument nicht hat / damit er dasselbe apprehendiren vnd fassen solte. Bleibt also das Sacrament / das ist / die eusserliche zeichen vnd derselben bedeutung vnd Ambt nichts destoweniger gantz/ aber res Sacramenti, welches ist der leib Christi/ wird von den gottlosen durch jren vnglauben verstossen / verachtet vnd dahinden gelassen: Derwegen sie sich daran nichts anders versundigen / als ob sie den Herrn Christum in seiner passion hetten helffen verachten / verstof sen / verfolgen vnd vmbringen. Kan derowegen auß obgedachtem einwürf gar nicht geschlossen werden / als müste res Sacramenti eben also genossen werden / als Sacramentum propriè sic dictum, sondern es behelt ein jedes seine art / wie es genossen werden kan / vnd kommen doch beide in rechtem brauch nicht in den eusserlichen zeichen / sondern in dem menschen / dessenwegen sie eingesetzt / zusammen. In dem vnrechten brauch aber behalten zwar die Sacramenta propriè sic dicta jhr ambt vnd wirdigkeit / res Sacramenti aber wird durch den mißbrauch verstossen / vnd bleibet doch veritas Sacramenti gantz / weil es dennoch war / daß die eusserliche zeichen auch die gottlosen auf rem Sacramenti weisen / ob sie wol desselben / wegen ihres vnglaubens nicht theilhaftig werden. Dises ist die einhellige lehre der gantzen alten Christlichen kirchen/ wie solches nachfolgende zeuchnis mit mehrem außweisen Sentét 33 vnd sonst noch weiter dargethan werden kan. Prosper. Qui discordat à Chriſto, nec carnem ejus manducat, nec ſanguinem Lib. 21. de bibit, etiamsi tantae rei Sacramentum ad judicium praesumcivit. Dei ptionis suae quotidiè indifferenter accipiat. Augustin. Non dicendum est, eum manducare corpus Christi, qui in corpocap. 25 re non est Christi. Et ibidem. Nec isti ergo (impii) dicendi sunt manducare corpus Christi, quoniam nec in membris computandi sunt Christi: Vt enim alia taceam, non possunt Tract. 59 simul esse membra Christi & membra meretricis. Idem: Il in Iohan. li (discipuli) manducabant panem Dominum, ille (Iudas) panem Domini contra Dominum: Illi vitam, ille poenam. Origen. Häuptursach. 107 Origen. Multa porrò & de ipſo verbo dici poſſunt, quod ſa ctum eſt caro, verusq́; cibus, quem, qui comederit, omninò vivet in aeternum, quem nemo malus potest edere. Etenim si fieri posset, ut qui adhuc malus perseverat edat verbum fa ctum carnem, cùm sit verbum & panis vivus, nequaquam scri ptum fuisset. Qui ederit panem hunc, vivet in aeternum. Au Tract 26. gustin. Sacramentum de mensa Dominica, sumitur quibus in Iohan. dam ad vitam, quibusdam ad exitium: Res vero ipsa, cujus Sacramentum est omni homini ad vitam, nulli ad exitium, quicunque ejus particeps fuerit. Vnnd so viel sey genug von dem ersten punct/ in welchem D. Luthers vnd seiner Nachfölger meinung wider die natur vnd eigenschaft des Sacraments streitet: Jn deme sie meinen / daß das bezeichnete guth / nemblich der leib Christi / in den eusserlichen zeichen wesentlich verborgen sey / welches doch die natur vnd eigensch der Sacrament nicht zulesset. Zum andern / ist dise meinung der natur vnd eigenschaft der Sacrament in deme zu wider/ daß sie auß dem Sacrament ein miracul vnd wunderwerck machen/ da doch die Sacramenta/ eigentlich De Trin dauon zu reden / nicht miracul noch wunderwerck sein / wie Augusti=tat. lib. 3 nus bezeuget: Sacramenta quia hominibus nota sunt, quia per cap. 10 Tom. 3 homines fiunt, honorem tanquam religiosa possunt habere stuporem tanquam mira non possunt. Das ist: Die Sacramenta / weil sie den menschen bekant sein / weil sie durch menschen verrichtet werden / haben zwar als heilige dinge / ihre ehre / aber daß man sich darüber als vor wunderwerck entsetzen solte/ das ist nichts. Was könte aber nun fur ein grösser miracul vnnd wunderwerck erdacht werden / als das der wahre leib Christi / der im Himmel ist / ihrer meinung nach / auf erden / IN / MIT vnd VNTER dem brot wesentlich / jedoch nicht reümblich verborgen / vnd mit dem leiblichen munde gegessen/ aber doch nicht gefühlet/ noch in einige wege entpfunden werden solte. Es ist je dergleichen in der gantzen heiligen schrift nicht zu finden / vielweniger hat es Christus sonst an seinem leib jemals erwiesen oder dargethan: Nun ist aber der Sacrament natur vnd eigenschaft nicht/ daß darinnen miracul geſchehen/ D Die Vierte 108 geschehen / sie sind zwar wegen des geheünnis / darzu sie gebraucht werden / wirdig vnnd hoch zu halten / Jst auch gewißlich kein gering / sondern ein hohes vnd grosses thun / daß Gott der Herr sich vnserthalben so weit geniedriget / daß er zu vergewisserung vnd versiegelung seiner Himlischen güter / die eusserliche irrdische elementa brauchen / vnd bey denselben kreftig zusein / versprochen hat / auch warhaftig kreftig ist / vnnd innerlich in der that das leistet / was er eusserlich andeutet vnd vorbildet. Das aber darumb Sacramenta, miracula vnnd wunderwerck sein solten / das ist ihrer eigenschaft nicht gemeß / insonderheit solche wunderwerck die man gleichwol weder fühlen / sehen noch entpfinden kan. Nicht ohne ist es / das ein ding zugleich ein Sacrament vnd ein wunderwerck gewesen / als der durchgang der kinder Israels durchs rote meer / das Manna vnd dergleichen: Jtem / es sind bey den Sacramenten wunderzeichen geschehen / als da sich bey der Teuf Christi der Himmel geöfnet / eine stimme von Himmel gehöret / der Heilige Geist in gestalt einer Tauben herunter gefahren. Aber dises sind solche wunderwerck gewesen / die man öffentlich gesehen / gehöret vnd entpfunden hat. Ja es sind die wunderwerck / oder das jenige / was durch die wunderwerck verrichtet / vnd eusserlich gesehen worden / die Sacramenta selbst gewesen / vnnd haben auf etwas geistliches gedeutet. In dem Geistlichen angedeuten ding aber / ist kein wunderwerck geschehen / wie sie wollen / daß mit dem wahren leib Christi im Abendmal geschiehet/ vnd sagen doch/ daß es vnentpfindlicher vnsichtbarer weise geschehe / welches abermals der natur / der miracul vnd wunderwerck zuwider ist. Dann dieselben / so viel deren in der schrift zu finden / jederzeit also geschehen / daß man es spüren vnd entpfinden können. Dan sonst weren sie fur keine miracul gehalten worden / sinthemal das kein miracul oder wunderzeichen genennet werden kan / das ich weder sehe noch fühle noch in andere wege verneme / daß es geschehen sey. Dann daß einer bloß mit worten vorgeben wolte/ es sey ein miracul geschehen / das doch keinmensch jemals weder gesehen / noch gehört / noch gefühlet habe / das würde sich gewißlich niemand vberreden lassen: Dann so lang die welt gestanden / kein miracul geschehen/ Häuptursach. 109 schehen / das man nur mit blossen worten gesagt / vnnd doch weder gesehen noch gespüret worden were. Vnnd sey jhnen trotz gebotten ein einiges exempel auß der schrift zu bringen / daß gesagt wurde / es sey ein miracul geschehen/ vnd habe es doch niemand jemals gehört noch gesehen / noch gefühlet/ noch entpfunden. Als zum exempel / ob gleich das wasser durch ein miracul in wein verwandelt war, so schmecket man es doch / das es wein / vnd nicht mehr wasser war. Da das eisen durch ein miracul schwam / da sahe man / daß es schwä vnd nicht vnter gieng / wan aber jemand sagen wolte / das wasser were durch ein miracul zu wein worden/ vnd man schmeckete doch/ daß es nicht wein / sondern wasser wehre: Item / furgeben wolte. das eisen schwimme durch ein miracul/ vnnd man sehe doch nicht/ daß es schwinme/ sondern lege vnten/ der würde gewißlich Gott vnd der welt spotten. Vnd dises wird zu allen miraculen vnwider= De Trin. sprechlich erfordert. Daher saget Augustinus: Ea quae proprié si- lib. 3. cap. gna & miracula dicuntur, ad aliquid divinitus annunciandum SENSIBVS nostris admoventur. Erscheinet also hierauß/ daß Doct: Luthers meinung von De doct. der wesentlichen / doch vnentpfindlichen gegenwart des leibs vnd Christian bluts Christi im brot vnd wein / so wol der natur vnd eigenschaft der lib. 3 Sacramenten / als auch der miracul zuwider ist / vnd derwegen gar Idem co: li. nicht bestehe: Bleiben derhalben wir bey deme / was Augustinus a c.5 ait. Ea bermals saget: Pauca quaedam signa pro multis eademque factu demū eſt facilima & intellectu augustissima (NB-Oie herlichkeit vnd wir= miserabidigkeit der Sacramenten stehet in intellectu, nicht in miraculo) lis animę & observatione castissima, ipse Dominus, & Apostolica tra seruits sididit disciplinâ, sicut & baptismi Sacramentum, & celebra-gna pretio corporis & sanguinis Domini, quae (signa) unusquisque cum rebus acciperceperit quo ferantur (NB non quid substantialiter contineant) imbutus agnoscit, ut ea non carnali servitute sed spi. pracreatu rā corporituali (NB) potius libertate veneretur: Vt autem literam sereä oculi qui & signa pro rebus, quae hic significantur accipere, servili mētis ad infirmitas est, ita inutiliter signa interpretari malè vagantis haurićdŭ erroris est. Das ist: Der Herr Christus vnd die Apostolische leh= aeternŭ lu re / hat vns etliche wenich zeichen vor viel gegeben / vnd zwar solche mëlevard zeichen / nő posse. O ij Die Vierte 110 zeichen / so leichtlich zugebrauchen / vnd im verstande (NB) sehr herlich vnd groß / auch im brauch / rein vnnd keusch sein / als da ist das Sacrament der Taufe / vnd die gedechtnis des leibes vnd bluts des Herrn / welche zeichen ein jeder / der sie empfehet vnd vnterrichten ist / weiß / wohin sie sich ziehen (NB nicht was darinnen wesentlich verborgen) daß er nemblich dieselben nit mit fleischlicher dienstbarkeit / sondern vielmehr mit geistlicher (NB) freiheit ehren sol. Gleich, wie es aber eine knechtische schwachheit ist/ wan man dem buchsta ben folget / vnd die zeichen vor das ding / so damit bedeutet wird annimpt: Also ist es ein vbel herumb schwebender jrthumb/ wan man die zeichen also außlegen wolte / als wan sie nichts nütze weren. Et idem: Christus Sacramentis numero paucissimi, obserEpist. 8. vatione facillimis significatione (NB non inclusione) praead Ianuar stantissimis societatem novi populi colligavit sicut & Baptismus Trinitatis nomine consecratus, & communicatio corporis & sanguinis Christi. Zum dritten / leuft Doct. Luthers meinung der natur vnd eigenschaft der Sacrament in deme zuwieder: Daß die Sacrament eigentlich zu dem ende eingesetzt/ das sie die lehre/ vnd das jenige/ so vns sonst in Gottes wort vorgetragen / verheissen vnnd zugesagt. sollen bekreftigen / versiegeln vnd vergewissern / nicht aber daß sie etwas newes / so dem offenbahrtem wort vnd willen Gottes in einige wege vngleich oder zuwider were / einführen vnd lehren sollen. Dahero sagt S. Paulus / daß die beschneidung sey gewesen das sieRom. gel der gerechtigkeit/ die Abraham albereit zuvor erlanget hette/ v. 11 nicht aber daß sie eine newe gerechtigkeit / wie ihnen die Juden treumen liessen / einführen solte. Nun wissen wir Gott lob / was in Gottes wort von dem wahren leib des Herrn Christi aufgezeichnet vnd vorgeschrieben / in welchem nicht das aller geringste zu befinden das der warheit eines natürlichen menschlichen leibes entgegen were: Wir wissen auch / welcher gestalt er vns zu nutz vnd gutem kommen / nemblich / das wir vns an denselben halten / ihm als gliedmassen eimerleibet/ vnd als reben von ihm/ als dem rechten weinstock saft vnd kraft erlangen sollen: Wir wissen daß Christus in vnsvnd wir in ihme bleiben / vnd dahero aller seiner wolthaten theil Häuptursach. tig werden sollen. Welches aber alles nicht leiblicher weise / es sei 1. Iohan.5 nun natürlich oder vbernatürlich / grob oder subtil / sondern Geist v. 24 licher weise geschiehet / wie Johannes saget: Daher wissen wir / daß Christus in vns wohne / nemblich auß dem Geist / den er vns gege= 4. cap. v. ben hat / welches er wiederholet im 4. cap. Vnnd Paulus / Wer dem Herrn anhanget / der ist ein Geist mit ihme. Jtem / wir sind 1. Cor. 11 alle zu einem leibe getauft durch einen Geist / vnd sind alle zu einem v. 17 Geist getrenckt. Vnd: Wir werden auf Christum als den Eckstein Eph. 2. & erbawet / zu einer wohnung Gottes in Christo: Vnnd dises bezeugen / versiegeln vnd vergewissern vns die Sacramenta / vnd vnter denselben auch vornemblich das Abendmal des Herrn/ vnnd geschicht also jhrem ambt / natur vnd eigenschaft genug / dann sie sind verè verba visibilia, sie deuten cusserlich an / was in dem wort geprediget wird. Wann es aber Doct Luthers meinung nach gehet/ so wird erstlich dardurch die lehre von der warheit des leibes Christi nicht bestettiget / sondern vielmehr in zweifel gezogen / wie auch alle articul des glaubens / so darauf gegründet sind. Dann ist das ein wahrer menschlicher leib / der zugleich im Himmel vnnd auf erden? der weder gesehen/ noch gefühlet/ noch empfunden werden kan? der im brot / jedoch vnbegreiflicher weise verborgen ist? Dises alles bestettiget nicht die warheit des leibs Christi / sondern hebet sie auf / also was vns die schrift von den Geistlichen niessung des leibes Christ lehret / das hebet D. Luthers meinung so weit auf / daß es vns auf eine andere unsichtbare / vnentpfindliche / jedoch leibliche vnnd mündliche niessung weiset / dauon sonst in der gantzen schrift nichts zufinden ist / wird also dardurch gar eine newe lehre wider die natur vnd art der Sacrament aufbracht/ nicht aber die alte vorgebildet vnd bestettiget. Vnd ist hierbey sonderlich wol in acht zu nemen/ das eben dahero / das die Sacramenta die lehre nicht endern / sondern bestettigen sollen/ auch die alte Kirchenlehrer ein starck Argument vnd schluß wieder die ketzer Marcionem vnd andere genommen / die da vorgeben / es were der leib Christi nur ein gespenst gewesen / oder hette so einen schein gehabt / als wan es ein wahrer leib were: Es were aber lib. 4.00 tra Mar cion c.4 In Dialo. contra Marcion Dial. 3 Tom. 2 Die Viertel 112 in der that nicht gewest / sondern hette gar eine sonderbare Himlisehe art gehabt: Wieder disen schwarm (dardurch vns vnser höchster trost / daß Christus vnser bruder / vnd fleisch von vnserm fleisch ist / benommen wird) haben die alten Kirchenlehrer / zu beweisung / daß Christus einen warhaftigen menschlichen leib hette/ auch dises argument gebraucht vnd gesagt: Wann Christus nicht einen warhaftigen menschlichen leib hette / wie solten wir dann im heiligen Abendmal die zeichen vnd abbildung seines leibs haben? Dann eine abbildung vnd gleichnis eines dings kan nicht sein/ wann nicht das ding wesentlich selbst ist / oder was nicht ein recht leiblich wesen ist / das kan nicht abgemahlet oder vorgebildet werden/ wie es Dama scen. in Orat. de Imagin. mit eben disen worten außredet. Quod corporis expers est, nec oculis videtur, nec circumscribitur, nec formam habet, ejus nulla potest esse imago. Vnnd also schreibet Tertullianus: Acceptum panem & distributum dil cipulis corpus illud suum fecit, hoc est corpus meum dicendo, id est, figura corporis mei. Figura autem non fuisset, nisi veritatis esset corpus. Caeterum vacua res, quod est phantasma figuram capere non potest. Vnnd Irenaeus: Si Christus non verè habuit carnem & sanguinem, per quem nos redemit, neque calix Eucharistiae communicatio sanguinis neque panis quem frangimus, communicatio corporis ejus est: Sanguis enim non est, nisi à venis & carnibus & reliqua hominis substantia, quâ vero sanguine suo nos redemit. Origen. Quod si uti obloquuntur isti carne destitutus erat & exanguis, cujusmodi carnis cujus corporis & qualis tandem sanguinis signa & imagines & panem & poculum ministravit? Iussitque per illa discipulos memoriam sui revocare? Chrysost. Haec symbola sunt Domini Iesu, quibus refrenamus & oppilamus ora haereticorum: Dicunt enim ſæpius, quomodo paſſus est Christus? Et nos vicissim obijcimus: Si Christus veram carnem non habuit inania sunt haec symbola, quia scilicet res sictitias nobis repraesentarent Vnnd dises treibet auch Theodoretus gar heftig / da er mit einem solchen ketzer disputierend auf teutsch also schreibet: Orthod. Sage Häuptursach. Sage mir die zeichen / so von dem Priester Gott dem Herrn im Abendmai vorgetragen werden (nemblich brot vnnd wein) wes dinges zeichen sie sind? Er. Des leibs vnd bluts Christi. Orth. Sein sie eines wahren oder nicht wahren leibs zeichen? Eran. Eines wahren. Orth. Gar recht / dan ein bild muß einen Archetypum oder Original haben / wie auch die Mähler der natur nachfolgen / vnd mahlenbilder von denen dingen die gesehen werden. Bran. Es ist wahr. Orth: Weil dann nun die Göttliche geheimnisse (das ist die eusserliche Sacramenta) exemplaria / abbildungen vnd contrafeiten des wahren leibes sind / so folget darauß / daß des Herrn Christi leib auch nachmals ein leib sey / nicht aber / daß er in Göttliche natur verwandelt sey / ob er wol voller Göttlicher gnaden. Vand dises fasset er kurtz zusamen im ende der Dialogor: da er also saget: Wann das fleisch Christi vergottet ist / warumb nemen wir die zeichen des leibs vnd bluts? Dann ein gleichnis ist vergebens/ wann die warheit aufgehöret hat. Siehe lieber leser / also haben die alten Kirchenlehrer auß der natur vnd eigenschaft der Sacrament die warheit des leibes Christi erwiesen / weil sie wol gewust / daß die Sacramenta zu dem ende eingesatzt / daß sie vns das jenige was sonst von Christo in Gottes wort gelehret wird / vorbilden / confirmiren vnd bestettigen sollen. Wann aber nun zur selben zeit Doct: Luthers meinung von der wesentlichen gegenwart des leibs Christi im brot / doch one raum vnd vnentpfindlich in der kirchen Christi were gehalten worden: Wie wurden wol dise alte lehrer gegen die Marcioniten vnd andere bestanden sein? Hetten nicht die Marcioniten mit allem fueg wider dises argument excipiren können. Was? (wurden sie gesagt haben) wollet jr die warheit des leibes Christi auß dem Abendmal des Herren erweisen: Bekennet jhr doch selbst / das sein leib in dem brot wesentlich hier auf erden/ vnnd zugleich auch im Himmel sey/ vand zwar also / daß er weder raum gebe noch neme / auch nicht gesehen noch gefühlet werde? Ihr bekennet ja selbst / daß er mit dem leiblichen munde gessen werde / doch vnentpfindlicher weise. Hat es nur mit dem leibe Christi die gelegenheit / daß er an einem ort one ran u vns chbar vnd vnentpfindlich/ ja allenthalben im Himmel vnd auf erden / Die Vierte erden / auch vnter so einem kleinen brot verborgen (wie ihr saget das im Abendmal geschicht) so sehet jhr ja / daß es gar ein ander gelegenheit habe mit dem leibe Christi / als mit andern wahren leibern? Wir fragen einen jeden auf sein gewissen / ob nicht Marcion vnnd sein haufe die alten lehrer also eintreiben können. Vnsers theils finden wir nicht / wann es Doct: Luthers meinung nach gehen solte / das darauf mit bestande vnd gutem grunde geantwortet werden könte. sie mögen sich auch drehen wie sie wollen. Wir sagen aber anitzo nur dises/ daß weder Marcion vnnd sein haufe / noch andere ketzer / so die warheit des leibs Christi angefochten / dergleichen etwas den alten Lehrern nicht vorgeworffen. Warumb dises? Weil nemblich in der kirchen Gottes domals diese lehre / das der leib Christi / in / mit vnd vnter dem brot wesentlich sein solte / noch nie erhört gewesen: Dann sonst hetten die ketzer dises starcke-argument zu ihrem vortheil nicht dahinden gelassen/ insonderheit weil auch bey dem Theodoreto der Eranistes sich vnterfenget / auß der lehre von dem Abendmal des Herrn / seinen jrthumb wider die warheit des leibs Christi zuuerthedigen/ aber nicht auß disem grunde / der jme gewißlich gar gewünscht gewesen were. Aber die alte kirche hat also nicht gelehret / sondern hat es zeichen / contractur / abbildungen des leibes Christi genant / vnnd darauß geschlossen: Weil Christus vns seines leibs abbildung gelassen / so müsse er auch einen wahren leib haben. Darauß solte je ein jeder / der die warheit zuwissen begeret / gnugsam abzunemen haben / was es deßfals mit Doct: Luthers meinung fur eine gelegenheit habe. vnd wie sehr sie der natur vnd eigenschaft der Sacrament zuwieder sey. Vnd vrtheile alhier abermal ein jeder vnpartheischer Christ. welches die rechten Sacramentschwermer vnd Sacramentschen der sein: Ob es die seyn / die die natur vn eigenschaft der Sacrament gantz vnd vnuerfelicht behalten/ vnd nach denselben die wort Christi verstehen / oder die jenigen / die eine lehre / so der natur der Sacramenten so vielfaltig zuwieder leuft / auf die bahn bringen. Vnd dises ist die vierte vrsach / warumb wir derselben nicht beyfallen können / welche dan gewißlich nicht die geringste ist. Dann weil vns die Sacramenta die lehre von der warheit des leibs Chri Häuptursach sti bestettigen / vnd wir seines warhaftigen leibes darinnen theilhaftig werden sollen / wie solten wir vns dan auf einen vnsichtbaren allenthalben / gegenwertigen leib hier auf erden weisen lassen? Es mögen sich je die jenigen / welche dise vngereimbte lehre / dardurch die naturliche eigenschaften des leibs Christi verrichtet werden / auf bringen / wol vorsehen / daß es ihnen nicht gehe / wie Leo Episco- Sermon pus von jren Rottgesellen den Cutychianern schreibet: Frustra eos, de jejun. quando communionem percipiunt, Amen respondere, eò septem quod proprietates corporis Christi, quod percipere volunt mens negantes nullam habeant illius communionem. Das ist: Wann sie zur Communion gehen / so sprechen sie vmbsonst Amen/ Dann weil sie die eigenschaften des leibs Christi / den sie entpfangen wollen/ verneinen/ so haben sie mit ihme keine gemeinschaftVnd ob sie wol einwenden / sie leugnen die eigenschaften des leibs Christi per se considerati nicht / so dichten sie doch demselben mit diser ihrer meinung so viel an / daß er / wan es ihrer meinung nach gehen solte / vor keinen menschlichen leib mehr zu achten/ wie sie dan selbst sagen vnnd bekennen / es habe mit dem leibe Christi eine andere gelegenheit. Item: Corpus Christi non esse amplius phy sicum, sey nicht mehr natuͤrlich: Welches alles ex diametro wie der die warheit des leibs Christi leuft/ auch das Sacrament des leibs Christi / welches auf seinen wahren leib weiset / vernichtet. Die Fünfte Häuptursach. D 7 5 Se Fünfte vrsach / Warumb wir Doct: Luthers außlegung nicht annemen können. ③ ist / Weil sie streitet wider die art / natur vnd eigenschaft des Reichs Christi vnnd des gantzen Christenthumbs. Dann man besehe die gantze heilige schrift durch vnd durch/ so wird sich befinden/ daß das Reich Christi vns also beschrieben wird/ daß es sey nicht ein irdisches leibliches / weder grober noch subtiler weise / sondern ein Geistliches Reich / vnd solches auß dreyerley vrsachen: Erstlich Die Fünfte 116 Erstlich / weil desselben Herschaft vornemblich ist vnd bestehet im Geist / im gemuth vnnd hertzen der menschen / daß dieselben zu Christo / vnd durch Christum zu Gott geführet werden / darinnen werden die gemüter der menschen vernewert/ vnnd der innerliche mensch / wie ihn die schrift nennet / geboren / welches burgerschaft 1. Pet.3 nicht ist hier auf erden / sondern im Himmel / da Christus ist / in welchem auch Christus eigentlich wohnet/ wie Augustinus schreibet Tractat. 18. in Iohan. In interiore homine habitat Christus: in interiore homine renovaris ad imaginem DEI. Denleib belangende / ob er wol in dises Reich Christi auch gehöret / so wird doch mit ihm / so lange er in disem leben ist / keine enderung furgenommen / sondern wird in dem stande / wie er auf die welt geboren wird / allerding gelassen / vnd ist / so viel den leib / seine constitution vnd verrichtung betrift / in disem leben vnter den grösten heiligen / vnd den aller gotlosesten menschen kein vnterscheid: Es isset der fro me nicht mehr / als der boͤse / auch nicht auf eine subtilere art / als der böse: Es kan der frombste so wenig mit seinem leibe fliegen/ oder Rom. 8. andere vbernatürliche sachen verrichten / als der böseste / sondern es ist vnd bleibet der natürliche leib in disem leben mehr nicht als eine v. 24. sterbliche vergengliche hütten / ein leib des thodes / ein instrument vnd werckzeug der seelen/ mit welchem auch in dem Reich Christi nicht vbernatürliche verborgene sachen verrichtet werden / sondern 2. Cor. 4. allein das / was seiner natur vnd eigenschaft in disem leben gemeß ist. Er ist in summa der eusserliche mensch/ welcher abwesend ist v.16. von Christo / weil wir im leibe wohnen / so wallen wir (peregrè 2. Cor. absumus) von Christo / gleich wie der innerliche ist bey Christo. v. 6. Eben dahero / vnd vors ander / kömpt es auch / daß vns in disem reich Christi / gar nicht leibliche gaben / weder grober noch subtiler / vbernatürlicher weise verheischen vnd außgetheilet werden / sondern allein geistliche / als da ist vergebung der sunden / versohnung mit Gott / friede vnd ruhe nicht am leibe (dan da findet sich oft wegen der verfolgungen rechter Christen / mehr vnruhe) sondern im gewissen / vnd endlich die ewige seligkeit. Alle dise gaben fassen nicht der leib des menschen weder natürlicher noch vbernatürlicher weise/ sondern die vernünftige seele/ die nimpt sich derselben an und Häuptursach vnd eigenet jr dieselbe in wahrem glauben zu: Vn weil sie weiß / daß sie dieselben nirgend anders / als in Christo finden vnd haben kan / so helt sie sich auch an Christum / vnd an niemand anders: Da herschet alßdan Christus vber dieselbe seele / ergibt sich derselben / wei1. Pet. 1. det vnd leitet / speiset vnd trencket sie als der rechte seelen hirte. Vors dritte/ ist auch das Reich Christi darumb ein Geistlich Reich / weil es nicht in eusserlicher leiblicher herschaft bestehet / auch nicht durch leibliche gegenwart/ sondern durch den Geist Christi vnd seine kraft regieret vnd geführet wird: Daher nennet der alte lehrer Tertullianus, Spiritum sanctum vicariam Christi vim. Item Cyrillus lib. 10. in Iohan: ca. 6. b. Deitatis ratione nobiscum manet: Secundum carnem hinc in coelos abiturus e rat: Sed Christi praesentiam spiritus, in sanctis habitans, implet & omnia docet. Vnnd ob wol der Herr Christus sein kirche nicht allein nach seiner Gottheit / sondern auch nach seiner mensch heit regieret / so ist er doch darumb mit seinem leib nicht auf erden / weder grober noch subtiler weise / sondern hat sich eben darumb zur rechten Gottes seines Himlischen vatters im Himmel gesatzt/ auf daß er von dar auß desto kreftiger / auch nach seiner menschlichen natur / vber alles regieren vnd herschen möge / sinthemal er erhöhet ist vber alle Furstenthumbe vnd Herschaften/ vnd alles was genennet werden mag / in dieser oder jener welt. Es kan jhn auch in solchem seinem Reich kein raum / ort noch distantz hindern / sondern ist ihm vielmehr aller raum vnnd ort vnterthan/ nicht (wie die newen Sophisten wollen) daß er mit seinem leibe allen raum vnd ort durchfahren / vnd alle winckel durchkriechen vnnd erfüllen müste: Dann dergestalt wurde sich Christus vielmehr mit seinem leibe nach dem raum vnd ort accommodiren / vnnd vom Himmel wider herab müssen geholet werden / welches Paulus nicht haben wil / son-Rom. ic dern daß seine kraft so starck vnd mechtig / daß derselben kein ort so weit entlegen/ da er nicht durch seine wirckung hin gelangen könte. Gleich wie die sonne am Himmel / ob sie wol mit ihrem corper am Himmel bleibet / dennoch durch ihre kraft alles rühret vnnd erwerniet. Huc spectat illud Cyprian: in sermon: de coena: Ecclesia corpus Christi effecta obsequitur capiti suo: & superius luP iij men Die Fünfte 112 men in inferius diffuſum claritatis ſuæ plenitudine à ſine uſ que ad finem pertingens, totum apud se manens, totum se omnib. accommodat. Da er auf diß gleichnis der sonnen siehet. Es verrichtet auch der Herr Christus solche regierung nach seiner menschlichen natur / eigentlich daruon zu reden / nicht mit seiuem leibe / sondern vilmehr mit seinem vernunftigen vber aller menschen vnd Engel verstand erleuchteten seelen/ dieselbe weiß vnnd verstehet / was seinen gliedmassen nützlich vnnd guth ist / sie nimbt sich derselben als ihrer glieder trewlich ahn / sorget fur sie / vnd begeret ihnen alles guts zuthun/ sie weiß darneben/ daß sie nicht eines schlechten menschen / sondern Gottes seele vnd gemüth (Novirse DEI mentem esse, saget der alte Lehrer) Damascen. lib. 3. cap 19. Neque etiam illud ignorandum est, sanctam ipsius mentem naturales etiam suas actiones exequi: quoniam intelligit, & perspectum habet, se DEI mentem esse, & ab omnibus creaturis adorari: & recordatur conversationum suarum & pas sionum in terris: Communicat autem operanti divinitati verbi dispensanti & gubernanti: Vniversum intelligens & cognoscens & dispensans, non ut nuda hominis mens, sed ut DEO secundum hypostasin unita & DEI mens constituta. Vnd darumb so wil sie auch/ daß das jenige/ was sie begeret/ geschehe: Sie kan es auch dahin bringen/ daß es geschicht nach der kraft/ nach welcher er vermag im alles vnterthan zu machen. Dan er wil es nicht allein als ein mensch / sondern auch als ein wahrer Gott: Vnnd regieret also der Herr Christus wahrer Gott vnnd mensch in einer vnzertrenneten person / seine gemeine / nicht leiblich / weder grober noch subtiler weise / sondern geistlich / durch die kraft seines Geistes / welchen er auch zum zeüchnis solcher seiner ort zu regieren öffentlich am Pfinstage vber seine Aposteln sichtbarlich außgegossen / auch in der ersten kirchen seinen gliedmassen denselben also mitgetheilet/ damit anzuzeigen/ daß er nicht mit seinem leibe (den er kurtz zuuor vor ihren augen im Himmel versetzet) sondern mit seinem Geist / bey vnd in ihnen sein wolle. Durch welchen er auch nochmals wohnet in vnsern hertzen vnd gemüthe / vnd samblet ihme ein gemeine durchs wort vnd die heiligen Sacramenta / bey welchen Häuptursach. welchen er kreftig ist / vnd leistet warhaftig das jenige / was er vns darinnen anbietet / nemblich nichts irdisches / nichts leibliches / weder grobes noch subtiles / sondern allein Geistliche güter / die seinem Reich gemecß sein / vnd wird in dem gantzen offenbarten wort Gottes nicht ein eintziger buchstab befunden werden / das dem leibe eines Christen menschen einige vbernatürliche verrichtung befohlen vnd aufgetragen / oder nur zugeschrieben werde. Es wird wol befohlen / daß man denselben rein vnd vnbefleckt behalten sol von sunden/ daß man jhn sol Gott dem Herrn aufopfferen / als ein lebendiges reines opfer: Ja auch wann einem ein auge oder ander glied ärgert/ daß mans außreissen oder abhawen/ vnd von sich werffen sol / welches Christus mit gar deutlichen worten befohlen Matth. 5. v. 29. vnd abemnals cap. 18. v. 8. vnd Marc. 9. v. 17. Aber da ist nichts vbernatürliches / vielweniger etwas zugleich leibliches vnd nicht leibliches darinne. Es werden vnsere gliedmassen genant / vn sind auch warhaftig gliedmassen des leibs Chriisti: Wie aber? Nicht durch leibliche vbernatürliche einwohnung des leibs Christi in vns / sondern durch die Geistliche einwohnung. daß der Geist/ der in Christo ist/ auch in vns wohnet/ wie hernach gemeldet werden sol: jtzo sagen wir allein / was einem Christenmenschen in dem Reich Christi mit dem leibe zuuerrichten befohlen sey. Nun ist der erste befehl/den ein Christenmensch in disem Reich hat / daß er Gottes wort hören sol: Er hörets aber nicht vbernatürlicher / himlischer / verborgener / subtiler weise / sondern allerding also / als er andere natürliche wort höret: Es gehen die wort nicht anders in die ohren / als alle andere wort / Aber das vernünftige gemüth des menschen / das dijudiciret vnd vnterscheidet erst das jenige / was geredet ist / also daß zwar die wort nicht anders sein / als andere wort / aber die sachen vnd die dinge/ so dardurch vorgetragen vnd angedeutet werden / die verstehet die vernunftige seele des menschen / daß es höhere ding sein als irdische sachen / darumb nimbt sie dieselben an / vnd dardurch wird sie zu Christo geleitet: Die wort aber / vergehen mit dem athem in der luft / wie andere gemeine wort dan sie haben den schatz wesentlich nicht in sich / vnd thut also der leib darbey nichts vbernatürliches. Es ist zwar das Euangelium eine kraft Gottes 5 110 Die Fünste Gottes selig zu machen alle die daran gleuben: Aber die kraft sticht nicht in den worten / es befindet sie auch nicht der leib / sondern der In cap. 1 verstand vnd das gemüthe. Daher saget Hieron: Non in legenad Galat. do, sed in intelligendo scripturae consistunt: non in verbis scripturarum est Evangelium sed in sensu. Daher sagt AuIn Johan. Tract. 45 gustin. Vtique nihil aliud sunt verba quàm signa. Vors ander wird befohlen / daß sich ein Christ sol teuffen lassen: Tom. Dises zwar wird auch mit dem leibe verrichtet/ aber nicht vbernatürlicher subtiler weise / sondern es wird das wasser auf den leib gegossen / wie ander wasser / da ist nicht der geringste vnterscheid / das gemüth des menschen aber das verstehet was darunter gemeinet sey / wie Lutherus selbst singet: Das aug allein das wasser sieht / wie menschen wasser giessen / der glaub dardurch die kraft versteht / des bluts Jesu Christi/ rc. Vnd ist sonderlich wol zumercken/ was Lutherus selbst hieuonschreibet in seinem grossen Catechismo / da er al„ so saget: Es geschicht beydes in der Tauf daß der leib begossen wird / welcher nit mehr fassen kan als das wasser/ darzu das wort gesprochen wird / das die seele auch kan fassen. Item: Weil beydes wasser „ vnd wort eine Tauf ist / so müssen auch leib vnd seele sehlig werden vnd ewig leben: Die seele durch das wort dem sie glaubet/ der leib aber weil er mit der seelen vereiniget ist vnd die Tauf auch ergreift / „ wie ers ergreiffen kan. Mercke es wol lieber leser: Es sagt Lutherus nicht daß der leib etwas vbernatürliches Himlisches / Leiblich aber / doch nicht auf leibliche weise / ergreiffe / sondern er sagt daß der leib nicht mehr fassen kan als wasser. Item: Er greiffe die Tauf also wie er sie ergreiffen kan / nemblich eusserlich / Das eusserliche zeichen empfehet er natürlicher weise / dann er kans nicht anders empfangen als seine art ist / aber die seele verstehet darunter ein grossers vnd mehrers / welches jhr im wort vorgetragen vnd angebotten wird / dessen sie auch durch wahren glauben theilhaftig wird / daß nemblich durch diß eusserliche abwaschen die reuugung von sunden / die vns Christus durch sein blut erworben hat / angedeutet / angebotten / vnd in dem menschen / der es nicht nur mit dem leibe / sondern mit dem gemüth annimbt / versiegelt / vnd der bund eines guten ge1. Pet. 3. wissens mit Gott aufgerichtet werde/ wie es Petrus außleget/ v.21. Vm Häuptursach. Vnd eben darumb tauft man auch keinen todten noch schlaffenden / weil zu disen sachen nicht so wol der leib als das gemüth gehöret. Vnd ob man wol die kinder tauffet/ die sich des gemühts also noch nicht brauchen können / so geschicht doch solches darumb / weil sie ohne das zum Reich Christi gehören/ vnnd desselben gliedmassen sein / wofern sie auß Christlichen eltern geboren worden: Dan dieselben haben den bund mit Gott/ vnd Gott mit ihnen/ nicht allein ur sich aufgerichtet / sondern auch für ihren samen nach ihnen / wie geschrieben stehet: Jch wil dein Gott sein/ vnd deines samens nach dir. Vnd da heist es recht / non denegandum est signum iis, qui sunt participes rei signatae. Vnd daher kömpt es / daß man der Juden vnd Türcken kinder / als die ausser der kirchen Christi geboren werden / nicht teuffet in ihrer kindheit / als welche noch nicht in dem bunde sein / sondern lest sie erwachsen / vnd vnterweiset sie zuuor in der lehr Christliches glaubens/ damit sie also zu Christo geführet / vnd ihm einverleibet werden. Es ist zwar die heilige Tauffe ein bad der widergeburt: Aber es geschicht solche widergeburt auch nicht leiblicher / vbernatürlicher / subtiler weise / sondern allein in der seelen vnd dem innerlichem menschen / Kan also auch bey diser verrichtung des menschen irdischen leibe nichts vbernatürliches zugeschrieben werden. Zum dritten hat Christus befohlen / daß man seinen leib essen / lohan. 6. vnd sein blut trincken solle: Aber weil er alßbaldt darzu thut / daß solches im geist geschehen müsse / auch was er einmal saget / wer mein fleisch isset / item wer mich isset / alßbald darauf also außredet / Wer an mich gleubet: So ist heutiges tages niemand / der da sagen dörffe / Christus habe domals von einem leiblichen mündlichen / jedoch vbernatürlichem essen geredt / dan die wort sein so klar. Zum vierten / Hat Christus in seinem letzten Abendmalbrot vn wein genommen / dieselbe seinen Jüngern gegeben vnd befohlen das sie essen vnd trincken solten / mit dem anhange / daß dises/ was er sie essen vnd trincken heisse/ sein leib vnd sein blut sey. Alhier ist abermals ausser zweivel / daß brot vnd wein / welche Christus zu efsen vnd zu trincken befohlen hat / auch mitten im brauch des heiligen Abendmals / von vnserm leibe anderer gestalt nicht / als natürlicher weiſe Die Fünfte w eise gegessen vnd getruncken wird / wie ander brot vnd wein / dan da wird niemand ein anders entpfinden. Die frage aber vnd der streit stehet auf dem / weil Christus von dem brot vnd dem weinwelchen er zu essen vnd zu trincken befohlen hat / saget das es sein leib sey / wie das zuuerstehen / ob damit ein mündliches leibliches / aber doch vbernatürliches essen des leibs Christi erfordert werde / oder ob Christus durch vorstellung dises eusserlichen brots vnd weins uns seinen leib also anbiete / wie er sonst in seinem Reich seine gaben anzubieten vnd außzutheilen pfleget / nemblich / nicht leiblicher / weder grober noch subtiler weise / sondern Geistlich / das sie mit dem gemüth gefasset vnd mit starckem glauben apprehendiret / Das gemüth aber durch zuthun des eusserlichen zeichens vnd siegels aufgemuntert werde? Doct: Luther vnd sein anhang/ ob sie wol die letzte meinung so weit müssen gut sein lassen / daß sie sagen vnd bekennen / das sey der rechte zweck / der rechte heilsame gebrauch der ordnung Christi / vnnd daß Christus solches vornemblich von vns fordere: Aber sie wollen darneben ein mündliches leibliches / aber doch vbernatürliches subtiles essen des leibs Christi haben / dauon doch in der gantzen heiligen schrift sonst kein buchstab zufinden / nur das sie es auß disen worten / die sie auf die meinung außlegen / erzwingen wollen. Wann wir aber die gantze form vnd art des Reichs Christi vnd was einem menschen/ der in solch Reich aufgenommen wird/ an leib vnd seel darinnen zuuerrichten befohlen wird / recht betrach ten / so befinden wir / daß sich solche außlegung vnnd meinung mit demselben gar nicht reime noch schicke/ sondern derselben schnurgleich zuwider sey / in dem sie gar ein andere form der gaben / so in disem reich außgetheilet werden / vnd einen andern modum apprehendendi vns einbilden wollen / nemblich nicht Geistliche / so durch eusserliche leibliche mittel vnd zeichen vorgebildet vnnd innerlich erriffen werden / sondern leibliche / aber doch nicht leibliche / sondern obernatürliche sachen / so mit dem irdischen leibe zuverrichten / darzu wir den leib vngeschickt wissen / sondern halten es vielmehr darnor / wie es Lutherus in kurtz zuuor angezogenen worten bey der Tauf gehalten hat: Daß gleich wie der leib nicht mehr fassen noch begreiffen kan als das wasser / ob wol die seele das blut Christi ergreift Häuptursach greift / so ihr im wort vorgestelt wird / also auch im Abendmal der leib nicht mehr fassen noch ergreiffen könne als die eusserliche zeichen / wie ers fassen kan: Aber die seele hat das wort vor sich / welches disem eusserlichen zeichen angeheftet / das ergreift sie / vnd wirt also der mensch an leib vnd seel zum ewigen leben gespeiset: Vnnd schliessen dennoch in betrachtung aller verrichtung so den leibe in disem Reich Christi zuthun / befohlen also: Gleich wie der mensch in dem Reich Christi widergeboren wird / also wird er auch in disem Reich ernehret / gespeiset vnd getrencket. Nun geschicht aber die widergeburt (wie oben gedacht) nit leiblicher subtiler weise / sondern Geistlich / vnd in dem gemüth des menschen/ vnd wird zum eusserlichen zeichen die Taufe darzu gebraucht / darumb sie auch das badt der widergeburth genant wird. Darauß folget / daß der widergeborner mensch auch noch also erneret werde / nicht durch mündlich essen / weder grobes noch subtiles / sondern durch das Geistliche essen / vnnd In Iohanden glauben / wie solches bezeuget Augustinus: Credere Tract. 16 in eum, hoc est, manducare panem vivum. Qui cre dit in eum, manducat, invisibiliter saginatur, quia & invisibiliter renascitur: Infans intus est, novus intus est, ubi novellatur ibi satiatur. Können also die andere meinung als dem Reich Christi vngemeß/ nicht annemen/ sondern bleiben bey dem/ was Doct: Luther vnd die seinigen selbst nicht fur vnrecht erkennen können / vnd lassen 1. Cor. 2 das vbrige / als ein menschengeticht / fahren. Getrösten vns darne v. 1 ben / daß wir S. Paulum zum Lehrmeister vor vns haben / der da wil/ daß man Geistliche sachen/ Geistlich richten vnd vnterscheiden sol: Nun ist / wie gesagt / das Reich Christi Geistlich: Daruml richten wir auch das jenige/ was vns darinnen angebotten wird. nach Christlichem verstande / das irdische aber nach irdischer weise. lib. de his Vnd sagen mit Ambrosio: In illo Sacramento Christus est, quia qui initicorpus est Christi, non ergo corporalis est esca, sed spiritualis. ant. miste Gleich wie aber D. Luthers meinung / der art vnd eigenschaft riiscap.; 0 Die Fünfte Häuptursach. des Reichs Christi zuwider ist: Also ist sie auch demselben vber die maß verkleinerlich / vnd streitet wieder die glori / ehre vnnd herligkeit / darein der Herr Christus in disem seinem Reich mit seinem leib sich gesetzt/ Christus von den todten auferstanden/ stirbt hinfuro nimmer / sagt Paulus. Mit welchen worten nicht allein der natürliche todt / sondern alles vergengliche irdische wesen grobes vnd subtiles / Jn summa der gantze standt der nidrigung aufgehoben wird / daß Christus mit seinem leib auß derselben in ewiger glori vnd Herligkeit / im Himmel persetzet / vnnd mit seinem leibe nichts mehr leiden darf. Wie solte man dann darzu kommen/ daß man vorgeben wolte: Es muß der leib Christi wesentlich in vnsern mund kommen vnd müsse dannoch so subtil werden / daß man ihn nicht fühlen noch entpfinden solle? Ja er muß auch in der Gottlosen mundt kommen, also / daß die Gottlosen eben auf dieselbe vbernatürliche weise seiner wesentlichen gegenwart theilhaftig werden / als die gleubigen. Was hat Christus für gemeinschaft mit Beliale Er bestelt ja selbst/ daß man die Perlen nicht vor die Sew werffen sol/ das ist/ daß man die geheimnis seines Göttlichen worts / nicht den Gottlosen / ruhlosen leuten vortragen sol / weil sie dessen nicht werth: Wie solt er dan darzu kommen/ daß er mit seinem herlichen verklerten leibe in ihren Gottlosen mund steigen / vnd sich von ihnen wesentlich sölte essen lassen. Er saget selbst im Psalm: Er wolle der Gottlosen namen in seinem munde nicht führen (gleich wie er Johan: 17. sagt. Er wolle nicht vor sie bitten) noch sol er mit seinem verklerten leibe obernatürlicher weise jedoch wesentlich in ihren mund kommenWas kan doch abschewlicher gesagt oder erdacht werden/ man mag es auch hernach so subtil widerumg trehen vnnd wenden / als man immer wil / welches wir einem jeden lieber selbst bey sich ermessen lassen / als weiter schriftlich aufsetzen wollen: Es ist je in der gantzen schrift dauon nicht ein buchstab oder einige consequentz zufinden. Vnnd hilft sie nicht / das sie sagen / man müsse alle grobe gedancken beiseit setzen. Wir halten hiergegen darfür/ daß die meinung / darauß so grobe vngeschickte / vnd dem Reich Christi vngemesse gedancken entspringen / die sie auch notwendig mit sich bringet / beiseit zusetzen sey / vnnd dargegen der rechte reine Geistliche verstand Die Sechste Häuptursach. verstand der wort Christi / der seinem Reich vnd Herligkeit gemeß ist / zu behalten. Die Sechste Häuptursach. Je Sechste vrsach / Warumb wir Doct: Luthers meinung nicht zulassen können / ist / das sie streitet wider die art vnd eigenschaft vnserer vereinigung mit Chri0 sto / vnd der einwohnung Christi in vns / Sermon. Dann wie Augustin recht saget: Hoc Sacramentum ideo nobis 28. ad fradatum est, ut corpus Ecclesiae Christi, quod est in terris, cum tres in Ecapite, quod est in coelis coadunetur. Christus enim caput no-remo. strum sursum in coelis est, & nos deorsum: Est autem ille in nobis hîc, & nos ibi in illo sumus. Das ist: Diß Sacrament ist ce vns darumb gegeben damit der leib der kirchen Christi/ so auf erden ist / mit dem heupt das im Himmel ist / vereiniget werde: Dan Christus vnser heupt ist oben im Himmel/ vnd wir hierunten auf erden/ vnd ist doch er alhier in vns / vnd wir droben in jm. Jtem / daher sag Hilarius: Haec sumpta & hausta faciunt ut in nobis sit Chri. De Trin bb. 8. stus & nos in Christo. Item Leo I. Epist. 23. ad Clerum. In illa mystica distributione spiritualis alimoniae hoc imparti tur, hoc sumitur, ut accipientes virtutem coelestis cibi in car nem ipsius, qui caro nostra factus est transeamus. Solchem also nach muß man notwendig wissen / wie wir mit Christo vereiniget werden / vnd wie er in vns sey: Dann darauß wird sich finden / wie er von vns im Abendmal entpfangen werde. Nun ist der Herr Christus erstlich wahrer Gott / er ist auch wahrer mensch von leib ond seele/ fraget sichs derwegen erstlich mit welchem theil (also zu reden) wir vereiniget werden / zum andern / welcher gestalt vnnd durch was mittel? Die erste frage belangend / ist ausser zweifel / daß wir nicht allein ottheit / sondern auch nach mit dem Herrn Christo nach seiner ner Q ij Eph. 5. v. Epist. ca Ephe Iohan. 6 126 Die Sechste ner menschlichen natur / auch nicht allein nach der seele / sondern auch nach dem leibe vereiniget werden. Also das Christus warhaftig ist fleisch von vnserm fleisch/ vnd bein von vnsern beinen/ vnnd wir dahero gliedmassen sein seines leibes / wie Paulus schreibe Wir sind glieder seines leibes von seinem fleisch vnd seinen gebeinen: Ja / wir hetten mit seiner Göttlichen natur / als einem verzehrenden fewer nicht vereiniget / noch zu solcher vereinigung beruffen werden konnen / wan sich der sohn Gottes nicht selbst also geniedriget/ vnd vnser fleisch an sich genommen hette: Dann dardurel haben wir einen freyen zutrit zu ihm: Daher sind wir die Reben an dem weinstock/ welcher ist sein leib/ dem wir warhaftig einuerleibet / vnd vns an denselben halten müssen / wollen wir einen zutrit zu Gott haben. Daher sagt er / daß sein fleisch sey die wahre speise / weil wir dardurch das leben haben/ vnd es in vnd vermittelst desselben / vnd nirgend anders suchen mussen / jnmassen solches alles zwischen vns ausser streit ist / darumb es weitere außführung nicht bedarf. Aber bey der andern frage hebt sich der streit / wie vnnd welcher gestalt/ auch durch was mittel solche Vnion vnd einuerleibung in Christo geschehe? Wir halten dafur/ vnd haben dessen grund auß der schrift/ daß das einige mittel dardurch wir mit Christo auch nach dem fleisch vereiniget werden/ sey der glaube der durch den Geist Christi in vnsern hertzen erwecket wird / Christum zu ergreiffen / vnd sich demselben zuzueigenen. Dann also schreibet Johannes: Daher wissen wir / daß Christus in vns sey auß den Geist der er vns gegeben hat. Vnnd Paulus sagt: Daß Christus in vnsern hertzen wohne durch den glauben. Vnnd Christus selbst/ als er gesagt: Wer mein fleisch isset / vnd trincket mein blut der bleibt in mir vnd ich in jme: Erkleret er sich selbst vnd spricht: Wer an mich glaubet / den wird nicht dürsten in ewigkeit. Weiset also / daß das mittel seinem fleisch einuerleibet zu werden / vnd in ihm zu bleiben / sey / an ihn gleuben/ Welcher glaube nicht eines menschen werck/ sondern ein geschenck Gottes ist / angezündt durch den heiligen Geist / der in Christo wohnet/ vnd von Christo in eines jeden gleubigen hertze gesandt wird/ der ist das band zwischen Christo vnd seiner gemeine Häuptursach. der nicht allein Christum vnnd einen jeden gleubigen / sondern auch die gleubigen selbst vntereinander verbindet / vnd zu gliedmassen eines leibes machet / wie solches von dem Apostel Paulo vielfaltig außgestrichen wird. Vnd geschieht solche vereinigung mit Christe auf dise Geistliche art / so wol durch das gepredigte wort / als durch vnd in dem brauch der heiligen Sacrament. Dann von der Taufe 1. Cot. 12 schreibet der Apostel Paulus außtrücklich: Wir sind durch einen v. 15 Geist alle zu einem leibe getauft/ vnd (vom Abendmal) wir sind alle zu einem Geist getrencket: Mit welchen worten er klerlich weiset / daß die vereinigung mit Christo / vermittelst welcher wir auch mit den andern gleubigen in einem leib vereiniget werden/ so wol im Abendmal als in der Taufe / geschehe durch den heiligen Geist / welcher in den Sacramenten kreftig ist / vnd Christum mit seiner Gemeine zusammen fasset. Wan dan die gleubigen durch niessung der heiligen Sacramenten in einem leib getauffet / vnnd in einem leib getrencket werden / solcher leib aber nicht durch leibliche zusammen fügung weder natürlicher noch vbernatürlicher weise / sondern al lein durch den Geist Christi/ der in allen glenbigen wohnet/ zugerichtet wird. So schliessen wir dahero ferner / daß auch die niessung des leibs Christi im Abendmal anders nicht sey / als Geistlich / im gleubigen hertzen vnd gemüth der menschen/ ob sie wol durch die Insermö: eusserliche zeichen vorgebildet vnd versiegelt werden. ad infant: Vnd dises lehret vns auch der H. Aug. Quod transactâ nocte & popula vidistis, panis est, & calix est, quod etiam oculi renunciant quem requod autem fides vestra postulat instruenda panis est corpus fert Beda & calix, seu quod habet calix, est sanguis. Breviter quidem 1. Cor. 11 hoc, quod fortè fidei sufficiat: at fides instructionem deside rat. Nisi enim credideritis, non intelligetis. Potestis enim dicere mihi: praecepistis ut credamus, expone ut intelliga mus. Potest enim cuiquam talis cogitatio oboriri: Dominus noster Iesus Christus, nonne carnem ex virgine assumpsit, ir cruce mactatus est, sepultus, tertiâ die resurrexit, & quo die in coelum ascendere voluit, illuc levavit corpus suum, ibi modo sedet ad dexteram patris, inde venturus est ad judicium Quomodo igitur panis est corpus ejus, & calix sanguis ejus Fratres, Die Sechste Fratres, haec Sacramenta seu mysteria sunt, in quibus aliud videtur, aliud intelligitur: quod videtur; speciem habet cor poralem, quod intelligitur, fructum habet spiritualem. Cor pus ergo Christi, si vis intelligere, audi Apostolum dicentem fidelibus, vos estis corpus Christi & membra. Si ergo vos esis corpus Christi, mysterium vestrum in mensa positum est Mysterium DEI accipitis, & ad hoc quod estis, Amen respon detis. Esto membrum Christi & verum sit Amen tuum. Item: Commendavit nobis in hoc Sacramento corpus & sanguinem suum, quod etiam fecit nos ipsos. Nam & nos corpus i psius facti sumus, & propter misericordiam ejus, quod accepimus, nos sumus. Als wolt er sagen: Wiltu wissen/ wie das brot der leib Christi sey? So gedenck daß du auch ein gliedmaß seist des leibes Christi / da wirstu befinden / daß du nicht wesentlich / oder darumb ein gliedmaß des leibes Christi seyest / als solte Christus mit seinem leibe in dir wesentlich sein / sondern daß Christi Geist in dir woͤhnet / der dich mit jm verbindet / also ist auch das brot der leib Christi nicht daß der leib Christi wesentlich darinnen/ sondern weil es ein werckzeug ist des høiligen Geistes / deine vereinigung mit Christo dardurch zuuerrichten/ daß du je mehr vnd mehr Christo einuerleibet werdest: Ist also Geistlich vnd nicht leiblich zuuerstehen / gleich wie du ein gliedmaß des leibes Christi bist/ Geistlich vnd nicht leibTract. 26 lich. Dises ist der helle vnd vnleugbare verstand der wort Augustini: Wie er auch an einem andern ort spricht: Quomodo caperet in Ioan. caro quod dixerit panem carnem? Vocatur caro, quod non capit caro, & ideò non capit caro quia vocatur caro. Norunt autem fideles corpus Christi, si corpus ipsius esse non negli gant. Fiant igitur corpus Christi, si volunt vivere de spiritu Christi, de quo non vivit nisi corpus Christi. Vnd treibet solches noch weitleuftiger Bertramus, explicans verba Ambrosiis In illo Sacramento Christus est, quia corpus est Christi: Insurgis, inquit, & dicis, Ecce manifestè illum panem & potum, corpus Christi esse fatetur: Sed attende quid subjungitur. Non enim corporalis esca est, sed spiritualis: Nihil enim cor poraliter est cogitandum, corpus Christi est, sed non corporaliter Häuptursach. raliter, sanguis Christi est, sed non corporaliter. Non solum enim in pane illo corpus Christi, sed & corpus in eum credentis populi figuratur. Qua de re sicut non corporaliter sed spiritualiter & in mysterio panis ille credentium corpus dicitur: Sic quoque Christi corpus non corporaliter sed spiritualiter & in mysterio necesse est ut intelligatur. Eben dahin sichet 1 ad Cort auch Chrysostomus: Da er saget: Quid est panis? Corpus Chri-Homa 24 sti. Quid autem fiunt, qui accipiunt? Corpus Christi: Non multa sed unum corpus. Darbey wir bleiben / vndsagen ferner / weil wir Christum darumb in seinem Abendmal essen sollen / das er in vns/ vnd wir in ihme bleiben/ Das wir auch alle mit einander in ein corpus vereiniget werden sollen: Vnd aber gewis das er nicht leiblich / weder grober noch subtiler weise / sondern Geistlich in vns wohnet / wir auch nicht leiblicher / sondern Geistlicher weise mit einander ein corpus in Christo werden. So folget vnwiedersprechlich / das er auch nicht leiblich / weder grober noch subtiler weise / sondern allein Geistlich gegessen werde. Dan wie er von vns genossen wirdt / so bleibt er auch in vns: Vnd wie er in vns bleibet / so wirdt er genossen: Vnd so seindt wir auch alle in ihm ein corpus, da kar eines von dem andern nicht getrennet werden. Doct: Luther vnd seine nachfölgere / ob sie wol dise geistlehe niessung auch müssen guth sein lassen / so wollen sie doch neben / vnd in den eusserlichen zeichen / auch eine mündliche leibliche niessung haben / dardurch der wesentliche leib Christi auch in vnsern munde vnd leib komme/ jedoch auf eine sonderbare vbernatürliche weise. Aber dise niessung ist der intention vnd dem zweck / warumb das Abendmal eingesatzt / gentzlich zuwider. Dan die vereinigung mit Christo geschicht nicht leiblicher weise/ es mag auch so vbernatürlich gemacht werden/ als es immer wolle / so ist vnd bleibet doch wahr / daß der leib Christi weder grober noch subtiler weise wesentlich in vnsern leib kommet: Sondern er wird von der gleubigen seele im Geist vnd in der warheit ergriffen. Vnnd haben die alten kirchen lehrer solcher imagination von der wesentlichen einwohnung des leibs Christi in vns vorlengst In sermö widersprochen / wie Cyprianus schreibet: Nostra & Christi con- de coena junctio non miscet personas, nec unit substantias, sed affectus Dominiconsociat In Epist. prior. ad Clod De Trin lib. S. Die Sechste consociat & confoederat voluntates. Et ibidem: Mansio no stra in ipso est manducatio & potius quasi quaedam incorpo ratio subiectis obsequiis, voluntatibus iunctis, affectibus unitis. Nazianzen. Christus habitat in cordibus nostris οὐ κατὰ τὸ φτινόμενον, ἀλλα κατά τὸ εσδμενον, non secundum id quod videtur, sed secundum id quod intelligitur. Das ist / nicht nach dem sichtbaren / sondern nach dem vnsichtbaren. Er nennet aber alda das sichtbare / die menschliche / das vnsichtbare die Göttliche na tur: wie der context außweiset / in dem er auch die art zu reden: Christus ist vom Himmel kommen / durch Christum sind alle ding geschaffen / also außleget / nemblich nach der vnsichtbaren Göttlichen natur / nicht nach der sichtbaren / das ist / menschlichen natur. Nicht ohne ist es / das etliche auß den Patribus / vnd insonderheit Hilarius vnd Cyrillus vornemblich auch dises treiben / daß wir nicht allein mit dem gemuth vnd guter affection / sondern auch leiblich vnd natürlich mit Christo vereiniget werden / als da Hilarius schreibet: Christum in nobis esse per carnem. Item: Christum in nobis naturaliter permanere. Item Cyrillus: An fortassis putat ignotam nobis esse mysticae benedictionis virtutem, quae cum in nobis fit, nonne corporaliter quoque facit communicatione carnis Christi, Christum in nobis habitare: Item, non habitudine solum, quę per charitatem intelligitur, Christus in nobis est, verum etiam participatione naturali. Es ist aber zu notwendiger erklerung diser vnd anderer sprüche zu mercken / daß Hilarius vnd Cyrillus an denselben orten mit dem ketzer Arrio vnd seinem anhang zu thun haben / welche vorgaben daß Christus vnser weinstock genennet wurde ratione suae Divinitatis, creatae tamen & diversae à patre substantiae: quemadmodum agricola & vitis diversae sunt substantiae. Mit Christi fleisch aber / hetten wir keine gemeinschaft als mit guter affection wie ein freund dem andern zugethan were / sonst aber vnd alleine an seine erschaffene Gottheit halten müsten. Dises widersprechen die beyden lehrer / vnd beweisen / Daß wir vns vnzweiffelich an das fleisch Christi halten / ihm einuerleibt / vnnd vermittelst desselben / das leben vnd die seligkeit erlangen müssen / Daß auch nicht Häuptursach nicht allein die ewige Gottheit / sondern vielmehr die menschheit Christi der weinstock sey / dessen reben wir werden müsten / Wie solches auch erkleret Augustin in Iohan. da er also schreibt: Dicit se Dominus vitem & discipulos palmites: secundum hoc dicit quod est caput Ecclesiæ, nos quoque membra ejus: Mediator DEI & hominum, homo Christus Iesus, unius quippe natu rae sunt vitis & palmites. Propter quod cùm esset DEVS cujus naturae non sumus, factus est homo, ut in illo esset vitis hu mana natura, cujus & nos homines palmites eſſe poſſimus. Vnd dahero sagen Hilarius vnd Cyrillus/ daß wir auch naturali participatione mit ihm vereiniget werden: Reden also de ob jecto, cui uniri debeamus, nicht aber de modo, wie wir demsel[a] Videaben objecto unirt werden / welches sie selbst anders nicht als meditur accuante spiritu sancto verstanden: Wie solches auß ihren eigenen ratissim schriften dermassen erwiesen vnd dargethan / daß es keinen zweifel tractat. mehr haben kan / (a) Insonderheit aber gantz klärlich dahero erschei=Christianet / daß Hilarius vnnd Cyrillus dise corporalem inhabitatio-ni Hosian nem Christi in nobis vornemblich auß dem sechsten capitul Joha: dri dehoc deduciren vnd hernemen / Da doch bey menniglich bekant vnd wis- ipso dicto sent / daß Christus daselbst nicht von einer leiblichen / weder groben Cyrilli sub tit. de noch subtilen / sondern von einer Geistlichen niessung seines leibe cōmuníhandelt. Darauß man siehet / daß auch Hilarius vnd Cyrillus / so cat: & viihre lehre auß demselben capitul nemen / es nicht anders meinen / ob visie: virsic wol ratione objecti, de corporali inhabitatione, also / wie tut. carnis oben angezogen / reden. Doctoris enim dictum (sagen die juri=Christi perpetua sten) intelligendum est secundum ea quae allegat. Cyrilli adeoque concilii Ephesini sententia. Nec non Thomas Cramer, in Assert. Sacrament. p. 107. & seq. Tom. Iesuit. VI. part. 2. p. 39. 73. 103. Boquin: contra libel. Heshus. de coena p. 110. 134. cum seqq. Consens: Orthod: p. 366. & seqq. Hospinian. in Histor: Sacrament. part. 2. fol. 121. Mornaeus de Eucharist. lib. 4 cap. 4. cap. 4. p. 698. &. 716. Vnnd erkleret Cyrillus / so viel den modum, die art vnd weise / wie wir mit dem leibe Christi vereiniget werden / gnugsamb / da er schreibet: Vitem seipsum exempli ratione & palmites affixos lib. 10. ca in ea credentes appellavit, qui participatione Spiritus, per 13. in Ioh: quem Die Sechste Häuptursach. quem Salvatori conjungimur, naturae suae communicamus. Da er dan & objectum & medium conjunctionis zusammen ni ubi. Et ibid: Opus est naturae ipsius participes nos fieri (alhie redet er de objecto, nemblich von dem leibe Christi andeutend / das wir nicht allein ihm mit gutem willen vnd affection zugethan sein lib. 4. ca. sondern auch seines leibes theilhafftig werden müssen) & in novam inauditamque vitam transformari, quod aliter, quàm participatione Spiritus sancti (ecce modum unionis) fieri non polib.11.ca. test. Item: Christus per spiritum habitat in sanctis, conjunctione spirituali, per semetipsum DEO patri illos conjun De Trin. gens. Item: Etsi abest corpore, patri pro nobis apparens & à dextris ejus sedens, habitat tamen in sanctis per spiritum, ne Ad Theo que patitur eos orphanos esse. Idem: Postquam ascendit ad de recta patrem, in nobis est per spiritum. Idem: Per hoc quod parti fide 1. cipes sumus Spiritus sancti etiam Christum in nobis recipi Serm. 61 mus: Mit welchen worten vbereinstimmet Augustin: Venier in ede verbh um Christus & quoquo modo unitur in eum & membrum Domini corporis ejus efficitur. Item: Vbi fides intus est, ibi Christus Tract. 49 est, si fides in vobis, ergo & Christus in vobis. Item: Fide tua in Iohan. de Christo, Christus est in corde tuo. Bernhard. Non erat Martinus ipse Christus, sed erat tamen Christus in ipso, haud In fest. S aliter utique quàm per fidem. Enim vero juxta hunc modum Martin. etiam modo prope est verbum in corde tuo & in ore tuo, tanIn Epist. tum si recto quaesieris corde. Et idem: Humana caro quae erat ad Irenae peccato obnoxia, & ideo mortua carni ejus mundae unita & de cősec. incorporata, unum cum illo effecta (ratione objecti) vivit de Distinc. spititu ejus (tanquam medio conjunctionis) sicut corpus de c. Christsuo spiritu. Irenaeus: Dominus pollicitus est mittere se parapanis est cletum, qui nos aptaret DEO, sicut enim de arido tritico massa una fieri non potest sine humore, neque unus panis: ita lib. 1. ca nec nos multi unum fieri poteramus in Christo Iesu sine aqua quae est de coelo. Weil dann auß disem allem klärlich erscheinet/ daß wir von der gantzen heiligen schrift vnd den alten Kirchenlehrern dahin gewiesen werden / daß wir zwar dem leibe Christi warhaftig einuerleibet werden Die Siebende Häuptursach. werden mässen / solches aber durch kein ander mittel / als durch den heiligen Geist / vnd den glauben geschehe/ daß auch Christus anders nicht in vns wohne. So schliessen wir dahero: Weil das Abendmal des Herrn auch darumb eingesetzet/ daß wir Christo ein uerleibet werden sollen / Daß auch solche einverleibung anderer gestalt nicht / als durch den glauben / kraft des heiligen Geistes geschehe / vnnd daß die eusserliche zeichen zu sterckung vnd versicherung / cauch aufmunterung vnsers glaubens darzu kommen. Vnd ob wol Lutherus daruͤber noch eine sonderbare leibliche mündliche niessung des leibs Christi haben wil / Weil wir aber dauon in der schrift nichts finden / auch dieselbe der art vnserer vereinigung mit Christo wie gemeldet / zuwider ist / so können wir dieselbe nicht annemen. Die Siebende Häuptursach. Je Siebende vrsach / Warumb wir in disem punct mit Doct: Luther vnd seinen Adhærenten nicht eins sein können / ist / daß sie selbst bekennen vů gestehen/ es sey das mündliche essen vnd trincken des leibs vnd bluts Christi/ darüber sie so heftig streiten / nichts nütze zur feligkeit / wie auß dem erscheinet / daß jrer meinung nach / auch die Gottlosen den leib Christi also essen / vn dennoch nicht selig werden / daß also das leibliche vbernatürliche essen vor sich nichts hilft / sondern es müsse die Geistliche niessung darzu kommen. Ist es nun an dem / wie es dan in warheit nicht anders ist / warumb machet man dan die kirche Gottes mit einer solchen lehre irr / die / wan sie gleich erstritten worden / zur seligkeit nicht nötig / auch nicht dienstlich ist / wan nicht das andere / darinnen man einig ist / darzu kompt? Ja / da man beider seits bekennet / daß die Geistliche niessung zur seligkeit gnug sey / wann gleich das Sacrament vnd eusserliche zeichen nicht darzu kompt / wan nur der brauch derselben nicht auß verachtung nachgelassen wird. Warumb bleibet man dan nicht vielmehr bey deme/ was daß vornembste R iij Die Siebende ist / vnd darinnen man einig ist / vnd lesset das ander fahren? Warumb muß man so wunderliche reden führen von der gegenwart des leibes Christi im brot / vnd darüber alle articul des Glaubens / so auf der warheit seines menschlichen leibs bestehen / in disputat ziehen / Da man doch selbst bekennet / es sei solche gegenwart des leibs Christi zur seligkeit nicht nätze? Es ist vns je vielmehr daran gelegen / daß wir die lehr von dem wahren leib Christi / nach welchem er vns in allen dingen gleich / ausser der sunde / rein vnd vnbefleckt behalten / als das Christus mit seinem leibe wesentlich hier auf erden im brot sey. Dann auf dem/ daß Christus einen wahren natürlichen leib habe / stehet der grund vnserer seligkeit / also / daß wan Christus denselben nicht hette / er vns nichts angienge. Aber daß Christi lest wesentlich im brot / ist vns (ihrem eigenen bekentnis nach) nicht nütze / wan wir jnen nicht Geistlich in vnserm gemüth vnd hertzen fassen / vnd zwar also / daß wir festiglich glauben / daß er vnser rechter natürlicher bruder sey / daß wir seyen gliedmasse seines leibes / vnnd daß der Geist/ der in Christi fleisch wohnet/ auch in vns wohne/ zu welchem dann zuuorderst von nöten / daß wir wissen / daß Christus ein wahres fleisch habe. Dises alles aber kan verrichtet werden wird auch im gebrauch des Abendmals warhaftig verrichtet / ob gleich Christi leib nicht wesentlich im brot stecket. Ja es dienet dieselbe vnleibliche vnd vnbegreifliche gegenwart des leibs Christi auch nicht zu sterckung vnsers glaubens. Dan wie kan das vnsern glauben stercken / das wir weder sehen / noch fühlen / noch hören? Das wort Gottes stercket vnsern glauben / dan wir hören darinnen die herliche verheissungen Gottes/ deren wir vns billich annemen. Wir hören / sagen wir / das wort nicht auf eine vbernatürliche vnhörliche weise / sondern eusserlicher natürlicher weise / wie ander wort. Aber den schatz der vns darinnen angebotten wird / nemlich Christum vnd alle seine wolthaten / ergreiffen wir nicht mit den eusserlichen ohren / sondern mit dem gleubigen gemüth: Also auch die Sacramenta stercken vnsern glauben / zu welchem ende sie auch eingesatzt / weil sie nemblich sichtbare zeichen sind der gnaden Gottes / die vns in seinem wort vorgetragen vnd angebotten wird / weil sie vns dieselben eusserlich vorbilden / vnd vnsern glauben darmit aufnum Häuptursach. aufmunteren. Aber die vnsichibare vnd vnentpfindliche gegenwart des leibes Christi dienet dar zu nicht: Dan weil der glaube ohne das auf vnsichtbare dinge gerichtet / So muß er etwas sichtbares vnd entpfindliches haben / dadurch er gereitzet vnd aufgemuntert wird. welches geschieht durch die eusserliche Sacramenta vnd das angehefte wort. Die vnentpfindliche gegenwart des leibs Christi aber, kan solches nicht allein nicht verrichten / sondern machet auch den rechten wahren glauben / der auf Christum / als einen wahren menschen / der fleisch von vnserm fleisch hat / gerichtet ist / irre: Dann sie bildet vns gar einen andern Christum vor / der mit seinem leibe gar anders beschaffen / als ein mensch / darumb stercket sie vnsern glauben nicht. Es behalten vnnd verrichten auch die Sacramenta ihr Ambt befehl vnd wirdigkeit / sind vnnd bleiben auch gantz/ ob gleich der leib Christi nicht wesentlich darinnen verborgen ist: Sinthemal die cusserliche zeichen von Gott dem Herrn geheiliget/ vnd durch sein wort dermassen gewirdigt sein / daß vns neben demselben das jenige / was sie vns andeuten / gewißlich geleistet wird / wann wir nur die rechte hand darzu bringen / das durch sie bezeichnete gut zu empfangen / das ist: Wan wir bey vnd durch den brauch der eusserlichen zeichen / den glauben innerlich vben / vnd wissen / daß vns das jenige / was vns die eusserliche zeichen sichtbarlicher weise vorbilden / innerlich in vnserm gemuth vnd hertzen kreftiglich geliefert vnd geleistet / vnd wir also Christo einuerleibet werden. Darzu es aber keiner leiblichen / müntlichen vnentpfindlichen niessung des leibs Christi bedarf / sondern ist gnug / daß wir denselben leib Christi / wann vns die eusserliche zeichen auß Gottes befehl furgetragen werden zugleich mit im glauben ergreiffen / vnd in vnsere hertzen schliessen / wie dan der heilige Geist bey solchem eusserlichen nicht müssig / sondern / wie bey dem gepredigten wort / kreftig ist. Es wircket / sagen wir / der heilige Geist / durch die eusserlichen von Gott darzu eingesetzte zeichen das jenige/ warzu sie eingesetzt sein: Er wircket aber nicht im munde des menschen / sondern im gemuth / vnd in seiner gleubigen seelen. Gleich wie er bey anhörung des Götlichenworts nicht wircket in den leiblichen ohren / sondern Die Siebende im hertzen / vnnd in der seelen oder verstand des menschen: Ist also beydes der eusserliche werckzeug vnd die innerliche verrichtung des heiligen Geistes bey den Sacramenten volkommen / ob schon die vnentpfindliche wesentliche gegenwart des leibes Christi in den eusserlichen zeichen / wie billich / gar auß der kirchen Gottes gethan wird. Sintemal das Sacrament des leibs vnd bluts Christi nichts destoweniger gantz vnd volkommen bleibet. Dann weil ein jedes Sacrament auf einem eufferlichen zeichen vnd einem Himlischen bezeichneten guth bestehet: So ist es gewiß / daß die leibliche vnentpfindliche gegenwart deß leibes Christi weder zu den zeichen / noch zu dem bezeichneten gutt gehoret. Vnnd also weder rationem signi noch rei lignatae hatt. Dan wer wolte sagen / das die vnentpfindliche niessung des leibs Lib.2. Christi ein zeichen sei? Sintemal / wie Augustinus lehret: Signum De dos est res praeter quam ingerit SENSIBVS aliquid aliud in cogitrin. tationem faciens venire Ein zeichen muß eusserlich sein / vnd Christi- die eusserliche sinne berühren. Nun thut aber solches der vnentan pfindliche leib Christi nicht / Darumb kan er auch im Abendmal ra tionem signi nicht haben. Das er aber auch rationem rei signatæ, vnd des bezeichneten guths nicht habe / erscheinet erstlich dahero: Das res signata alhier ist der leib Christi / derfur vns gelitten hat. Nun hat aber nicht ein vernentpfindlicher vnsichtbarer leib für vns gelitten / sondern ein wahrer menschlicher leib / so vns in allem gleich / ausser der Sunde. Zum andern / so ist gewis: Das in allen Sacramenten res signata allein zur seligkeit / niemands aber / der es gewust vnd theilhatig wirdt / zum verdamnis gereichet. Dan Christus spricht selbst: Wer mein fleisch isset vnd mein Blut trincket / der hatt das ewige leben. Vnd ist in der gantzen Christlichen kirchen der spruch Augustini bewehret: Res Sacramenti omni sumenti ad salu tem, nemini ad exitium datur. Nun saget aber vnser gegentheil selbst / daß der vnentpfindliche leib Christi mündlicher vbernatürlicher weise genossen / zur seligkeit nicht diene / sondern es müsse die Geistliche niessung darzukommen. Daraus siehet man / das der leib Christi auf die weise/ wie sie wollen/ genossen/ nicht habe rationem Häuptursach. nem rei signatae, quae semper salutaris est sumenti: Zum dritten / so bekennen sie selber / daß dise art den leib Christi zu essen / so wol den vnglenbigen als den gleubigen gemein sey. Nun ist aber gewiß / vnnd der ganzen Christlichen kirchen bekant: Ob wol die Sacramenta den guten vnd bösen gemein sein / daß dannoch der innerlichen bezeichneten guths aliein die gleubigen theilhaftig werden / vnd dessen geniessen. Darauß dan folget / daß die von ihnen ertichtete niessung des leibs Christi / nicht sey res Sacramenti, vnd also ex sufficienti partium enumeratione zu keinem theil / so zu disem Sacrament gehörig / gezogen werden könne / sondern daß diß Sacrament so wol ratione signi (welches ist brot vnnd wein) als ratione rei signatæ (welches ist der wahre sichtbare leib Christi) nichts destoweniger gantz bleibe / ob schon die oralis insensibilis manducatio nuß der kirchen Gottes hinweg gethan wird. Es gibt auch solche mündliche vnentpfindliche niessung des leibs Christi keinen trost: Dann neben dem / daß vns dardurch der gröste trost (welcher in dem bestehet / daß Christus vnser bruder / vnnd fleisch von vnserm fleisch ist) benommen wird / in dem man vns gar einen andern Christum vorstellet: So kan darauf kein bestendiger trost gesatzt werden / das den gleubigen so wol als den vngleubigen gemein ist: Als zum exempel / Auß dem wort Gottes kan man trost haben / aber nicht bloß / darumb / daß mans gehöret / dann solches viel Gottlose Juden vnd heuchler auch hören / sondern daß mans zu hertzen fasset / vnd daran gleubet. An den Sacramenten haben wir trost / nicht wegen des blossen gebrauchs / der den frommen mit den heuchlern vnd bösen gemein ist / sondern weil man die verheissungen so darbey geschehen / vnnd eusserlich vorgebildet werden/ mit dem glauben annimbt / vnd der glaub dardurch geübt vnd aufgemuntert wird / welches in keinem heuchler geschicht / Was hilft nun hierzu die vnsichibare vnentpfindliche gegenwart des leibes Christi? Sol man sich trösten / daß man denselben mündlich gessen? Aber das geschicht auch (ihrer meinung nach) den Gottlosen/ vnd werden doch verdampt. Sol man aber den rechten trost haben / so muß man sich des troͤsten / daß Christus vnser bruder / ist fleisch von vnserm fleisch. und bein von vnsern beinen / in solchem fleisch gelitten / vns zu guth / vnd Die Siebende vnd daß wir vermittelst seines worts / vnd der eusserlichen Sacra menta / mit ihm so gewiß gemeinschaft haben / als wir diß brot auf seine einsetzung vnd verheissung geniessen. Das ist ein trost / aber er bestehet / wan gleich der leib Christi im Himmel bleibet / vnnd nicht ins brot / sondern nur ins hertz kompt. Dagegen heist es aber/ wie in Doct: Luthers altem Gesangbüchlein stehet (wiewol es die newen Correctores gemeinlich pflegen außzulassen) Wer Christum nicht im hertzen hat / vnnd suchet jhn im wein vnd brot / Den betreugt seine zuuersicht / Dann was er sucht das ſindt er nicht. Was ist es dann / daß man so heftig darüber streitet / vnd der kirchen Gottes eine andere meinung aufdringen wil / nur bloß auß einem mißverstand der wort Christi das ist mein leib? Warumb behelt man nicht lieber die andere außlegung der wort Christi / dardurch alle inconvenientien verhütet werden / vnd dannoch der zweck vnd nutz der Sacrament erlanget wird? Ja wir fragen alhier einen jeden ehrlichen vnpartheyschen Christen auf sein gewissen dan es gewissens sachen sind) weil es je an deme / daß die leibliche oder mündliche niessung des leibes Christi / irem eigenen bekentnis nach / zur seligkeit nicht dienet / wan die Geistliche nicht darbey ist / mit was grund vnd bestand vns dann beygemessen werden könne / Wir nemen den kern auß dem Abendmal des Herrn/ vnd lassen den leuten nur die blosse halsen? Ist dan die mändliche vnentpfindliche niessung der kern des Abendmals? Da sie doch irem eigenen bekentnis nachzur seligkeit nicht dienet? Oder / ist nicht vielmehr der wahre leib Christi nicht mündlich / sondern Geistlich genossen / der kern des A bendmals / dardurch wir das jenige / warumb das Abendmal eingesetzt / erlangen? Weil wir dan die Geistliche niessung behalten / vnd dieselbe zum höchsten treiben / in dem wir die leuthe dahin weisen daß sie im eusserlichen brauch der zeichen / das innerliche bezeichnete guth mit gleubigen hertzen fassen: Wie kommen sie dan darauf / daß sie vns schuld geben / wir nemen den kern auß dem Abendmal? Da wir doch in deme eins sein / daß der leib Christi nicht mändlich / weder auf grobe noch subtile weise / sondern Geistlich gessen / der rechte kern Häuptursach. kern seye Es vrtheile alhier ein jeder frommer Christ / vnd sehe doch in der furcht des Herrn / welches theil hierunter recht oder vnrecht habes Es wird zwar von etlichen hierbey vorgegeben / es nütze die mündliche niessung des leibs Christi darzu / daß vnsere leibe der auferstehung von den todten dardurch vergewissert vnnd versichert werden. Aber hierauf ist zu wissen / das wir zwar auch gleuben vnd bekennen / daß wir vnserer auferstehung / vnd zwar der seligen auferstehung des fleisches dahero gewiß seyn / ihm / als vnserm haupt nicht allein im Abendmal / sondern auch in der heiligen Tauffe vnd durch den glauben einverleibt. Aber solches geschicht nicht durch die mündliche niessung / oder daß Christi leib im Abendmal in vnserm leibe wesentlich komme / sondern weil Christi Geist in vns wohnet / der vns zu gliedmassen seines leibes machet / wie solches klärlich zu Rom. 8. v. 11. verstehen gibt der Apostel Paulus: So nun der Geist des der Jesum von den todten auferwecket hat/ in euch wohnet/ so wird auch derselbe / der Christum auferwecket hat / ewere sterbliche leibe leben. dig machen / vmb des willen / daß sein Geist in euch wohnet. Mit welchen worten Paulus gnugsamb weiset / woher wir die gewißheit vnserer Auferstehung nemen sollen / nicht daß der leib Christi leiblich in vns wohne/ vnd mit dem leiblichen munde gessen werde/ ondern daß wir des Geistes / der in Christi menschlichem fleisch wohnet / teilhaftig sein / vnd durch denselben gliedmassen des leibs Chri sti werden: Derwegen wir sein müssen / da vnser haupt ist. Vnnd dise vereinigung mit Christo wird vns im heiligen Abendmal vorgebildet vnd vergewissert / daher wir in demselben auch vnserer auferstehung versichert werden / wie nicht weniger in der Tauf / wie Rom. 6 abermals Paulus lehret: Wisset jhr nicht / daß alle / die wir in Jesum Christum getaufet sind / die sind in seinen thodt getauft: So wir aber sambt jm gepflantzet werden / gleich wie er in seinem thodt / so werden wir auch in der auf erstehung gleich sein. Haben also gewißheit vnserer Auferstehung auch in der Tauf/ ob wir wol nicht leiblicher / sondern Geistlicher weise Christo darinnen eingepflant. zet werden: Also im Abendmal/ ob wol vnsere leiber nicht eben den er efentlichen leib Christi mit dem munde entpfangen/ Weil aber doch Iohan. 6 v.5. Die Siebende Hauptursach. doch der leib bey niessung dises Abendmals wie auch bey der Tauf das seine verrichtet / vnd darzu ein geladen ist / daß er zu sterckung des glaubens (so eigentlich in der seelen ist) die eusserliche von Got geheiligte zeichen zu sich nimbt/ So wird er auch dardurch seiner Auferstehung vergewissert / wie Tertullian sagt: Carodum ministra & famula animae deputatur, consors & cohaeres invenitur. Et mox: Non possunt separari in mercede, quos opera conjangit. Das ist wie es Lutherus erkleret im grossen Catechismoda er von der Tauf redet / obwol der leib allein das wasser fasset. die seele aber das wort / so werde doch der leib euch seelig / Dan wan der seele geholffen sey so sey dem leibe auch geholfen. Vnnd wolle man hierbey sonderlich bedencken / daß wir alhier nicht von der algemeinen auferstehung / so den bösen vnd fromen gemein ist / von welcher Cyrillus sagt: Impii communi resurrectionis lege resuscitabuntur. lib 2. in lohan. cap. 74. sondern von der seligen auferstehung ad vitam handlen / derer werden wir im Abendmal des Herrn versichert. Da nun die mündliche obernatürliche niessung des leibs Christi / darüber vnser gegentheil streitet / vns derselben seligen auferstehung vergewissern solte / so müste folgen / daß entweder auch die Gottlosen (weil sie vnsers gegentheils meinung nach/ eben so wol diser vbernatürlicher mündlicher niessung teilhaftig werden) dieselbe gewißheit ihrer seligen auferstehung erlangen / vnd also selig werden / oder es muß der leib Christi also vbernatürlicher weise wündlich gessen / die gewißheit der seligen auferstehung nicht mit sich bringen / vnd also caro nicht allein capernaiticè, sondern auch modo supernaturali comesta nichts nütze sein /. Da doch Christus saget: Wer mein fleisch isset / der hat das ewige leben / vnd ich wil jhn auferwecken am iüngsten tage. Aber wir bleiben bey dem / daß wir im Abendmal des Herrn vnser auferstehung vergewissert / nicht wegen der ertichten mündlichen obernatürlichen niessung des leibs Christi / sondern daß wir durch die eusserlichen zeichen zu der rechten innerlichen niessung gewiesen werden / Zu welcher verrichtung aber keiner leiblichen gegenwart des leibs Christi im brot von nöten ist / wie sie dan auch ihrem eigenen bekentnis nach / darzu nicht nützet / sondern die Geistliche muß Die Achte Häuptursach. es thun / wollen wir anders darzu gelangen. Vnnd dises ist die siebende vrsach / warumb wir dißfals mit Doct: Luthern nicht vberein stimmen können. Die Achte Häuptursach. Je Achte vrsach / Warumb wir Doct: Luthern vnnd seinen Nachfölgern in disem S fal nicht recht geben können / ist. Weil wir befin den / deß sie in erklerung vnd behaubtung solcher jrer meinig / sich dergestalt verwickeln vnd verdrehen / daß in in nicht allein fast nicht weiß / was sie sagen / oder nicht sagen / sondern fangen auch an / fast alle articul vnsers Christlichen Glaubens/ so viel deren auf die warheit des leibs Christi gegründet sein/ wieder den claren buchstaben wünderlich zu deuten vnd auszulegen. Dann erstlich sagen sie vnd sireiten heftig / der wahre leib Christi sey wesentlich an dem ort vnd der stelle/ da das gesegnete brot sey/ ja auch mit / in vnd vnter dem Brot / ja auch in der hand des Priesters/ vnd wan sie lange gestritten haben / so hengen sie endlich mit daran / jedoch nicht reumblich / nicht nach irdischer leiblicher weise / nicht nach art diser welt / Heben also alle art vnd weise auf dardurch ein wahrer leib wesentlich gegenwertig sein kan. Etliche thun auch darzu / sie meinen keine einschiessung des leibs Christi im brot / keine coëxistentz im brot / keine wesentliche copulation / vnd was dergleichen verneinen mehr ist / Vnd sagen dennoch / er sey im brot alhier auf erden / vnd in der hand des Priesters wesentlich gegenwerdig. Zum andern sagen sie auch / Es werde Christi leib mit dem leiblichen mund gessen / aber doch nicht auf leibliche weise /oraliter, sed non orali modo, Also wie Christi leib gegenwertig sey corporaliter, sed non corporali modo, welches alles solche reden sein. dergleiS ij Die Achte dergleichen in der kirchen Gottes vnd reinen lehrern zuuor niemals gehöret worden. Dan sie nemen mit der andern hand / was sie mit der einen geben / also daß einem die wort im munde vnd sinne verdrehet werden. Dahero gar recht vnd billich von ihnen gesagt werIn Epist. den kan / was der alte lehrer Athangsius von denen geschrieben / die ad Eustoda vorgegeben / es hette auch die Göttliche natur in Christo gelitchium. ten / aber nicht so / wie man sonst zu leiden pfleget / passus est, haben sie gesagt / impatibiliter, er hat gelitten / vnleidlicher weise. Wieder dise schreibet Athanasius also: Passus est impatibiliter? O in consultam atque inconsideratam sapientiam? Oludicram do ctrinam aedificantem simul & demolientem sicut à pueris in arena fieri videmus? Passus est impatibiliter sive non patiendo? Priusquam audiam verbum, obliviscor significationem verbi, passus est, quia quod adjungitur, impatibiliter, non sinit mente concipere mortem & sepulturam & resurrection nem, quae caput salutis nostrae continent. Si enim passus est, quomodo impatibiliter ſive non patiendo paſſus eſt? Loque mur non loquendo, & intelligemus non intelligendo? Quis vidit cadentem non cadendo, surgentem non surgendo, laborantem non laborando, sapientem non sapiendo, iuvantem non juvando, solutum non solubiliter, ut similiter pas„ sus est impatibiliter, &c. Das ist: Hat er gelitten vnleidlicher weise? O wie eine vngerahtene vnd vnbedechtige weißheit? Owie ein Dan so lecherliche lehre? die zugleich bawet vnnd wieder einreisset / wie wir bald sie de sehen / das die kinder thun / wan sie im sande bawen / (a) Hat er gesand auf- litten vnleidlicher weise: Ehe ich das wort / er hat gelitten / recht höre / muß ich seine bedeutung auß dem sinne lassen vnd vergessen / dan ſtrewen das was stracks darzu gethan wird (vnleidlicher weise) das lesset so seit er gleich we- mich in meine gedancken nicht fassen den todt / die begrebnis vnd die der run auferstehung / darauf der grund vnsers heils bestehet. Dann hat er gelitten / wie hat er vnleidlicher weise oder nicht leidend gelitten? reden wir nicht redender weise? Verstehen wir / auf nicht verstendiger weise? Wer hat gesehen einen fallen / nicht auf fallende weise „Einen aufstehen / nicht auferstehender weiß? Einen kranck sein / nicht krancker weise? Einen verstendigen / nicht verständiger weise: Einen Häuptursach. Einen helfer / nicht auf hülfliche weise? Einen aufgelöseten / nicht ge aufgelöseter weise? Das wir gleicher gestalt sagen könten / Er hat gelitten / nicht leidlicher weise? Vnd disem folget auch Theodoret. da er auch wider dieselben letzer disputiret / die vorgegeben: Christus D:al. 3 hette auch nach seiner Göttlichen natur gelitten/ aber nicht so auf ei cep. 14. ne weise / wie man sonst zuleiden pfleget / impatibiliter ipsum passum esse dicimus, sagt der ketzer. Darauf spricht der Orthodorus: Quis sanâ mente praeditus feret has deridendas verborum praestigias? Nemo enim unquam audivit, aut impatibilem passionem aut mortem immortalem &c. Das ist: Welcher ist / der ein gesundes vnnd vnuerrücktes gemäth hat / der solel lecherlich Gai ckelwerck der wörter leiden kan? Dann niemand hat jemals gehort ein vnleidlich leiden / vnd einen vnsterblichen todt rc. cc Sihe leser / also haben die alten Lehrer dergleichen reden empfangen / vnd die ketzer an ihrer kauderwelschen sprache kennen lernen / so euch dardurch ihres vngrunds erwiesen. Vnnd fragen wir alhier abermals einen jeden auf sein Christlich gewissen: Erstlich Ob Athanasius vnd Theode reus auch mit gutem grunde den Ketzeren dises hetten vorwerffen / vnd ihre verkehrte reden tadeln kön nen / wan sie vnd die Christliche kirche / so domals gewesen / also gelehret hette / wie heutiges tages gelehret wird / daß der leib Christi im brot sey leiblich / aber nicht auf leibliche weise? Daß er mit den leiblichen munde gessen werde / aber nicht auf leibliche weise? Dan sie hetten sich je mit ihren eigenen worten geschlagen / vnd jhre eigene schar de geredet / in dem sie eben dergleichen verworne / vnd ihn en selbst zur ieder lauffende reden gebraucht / Essen aber nicht essen der weise / wündlich aber nicht mündlicher weise. Wir fragen füre ander / einen jeden auf sein gewissen / ob nicht Athanasius mit obangezogenen worten eben so hart wiederspricht dise rede / editur oraliter, sed non orali modo, adest corpore, sed non corporali modo, als der / dauon er handelt / passus est impatibiliter? Ee solte vns je nicht schwer sein alle obgesatzte wort des Athanasii auf unser propositum ohne einigen falsch zu accommodiren vnd zu wiederholen / wan wir nicht sehen / daß sie sich von sich selbst also darzu schickten / als ob sie mit fleiß darwider geschrieben. Es vrtheile doch Die Achte 144 ein jeder in der furcht Gottes ohne präjudiz vnd affecten hiernon selbst / wird sich der schluß ob Gott wil / bald finden. Darneben wolle man auch dises bedencken/ daß in der gantzen heiligen schrift kein ander art noch weise zu finden / darnach etwas geschicht oder gesagt werden kan / als eineleibliche vnd eine Geistliche/ wie dann auch alle Creaturen in der welt entweder Geistliches oder Fleischliches wesens sind. Vnd ob wol sonderlich in dem menschen beydes zusamen kompt / so kan doch das jenige / was in dem menschen fleischlich ist / nichts auf eine andere art thun / als auf seine leibliche art: Also auch was Geistlich ist / thut nichts als auf Geistliche art vnd weise/ wie Christus selbst spricht: Was vom fleisch geboren wird das ist fleisch / vnd was vom Geist geboren ist / das ist Geist / das ist / es thut fleischlich oder Geistlich nach seiner art. Wie sol nun des menschen leiblicher mund anders essen als leiblich oder Christi wahrer leib / anderer gestalt an einem ort sein / als leiblich? Der wahre leib Christi wird zwar von vns im Abendmal ergrieffen/ vnd vns geschenckt/ aber das verrichtet nicht der fleischliche mensch/ nicht der mund des leibes/ sondern der mund des gemuͤts im menschen: Wie kompt es dan / daß man es alles vmbkeret / vnd ein leiblich essen des leibes Christi/ jedoch nicht leiblicher weise erdichten mag Aber darbey bleibet es noch nicht / sondern wan sie anfangen ihre meinung zu defendiren / vnnd ihnen die historien vnd articul des Christlichen glaubens / so viel deren auf der warheit des leibes Christi bestehen: Als da ist / geboren werden / von einem ort abwesen sein / gen Himmel fahren / vnd was dergleichen mehr ist / entgegen gesatzt werden / da muß es alles herhalten / vnd werden fast in allem die wort auß jhrer natürlichen bedeutung gezogen / vnd eine frembde glossa mit angehengt: Als von der geburt Christi streiten sie / sie sey nicht also geschehen / wie andere weiber geberen: Wann in der schrift stehet / Christus sey abwesend / so sagen sie / ja mit dem sich barem leibe / aber eben mit demselben leibe ist er auf eine vnsichtbare weise auch zugegen gewesen. Wann man saget: Christus sey gehn Himmel gefahren / da haben sie eine wunderliche vnd der alten kirchen Häuptursach. chen vnerhörte deutung des Himmels / daß der Himmel fast so viel heisset / als die gantze welt / also daß auch die Helle selbst / ihrer den tung nach im Himmel ist. Vnd ob sie wol den hellen vnd gemeinen verstand der wort nicht leugnen können / So hengen sie doch jederzeit eine glossa daran / die denselben verstand / wann mans recht erwieget / fast aufhebet vnd zu nichte machet / vnnd solches alles nur darumb / vnd zu dem einzigen ende / daß sie die wesentliche gegenwart des leibs Christi hier auf erden imbrot/ vnd in des Priesters hand erhalten können. Wird derwegen abermals von ihnen recht vnd wol gesagt/ was der alte Kirchenlehrer Irenæus von derglei chen leuthen geschrieben: Coguntur multa malè interpretari quia unum rectè nolunt intelligere: Daß ist / Sie müssen viel vbel außlegen / weil sie nicht eines recht verstehen wollen. Es wolle aber der Christliche leser bedencken / was das fur ein gefehrlich ding sey / vnd wie weit es von der rechten einfalt der Apostolischen Lehrer abschreitte: Dann wan die Aposteln / vnd die alten Kirchenlehrer ihren zuhörern den Heiden / vnd gemeinem man gesagt haben: Christus sey gehn Himmel gefahren / so ist gewis keiner der nicht gewust hette / was der Himmel sey. Man hat jhnen keine newe deutung sagen durffen: Wan sie gesagt haben/ er sey nicht mehr auf erden / so haben sie es je als einfeltige leuthe nicht andere verstanden / als daß er von der erden in den Himmel gefahren / vnd mit seinem leibe nicht mehr auf erden sey. Dann daß ein leib zugleich an einem ort sichtbar / am andern vnsichtbar sein solte / haben sie in ihrer Theologia damals biß auf vnsere zeit / da die newe lehr von der Vbiquitet aufkommen / noch nicht gehabt. Wann Paulus zu seinen Corinthern gesagt / sie solten das Abendmal des Herrn halten zu seinem gedechtnis / biß das er komme / so haben sie wol verstanden / daß er nicht hier auf erden mit seinem leib gegenwertig sey / vnd was dessen mehr ist: Aber itzo sol alles anders klingen / vnd alles was von Christi leib geredet wird / doppelten verstand haben. Welches die alten Kirchenlehrer zum heftigsten an den ketzern gestrafet / dan auch dieselben / darmit sie die warheit des fleisches Christi den leuten auß dem sinne brechten/ alles was in der Euangelischen historien von jhm geschrieben / auf vbernatürliche vnerforschliche geheime lib.5. cor tra hares. Die Achte 146 de saluta. heime weise außlegeten / Es war in summa alles vbernatürlich / darmit sie se nit sagen dörffen / Christus hette einen natürlichen leib. Advent. Dahero dan Athanasius wider sie also schreibet: & καὶ ὑμῶς πανChristi. τε παραφόσιν λέγετε καὶ ἀναμάτετεινειναμὴνοτε κατὰ φόσιν δινουμενον p³.4495 ὁτιτονομίαν ἐπαλησεύδητε τῷ λογῳ ὅτι καὶ ἄνθρωπος γέγουεν ἀλκθῶς ὁDas ist: Aber bey euch (den Ketzern) muß alles obernatürlich „ geredet vnnd genennet sein / darmit wan die Menschwerdung des sohns Gottes nach art der natur solte betrachtet werden / jhr nicht „ eingetrieben vnd mit bestand vberwunden werden möget / daß Christus ein warhaftiger natürlicher mensch worden sey. Vnd eben daDe carne hero schreibet auch Tertullianus wieder die jenigen / die auch die Christi wort also verkehrten / vnnd von ihrem natürlichen verstande abzogen / darmit sie erhalten möchten / Christus hette nicht so einen leib / wie wir haben. Apud nos, spricht er / nihil est dubium nec retor tum in ancipitem defensionem Lux Lux, & tenebrae tenebrae, Est Est & non non. Vae qui faciunt dulce amarum, & tenebras lucem. Istos scilicet notat Esaias, qui nec vocabula ipsa in luce suarum proprietatum conservant ut anima non alia sit quàm quae vocatur, & caro non alia quàm quae videtur, Deus » non alius, quàm qui praedicatur. Das ist: Bey vns/ oder in vn serer Christlichen kirchen ist nichts zweifelhaftiges vnd verdrehetes in zweifelhaftige deutung: Liecht ist liecht / finsternis ist finsternis / „ Ja ist ja / vnd nein ist nein. Dan wehe denen die füsse bitter / vnd auß finsternis liecht machen. Dise straffet nemblich Esaias / die auch die wort in dem liechte ihre eigentliche bedeutung nicht lassen/ also daß NB Da die sele nichts anders sey / als das / das also gemeinlich genant wird / maſs hat und fleisch nichts anders sey / als das / was gesehen wird / vnd Gott. mannsch nicht ein anders sey / als der vns geprediget wird. von kein Vnd Aug. Si dixerimus, quia non erat tristis cum Evangelivnſichtbar ren fleisch uui dicat, tristis est anima mea. Ergo & cum dicit Evangelium, dormivit Iesus: non dormivit Iesus, manducavit Iesus, non gewust manducavit Iesus, surrepet vermiculus putredinis. Et nihil In Psalm. sanum relinquet, ut dicatur, quia & corpus non erat verum & carnem veram non habuit. Quicquid ergo de illo scriptum est, fratres, factum est, verum est. Das ist: Werden wir sagen / Christue Häuptmſach 147 stus war nicht traurig (nemblich vnsichtbarer weise) wan das Euangelium saget / meine seel ist betrübt bist in den todt / so folget dar auß / wan das Euangelium saget / Jesus habe geschlaffen / daß wir er sagen werden / er hat nicht geschlaffen (das ist mit dem sichtbaren leibe hat er geschlaffen / aber vnsichtbar hat er eben mit demselben leibe gewachet. Dann ein leib der allenthalben ist / kan nicht schlaffen) wan das Euangelium sagt / Jesus habe gessen / werden wir sagen / er habe nicht gessen (nemblich nach der vnsichtbaren weise der leibs) wan es darzu kompt / so wird vns der wurm der fäulnis vberschleichen / vnd wird nichts gesundes bleiben: Dann man wird endlich sagen / er hat auch keinen wahren leib / vnd kein wahres fleisch gehabt. Aber / lieben brüder / alles was von ihme geschrieben ist / das ist geschehen / das ist wahr. Wir fragen abermal einen jeden / wan Athanasius / Tertullianus vnnd Augustinus heutiges tages dise newe reden hören solten Christus ist mit seinem leib in Himmel/ aber doch auch auf erden/ jedoch nicht leiblicher weise: Er ist mit seinem leibe warhaftig vnd wesentlich im brot/ aber nicht leiblicher noch reümblicher weise: Er wird mit dem leiblichen munde gessen/ aber nicht leiblicher weiseWas wurden sie doch wol darzu sagen / wurden sie nicht meinen es weren die alten ketzer / wieder welche sie gestritten / wieder aufgestanden / die kirche Gottes zuverführen vnd irr zu machen. Derwegen sie obgesatzte ihre wort eben wieder dieselben richten wurden. wie sie sich deren wieder die jenigen / so dergleichen zu ihrer zeit vorgegeben / gebraucht haben? Es ist je eine gnugsame vnd vbergnugsame anzeigung / das die lehre von der leiblichen gegenwart Christi im brot / vnd dem mündlichen essen nicht kan recht sein. Dann was recht ist / das gehet gleich zu/ vnd kan mit rechtmessigen gründen verthediget werden/ was aber falsch ist / das muß sich drehen vnd biegen / auch eine außflucht nach der andern suchen / solten auch ehe die wort auß ihrem rechten verstand verruckt werden. Vnnd ist dises die rechte prob / falsche vnd irrige reden / wan man ihnen hernacher mit allerley erklerung vnd deuteley helffen vnd sie bementelen muß/ darmit man wieder zu rechte komme / wie dan in deme geschieht/ wan sie sagen/ Christi Die Achte Häuptursach. leib sey wesentlich alhier auf erden im brot. Diese rede können sie selbst also schlecht nicht nachgeben / sondern flicken stracks daran / nicht leiblicher / nicht irdischer / nicht reumlicher weise / in summa sie heben mit ihrer erklernng diser proposition alle art vnd weisen auf nach welcher ein wahrer leib gegenwertig sein kan: Darauß siehet man / daß die proposition / die sie führen an sich falsch ist / weil sie so viel erklerens bedarf / vnd mehr verneinens gibt als affirmirens / In Synod welches eine rechte lehre nicht bedarf. Dan es ist ein alt sprichwort / Constan Veritatis oratio simplex, vnd sagen die Patres: Veritas constans tinop. v. semper & eadem permanet: Semper autem falsitas variatur & sibi ipsi variando opprobatur ac redarguitur esse contraria. Vnd wie weit mangelts / daß es nicht dahin kompt / davon A Ad Adelp thanasius abermals saget: Eorum insania in idbarathri incidit, ut sensus non amplius integros & incolumes retineant, fed prorsus mentem undiquaque vitiatam reportent. Ir schwarum „fellet endlich in den abgrundt / daß sie auch die sinne nicht mehr gantz vnd volkommen behalten / sondern bringen dauon ein gemuth / welches gantz vnd gar verterbet ist. Wie weit / sagen wir / ist man von diser klage des Athanafii / daß man die sinne nicht mehr gantz behaltes Wann man saget / ein wahrer leib seg an einem ort / aber nicht reümblicher leiblicher weise: Er werde mit dem leiblichen munde gessen / aber nicht leiblicher weise. Wir stellen einem jeden / der vnpartheysch richtet das vrtheil anheim. Vnnd lassen vns dises neben andern auch eine grosse vrsache sein / warumb wir derselben meinung nicht beifal geben können / weil sie sich nemblich in sich selbst ohne einige noth verwickelt / vnnd mit einer hand abbricht / was sie mit der andern bawet: Vnd dahero so wunderliche reden führet / dergleichen zuuor in der kirchen Gottes von rechten reinen Lehrern nie erhöret / sondern vielmehr von denselben verworffen / vnnd in den ketzern gestraft worden. Darumb man disen leuthen nur auf die sprach achtung geben wolle/ so wird sich befinden / daß sie ja so verdrehete vnd kauterwelsche reden führen / als die alten ketzer immer gethan haben: Derwegen sich vor ihnen desto mehr vorzusehen: Insonderheit/ da man einen andern hellen schriftmessigen verstand der worte/ darauß sie ihre meinung erzwingen 145 Die Neundte Häuptursach. erzwingen wollen / vor sich hat / der gleich zugehet / vnd sich mit dem wort Gottes / mit allen articuln vnsers Christlichen glaubens / auch der natur der Sacrament vnd dem gantzen Christenthumb wol schicket / wie oben in vorgehenden vrsachen erwiesen vnd dargethan. Die Neundte Häuptursach. Ie Neundte vrsach / So vns zur defension bewegt / ist / Daß wir befinden / wie Doct: Luthers vnnd seiner Nachfolger meinung ② auß rechten irdischen leiblichen vnd in Gottes wort vbel gegründeten vnd informirten gedancken vnd einbildungen herkommen/ Vnd daß sie hierunter jrer fleischlichen vernunft mehr nach hengen / als sie wol selbst vermercken vnd dencken mögen. Dan wan dise leuthe recht gleuben könten/ daß vns Christus seinen leib vnd blut zu essen vnd zu trincken geben könte/ ob gleich sein leib nicht wesentlich alhier auf erden in den eusserlichen zeichen sey / vnd mündlich gegessen werde / So ist gewis / daß sie so viel wesens von der leiblichen gegenwart / vnd dem mündlichen essen des leibes Christi nicht machen wurden / weil sie nemblich sehen wurden / daß man doch ohne solch mündlich essen / seines leibs vnd bluts wol theilhaftig werden könne. Aber dises wil jhnen gar zu schwer ein / Es ist auch der irdischen versumft ein recht vngereimbtes ding/ daß ich etwas warhaftig teilhaftig werden sol / das ich doch mit meinem leib nicht berüre. Sie wissen zwar wol / vnd werdens auß der schrift/ vnd den alten Kirchenlehrern vberzeuget / daß eine Geistliche niessung des leibs Christi sey: Aber die halten sie zu schlecht / vnd nicht der wichtigkeit. daß sie den sachen gnug thun solte. Dahero kompis/ daß ob wir gleich mit ihnen solcher Geistlichen niessung halber eins seind / vnd beiderseits bekennen / daß dieselbe allein zur seligkeit diene / Wählt wir aber darnach auf solche Geistliche niessung im Abendmal dringen T uj Die Neundte gen / so ist es ihnen als nichts. Wan wir sagen daß bey eusserlicher niessung des brots vnd wems / als heiliger darzu von Gott eingesetzter zeichen / wir innerlich in vnsern hertzen / des wahren leibs Christi warhaftig theilhaftig / vnd ihme einuerleibet werden / So sind es inen blosse vnd leere hulsen / warumbe dan sie meinen / wan man nicht den leib Christi zugleich mit dem zeichen mündlich esse / vnnd Christi leib nicht hier auf erden zugegen sey / so könne man seiner nicht teilhaftig werden. Dises ist ein stuck der blinden fleischlichen vernunft / so auf das gegenwertige verpicht / vnnd alles was von Geistlichen dingen gesagt wird / auf daß leibliche richten wil: Ja sie gibt lieber nach / daß in dem leiblichen etwa ein miracul oder enderung geschehe / als daß es von dem leiblichen abe / vnd stracks auf das Geistliche solte geführet werden. Es geschicht ihnen in summa In præfa. eben das / dauon Origenes sagt / da er also schreibet: Accidit, ut sup: Cant: simpliciores nescientes distinguere, quae in divinis scriptuCantic. ris interiori homini, quae exteriori deputanda sint, similitudinibus vocabulorum, ad ineptas quasdam fabulas & figmenta inania se conferant Dises geschach Nicodemo / da er hörte von der widergeburt / da zog er es stracks darauf / daß man leiblicher weise müste widergebøren werden. Vnd da jm Christus dagegen von der Geistlichen widergeburth sagete / war es ihme so frembt / daß er gewißlich ehe vnd lieber sich wurde haben bereden lassen / man müste leiblich / jedoch nicht auf leibliche / sondern pbernatürliche vnentpfindliche weise widergeboren werden / Als das er solche widergeburt Geistlich / mit zuthuung eines eusserlichen zeichen verstehen solte. Ob ihne wo Christus dahin weisete / daß solche widergeburt geschehe durch das wasser/ als das eusserliche zeichen/ vnd den Geist/ als der innerlichen kraft. Also gehets noch heutiges tagen allen / die ihren fleischlichen gedancken zu sehr nachhengen/ vnd in das Geistliche Reich Christi sich nicht schicken können. Dan wan man jnen saget / Sie müssen den leib Christi essen / vnnd sein blut trincken / so fallen sie stracks auf das leibliche essen vnd trincken / vnnd wan sie mercken / daß es zu grob sein wil / so lassen sie lieber geschehen / daß hierinnen etwa eine sonderbare/ ihnen selbst vnentpfindliche weise/ leiblich zu essen Häuptursach. 111 ssen erdacht werde / als das man jhnen sagen solte / Es geschehe alkein Geistlich / es komme aber das eusserliche zeichen des brots vnd weins darzu / darmit vnser glaube / bey vnd durch disen eusserlichen brauch aufgerichtet / vnnd in diser handlung geübt werde: Wie sie dan zu solchem vnd zu keinem andern ende / als zu vbung vnd sterckung des glaubens eingesatzt. Dises ist jnen zugering vnd zu frembt / Frideric. ja fast verechtlich / dahero kompts / daß sie öffentlich von sich schrei= Petri in ben: Es sey die niessung des leibes Christi / dauon wir im Abendmal pecul. tract. reden / eine blosse einbildung / ein gedicht / vnd blosser gedanck / der in dem gehirn des menschen aufsteiget/ vnd wider vergehet/ nicht anders / als wan ihme einer den Alexandrum Magnum oder Iulium Cæfarem einbildet: Das bleibe in dem geschrancken vnd begrief seines gehirns / vnd wan man von den gedancken abliesse / so verschwinde das bilde wieder / vnd were nichts. Ja / es were der leib Christi demselben gedancken so wenig gegenwertig / als Alexander Magnus gegenwertig were / wan man an ihne gedächte. Sie sagen auch ferner / wan der leib Christi itzo nur im Himmel were / vnnd nicht in dem brot vnd wein des Abendmals / vnd solte dannoch mit dem hertzen vnd glauben ergrieffen werden / so wurde man nimmermehr an ihne gelangen können: Dann wer wüste an welchem ort Christus mit seinem leibe im Himmel anzutreffen / ob er in Oriente oder Occidente, oder wo man sich mit dem glauben hin schwingen müste. Siehe also vernichten sie die Geistliche niessung des leibs vnnd bluts Christi im Abendmal: Darauß gnugsamb zu mercken / daß sie dieselbe zu schlecht halten/ vnd nicht meinen/ daß man des wahren leibs Christi dardurch theilhaftig werden könne. Vnd ist warhaftig zu erbarmen / daß solche reden von Christen sollen gehört werden. Dann wie könte ein Heidnischer vngleubiger Epicurist von dem glauben an Christum vnd vnserer einuerleibung mit ihme / anders vnd schimpflicher reden? noch schreibens D. Luthers Discipul. vnd Nachfolger mit gantzen büchern von sich. Was sollen wir nun hierzu sagen? Nichts anders / als was Christus saget: Jhr irret / Matth. 23. dan ihr verstehet die kraft Gottes nicht / vnd wisset nicht / was des Geiſtes Gottes iſt. Wir Die Neundte Wir wissen hiergegen vnd glauben von grund vnsers hertzen / das / was vns Christus der Herr zusaget / das helt er vns gewis. Nun hat er vns in seinem Abendmal sein leib vnd blut verheischen / Darumb zweifeln wir nicht / er leistets vns auch gewis / Vor eins. Zum andern / So wissen wir auch / wie er vns solchen seinen leib verheissen / vnd wie er wolle/ daß man sein geniessen solle/ das hat er vns gewiesen Johan 6. Vnd habens die Aposteln sonst hin vnd wider erkleret in der schrift wie oben erwiesen. Zum dritten / So wissen wir auch / daß der Herr Christus bey solchem seinem Abendmal warhaftig kreftig ist/ wie er auch bey dem gepredigtem wort warhaftig/ vnd in der that kreftig ist/ wircket vnd verrichtet warhaftig durch seinen Geist innerlich in dem gemuth des menschen (welches die eigentliche werckstat ist des heiligen Geistes / vnd nicht der leibliche mund) das jenige / was er eusserlich vorbildet / anweiset vnd bezeuget. Zum vierten / wissen wir / das solche innerliche wirckungen nicht sein ein blosser wahn / ein schlechter gedancke / der one gefehr in dem gehirn des menschen aufsteiget/ vnd jme etwas einbildet/ das wol in rerum naturâ nie gefunden sein mag / sondern es sind die wirckungen vnd die affecten / die begierde / vnd in summa die gedancken / dardurch man zu dem Herrn Christo kompt/sein wort höret/ seine Sacramenta gebrauchet / vnd jhne darinnen / vnd durch anleitung derselben ergreift / vnd in sein hertz fasset motus Spiritus sancti, bewegungen des heiligen Geistes/ der da ist das einige band/ dardurch wir mit Christo vereiniget werden/ der dieselben in vns anzündet/ vnd in summa den glauben also verwecket vnd vermehret/ das ist / der Glaube / der nicht jedermans ding / sondern ein geschenck Gottes ist / den er selbst in vnsere hertzen gibt / vnd vns dardurch zu sich zeucht / denselben in vns vermehret / der vnsere hertzen rühret / vnd sie geschickt machet zu begreiffen vnd zu fassen / das / das vns im wort vnd Sacramenten vorgetragen wird: Sind nun dises blosse imaginationes vnd geschicht / das jenige / was in dem gemüth eines menschen durch wirckung vnd eingebung des heiligen Geistes geschicht imaginarice, so ist auch die wohnung Christi in vns imaginaria, nicht anders / als Alexander Magnus Häuptursach Magnus in vnserm kopf wohnet / wan wir an jhn gedencken. Aber also redet die schrift nicht / sondern saget / daß durch solehe Geistliche / Cor einwohnung Christi in vns / wir zu gliedmassen seines leibes 1. Cor. v. 27. v. 15. & 19. (frem jhr seid der leib Christi / vnd glieder / ein jeglicher Nach seinem theil) vnnd Tempel des heiligen Geistes worden / daß Kph. 2. v. Christus in vnserm hertzen wohne / daß Christus in vns lebet. Wir 22. Eph. 3. haben den Geist Christi / Christi Geist wohnet in vns. Dises ge= 1. Corz & schicht warlich nicht durch blosse einbildung / sondern Christus ist 6 Gal. 2. durch seinen Geist warhaftig gegenwertig / vnd wircket in dem ge= V. 20. Rom. 8. müth des menschen dasselbe grosse werck: Dan fleisch vnd blut kan es von sich selbst nicht thun / noch sich dergestalt zu Gott erheben. Es sind auch nicht vergengliche fliegende gedancken / sondern sie wircken vnd bestehen biß ins ewige leben. Wann man ahn Alexan drum Magnum gedenckt / so gedenckt man an ihne als einen todter menschen / er dencket auch wieder nicht an vns / vielweniger hat er die kraft vnd den nachtruck / daß er sich vns selbst ergeben / vnd vnfere hertzen an sich ziehen vnd lencken könne: Aber Christum in sein hertze fassen/ vnd also Geistlich essen/ geschieht nicht durch blosses angedencken/ sondern auch durch kreftige application vnd zueigung/ darbey Christus selbst nicht müssig/ sondern durch seinen Geist warhaftig gegenwertig ist / sich vns ergiebet vnnd an sich 1. Epist. 1 zeucht / speiset ernehret vnd erhelt biß ins ewige leben. Daher sagt vnd Johan: Dahero wissen wir/ daß er in vns/ vnd wir in ihme wohIn Epist. nen / weil er vns von seinem Geist gegeben. Daher sagt auch Chry=Pauli ac sostomus: Ostendit quod is qui spiritum habet non solum Rom. 8. Christi appelletur sed & ipsum Christum habeat. Non enim potest esse, ut praesente spiritu Christi non adsit simul & [NB] Christus. Dises ist die Geistliche niessung / dahin wir im heiligen Nacht. mal durch die eusserliche zeichen gewiesen werden / die vns vorgebildet vnd vergewissert wird / darbey der Her Christus durch seinen Geist warhaftig kreftig ist / vnd innerlich leistet / was er eusserlich andeutet. Vnd was kan doch warhaftiger / gewisser vnd mit grosserm nachtruck geschehen / als das / was der Heilige Geist / ein warhaftiger Gott/ ja Christus selbst als warhaftiger Gott thut/ wirc Die Neundte let vnd schaffet. Ist derwegen auch gar nicht nötig / daß man wisse / an welchem ort des Himmels der leib Christi anzutreffen sey. Das sind abermals fleischliche vnd irdische gedancken / die auch Augustilib: de fid: nus verworffen / Vbi & quomodo in coelo sit corpus Domini& simbo cum, curiosissimum & supervacaneum est quaerere, tantumcap. 6. modo in coelo esse credendum est. Wiltu aber den leib Christi ergreiffen/ vnd ihn recht antreffen so brauche die mütel / welche Christus selbst eingesetzt vnd zugesagt. daß er sich daselbst wolle finden lassen. Sihe aber / daß du darneben den wegweiser habest / den er selbst darzu verordnet / vnnd gesandt hat / daß er dich zu ihm leiten sol / das ist / der Heilige Geist / wel cher in Christo wohnet / vnd wird von Christo in dein hertz gesand. Diser ist das band / der Christum vnd vns zusammen fasset / daß wir glieder seines leibes werden / der weis wol / wo Christus anzutreffen / vnd darfst dich weiter nicht bekümmern / sondern siehe auf das wort / vnnd daß du imgebrauch der eusserlichen zeichen nicht den bauch oder den leiblichen mund / sondern dem hertz also zurichtest. daß du in fassen kanst / So wirstu alß dan ehe entpfinden / daß Christus in deinem hertzen wohne/ als du weist/ daß er hineyn kommen Cap. 6. sey. Vnnd dises ist / was die Epistel an die Hebreer sagt: Wir haben eine hofnung als einen f.chern vnd festen ancker vnserer seelen Homi. de der auch hinein gehet in das inwendige des vorhangs (im Himmel) dahin der vorleuffer vor vns eingegangen/ Jesus der HoheprieSpirit ster: Vad daher sagt auch Chrysostomus: Der heilige Geist fasset sanct. vnsere hertzen mit Christo zusammen: Er ist das band vnserer vereinigung mit Christo: Er erhebet vnsere hertzen von dem irdischen „ in dem Himlischen / vnd machet / daß die seele zu Gott fliehen kan. Vnd im 15. Psalm sagt er: Daß der glaube seg die leiter / daran wir von der erden in den Hümnel steigen. Vnd eben auf dise meinung schreibt auch Augustin: Ascendit Epist. 85. ad coelum, ibi sedet ad dexteram patris, audiant & teneant: Respondet aliquis, tenebo absentem? Quomodo in coelum manum mittam, ut ibi sedentem teneam? Fidem mitte & teIn Cantic. nuisti. Parentes tui tenuerunt carne, tu tene corde, quoniam sermon. absens Christus etiam praesens est &c. Bernhard. Credere invenisse 79.76. Häuptursach. venisse est. Norunt fideles Christum habitare in cordibus su In lib. ad is, Quid propius est? Item Ephrem: Syrus sagt: Nisi oculis si cos, qui si dei haec omnia clarè conspicias, non vales à terra in coelum iij Dei ni elevari. Das ist / Wandu nicht mit den augen des glaubens dises turam serualles clärlich siehest / so kanstu dich nicht von der erden in Himmel tari voerheben. Vnd hieruon schreibet auch der alte lehrer Paschasius gar lunt. herlich alio: Spiritus sanctus qui est pignus Ecclesiae, omnia hęc Sacramentorum mystica arcanè sub rerum visibilium tegumento ad salutem fidelium operatur. Ex illo enim per aquam in baptiſmo regeneramur: Et virtute ipſius, Chriſti corpore quotidiè pascimur, & sanguine potamur, quamvis nec visu exterius nec gustu saporis comprehendantur, sed quia spiritualia sunt fide & intellectu pro certo, sicut praedixit veritas, caro mea verè est cibus, & sanguis meus verè est potus, planissimè sumuntur. Item. Vera Christi caro verâ fide comeditur & spirituali intelligentiâ degustatur. Etsi enim colorem & saporem carnis minimè praebet hoc mysterium, virtus tamen fidei & intelligentiae, quae nihil de Christo dubitat, to tum illud spiritualiter sapit & degustat. Hoc igitur mysteri sum dum communicas, dilata sinum mentistuę, emunda conscientiam tuam & percipe, non quantum dente premitur & exhibet mica, sed quantum capit fides. Das ist: Der Heilige Geist / welcher ist das pfand der Christlichen kirchen / wircket vnter dem deckel der sichtbaren dinge heimlich alle geheimnisse der Sacramenten zu nutz der glaubigen/ dan auß jhm werden wir durch das wasser in der Tauf widergeboren / vnnd durch seine kraft werden cc wir mit dem leibe Christi täglich gespeiset/ vnd mit seinem blut getrencket. Dan ob sie wol weder mit dem gesicht eusserlich / noch mit dem schmack vernommen werden / so werden sie doch als Geistliche re ding mit dem glauben vnd verstande gewißlich nach dem wort der warheit / das gesagt hat: Mein fleisch ist warhaftig eine speise / vnd mein blut ist warhaftig ein tranck/ volkömlich empfangen. Item/ das wahre fleisch Christi wird mit wahrem glauben gegessen / vnnd in geistlichem verstande gekostet. Dann ob wol dises geheimnis weder die farb noch den schmack des fleisches gibt / So schmecket dannoch Die Neundte noch vnd kostet die kraft des glaubens vnd verstandes / der an Chri„sto gar nicht zweifelt / solches alles Geistlich. Darumb wan du dise geheimnis brauchest / so thue auf den gehren deines gemüts / reinige dein gewissen / vnd nimb nicht / so viel mit den zehnen zertruckt wird / „ vnd der brosam darbeut / sondern so viel dein glaube fasset. Zu disem allen darf es gar keiner mündlichen niessung des leibs Christi: Dan der Heilige Geist wircket nicht im munde / sondern im gemuth des menschen. Vnnd noch herlicher schreibet hieruon Fulhertus Episcop. Carnutens. so nach dem iahr Christi 1000 gelebt / da er also saget: Est mysterium fide non specie aestimandum: non visu corporeo, sed spiritu intuendum. Hujus potentis mysterii secretum sola fides tenet. Et paulo post: Exere palatum fidei, dilata fauces spei, viscera charitatis extende, & su me panem vitae, interioris hominis alimentum, non arte pistoria fermentatum, sed incarnatum Deitatis vitale pulpamentum: Sume nihilominus vinum, non sordido cultore calcatum, sed de torculari crucis expressum, Gusta coelestis ferculi suavitatem, sed ne nausees terreni germinis saporem. De fide enim interioris hominis procedit divini gustus saporis, dum certè per salutaris Eucharistiae illusionem seu perceptionem influit Christus in viscera (a) animae sumentis, quem pia mens castis penetralibus in eâ scilicet formâ susNó in os cipit, quâ sub ipsâ recordatione mysterii, spiritu revelante, sibi praesentem intuetur infantem videlicet in materno greNB Non mio, aut cunis puerilibus jacentem, aut in ara crucis immolatum, aut sepulchro quiescentem, aut certè calcata morte dicit in panelaté resurgentem, sive supra coelos evectum in gloria patris subtem. limem. Iuxta quas species Christus gratum communicantis intranshabitaculum tot, ut ita dicam, suavitatis saporibus mentem reficit, quot formis intimae meditationis oculus me ditantis eum meruit intueri. Nec vanum tibi videatur, quod juxta animę desiderantis intuitum dicimus Christum formari intra praecordia communicantis, cùm non nescias, patres nostros veteris eremi solitudinem peragrantes angelicis pastibus refectos, quibus imber faecundus cibum unicolorem sed Häuptursach. sed diversi saporis intulit, & juxta singulorum appetitum va ria saporis delectamenta, ut quicquid aviditas concupisceret, occulta largitoris dispensatio subinferret. Mit welchen schönen worten er dan gnugsamb zuuerstehen gibt / daß Christus im Abendmal nicht mit dem leiblichen munde / jedoch vnleiblicher weise / sondern mit dem gleubigen gemüth entpfangen / vnnd demselben zugeeignet wird. Nachdem ein jeder sich seiner menschwerdung / leidens / sterbens vnnd frölichen auferstehung auch itziger Herligkeit im Himmel erinnert / vnd ihm dieselben ap= In Epipka pliciret. Daher auch Bernhardus sagt: Videte quàm sit fides Dom. set oculata, quàm lynceos habeat oculos, cognoscit DEI filium mon. 2. lactantem, cognoscit in ligno pendentem, cognoscit morientem. In summa Christus ist alda selbst/ vnd ergibt sich der gleubigen seele vnd gemuth des menschen so warhaftig / so warhaftig er die eusserlichen zeichen zu solchem ende zu nemen/ eingesetzt. Eben auß dem quell der blinden irdischen vernunft entspringet auch diser einwurf / der oftmals mit grossem prallen auf die bahn gebracht wird. Jn dem sie sagen: Es were vngereimbt/ wan wir vns wolten zu viel zumessen / als könten wir mit vnserm glauben hinau gehn Himmel steigen / vnd Christum droben ergreiffen: Dargegen solte Christus so schwach vnd vnuermoͤgen sein/ daß er nicht könte bey vns auf erden im Abendmal mit seinem leib vnd blut gegenwertig sein. Dann hierauß siehet man je klerlich/ wie wenig sie von dem glauben halten / vnnd wie schlecht sie seine verrichtung achten. Aber Paulus sagt / daß es sey ὑπόσασις τῶν ὅυκ ὄιτων; Ein selbstendiges wesen deren dinge / die auch noch in rerum naturâ nicht sein: Vnd erzehlet in derselben Epistel einen langen Catalogum derer grossen dinge / so durch den glauben verrichtet werden. Es schemet sich auch der Herr Christus nicht / wan er ein wunderwerck gethan / solches dem glauben zuzuschreiben: Wann er saget / dein glaub hat dir geholffen. Darumb solte es vnser gegentheil billich nicht wunder nemen / wann wir ihm gleich dise grosse kraft zuschreiben / daß wir vermittelst desselben / vnd keines andern / des leibs Christi im Abendmal theilhaftig werden: Sie müssen aber darbey dises bedencken / das der glaub nicht ein blosser wahn vnd schlechte imagination V ij Die Neundte sey / die in dem gehirn des menschen aufsteiget vnd wider vergehet. sondern / es ist / wie oben gemeldet / ein geschenck Gottes / eine wirckung des heiligen Geistes / der denselben in vnsern hertzen anzündet / erwecket vnd erhelt. Darumb wan wir mit der schrift sagen Der glaube thue etwas / so heist es nicht so viel als der mensch kan mit seiner imagination so viel außrichten / sondern dise meinung hat es / der heilige Geist erwecket in dem menschen den glauben / vnd treibet jhn dahin / daß er Christum ergreiffen kan: Ja / Christus selbst sendet seinen heiligen Geist in vnsere hertzen / vnd erwecket dardurch in vns den seligmachenden glauben/ dardurch wir zu ihm kommen. Thut derwegen vnser gegentheil gar vnrecht / daß sie vnsern glauben/ vnd Christum gleichsam gegen einander setzen/ vnd darüber streiten / welcher mehr macht haben solle. Dann es ist der glaube nit vnser thun / darmit wir dem Herrn Christo etwas zuuor theten / son dern Christus selbst gibt vns den glauben/ vnd wohnet durch denselben in vnsern hertzen / Vnd ist in summa das gantze werck sein. Vnd bedencke nun alhier ein jeder vnparthegscher / welches theil sich die weißheit oder thorheit des fleisches am meisten einnemen vnd verführen lesset: Ob es der sey/ der da gewißlich glaubet/ wann gleich der leib Christi nicht wesentlich alhier auf erden im brot sey. wan er ihn auch gleich nicht mit seinem leiblichen munde berühret / daß es dannoch kraft der verheissung vnnd einsetzung des Herrn Christi/ durch anleitung der eusserlichen zeichen/ vnnd kreftigen wirckung des heiligen Geistes des leibes Christi/ so weit ihme derselbe zur seligkeit nütze ist / theilhaftig werden könne. Oder aber der so dafur helt / wan Christus nicht mit seinem leib alhier auf erden im brot sey / vn mit dem leiblichen munde gessen werde / so sey es nichts / es seyen blosse hulsen / man könne sich daran nicht settigen. Es bedencke / sagen wir / abermals / ein jeder / welcher sich mehr ergibt vnter den gehorsamb Christi/ vnd die heiligen Sacramenta wirdiger achtet: Ob es der sey / der / wann ihme Christus das eusserliche brot beut vnd saget / daß wir durch niessung dises brots / seines leibes theilhaftig werden sollen / daß das brot die gemeinschaft seines leibes sein solle (wie es Paulus außleget) sich daran genuͤgen lesset / vnnd weiß wan er das brot eusserlich isset / so werde er des leibes Christi also Häuptursach. also theilhaftig / daß er ihme durch wirckung des heiligen Geistes einnerleibet / vnd ein gliedmaß werde seines leibes: Oder der / der noch darzu haben wil / Christi leib müsse wesentlich im brot sein / vnd in seinen leiblichen mund kommen / sonst weren es blosse hülsen Heisset das nicht die eusserliche zeichen/ vnd das innerliche gut verachten / vnd ein bessers fordern / welches sie doch endlich bekennen / daß es für sich zur seligkeit nicht nützet Wann die jenigen/ so sich Lutherisch nennen/ vns mit etwas schein beschuldigen wolten / so möchten sie vielmehr sagen / wir hielten zu viel von den eusserlichen zeichen / vnd legten denselben zu viel zu. Dann wir bekennen vnd glauben von hertzen: Ob gleich der leib Christi nicht wesentlich alhier auf erden / noch in / mit vnd vnter dem brot / sondern im Himmel sey: daß wir dannoch im rechten brauch dises eusserlichen brots vnnd weins/ innerlich des wahren leibs Christi theilhaftig werden/ so gewis als wir des brots vnd des weins selbst eusserlich theilhaftig werden. Heist das die eusserliche zeichen verachten / werden sie nicht viel werther vnd höher von vngehalten / als von jhnen / die da vorgeben / wann Christi leib nicht wesentlich im brot auf erden sey / so sinds blose hülsen? Vnnd wird doch darumb auch nicht zu viel von vns gethan: Dann wir sagen nicht / das die eusserliche zeichen selbst vor sich dise grosse werck verrichten / sondern der heilige Geist / vnd Christus selbst thut es durch zuthun diser eusserlichen zeichen. Es vrtheile nun ein jeder der vnpartheysch ist / vnd die warheit zu erkennen begeret / vnd sehe doch / welches theil sich die fleischliche gedancken am meisten betriegen kasse. Sie wenden ferner ein / Man könne des leibs Christi Geistlicher weise auch wol ausser dem Abendmal geniessen / warzu sey dan das Abendmal nütze / wan man darinnen nichts mehr habe? Man könne je bey einer jeden mahlzeit vnd gasterei brot essen vnd wein trincken / vnd des Herrn Christi darbey gedencken / vnd ihn also Geistlich essen / da wurde kein vnterscheid vnter einem gemeinen tisch / vnd des Herrn tisch sein. Aber eben mit der frage vnd einwurf vernichten vnd verachteit sie alle Sacramenta / ja alle siegel vnd pfande / so auch sonst in der welt Die Neundte welt nit breuchlich / vnd von niemands vergeblich geachtet werden. Dann wan dises nichts nütze sein solte / was vns unsere innerliche vereinigung mit Christo eusserlich vorbildet / auch auß Gottes befehl versiegelt vnnd vergewissert / so sind alle Sacramenta nichte nütze. Aber es heist nicht also: Es wird uns zwar inden Sacramenten kein anderer Christus vorgetragen / als im wort: Wir haben auch kein ander instrument denselben zu fassen / als a Npta A allein den glauben / durch welchen er in vnsern hertzen wohnet. Aber so antwor es sind dannoch die Sacramenta vnnd eusserliche zeichen darum ter auch nicht vergeblich / sondern sie haben Gottes befehl (a) vnd ordnung Lutherus im sermo vnd sind Göttliche zeichen / dardurch vns das jenige / was vns Gott vom new in seinem wort anbeut / gleichsamb vor die augen gestellet / versichen Testa-ert vnd vergewissert wird / Daß wir im rechten brauch nicht allein ment Tö die eusserlichen zeichen / sondern auch das innerliche gut / dessen vor1. len. fo bild die zeichen sind / darumb sie auch denselben namen führen / emp 337. 338. fangen. Es bleibet auch zwischen einer gemeinen mahlzeit / vnd dem tisch des Herrn ein grosser vnterscheid. Dann ob ich wol des Herrn Christi bey allen mahlzeiten gedencken kan / so sind doch die gemeinen mahlzeiten nicht zu dem ende eingesatzt / daß man den Geistlichen sondern den leiblichen hunger daran stillen soll: Sie haben nicht Gottes befehl vnd ordnung/ daß sie Sacramenta sein sollen/ Es ist keine verheissung da / daß Christus vns bey der niessung einer gemeinen mahlzeit seines leibes Geistlicher weise wil theilhaftig mach en / Als wir in dem Abendmal des Herrn haben / da gibt vns zwar Christus auch eusserlich brot vnd wein zu essen (wie in anderer gemeiner mahlzeit) aber er thut eine verheissung darzu / vnd weiset vns nicht so sehr auf das brot / als auf seinen leib / den er vns zugleich mit anbeut / so weit er vns zu stillung des Geistlichen hungers nütze ist. Er ist auch bey solchem seinem Abendmal warhaftig kreftig / vnnd haben wir seiner verheissung in celebrirung seines Abendmals mehr zu trawen / als wann wir nach vnserm gutdäncken ihn in gemeiner mahlzeit suchen wolten. Ja wan es dises gülte / so dürfte man auch nicht zur kirchen gehen vnd Predigt hören: Dan fast ein jeder doch in seinem hause wol lesen/ vnnd ihm selbst predigen könte: Aber es heist nicht also / wir müssen Christum suchen in dem wort vnd Satramenten Häuptursach cramenten / nicht in Bierhäusern vnd gemeinen mahlzeiten. Vnd müssen wir sie hierneben erinnern / was sie zu antworten pflegen / wann man ihnen vorhelt / weil ihrer meinung nach der leib Christi/ wegen der persönlichen vereinigung mit der Gottheit / allenthalben gegenwertig ist / auch im brot vnd wein / ehe die wort der einsetzung daruͤber gesprochen werden / wie solches Iacobus Andreæ vnd andere Schwaben außtrücklich bekennen / warumb man dan den leib Christi nicht in allem brot essen könte. Dann wan er allenthalben gegenwertig / so ist er auch (wie sie bekennen) in allem brot vnd allen kannen? Da sagen sie / das könne darumb nicht sein weil Christus nicht befohlen / seinen leib in allem brot zu such en: Wissen sie sich nun in ihrer eigenen nichtigen meinung damit zu behelffen / daß sie Christum nicht in einem jeden brot suchen sollen / Warumb solte es dan alhier nicht gelten/ wan wir auf jren einwuralso antworten: Ob gleich in allen malzeiten brot vnd wein ist / vnd man Christi darbey gedencken kan / so hat doch Christus nicht gesagt / daß alles brot / die gemeinschaft seines leibes sein sol / sondern hat sein eigen Abendmal eingesatzt / vnd in demselben die verheissung gethan / daß wir jhn daselbst suchen sollen / nemblich also / wie er von vns wil gesucht werden/ nicht leiblich/ sondern Geistlich/ ob wol die eusserliche zeichen zu vbung vnd sterckung vnsers glaubens darzu kommen. Ein gleiches stücklein der blinden / irdischen vernunft / damit sich vnser gegentheil einnemen lest / ist auch dises / daß sie nicht gleuben / daß der Herr Christus in seinem Abendmal gegenwertig sein könne / wan er nicht mit seinem wesentlichen leibe alhier auf erden im brot / vnd in der hand des Priesters sey. Dan wan wir sagen / Christus sey im gebrauch seines Abendmals warhaftig gegenwertig. nicht zwar leiblich / sondern Geistlich / da ist es ihnen wie nichts/ dan die irdische vernunft weis von keiner andern / als einer leiblichen gegenwart / darumb tringen sie allein auf dieselbe. Aber wir wissen vnd gleuben festiglich/ Ob gleich Christus mit seinem leibe itzo im Himmel/ vnd mit nichten auf erden ist/ daß er vns dannoch also gegenwertig ist / daß er durch das band des heiligen Geistes / welcher in jhm vnd in vns wohnet/ vnd den er selbst Die Neundte 162 in vnsere hertzen sendet / vns zu gliedmassen seines leibes machet. vns an sich zeucht / v sich vns ergiebet / Also daß wir im gebrauch / derer von jm eingesetzten eusserlichen zeichen / seines leibes warhafIn Epist. tig theilhaftig werden / so weit es vns nütze ist. Vnd sagen abermals ad Rô. 8. mit Chrysostomo: Non enim potest esse, ut praesente spiritu Christi non adsit simul & Christus. Vnd Augustin. Christus Tract. 106 in lo ivit ad dexteram Patris, unde venturus est adjudicandum vivos & mortuos, praesentia corporali, secundum fidei reguhan. lam, sanamque doctrinam. Nam praesentia spirituali cum eis erat utique futurus post ascensionem suam & cum tota. Ecclesia sua in hoc mundo, usque ad consummationem seculi: Quos In Catecl enim reliquit absentia corporali, servaturus est cum patre Assens praesentia spirituali. Cyrill. Hierosolymit: Qui sursum sedet etiam hic adest. Non enim quia nunc NON ADEST CARTract 3 in Matth NE ex eo putes, quod SPIRITV MEDIO non adsit. Vnnd de his qui eben von der gegenwertigkeit redet auch Origen. Si virtus Iesu congregatur cum his qui congregantur in nomine ejus, non initiant. peregrinatur à suis sed semper praesto est. Vnd Ambros. Cremyster. de adesse Dominum ipsum invocatum precibus sacerdotis. Not Am Qui enim dixit, Vbi duo vel tres &c. Quanto magis ubi est brosius Ecclesia sua & ubi mysteria ipsius sunt, dignatur nobis suam sagt nich impartiri praesentiam? Crede ergo ibi divinitatis adesse praede corpo sentiam, (a) operationem credis & non credis praesentiam? rali pręs Vnde sequeretur operatio nisi praecederet ante praesentia? A tià sive ber dises kan jhr die irdische vernunft nicht einbilden / sondern sie wil crassà si ve fübtili, eine leibliche gegenwart haben / sonst dencket sie / Christus könne welchs er nicht bey vns sein / noch von vns genossen werden/ welches wir aje nit wur der auß Gottes wort anders wissen. de dahin Ja / sagen sie / bey der gelegenheit werden wir im Abendmal vielde gelasen mehr des Geistes Christi theilhaftig / als seines fleisches vnd wahhaben / da ren leibes/ da doch Christus nicht spricht/ das ist mein Geist/ sonman in dern das ist mein leib. kirche got Aber dises ist auch ein feilgrief der blinden vernunft/ die da nicht tes dama weiß / wie sie zu Christo kommen sol / auch inter objectum & moles dauon gewust dum perveniendi ad objectum keinen vnterscheid helt. Dan diehette. Häuptursach. ses ist wahr / vnd sind wir es mit ihnen einig / daß das objectum vnserer gemeinschaft mit Christo im Abendmal sey nicht sein Geist sondern sein leib der fur vns gegeben ist / der wird vns durch das eus serliche sichtbare zeichen vorgestellet/ nicht anders/ als ob wir ihr vor vns sehen: Dahin müssen wir vnser hertz/ muth vnd sinn richten / vnd darnach trachten / daß wir gliedmassen werden dises leibes / demselben eingepflantzet / als Reben einem weinstock. Wir müssen wissen / daß Christus vnser bruder worden ist nach dem fleisch / daß er vnser Erlöser vnd Seligmacher sey / der mit disem sei nem leib / welcher fur vns in thodt gegeben / vns gnade bey Gott / vergebung der sunden/ leben vnd seligkeit erworben hat. Ist also das objectum circa quod, welches wir im Abendmal des Herrn eigentlich respectiren / anschawen vnd ergreiffen müssen sein leib: Dahin er vns auch weiset. Aber das mittel solches seiner leibes theilhaftig zu werden/ vnd zu disem obiecto zugelangen/ ist in disem leben kein anders / als der glaube / welcher durch den heiligen Geist in vnseren hertzen angezündet / vnd dardurch wir zu Christo geleitet werden. Diser glaube aber wird erwecket / gestercket vnd vermehret durchs wort vnd durch die Sacramenta/ durch welche der heilige Geist kreftig ist / vnd durch welche Christus sich vns ergiebet / nicht eusserlich in dem mund oder die ohren / sondern innerlich im gemuth des menschen. Ob wol das gemuth des menschen durch das eusserliche gehör / vnd den eusserlichen gebrauch der Sacramenten excitiret vnd aufgemuntert / auch vergewissert wird / daß es die innerliche gaben desto besser ergreift / nemblich nicht allein den Geist Christi (welche doch je allewege da sein muß) sondern vornemblich seinen wahren leib/ so weit er vns zur seligkeit nütze ist. Welches aber die grobe vnd jrdische vernunft nicht fassen kan / dan sie dencket / wann vnsere leibe den leib Christi nicht selbst wesentlich berüren / so sey es nichts. Da sie doch wissen solte / quod hic cibus non sit ventris sed mentis, daß es sey eine speise des gemüts vnd nicht des bauchs / wie auch die auf hores Syngrammatis Suevici recht sagen / Quod edimus ventrem, mentem quod credimus intrat. Geniessen wir also im Abendmal nicht des Geistes / sondern des leibes Christi / vermittelst vnd durch wirckung des heiligen Geistes / 164 Die Neundte tes / der durch die eusserliche zeichen innerlich kreftig ist / vnd vns den leib Christi zueigenet/ daß er mit allem seinem verdienst vnnd wolthaten vnser ist vnd bleibet/ daran wir vns auch halten. Dann di ist vnser gröster trost / daß er fleisch ist von vnserm fleisch / vnd bein von vnsern beinen worden/ vnd daß wir ihm Geistlich einuerleibet sein / welches das Abendmal vorbildet / erinnert / bestettiget vnnd vergewissert / darbey bleiben wir vnd begeren nichts mehres. Eben auß denselben groben irdischen gedancken / mit welchen sie der vernunft freilich zu viel nachhengen / kompt auch her / daß sie vnter andern auch disen einwürf brauchen: Wann die Gottlosen nicht den leib Christi mit irem munde essen / so könten sie nicht schüldig werden an dem leibe des Herrn / Damit sie dann die mündlicht niessung des leibes Christi auch bey den Gottlosen gar starck zuerhertten vermeinen. Aber sie ist recht auß der blinden vernunft genomen / die da meiMatth. 25 unde Cey net / man könne sich an keinem dinge nicht vergreiffen / man habe es sost. Ho dan wesentlich angerüret. Man wolle aber dagegen nur dises bemil. 24 in dencken / das Christus sagt / daß er am iungsten Gerichte zu den 1. ad Cor. Gottlosen sprechen werde: Gehet hin ihr verfluchten ins ewige Is, qui ait, fewer: Jch bin hungerig gewesen / vnd jhr habt mich nicht gespeihoc est set. Da werden ihm die Gottlosen eben also antworten/ wie köncorp'me nen wir vns an dir versündiget haben/ vnd an dir schüldig worden ſtetiä ve ein diser straffe / da wir dich doch nie gesehen noch angerüret habo suo se ben? Aber Christus wird sich damit nich irren lassen / sondern sagen: ipsum in Was ihr disen geringsten nicht gethan / das habt jhr mir nicht gepauperib'egere& than. Helt nun Christus das jenige / was seinen Geistlichen gliedebeneficio ren / oder seinem Geistlichen leibe geschicht / nicht anders / als wan affici di es jm selbst geschehen were / warumb solte er das jenige/ was seinen xit. heiligen Sacramenten vnd warzeichen seines leibes/ die vns zu seinem gedechtnis außtrücklich gelassen / vor schimpf vnd mißbrauch von den Gottlosen geschicht/ anders achten/ als ob es ihme selbsten geschehen/ wan er gleich nicht darinnen steckt? Dan weil vns Christus dise warzeichen seines leibes gelassen/ vnd außtrücklich verheissen / daß wir durch den brauch vnd niessung derselben / gemeinschaft mit seinem leibe haben sollen: So folget je vnwidersprechlich / das des Häuptursach. der jenige / der sich vnterstehen darf / vermittelst diser eusserlichen Hieron: zeichen gemeinschaft mit dem leibe Christi zu haben / vnnd sich dan Malach.1 noch darzu also nicht schicket / daß er solcher gemeinschaft vähig sey. Cum Sacrasich dardurch gröblich an Christo selbst versundige: Dann er miß- menta vibrauchet seine ordnung / vnd ist sein hertz gegen jn also nicht gerich olantr, is tet / als es Christus in seinem wort haben wil / sondern in dem er sich violatur. durch den brauch der eusserlichen zeichen zu Christo nahet / vnd sei= cujus Saner gemeinschaft haben wil / thut er nicht anders als Judas / welcher erament zwar Christum auch eusserlich küsset / aber inwendig im hertzen vnd sunt. gemuͤth ein heuchler vnd verraͤhter war: Darumb auch alle die / so sich mit dergleichen gemüth zu dem Abendmal des Herrn finden gleichen lohn zugewarten / ob sie gleich des wesentlichen leibs Christi mit dem munde nicht theilhaftig werden. Dann es stehet die vnwirdigkeit nicht im leibe/ oder dem munde/ sondern im gemüth vnd hertzen/ nach dem dasselbe gerichtet/ nach dem isset vnnd trincket ein jeder würdig oder vnwürdig: Vnnd wird der reatus oder die schüldigkeit dauon Paulus redet/ nicht mit dem munde/ sondern mit dem gemüth vnd hertzen contrahirt. Darumb auch Paulus nicht den mund bereiten / sondern das hertz pruͤfen heist / vnd saget / daß der reatus in dem bestehe/ daß man nicht vnterscheidet den leib des Herrn: Welches vnterscheiden mit dem gemüth/ vnd nicht mit dem munde geschicht: Dan der mund isset das gesegnete brot. wie ein ander brot/ aber das hertz solte es vnterscheiden. daß es etwas grössers vnd mehres were/ vnd sich dardurch zu Christo erheben / welches / weil es von den Gotlosen vnd Heuchlern nicht geschicht / so sind sie diser speise vnwürdig. Derwegen sie sich auch daran verfändigen: Vnnd darf man also der irdischen gedancken von der wesentlichen niessung der Gottlosen gar nicht. X 6 Die Neundte Ja es ist auch in allen weltlichen sachen breuchlich / wan einer ein [a] Adde siegel oder pfand einer gnaden / so ihm dardurch angebotten wird. aug. c. qui mißbrauchet / es verachtet / oder nicht also aufnimpt / als es zu ermāducāt langung der angebottenen gnaden von nöthen ist: Daß er daher 57.de con nicht allein die angebottene gnade nicht erlanget / sondern auch noch sec. dist. 1 darzu gestraffet wird / ob er gleich der gnade selbst nicht wesentlich Quod ir Sacrams. theilhaftig worden. Wie solte man dan darauf kommen / daß man to visibili in Geistlichen sachen also hierein pflantzen wolte / vnd meinen / man ter sumi- könte sich an Christo nich versündigen / man habe dan seinen wesenttur, in ipsa lichen leib mit dem munde berüret veritate In summa es ist kein ander mittel Christum zu geniessen / vnnd spirituali-sein theilhaftig zu werden / als im Geist vnd in der warheit / daran manducatr genüget vns / Wollen sie aber ein mehres haben / so suchen sie es Et insoh. vnd lassen vns nur dises / Daß auch das warhaftig geschehe / was Tract. 26 Geistlich geschicht / sonst müste Christus nicht warhaftig in vnsern & in serm hertzen wohnen / weil er Geistlich in vns wohnet. Vnnd haben solad infant. ches die alten Kirchenlehrer wol erkant: Dan wie auch oben ange& in ca. Hoe est zogen / so setzen sie jederzeit gegeneinander Sacramentum & veri quod. De tatem, Sacramento edere & re ipsa edere, das ist / Sacrament consecr vnd warheit / im Sacrament oder Sacramentlich essen / vnd in der dist. 2. Et warheit oder that selbst essen. Hiergegen ist bey ihnen spiritus & de verbis veritas, spiritualiter edere & re ipsa edere, das ist / geist vnd Apostoli warheit / geistlicher weiß essen / vnd warhaftiglich / oder in der that serm. 2 E essen eins / wie auß zuuor beigebrachten exemplen zusehen / (a) vnnd de doctr. darbey bleiben wir / vnd lassen die andere meinung fahren. Chri. lib. Dises muß auch alhier bey der neunden vrsach erinnert werden / 3. cap. 9& Das vnser gegentheil / weil es gesehen / daß wir die Geistliche niesde civit. Dei lib 18 jung des leibs Christi im Abendmal / sonderlich treiben / sich bemühet / durch einen newen einwürf vns auch dieselbe zu nichte zu macap. 48 chen / In dem etliche auß ihnen fein scoptice also schreiben. Ob wir wol viel von der Geistlichen messung des leibs Christi sagten / vnd Wirteb. haben wollen/ daß die gleubige seele wie ein Adler sich in die höhe in Exam schwingen / vnd Christi fleisch im Himmel ergreiffen solle / so werde & seqq. doch diser Adler / wan er sich also erheben wil / durch zween gewalscriptis. tige donnerschläge von vns selbst wieder hernieder geschlagen / also daß Häuptursach. daß er die flügel verbrennen / vnd wieder zurück auf die erde fallen muß. Dan erstlich / so sey es an dem/ das Augustinus recht sage: Nemo carnem Christi manducat, nisi eam adoraverit. Nun sagen aber (sprechen sie) die Calninisten / man sol das fleisch Christi nicht anbeten: Darauß folget / daß / wan gleich der Adler das fleisch Christi also im Himmel suchen wolle/ er dennoch dessen nicht vchig werden könne / weil er es / ihrer meinung nach / nicht anbeten solle. Vors ander (schreiben sie) nemen die Caluimsten dem leibe Christi alle kraft lebendig zu machen/ vnd andere Göttliche eigenschaften: Darumb / wan gleich das fleisch Christi von dem Adler im Himmel angetroffen vnd ergrieffen wurde / so werde es jhm doch nicht nütze sein / weil er nicht dafur halten muß / daß es die kraft habe / jhn lebendig zu machen. Dises ist ein einwurf / welcher wol werth / daß er von einem gantzen Theologischen Collegio auf die bahn gebracht werde / wie man dan siehet / daß es jhnen treflich wol gefallen / auch von ihnen weitleuftig exagitirt wird. Ob nun wol die wiederlegung desselben eigentlich in den articul von der person Christi gehöret / da dan weitleuftiger de adoratione carnis Christi, vnd der kraft lebendig zu machen / gehandelt wird: So wollen wir doch anitzo nur kürtzlich dises antworten. Daß / So viel den spruch Augustini anlanget / nemo carnem illam manducat, nisi prius adorauerit, wir denselben gantz gern annemen vnd bekennen/ daß es recht vnd wol geredet sey. Vnnd schliessen eben dahero mit dem Augustin. Daß die Gottlosen vnnd heuchler/ des leibs Christi nicht theilhaftig werden/ quia carnem hanc non adorant. Man muß aber zuvorderst wissen / wie man das fleisch Christi recht anbeten sol / nemblich also / nicht daß man sein hertz vnd gemüt / vnd die ehre der anruffung bloß auf das fleisch Christi fur sich richte / sondern vielmehr die gantze person / nemblich den sohn Gottes / welcher ins fleisch kommen / vnd dasselbe war haf tig an sich hat / betrachte / vnd denselben als wahren Gott nicht ausser dem fleisch / sondern als der da offenbaret ist im fleisch / mit andechtigem gebett anruffe. Dann da wird der gantze Christus / vnd nicht nur ein theil desselben angebetten / wie wir dan auch im Abendmal 163 Die Neundte mal des gantzen Christi / vnd nicht allein dises fleisches theilhaftig werden / ob wol die vrsach / dardurch wir einen zutrit zu ihm haben / auch die vermittelung desselben ist sein fleisch / das ist / daß er vnser fleisch an sich hat / vnd sich also mit vns / als seinen brüdern verbun den / wer nun dises mit gantzen hertzen nicht erkennet / nicht gleubet. noch annimbt / vnd ihm darfür dancket / der kan freilich das fleisch Christi nicht essen / weil er den Gott / der sich im fleisch geoffenbaret / nicht anbetet. Wer aber sein gebett zu Christo als dem einigen sohn Gottes / der durch ainemung des fleisches vnser bruder worden ist / richtet / ihm dafür dancket vnnd preiset / der hat das fleisch warhaftig angebetten / vnd wird dessen gewißlich in seinem hertzen vnd gemüth also theilhaftig/ daß er ein gliedmaß wird desselben leibes / vnd dahero aller / durch denselben erworbenen güter vähig. Darf sich derwegen die gleubige seele dises ertichte brutum fulmen nicht abschrecken lassen / sondern kan sich nun desto kühner zu Psalm. 98 Christo erheben / vnd bey sich bedencken / was Augustinus eben an demselben ort darzu saget: Cum illum adoras, ne remaneas co gitatione in carne, & à spiritu non vivificeris. Spiritus enim est, inquit, qui vivificat, caro non prodest quicquam, tunc au tem quando hoc Dominus dicit, de carne sua locutus erat Darmit er anzeiget/ das man in der anbettung mit den gedancken nicht bloß in dem fleisch Christi bleiben/ sondern zuförderst bedencken sol / wessen fleisch dises sey / nemblich des sohns Gottes / vnd sich also nicht allein an das fleisch / sondern auch an seiner Gottheit / so weit sie vns durch das fleisch verwandt worden/ halten. Wan nur die gleubige seele solches thut / so darf sie vors ander / nicht zweifeln das sie in dem fleisch Christi / die kraft lebendig zu machen / finden vnd ihre wirckung in sich warhaftig spüren werde. Dann es hat solch fleisch Christi / freilich warhaftige vnd thätliche gemeinschaft mit derselben lebendigmachenden kraft vnd allen andern Göttlichen eigenschaften / aber nicht wie die newen Eutychianer wollen / daß die eigenschaften realiter vermenget werden/ sondern es ist eine persönliche gemeinschaft / in welcher die Göttliche vnd menschliche natur / salvis utriusque proprietatibus vnaufloßlich bey einander sein vnd bleiben/ vnd ergreift die gleubige seele im rechten gebrauch des Häuptursach. 169 des Abendmals den gantzen Christum/ welcher Gott vnd menschvnd die lebendigmachende kraft selbst ist / welcher gleich wie er sein eigen fleisch lebendig gemacht / also wird er auch alle desselben gliedmassen / die jm durch das band des heiligen Geistes einuerleibet sein / lebendig machen: Daß es also derselben sorgen gar nicht nötig. Dan wer Christi fleisch ergreift / das ist / wer sein vertrawen darauf setzet / daß der sohn Gottes ins fleisch kommen ist / vnd sich ahn dasselbe fleisch nicht mit der eusserlichen hand oder mund / weder natürlicher oder vbernatürlicher weise sondern mit der hand des glaubens helt das ist / wann er gleubt / daß solches ihm zu gute geschehen) der hat den gantzen Christum nicht allein als mensch/ sondern auch als Gott / vnd hat in demselben alle schätze des lebens / der weißheit / heiligung vnd erlösung / welches alles vns im rechten gebrauch des Abendmals vor die augen gestellet / durch die zeichen vnd das wort angebotten / vnd durch die innerliche kraft Gottes in vnsern hertzen verrichtet wird. Vnnd ist hierbey sonderlich zu mercken / daß vnserm gegentheil eben das im kopf sticket / was vor zeiten dem Nestorio im sinn gelegen: Dan man siehet je auß disem ihrem einwürf so viel/ daß sie das fleisch Christi im handel des Abendmals anderer gestalt nicht / als vor sich consideriren / wie es an sich selbst / ihrer meinung nach / mit Göttlichen eigenschaften gezieret / vnd geben vor / daß man dasselbe essen müsse. Die Gottheit aber des Herrn Christi betrachten sie anders nicht / als so ferne sie ihre eigenschaften dem fleisch mittheilet / also daß / wann sie ihre eigenschaften dem fleisch nicht mittheile / das fleisch bloß sey vnd bleibe. Dises ist eben des Nestorii schwarm / welcher auch gemeinet/ wir essen im Abendmal des Herrn den leib Christi/ oder Christum als einen menschen/ dan die Gottheit könte nicht gegessen werden: Darauf er dan ferner geschlossen / Es müsse ein anderer sein / der gegessen wird / ein ander der nicht gegessen werden kan / vnd hat doch nachgegeben / daß das fleisch Christi ein lebendigmachendes fleisch sey / weil der mensch / Christus mit dem sohn Gottes zu gleicher dignitet/ würde vnd macht erhoben vnd also Göttliche eigenschaften an sich habe. Dann also lauten des Nestorii eigene wort / wie sie in Actis Synodicis Ephesinis angetogen Die Neundte gen werden / da er sagt: Audite igitur intendentes dictis. Qui manducat, inquit, carnem meam, & bibit sanguinem meum, non dixit, qui manducat Deitatem meam. Memores estote, quod de carne dictum sonat. Item: Qui manducat me, ille vivet, Quem igitur manducamus, Deitatem, an huma nitatem? Hat also zuuerstehen gegeben / daß wir humanitatem divinâ virtute ornatam, vnd nicht divinitatem Christi im Abendmal hetten. Divinitas enim, hat er gesagt / non comeditur. Anathem Aber es antwortet ihm Cyrillus darauf ganz heftig vnd saget: Wann es die meinung haben solte / daß wir allein daß fleisch Christ oder Christum als einen menschen mit Göttlichen eigenschaften nach Nestorii meinung gezieret/ im Abendmal essen/ so sey es eine ἄντρωποφαγία, seu hominis comestio, da wir doch im Abendmal den leib Christi nicht / als eines gemeinen menschen leib / sondern als des lebendigmachenden sohns Gottes leib essen / also daß wir nicht allein den leib Christi / sondern den gantzen Christum darin ergreiffen / wie solches Synodus Ephesina erkleret / non quasi carnem communem percipientes (quod absit) neque etiam quasi ut vi ri sanctificati aut verbo conjuncti secundum dignitatis uni tatem aut sicut divinam possidentis inhabitationem (Einen solchen Christum wil vnser gegentheil vns auch mit jrer reali communicatione vorstellen) sed verè vivificatricem & IpsIVS lib. 4. in VERBI PROPRIAM. Welches Cyrillus an einem andern ort Iobica.14 weiter explicirt: Natura carnis ipsa per se vivificare non potest, Et cap. 15 quid enim majus ipsa Deitatis natura haberet? NEC SOLA IN CHRISTO ESSE intelligitur, sed habet filium DEI sibi NB Ita ha bet hęc ca coniunctum, qui substantialiter vita est. Et rursus: Qui carro vim vi nem Christi manducat habet vitam aeternam. Habet enim vificandi hæc caro DEI verbum (NB habet autem unione personali Dei verbi non confusione naturae aut proprietatum naturalium) quod propriá naturaliter vita est: Propterea dicit, Ego, id est corpus meum uripsum quod comeditur, resuscitabo eum in novissimo die. Non e Deü ver nim est alius ipse quàm caro, non quod naturâ non sit alius. bū habe sed quia per incarnationem in duos se filios dividi non patitur. Et alibi: Ipse unigenitus filius verus panis est, qui cùm sit lib.3.c.3. Häuptursach. ex substantia Patris naturaliter vita est cuncta vivificans. Et iterum: Sanctum Christi corpus ad immortalitatem & vitam aeternam nutriens cibus est, & vetus potus est sanguis Christi Non enim hominis simpliciter sanguis est, propterea corpus In libro & membra ipsius sumus, quia per participationem mysteri de coena IPSVM FILIVM DEI suscipimus. Mit welchen vbereinstim Domin met Paschasius / da er also schreibet: Non recte caro Christi sine divinitate sumitur, nec Divinitas sine carne praestatur, Quia in Christo omnis plenitudo divinitatis habitat corporaliter. Idcirco necesse est, ut qui corpus eius comederit, de plenitudine divinitatis illud FIDE percipiat, alioqui nec ad mo dicum carnis poterit pervenire. Darf also vnser gegentheil der sorge nicht / wann wir das fleisch Christi in rechtem glauben ergreiffen / daß wir ein lediges fleisch antreffen vnd finden sollen / sondern wir wissen / daß es des warhaftigen sohns Gottes fleisch ist / den wir eben dardurch ergreiffen / vnd in jhn / als einen lebendigen Gott vnd menschen / nicht aber als etnen menschen mit Göttlichen eigenschaften begabt (wie Nestorius geschwermet) das leben haben. Daran vns billich begnuͤget/ Vnd wollen dises auch auf obgedachten einwürf etlicher neuer Scriben-Nota Selneccerus ten geantwortet haben. hatſich Weil sie aber auch gemeinlich viel cauillirens von dem Himmel dörffen steigen machen / vnd sagen / Wir geben vor / man müsse sich wivndstehe dem glauben vber sich in Himmel schwingen / vnd daselbst vber dem die wort gestirnten Himmel das Abendmal halten/ da es doch auf erden ex quo al vnd nicht im Himmel zu halten bevohlen / so müssen wir auch dauon so zu glosetwas bericht thun. Sollen sie demnach wissen / daß die art zu re- siren / ex den / daß wir vns in Himmel erheben / vnd Christum daselbst suchen quo (scilisollen / an sich selbst in der schrift vnd den alten Kirchenlehrern nicht cettempo vnbrenchlich sey. Dann Paulus sagt. Wir sollen suchen was dro=re) damit ben ist / da Christus ist sitzend zur rechten Gottes im Himmel. Vnd er ja nicht abermal sagt er: Vnser bürgerschaft / vnser πολιτευμα ist im Him- nachgeben dorfte / d mel / von dannen (nota) wir warten des Heilandes vnsers Herrn Christus Jesu Christi. Item: Wir haben einen festen ancker vnserer seelen rem Him der da hin ein gehet/biß hinter den vorhang/ da vnser vorleuffer melkomhingangen mē werde 2 Die Neundte hingangen ist Jesus / nemblich im Himmel. Chrysostomus braucht Homil de spiritu dise wort: Spiritus sanctus corda nostra Christo conglutinat, copula est unionis nostrae cum Christo: cor transfert à terresancto. nis ad coelestia facit animam ad DEVM volare. 1. Cor. 10 Idem. Oportet nos aquilas in hac vita factos ad IPSVM Homil. COELVM vel potius supra coelum volare, ubi est illud cadaver, id est, corpus Domini, propter mortem sic vocatum: quia nisi cecidisset, nos non resurrexissemus. lib. 3. de Idem. Etiamne te inter mortales versari & in terra consiSacerdo stere censes, ac non potius in coelum è vestigio transfertis? tio. an non carnis cogitationem omnem abijciens nudo animo (Nota, non corporeo aliquo supernaturali modo) mente purâ circumspicis, quae in coelo sunt? lib. 1. de Ambrosius: Hic (in terrâ) Christus in imagine offertur, ilofficii. ce. lic vero (in coelo) in veritate ubi apud Patrem pro nobis quasi Advocatus intervenit, ASCENDE igitur ô homo IN COELVM & VIDEBIS quorum umbra hic vel imago fuit. Iib. 10. Idem: Quae sursum sunt sapite, non quae sunt super terram cap. 10. in Ergo non super terram, nec in terrâ, nec secundum carnem Lucam. quaerendus est Christus, si volumus ipsum invenire. Item Augustinus sagt: Quomodo tenebo absentem? FIDEM MITTE & tenuisti Ad HediHieronymus: Ascendamus cum Domino in coenaculum on quæst. magnum, stratum & mundatum & accipiamus ab eo SVR2da. SVM calicem novi testamenti. Tract. 58 Item Ephrem: Syrus: Nisi oculis fidei haec clarè cernas, non in Iohan vales à terra in coelum elevari. Item Augustinus: Post orationem admonemini sursum In sermé ad bapti-habere cor, hoc docentur membra Christi: Si enim membra zat. 22 die Christi facti estis caput vestrum ubi est? Membra habent ca put, si caput non praecessisset, membra non sequerentur. Quo Paschali ivit caput vestrum? quid reddidistis in symbolo? tertio die resurrexit à mortuis, ascendit ad coelum, sedet ad dexteram pa tris: Ergo in coelo caput vestrum est: Ideo cum dicitur sursum corda, Respondetis, ad DeDarauf Häuptursach Darauß zu sehen / daß dise art zu reden vor sich selbst nicht newt noch in hoc ipso mysterio vngewöhnlich / Aber nicht in dem verstande vnd meinung / wie sie cauilliren / als müsten wir motu aliquo locali vnsern glauben in Himmel schwingen vnnd werffen/ sondern es wird damit eben das angezeiget / was die alte kirche in jhrem Canone gemeinet / da sie also vnter andern gebettet: lube hæc perferri per manus Angeli tui in sublime altare tuum in conspectu divinae majestatis tuae. Welches Paschasius cap. 17 also außleget: Num cogitas, ô homo, illud aliunde accipere quàm de altari ubi sublimius transpositum consecratur? Sed Nota: ea fortassis ad haec caeca cogitatio dicit, & quomodo in coelum dem cæca ante conspectum divinae majestatis tàm subito offertur, cùm cogitatis hîc aut panis, aut caro licet dicatur in manu Sacerdotis sem occupat per visibiliter teneatur? Hoc quippe felix est ô homo, quod adversa Sacramentum & mysterium vocatur. Si enim totum visibi-rios no le foret, nullum in eo mysterium esset, nulla fides, nulla vis stros. spiritualis, nulla alia res quam quae oculis & gustui subjaceret. Nunc autem longè aliter virtus divina INTERIVS operatur. Habet enim fides haec praemium ut quicquid per fidem tibi sapuerit, hoc INTERIVS totum praebeat. Et post. Vnde disce homo aliud gustare, quàm quod ore corporis sentire a liud videre, quàm quod oculis istis carneis monstratur. Disce quia DEVS spiritus illocaliter ubique est. Intellige quia spiritualia haec sunt, nec localiter sic ubique nec carnaliter ante conspectum divinae majestatis in sublime feruntur. Jn summa / darmit wir es noch deutlicher erkleren / es hat die meinung / daß wir vnser gemüt nicht so sehr auf daß eusserliche brot vnd wein / so vns auf erden gereicht werden / als auf Christum / der im Himmel ist / richten / Vnnd eo ipso momento, eben in dem nun vnd augenblick / da wir des eusserlichen brots theilhaftig werden / im glauben bedencken sollen / daß wir mit dem wahren leib Christi/ der fur vns gelitten/ vnd itzo in der höchsten glori vnd herligkeit im Himmel ist / vereinbaret werden / vnd halten es in vnserm gemüth anders nicht / als ob wir Christi wesentlichen leib / wie er oben im Himmel ist / vor vns sehen / vnd gleichsamb daselbst gegenwertig Die Neundte wertig hetten: Vand schliessen also / daß er vns zu guth / als vnser haupt daselbst sey / vnd eignen vns denselben zu: Daher sagt AuguDe verbis Domi fin. In accipiendo novimus quid cogiremus: Modicum acciei serm. 33 pimus, & in corde saginamur. Das ist / wan wirs entfangen / so wissen wir was wir gedencken: Es ist wenig das wir entfangen In Epist. vnd werden doch im hertzen feist: Et Theophylact. Fides facit ut ad Heb. res ejusmodi MENTE spectemus, tanquam praesentes. Das ist: Der glaub macht / daß wir solche ding im gemüt ansehawen / als weren sie gegenwertig. Vnnd wiewol dise art zu reden auch sonst breuchlich / das man sagt / es sey einer an dem oder dem ort / wan ei ner mit seinem gantzen gemüth vnnd allen gedancken etwas fasset / vnd es ihm vorstellet / als wan er daselbst gegenwertig were / so ist doch in re ipsa diser grosser vnterscheid zu mercken / daß in irdischen gemeinen weltlichen sachen / alles nur in blossen gedancken vnd ima ginationibus bestehet / dardurch res procul dissita nicht beweget / noch in einige wege affieirt wird. In disem Himlischen vnd Geistlichen handel aber ist ein stärckerer nachtruck vorhanden / nemblich der heilige Geist / vnnd der Herr Christus selbst / welcher (wie nun oft angezogen/ aber zu erklering deß handels wiederholet werden muß) bey seiner einsetzung nicht müssig / sondern durch diß mittel in vns warhaftig wircket / was vns darinnen offerirt vnd zugesag wird/ daß wir nemblich seines leibs theilhaftig werden/ so weit er vns zur seligkeit nützlich ist. Wird also das Abendmal des Herrn welches ein Sacrament / oder sacrum signum, vnd also in praedicamento relationis ist / quò ad terminum à quo, recht auf erden celebrirt vnd gehalten. Quo ad terminum autem ad quem kan wol gesagt werden / daß es auch im Himmel gehalten werde / weil es vns auf Christum weiset / der mit seinem leibe wesentlich im Himmel ist / vnnd daselbst bleibet / in demselben aber das seine thut / sich vns mediante spiritu suo ergibt vnd schencket / dergestalt wie er vns nützlich vnd selig ist. Vnd ist solches in effectu eben das geMat. 16 v. 19. & redet/ was Christus saget bey einsetzung des ministerii vnnd gewalts der schlüssel / da er spricht / was ihr auf erden lösen werdet / 22.v,18 sol auch im Himmel gelöset sein / vnd was ihr auf erden binden werdet / sol auch im Himmel gebunden sein: Das ist / was jhr / als mei Häuptursach. ne diener auf erden eusserlich thut / darbey wil ich im Himmel nicht müssig sein / sondern dasselbe ratificiren / kraft vnd macht darzu geben / vnd also im Himmel das wircklich effectuiren vnd volnbringen / was jhr auf erden deßfals thun werdet. Also auch / sagen wir / ob gleich das Abendmal des Herrn alhier auf erden eusserlich gehalten wird / so referirt vnd zeucht es sich doch auf das / was im Hunmel ist / vnd ist Christus im Himmel bei solcher action nicht müssig sondern er verrichtet vnd leistet innerlich / was eusserlich vorgebildet wird. Dann es ist einerley gegenwart vnd verrichtung Christi bey seinem wort vnd bey seinen Sacramenten. Vnnd gleich wie er die absolution im Himmel selbst spricht / also speiset er vns auch selbst mit seinem wahren leib vnd blut / durch wirckung des heiligen Geis- cap. 11 tes / damit er vns an sich zeucht / vnd sich vns ergiebet. Vnd dises Edit Coists / was Paschasius saget: Quod visibilis Sacerdos per igno-lon rantiam omnibus indifferenter tribuit, Christus virtute majestatis suae interius cui ad remedium, cuique ad judicium tribu atur divinitus discernit. Quis enim carnem ipsius & sanguinem nisi ab eo jure accipit cujus est caro? & ideo alius accipit mysterium & judicium damnationis, alius verò virtutem mysterii ad salutem. Et mox: Nunquam caro Christi nisi de manu ipsius à sublimi arâ ubi Christus Pontifex futurorum bonorum pro omnibus assistit, jure accipitur. Idem: ad Christum (inquit) si rectè communicamus, mentem dirigimus ut EX IPSO & ABIPSO nos corpus ejus, carnem ipsius, ipso manente integro, sumamus. Et Chrysostomus: Quotquot hujus corporis participes efficimur, & quotquot sanguinem degustamus, cogitemus, quod illum sursum sedentem, qui al Angelis adoretur, degustemus. Dises kan die dölpische irdische vernunft nicht fassen: Daher kömpt es / daß sie viel andere vngereimbte / vnd ihr doch ebene vnd bequeme mittel erdencket / wie sie Christum hie auf erden instar graculorum ergreiffen möge: Das Geistliche aber alles vernichtet / vnd in wind schlegt / wie vnser gegentheil mit obgesatzten einwürffen graugsamb erweiset / darumb sie vns auch desto verdechtiger sein. Vnnd so viel von der Neundten vrsach. DI Ib. 4. cô. tra Martionem. Serm. de Crism. Apologe. Die Zehende 170 Die Zehende Häuptursach. Ie Zehende vrsach / Warumb wir vns zu Doct: Luthers / vnd seiner Adhaerenten meinung nicht können bewegen lassen / ist / Das solche meinung von der leiblichen / doch vnleibפפ lichen gegenwart Christi im brot/ auch mündlichen / doch vnmündlichen essen des leibes Christi / kein zeugnis hat der alten Apostolischen kirchen / sondern vielmehr die jenige meinung / so wir oben in der andern vrsachen angezogen/ in derselben bekant/ getrieben vnd geführt worden / Dargegen Doct: Luthers meinung erst viel hundert jahr nach Christi geburt / in dem aller finstersten Pabsthumb entstanden ist: Jnmassen dan Doct: Luther selbst bekennet / daß er solche meinung erst auß eines Cardinals de Alliaco genant / schriften gelernet vnd geschöpfet habe. Wie aber die alten Kirchenlehrer die wort Christi: Das ist mein leih / verstanden / das hat der Christliche leser auß nachfolgenden zeuchnissen (deren doch vilmehr angezogen werden könten, zuvernemen. Tertullianus / der gelebet hat vmb das jahr Christi 200 spricht. Der Herr hat brot genommen / unter seine Jünger getheilet / vnd dasselbe zu seinem leibe gemacht / in dem er gesprochen / das ist mein leib / das ist eine anbildung meines leibes Cyprianus/ der gelebt hat vmb das jahr nach Christi geburth 240. sagt: Das brot vnd der wein / sind der leib vnd das blut Christi / wie das bedeutende vnd bedeutete ding mit einerley namen pfleget genennet zu werden. Gregorius Nazianzenus / der gelebet hat vmb das jahr nach Christi geburth 360. nennet das brot ein gegenbild des leibe Christi Chrysosl. Häuptursach. Chrysostomus / der da gelebet hat vmb das jahr nach Christi ge=In Psalm. burth 370. saget: Brot vnd wein sey ein geheimnis des leibs vnd bluts Christi. Item: Das Abendmal sey ein zeichen vnd denck-Homil. 17 ad Hch mahl des todes Chriſti. Augustinus / der gelebt hat vmb das jahr nach Christi geburth Psal. 3 390. jahr. saget: Der Herr hat im Abendmal eine anbildung sei= contra Adnes leibes befohlen. Jtem der Herr hat sich nicht gescheuet zu sagen / im. ca. 12 das ist mein leib / da er doch ein ZEICHEN gab seines leibes / Epist. 23 tem das Sacrament eines dinges wird mit dem namen desselben ad Bonif. dingen benennet / das es BEDEVTET. Item: Die schrift pfleget also zu reden / daß sie die bedeutende dinge nennet wie die be= In Iohan. deuteten. Item: Das Himlische brot / welches das fleisch Christi Tract. 63 ist / wird auf seine weise der leib Christi genennet / so es doch ei=Sent.Prol gentlich ein Sacrament (das ist ein heilig zeichen) des leibs ChriEisti ist: Welcher sichtbar / greiflich vnd sterblich ans Creutz gehenget ist. Vnd dieselbe opferung des fleisches / die mit henden des dienere geschicht / wird das leiden vnd sterben Christi am Creutz genennet. nicht das sie dises selbst sey / sondern das sie es im geheimnis bedeutet. Theodoreus / der gelebt hat vmb das jahr nach Christi geburtl 440. spricht: Unser Seligmacher selbst / hat den namen vmbge= Dial. 1. wechselt / vnd hat seinem leibe den namen des zeichens gegeben / vnd dem zeichen den namen seines leibes rc. Vnd hin vnd wieder nennet er das brot vnd den wein im Nachtmal: Abbildunge vnd gegenbilde des leibs vnd bluts Christi. Beda / der gelebet hat vmb das jahr nach Christi geburth 730. Super Lu sagt: Christus hat fur das fleisch vnd blut des Lambs eingesetzt / das cam. Sacrament seines fleisches vnd bluts in der abbildung durch brot vnd wein. Maximus Dionysii interpres / explicirt gar weitleuftig / was Part. 2. Hierarc. die Patres, Symbola oder zeichen genennet haben / da er sagt cap.3 Symbola oder zeichen sind etwas das gefület wird / welches an statt Die Zehende 178 stat dessen / was im gemüth des menschen verstanden wird / genomcap.3H men werden / Vnnd σύμβζλα ταῦ τα καὶ ὅνα ἄλίσεια. Signa haec erar.p. non veritas ipsa, Zeichen sind es / vnd nicht die warheit selbst. Eben also setzet auch Hilarius figurani & veritatem gegen einde conse: ander: Corpus Christi quod de altari sumitur, figura est, dum trat. dist panis & vinum videtur extra, veritas autem dum corpus & 2 c. cor sanguis Christi in veritate interius creditur. Mit welchen wor Christi. ten er klärlich weiset/ daß das eusserliche brot vnnd wein die figuren sein / die warheit aber sey der leib Christi innerlich vnnd Geistlich. Disem folget auch Ambrosius. Hic Christus in imagine offerlib. 4 de tur, illic vero in coelo in veritate, ubi ad patrem pro nobis offic. ca 48 & Psal advocatus intervenit. Ascende ergo ô homo in coelum & videbis ea quorum VMBRA hic erat vel IMAGO. Dises ist die einhellige lehre vnd meinung gewesen der gantzen domahligen Christlichen kirchen / Weil aber vmb das jahr Christi 800 nicht allein grosse kriege vnd verwüstungen hin vnd wieder ent26 standen / sondern auch gelehrte leuthe in schulen/ vnd trewe lehren in kirchen nicht allein abgenommen / sondern auch die studia gar darnieder lagen / vnd daher der Römische Antichrist anfieng das häupt mit gewalt empor zuheben: Da hat man angefangen / sich auf die eusserliche ceremonien zu legen / das innerliche hindan zu sei zen / vnd sonderlich von der wesentlichen gegenwart des leibes Christi im Abendmal zu disputiren / vnd die leuthe damit irre zu machen. Welches vnter andern auch daher kommen / daß etliche Kirchenlehrer die wirdigkeit vnnd herrligkeit dises Sacraments herauß zu streichen/ vnd den ruchlosen leuthen den wahn zu benemen/ daß es nicht blosse vnd leere zeichen/ wie man ein bild an die wand mahlet. sondern kreftige zeichen weren: Bißweilen also daruon geredet / daß sie die leuthe von den eusserlichen zeichen abe / vnd strack auf den leib Christi gewiesen / zu dem ende / daß man nicht meinen solle/ man hette nur leere zeichen. Solches haben die folgende vngelehrte Theologen also aufgenommen/ als ob sie eine leibliche wesentliche gegenwart statuiret hetten/ da doch der ersten Kirchenlehrer meinung viel anders gewesen: Inmassen es andere also balde erkleret/ vnd vber der ersten reinen Häuptursach. reinen lehre gehalten / darüber allerley streit entstanden / also daß auch der zur selben zeit regierender König in Franckreich Carolus Calvus, Caroli Magni, nepos, einen vornehmen gelehrten man Bertramum genant / darüber zu raht gezogen/ vnd von ihm zu wissen begert / was man doch von demselben streit eigentlich halten solte Darauf der Bertramus einen gantzen außfürlichen tractat vnd buch geschrieben / in welchem er in specie dise frage tractirt vnd erörtert / auch mit vilen argumenten dahin schleust / daß das brot FJGVRIICH vnd nicht wesentlich der leib Christi sey / vnnd das Christi leib anderer gestalt nicht/ als von dem gleubigen gemüt des menschen warhaftig entpfangen vnd genossen werde. Da er vnte ändern also schreibet: Panis ille qui Sacerdotis ministerio corpus Christi efficitur, aliud exterius humanis sensibus ostendit, aliud fidelium mentibus clamat. Exterius quidem panis est, qui anteà fuerat, at interius multoque pretiosius intimatur. Quia coeleste quia divinum id est, Christi corpus ostenditur, quod non sensibus carnis, sed fidelis animi intuitu vel adspi4 NBE citur vel accipitur, uel comeditur (a). Vinum quoque quod Sa ſagt nicht cerdotali consecratione Christi sanguinis efficitur Sacra ore, sed ta mentum aliud superficio, tenus ostendit, aliud interius conmé nó otinet. Quid enim aliud in superficie quàm substantia vini rali moconspicitur. At interius si consideres, jam non loquor vini do come sed liquor sanguinis Christi credentium mentibus, & sapit ditur. dum gustatur, & agnoscitur dum conspicitur, & probatur dum adoratur: Atque hoc modo panis ille vinumque figurale Christi corpus & sanguis existit. Et mox: Nihil igitur hic corporaliter sed spiritualiter est sentiendum. Corpus Christi est sed non corporaliter. Et mox: Iste namque panis & potus non secundum quod videntur, corpus Christi & sanguis existunt: sed secundum quod spiritualiter vitae substantiam admini strant, dum non attenditur, quod corpus pascit, quod dente premitur, quod per partes cum minuitur, sed quod in fide spi ritualiter accipitur. Das ist: Man muß hie nichts leiblich / sondern Geistlich verstehen. Es ist Christi leib aber nicht leiblich / es ist ec Christi blut / aber nicht leiblich. Vnd bald darauf: Dann dises brot vnd 3 NB In lib. de corp. & ság. Don cap. Die Zehende vnd diser tranck sind nicht der leib vnd das blut Christi / nach dem sie eusserlich gesehen worden / sondern so weit sie Geistlich das wesen „des lebens darreichen: In dem man nicht betrachtet / was den leib nehret / was mit den zähnen zertrückt / vnnd in stäcke zerbrochen wird sondern was in Glauben Geistlich empfangen wird. Er verwirft auch außträcklich die meinung/ daß der leib Christi wesentlich in oder bei dem brot sein solte / da er saget: Sub velamento corporci panis, corporeique vini spirituale corpus Christi, spiritualisque sanguis existit, non quod duarum sint existentię rerum inter se diversarum corporis videlicet & spiritus (id est, panis & corporis Christi ut sequentia ostendunt) verum una eademq́; res (nempe panis) ſecundum aliud, ſpecies panis & vini consistit, secundum aliud autem corpus & sanguis Christi. Das ist: Vnter dem deckel des leiblichen brots vnd leiblichen weins / ist der Geistliche leib / vnd das Geistliche blut Christi„ nicht daß zwey vnterschiedene ding als das leibliche brot / vnnd der Geistliche leib/ wie ein wesen bey einander weren (was kan deutlicher wieder die wesentliche gegenwart des leibs Christi gesagt wer„den) sondern ein einziges ding (nemblich brot vnd wein) ist nach einer andern art brot vnd wein / nach einer andern art der leib Christi. Das ist: Es ist natürlicher weise brot vnnd wein Sacramentlicher Geistlicher weise / der leib Christi / wie er solches gar weitleuftig außführet. Dise meinung hat auch behalten Paschasius ein Abt zu Corbei in Sachssen vmb jahr Christi 900. Sed quia illum secundum carnem coelos oportuit penetrare, ut per fidem illius in illo renati confidentius sequi appeteremus, reliquit nobis hoc Sacramentum, visibilem figuram & characterum carnis & sanguinis, ut per haec mens nostra & caro nostra ad invisibilia & spiritualia capescenda per fidem uberius nutriatur. Das ist: Aber weil (der HErr CHristus) nach dem fleisch den Himmel hat durchfahren müssen / damit wir in seinem glauben in ihm wieder geboren wurden / jhn desto begieriger folgeten / hat er vns gelassen dises Sacrament / eine sichtbare FJGVR vnnd EBENBILD seines fleisches vnnd bluts/ damit durch dieselbe vnser gemüth vnd fleisch Häuptursach. fleisch zu ergreiffung der sichtbaren vnnd Geistlicher güter IM et ELAVBEN desto kreftiger ernehret werde. Vnd wird im selben gantzen tractat keiner leiblichen gegenwart im brot mit einigem wort nicht gedacht / sondern vielmehr das gegenspiel auß der Himmelfahrt Christi vnd andern gründen erwiesen. Vnnd sind solche bucher noch heutiges tages in offenem truck vorhanden / wie dan Trithem. Abbas zu Spanheim / des Bertrami buch opus commendabile nennet. Aber es hat dieselbe vnd anderer guten leuthe außführung nichts helffen mögen/ sondern die Päbste zu Rom vnd jr anhang / zum theil auß vngeschickligkeit / zum theil / weil sie gesehen/ das ihnen die andere meinung von der leiblichen gegenwart Christi im brot mehr zutreglich/ haben hindurch gedrungen / vnd mit groser gewalt vnd tyrannej dieselbe gehaubtet. Es haben sich aber auch bald damals widerumb vnterscheidene meinungen gefunden: Dan etliche haben dafur gehalten / es werde das brot gantz vnd gar in den leib Christi verwandelt/ welche meinung auch hernacher von den Päbsten ist canonisirt worden. Andere haben gewolt / es bleibe zwar das brot / brot / aber in / mitten vnnd vnter dem brot sey der wesentliche leib Christi/ wie solcher gedencket Lombard. Alii, inquit, putaverunt substantiam panis lib 4. ex 3. dist. 11 & vini remanere: & ibidem corpus Christi esse & sanguinem, & hac ratione illam substantiam fieri istam, quia ubi est haec, est & illa: quod mirum est. Es haben aber die andern/so der Transsubstantiation beigepflichtet / solche meinung gar starck wiedersprochen: Dan sie wol gesehen / daß sie sich mit dem buchstaben [a] Note der wort Christi nicht reimet. Dahero schreibet wieder dieselben Auß dise Guitmundus / ein Münch vnd gelehrter vornehmer man zu seiner worten sizeit / so von Auerß in Franckreich bürtig / vnd vmb das jahr Christi het man dz 1060 gelebet hat / vnd die transsubstantiation wieder den Berenga- die autho res huius rium (welcher der ersten reinen kirchen meinung behalten) heftig sententiae bestritten / Also: Quae insania est ut Christum (ut ita dixerim es selbst (a) impanent? Et quidem Christum incarnari humanae re keine imdemptionis ratio exposcebat: at impanari vel invinari Chri patiat stum nulla expetit ratio: nec Prophetae hoc praedixerunt: nec nem genenChristus ostendit: nec Apostoli praedica verunt: nec mundus net / wie Z iij exceptis es auch Die Zehende heutiges (exceptis his paucissimis haereticis) credidit. Vnde illos malus tages die error invasit? Totus mundus concinit sicut anima rationalis Luterisch & humana caro unus est homo, ita DEus & homo unus est nit leiden Christus: Nemo dicere audet, ita DEus & homo panis & vikönnend man inen num unus est Christus. Vnde igitur istis nova haec comparadauon sa. tio? Quare vel Apostolus non terruit eos dicens: Si quis aliud get/ob es Euangelium annunciaverit, anathema sit, Christum isti impanatum & invinatum annunciant. Sed hujusmodi Chrigleich in stum Apostoli non annunciaverunt. Beatus sanè Ambrosius effectu nichts an in lib. de Sacrament. copiosé de his disserens, non in pane & ders ist. vino corpus & sanguinem Domini latere, sed panem & vi num in corpus & sanguinem mutari docuit. Hos autem im panatores suos ipse Dominus Iesus verbo oris sui interficit, cùm accipiens panem, gratiasque agens ac benedicens, ait: Hoc est corpus meum, non ait, in hoc latet corpus meum. Nec dixit, in hoc vino est sanguis meus, sed hic est sanguis meus. Nec a Sententia in canone Missae oratur, ut in oblatione, quam offert Eccle Berengarii sia, corpus & sanguis lateat, aut in & cum corpore & sangui& nostra ne adveniat, sed ut ipsa oblatio corpus & sanguis Domini finõ ex sen at. Et mox: Equidem ego de hac impanatione mecum etiam suũtanti atque etiam retractans non satis verbis exprimere possum judicio, quantum super istorum stultissima audacia & insanissima sed ex ip praesumptione miror pariter & indignor. Isti enim nequioso Dei ver res nequissimis fratres suos umbraticos (Berengarianos) prae bo, ex ena logia fide se justificaverunt. Illi quippe iudicium sensuum (a) transceni & Sacra. dere non valentes, tanquam ex infirmitate errasse videri posmentorū sunt: Hi vero neque ex sensibus, neque ex ulla ratione, neque ex desumpta scriptura aliqua causas erroris sui mutuantes solâ penitus superbiâ vesanire videntur: dum reclamante naturâ quam tantopere defensitare solent (quomodo enim in solido corVera depore panis alterum corpus latere possit, videri non potest) rescriptio clamante inquam natura: Reclamantibus scripturis sacris: Doctoris Luthera. nullo sanctorum patrum testimonio, nullo divino oraculo, ni kodier nullo miraculo fulti munitam undique Catholicam pietatem bestialiter obstinati ob hoc tantum oppugnare videntur, Häuptursach tur, ne ab ea victi esse videantur. Das ist: Was fur ein schwarm ists / daß sie Christum (damit ich also reden mag) einbrodten? Zwar daß Christus ins fleisch kommen solte / erforderte der menschlichen erlösung notturft / aber daß er ins brot vnd wein komme / ist gar keine noth. Die Propheten habens nicht erkundiget / Christus hate nicht gelehret / die Aposteln habens nicht geprediget / die welt (außgenommen dise wenig ketzer) hats nicht gegleubet: Woher hat sie dan der böse irthumb eingenommen? Die gantze welt singet/ gleich wie die vernunftige seele/ vnd das menschliche fleisch ein mensch ist/ also ist Gott vnd mensch ein Christus. Aber niemand darf sagen / Also ist Gott vnd mensch brot vnnd wein ein Christus/ Wo kompt ihnen dan dise newe compañatio (zusammenbrotung) her? Warumb schrecket sie nicht zum wenigsten hiervon abe der Apostel der da saget: Wer euch ein ander Euangelium predigen wird / der sey verflucht? Dann dise predigen vns einen eingebrödteten vnd eingeweineten Christum / Aber einen solchen Christum haben vns die Aposteln nicht geprediget. Darumb laden sie den fluch des Apostels ce auf sich. Zwar der heilige Ambrosius in seinem buch von den Sacramenten / hat dauon viel geschrieben / aber nicht / das der leib vnd das blut Christi in dem brot verborgen liege / sondern hat gelehret / ce daß brot vnnd wein in den leib vnnd blut Christi verwandelt werde. Aber dise Einbrödter bringet der HErr Jesus selbst vmb mit dem Geist seines mundes / da er das brot / nimbt / dancket / segnets vnnd spricht: Das ist mein leib: Er saget nicht/ in deme stickt mein leib: Er saget auch nicht / in dem weine ist mein blut / sondern das ist mein blut. So wird auch in dem Canone der Meß nicht gebetten / daß er in deme / was die Kirche opfert / der leib vnnd blut Christi möge verborgen sein/ oder daß er in vnnd mit dem brot kommen möge / sondern daß das geopferte brot / Christi leib werde. Vnnd bald hernach: Gewißlich wan ich dise einbrödtung hin vnnd wieder bey mir bedencke vnnd betrachte / so kan ich gnugsamb mit ce worten nicht außsprechen/ wie sehr ich mich vber ihrer törichten dumkünigheit vnnd vermessenheit / so wol verwunderen als bewegen sol. Dann diese leuthe sein erger als die ärgesten / vnd machen ei Die Zehende 184 Berlgn en ihre scheinbrüder die Berengarianer from. Dan jehne / weil sie vnd fein jre sinne nicht vbersteigen können / mögen darfür geachtet werden nachföl daß sie auß schwachheit sündigen: Diese aber nemen ihren irthumb ger haben weder auß den eusserlichen sinnen/ noch auß einiger vernünftigen die rechte erste mei- vrsachen noch auß der schrift / sondern schwermen auß lauterer blosnungs al ser hoffart / in deme sie wieder die natur die sie doch so sehr verchedite kirchen gen wollen (dan wie in einem dicken stucke des brots ein anderer leib behalten verborgen sein könte / ist nicht erfindlich) wieder die natur / sage ich / vn geleret auch wieder die heilige schrift / ohne zeuchnis der alten Vätter / one dzde wort einige Göttliche offenbahrung / ohne einiges wunderzeichen den Chriſti Catholischen glauben anfechten / allein darumb / damit es nicht das Geistlich ansehen geipinne/ als ob sie vberwunden weren. müstē ver Disem Guitmundo folget nach / vnd führet eben dise argumenstäden wer ta Lanfrancus: Jungleichen Algerus Monachus Corbeiensis, dē / haben solchs nit der vmb dieselbe zeit Anno 1050 gelebt / da er also schreibet: Quam auß d'ver Vis Sacramentum à re Sacramenti tanquam figura à veritate numft son satis distinctum sit: Tamen errantes quidam, de quibusdam dern dem sanctorum verbis dicunt ita personaliter impanatum Chri wort Got stum, sicut in carne humana personaliter incarnatum DE tes gelehrVM. Quae haeresis, quia nova & absurda est, rationibus & aunet. ctoritate radicitus est extirpanda. Darauß dan erscheinet / zu In lib. de welcher zeit dise meinung aufkommen/ nemblich da man angefanEucharist gen / von der alten kirchen lehre abzuweichen / vnnd die wesentliche cötra Be-gegenwart des leibs Christi im brot zu verthedigen. Da hat einer tengar. hier / der ander da hinauß gewolt / vnd haben allerley behelf gesucht wie sie die behäubten können. Vnd ist dises eben Lutheri vnd seiner adhærenten meinung: Dan ob sie wol von keiner impanation hören wollen / so sagen sie doch eben das / was die jenige sagten / die dise Scribenten lmpanatores nenneten: Daß nemblich der leib Christi wesentlich im brot seyvnd also zwey wesen ein wesen sein. Vnnd haben die jenige wieder welche Guitmundus vnd andere schreiben / es auch nicht grob / sondern gleich wie die Lutherischen subtil gnug genennet. Aber weil es in der kirchen Gottes eine zuvor vnerhörte/ vnd den worten Christi ungemesse meinung / ist sie damals verworffen worden / vnnd hat Häuptursach. der Pabst / in meinung es besser zu machen / die transsubstantiation der Kirchen Gottes mit gewalt aufgedrungen / weil man vermeinet / es wurde dardurch das rechte M der wort Christi behalten. Es hat aber dannoch die Transsubstantiation nicht jedermaeingewolt / vnd haben sich gleichwol auch nicht auf den rechten weg finden können. Darumb haben etliche in schulen die meinung / so Guitmundus impanationem nennet / wieder herfur gesucht / wie solches von sich bekennet Guilielm. Occam. der gelebt hat vmb das jahr Christi 1320. da ihme nicht der schluß der Römischen kirchen im wege lege / so wolt er lieber die consubstantiation oder (wie er es nennet) die coexistentiam vnd impanationem annemen. Bekennet aber darneben frei / wann es die meinung haben Nr. solte/ daß gleichwol die wort Christi nicht eigentlich im buchstaben behalten wurden. Disem hat gefolget Petrus de Alliaco Cardi nal zu Cammerich/ der gelebt hat vmd das jahr Christi 1416 der bekennet auch / wan die Römische kirche nicht ein anders geschlossen hette / so wolte er lieber die consubstantiation als die transsubstantiafol. 26 tion annemen. Tõ. 2 lat. Auß dises Cardinals schriften hat Lutherus seine meinung gefasIenens. set / wie er selbst bekennet im buch von der Babylonische gefengnis / so ce Anno 1520 außgangen / da er also schreibet: Vor etlichen zeiten als ich die Schul Theology lernet / hat mir vrsach geben nachzudeneken der Cardinal von Cammerich in seinem vierten buch der hohen „Eben in sinnen aufs schärfste disputirend / daß es viel bewehrlicher sey / vnd diser kirch minder vberflüseiger wunderzeichen erfordere/ so man hielte/ daß e ist auch auf dem Altar wahr brot vnd wahrer wein / vnd nicht allein die ge- die consubstalt oder accidentien weren / wo nicht die kirche das wiederspiel er-statiation kant hette. Hernacher als ich sahe / was es vor eine kirche were / (a) eingesühdie dises beschlossen hatte / nemblich die Thonistische / das ist / die ret worden Aristotelische / bin ich behertzter worden. Vnd da ich zuvor in zwei, dauen die fel hienge/ habe ich entlich mein gewissen bestettiget in der ersten rörige al te kirche meinung / nemblich / daß da sey wahres brot vnd wahrer wein / in nichts gewelchem das wahre fleisch vnd das wahre blut Christi nicht anders wust. noch weniger sey / als sie setzen / daß es vnter ihrer gestalt vnd acci= N Bpręcő dentien sey. Vnd dises habe ich darumb gethan / weil ich sahe / daß cepta opi der nio. Die Zehende b Nota: Dts Ca der Thomisten meinungen / sie weren vom Pabst oder concilio dinals v. bestettiget / dannoch meinunge blieben / (b) vnd darauß nicht articul Alliace des glaubens wurden / obschon ein Engel vonn Himmel ein meinung anders aufsetzete. Dan was ohne schrift vnd ohne bewehrte offenist kein E uangelium. bahrung gesagt wird / mag wol vermeinet werden / es ist aber nicht nötig / daß mans glaube. Vnd im grossen bekentnis schreibet er aldieses rechso: Ich halte es mit Wicklef/ daß brot da bleibe/ vnd halte es auch tens brau mit den Sophisten / das der leib Christi da sey / vnd also wieder alle chen wir vernunft vnnd alle spitze Logica halte ich davor / das zwey vntervns auch schiedene wesen wol ein wesen sein vnd heissen mögen. Dises wiederwider die consubstanti spricht ex diametro Bertramus loco allegato. Non quod duaatiò vn D rum sint existentiae rerum inter se diversarum &c. Et Patres Luthers concilii generalis Gallicani sub Ludovico Pio Caroli Magni meinung: successore habiti, expresse statuunt: Corpus Christi non est in we kompt visibili specie, sed in virtute spirituali. es dan / dz Alhie sehen wir den Brunquel diser meinung/ vnnd auß was vor man sie 8 kirche got einer trüben Cistern sie geschöpfet vnd geholet worden/ nemblich tes mit ge auß der rechten tiefsten grundsuppen des Pabsthumbs / vnnd auß walt auf, derer Scribenten buͤcher / die die reine lehre von Christo vnnd den tringen wil heiligen Sacramenten dermassen verterbet vnd verruckt / daß sich die leuthe im Pabsthumb noch biß auf heutigen tag nicht herauß sinTößlen fol. 485 ß den noch wicklen können / Wie sollen wir nun diser meinung trawent Insonderheit / da wir eine andere vnd viel bessere vor vns sehen / vide Gra- welche in der rechten alten kirchen / ehe das Pabsthumb aufkomtianū An-men / geführet worden: Inmassen dieselbe oben mit etlicher alten lehrer eigen worten gnugsamb erwiesen. Es ist auch solche meinung tilesuit part. 2 ubi mitten in der grösten finsternis des Pabsthumbs bey etlichen stets luculenter erhalten worden / wie ihre schriften außweisen / ob sie wol damit wedemöstr gen der grewlichen tyrannei des Pabsthumbs so gar öffentlich nicht tr in ipso herauß gedörft / wie solches alles an andern örten dermassen außdecreto Pötificio geführet: Daß wan man gleich alle andere rationes beiseit setzen, hanc verg vnd nur historicam veritatem bey sich wolte gelten lassen / man sententia nicht wurde verleugnen können / daß dise vnsere meinung gleichsam retineri& per manus von der ersten vhralten kirchen biß auf vnsere zeit / wiefanciri et- wol einmal clärer vnd deutlicher als das andermal / ist bekant gewesi multis erroribus involutum. Häuptursach. sen / vnd von den vornembsten Kirchenlehrern ist gefährt worden. Wie wir vns deßwegen mir ad fidem historię habendam beruffen auf die zwey herliche bucher / eins des Philippi Mornei de Eu charistia, pręsertim lib. 4. Das ander auf des Rodolphi Hospiniani historiam Sacramentariam, die wolle der jenige / so auf den rechten grund der historischen warheit kommen wil / vor sich ne- Epist. 74 men / wird er befinden / wie solche vnsere meinung erstlich in der kir= ad Pomp chen Gottes vnzweiffelich gehalten / hernacher durch Aberglauben vnd vngeschicklichkeit vertunckelt / endlich gar verdrücket / vnd dannoch erhalten / auch widerumb an den tag kommen. Weil es dan nun damit dise gelegenheit hat / warumb wolten wir nicht deme folgen / was Cyprianus saget: Si canalis aquam du cens, qui copiosè prius & largiter proſluebat, ſubito deficiat, nonne ad fontem pergitur ut illic defectionis ratio noscatur: Sic si veritas in aliquo nutaverit & vacilla verit, ad originem Dominicam & Evangelicam atque Apostolicam traditionem revertamur. Das ist: Wan eine Röhre oder wasserlauf / der zuuor mildiglich geflossen / geschwinde aufhöret / so gehet man zum quell / damit man die vrsach daselbst/ warumb das wasser nicht mehr also leuft wie zuvor / erfahren möge: Also auch / wan die warheit in der kirchen Gottes verruckt oder vertunckelt worden/ muß man zurück zu dem anfang/ den der Herr Christus gemacht/ auch die Euangelische vnd Apostolische lehre weiset / kommen / vnd sich daselbst des rechten grunds erholen. Wan wir nun solchem nach in disem punct etwas zu rücke gehen / so finden wir / daß so wol die lehre von der verwandelung des brots / als das der leib Christi wesentlich im brot sey / mitten in der grösten finsternis des Pabsthumbs entstanden / vnd das vmb dieselbe zeit der lauf der reinen lehre greulich getrübet worden. Darumb können wir vns diser meinung keine belieben lassen / sondern gehen weiter hinauf/ vnd dem rechten brunquel näher: Da finden wir nicht allein eine reine quelle / sondern auch einen reinen vnstreittigen lauf/ bey demselben bleiben wir/ vnnd lassen vns das jenige / was in der grundsuppen vnd trüben pfützen des Pabstthumbs / dauon auf ein oder den andern weg geleitet werden/ nicht siren. Aa ij Die Zehende Es haben sich zwar etliche bemühet / auch mit der alten Vätter sprüche D. Luthers meinung zu beweisen / das der leib Christi im brot / vnd das blut Christi wesentlich im kelch sey vnd mit dem munde genossen werde. Es ist ihnen aber vorlengst auch auf alle sprücht geantwortet worden / nemblich / ob wol die Patres bißweilen von der gegenwart des leibes vnd bluts Christi also reden / als ob er wesentlich alhier auf erden were / dahero sie dan wol bißweilen fast harte reden führen / das sie sich doch an andern örten erkleren / daß es zu verstehen sey / wie man von Sacramenten zu reden pfleget / nemlich / daß man das jenige / was dem bezeichnetem guth gehoret / den eusserlichen zeichen zuleget / vnd hingegen / was eigentlich von den eusserlichen zeichen gesagt wird / als von dem bezeichneten guth geredet wird. Daher sagen sie / Der leib Christi werde in die hände genommen / er werde getragen / er weerde mit dem munde gessen / er falle auf die erden / er liege auf dem Altar / er werde gesehen. Dises alles haben sie nicht wesentlich, sondern Sacramentlich gemeinet / das ist / sie habens von dem brot / welches ein zeichen vnd Sacrament ist des leibes Christi / also geredet / wie von dem leib Christi selbst / vnd eben in disem verstand brauchen sie auch bißweilen die particulas in, cum & sub, in / mit vnd vnter dem brot oder in dem Sacrament / nicht daß sie eine wesentliche gegenwart des leibs Christi im brot darmit einführen oder an deuten wollen / sondern / daß sie es geheimns weise verstanden / also daß man in vnnd durch die eusserliche zeichen das geheimnis des bezeichneten guts bedencken vnd verstehen solle/ wie sie dan solche wort nicht allein von dem Abendmal / sondern auch von der heiligen Tauf brauchen / welches alles / wan man es recht verstehet / nicht vnrecht geredt ist. Dann man sol im gebrauch der eusserlichen zeichen / nicht so sehr auf dieselben / als auf das / was sie andeuten / sehen / vnd dieselben nicht anders halten / als wan das bezeichnete gut selbst da were / wegen der gewißheit jrer andeutung. Ita Augustin. De doctrin. Christian. lib. 3. cap. 8. Qui in signis seu myse riis divinitus institutis, vim & significationem eorum intelligit, non hoc veneratur quod videtur & transit, sed illud potius Häuptursach. tius, quo talia cuncta sunt referenda Vad darumb haben auch die alten Lehrer also geredet / vnd alles was den zeichen geschieht / dem bezeichnetem zugeschrieben. Das vide Moi aber solches der Vätter rechte meinung sey / ist auß ihren eigenen neum de Eucharist schriften ad oculum zu demonstriren vnd zu erweisen. Als da Aulib. 4ca. 4 gustinus sagt: Coelestem Eucharistiae panem, qui revera est pag. 708. Sacramentum corporis Christi, suo quodam modo vocari & seqq corpus Christi, quemadmodum immolatio carnis in Sacra mento quae Sacerdotis sit manibus Christi passio, crucifixio, lib. 3. de mors vocatur, non rei veritate, sed significante mysterio. I Trinit. dem August. Etsi variis rationibus significando praedicetur camp. 4 Christus, non tamen alia signa corpus & sanguinem Christi dicimus, sed illud tantum quod ex fructibus terrae acceptum, & prece mysticâ consecratum, ritè sumimus in salutem spiritualem, in memoriam pro nobis Dominicae passionis. Quibus verbis apertè ostendit, ipsum panem consecratum dici corpus Chriſti, etſi perinde ut alia ſigna ſignificando Chriſtus eà ratione praedicetur. Propter excellentiam tamen non cæ tera signa, sed hunc tantum panem consecratum dici corpus Chriſti, non quod corpus Chriſti in eo lateat, ſed quod effica In Iohan. cius ex institutione divina significet. Ita Cyrillus scribit. Pa lib. 12.c. nem esse visibile & palpabile Christi Corpus. Vnd Chrysostomus sagt / Quod post sanctificationem mediante Sacerdote panis liberetur ab appellatione panis & dignus habeatur corporis Christi nomine, quam vis natura panis remaneat. Daher sagt er auch: Ipsum vides, ipsum tangis, ipsum come. Homil. dis, & carni ejus dentes infigis. Das ist: Du sichest ihn / du füh= 50. in loh lest ihn / du issest ihn / vnd du druckst dein zähne in sein fleisch. Item Homil. Ipse concedit tibi non tantum videre, verum & manducare 60. ad po & tangere. Das ist: Er vergünnet dir nit allein daß du ihn sehest pul sonder auch daß du ihn essest vnd greiffest. Nun wird ja kein mensch sagen / daß der leib Christi im Abendmal gesehen werde/ darauß gnugsamb erscheinet/ daß sie von den eusserlichen zeichen also geredet / nach Sacramentlicher art zu reden / da die namen des bezeichneten guts den zeichen gegeben werAa ij den Die Zehende den. Vnd solches zu sterckung vnsers glaubens / daß wir nicht anders dencken noch gleuben sollen / als daß das jenige/ was vns die zeichen eusserlich anbilden / auch innerlich im genuth warhaftig verrichtet werden. Daher sagt der Author tractat. de Cardinal. oper. Christi qui Cyprian. inscribitur: significantia & signiDe Nati-ficata in mensa Domini iisdem vocabulis censentur. Idem vit. Chri-Cyprian. Id quod videtur, & NOMINE & VIRTVTE corpus Christi censetur. Welches noch klarer erscheinet auß disen Homil. worten Augustin: Interrogo vos (inquit) dicite mihi quid vo26. Tom bis plus esse videtur verbum Domini an Corpus Christi? Si verum vultis respondere utique dicere debetis, quod non sit minus verbum DEI quàm corpus Christi, & ideo quanta sollicitudine observamus, quando nobis corpus Christi admi nistratur, ut nihil de ipso in terram cadat, tantâ sollicitudine observamus verbum DEI, quod pro nobis erogatur: Quia non minus reus erit, qui verbum DEI negligenter audierit quàm ille, qui corpus Christi in terram cadere suâ negligenIn Exod. tiâ permiserit. Eben dergleichen schreibet auch Orig: Cum susci Homil. pitis corpus Domini cum omni cautela & veneratione ser vatis, ne ex eo parum quid decidat. Auß welchen worten je klar vnd vnleugbar / daß Augustinus vnnd Origines / corpus Christ ipsa symbola oder das gesegnete brot selber nennet. Dan niemand hat je gesagt/ daß der wesentliche leib Christi auf die erden falle. vnnd also sind sie auch von andern dergleichen örten zuverstehen / dann man auf die phrasin vnd art zu reden eines jeden Authori: gute achtung geben muß: Da hiergegen die jenigen / so sich derselben reden anders brauchen / zwar der Vätter wort aber nicht der Vätter meinung haben. Es ist aber hiergegen derselben Vätter erklerung auf vnsere meinung so hell vnd klar / daß sie in keinem wege anders können verstanden werden. Warumb auch die alten Kirchenlehrer bißweilen derIn lib. de gleichen reden gebraucht / so vnser gegentheil itzo zu seinem vortheil Catechisâ anzeucht / ist auß disem sprüch Augustini klärlich zuuernemen / da er rudib. ca. also schreibet: De Sacramento quod accepturi sunt fusficit prudentioribus audire quid ill res significeta: Cum tardioribus autem Häuptursach tem aliquanto pluribus verbis & similitudinibus agendum est, ne contemnant quod vident. Darauß man je sichet / que consilio die Patres dergleichen reden geführet / nemblich ad extollendam & declarandam dignitatem mysterii: Daß man nicht meine / es weren blosse vnd leere zeichen / sondern wisse / daß warhaftig innerlich verrichtet werde / was eusserlich durch dieselben angedeutet wird: Vnnd ist gewiß/ daß man in disem verstande nicht magnisice gnugsam von dem heiligen Abendmal vnd der gemeinschaft / so wir dardurch mit Christo erlangen / reden könne. Dann es ist wahr vnd gewiß / nur daß wir wissen / wo dise ding warhaftig geleistet werden / nemblich nicht im munde / sondern im gemüt des gleubigen menschen / der in seinem hertzen alles dermassen fasset vnd ergreift/ als ob ers eusserlich vor sich hette: Dises ist eigentlich der Vätter meinung. Vnnd ist darneben zubedencken / wan vnser gegentheil so sehr auf den buchstaben etlicher harten reden / so bißweilen die Vätter ad extollendam dignitatem mysteriorum (welches in rechtem verstande nicht vnrecht) gebraucht/ dringen wollen / daß sie dardurch mehr die Päbstische Transsubstantiation als ihre meinung erherten werden: Inmassen dan die Päbstler eben die selben sprüche der Vätter auch vor sich anziehen: Darauß dann leichtlich abzunemen / daß solche reden nicht also / wie sie primo intuitu lauten / müssen aufgenommen werden / sondern nach Sacramentlicher art zu reden/ da der name des bezeichneten guts den zeichen/ vnd hinwiederumb der nahme des zeichens dem bezeichneten guth zugeleget wird. Vnd dises ist die zehende vrsach / warumb wir Doctor Luthern in disem fal nicht beipflichten können. Die Eilfte Häuptursach. Je Eilfte vrsach ist / Daß gleich wie D. Luthers meinung auß dem finstern Pabstthumb ertappet / Als hat sie auch alle dieselben irthumb vn inconvenientia auf sich / die die Päbsti Die Eilste Päbstische meinung von der verwandelung des brots in den leib Christi mit sich bringet / vnd ist also eine Seule vnd stütze des Pabsthumbs. Dann gleich wie die lehre von der verwandelung des brots in den leib Christi / der eigenschaft des wahren leibs Christi allerdings zuwieder / also auch dise. Gleich wie jehne meinung streitet mit der natur der Sacrament / also auch dise. Gleich wie durch die meinung / daß das brot in den leib Christi verwandelt werde/ aller irthumb vnd aberglaub im Pabsthumb eingeführt worden/ also werden sie dardurch/ wann man dafür helt Christi leib sey wesentlich im brot hier auf erden / nicht benommen. Dann man bedencke nur die Messe vnd alle andere Abgöttereyen so mit dem gesegnetem brot im Pabsthumb getrieben / warumb geschicht solches? Nemblich einzig vnd allein auß deme irthumb / daß man darfür helt / der leib Christi sey wesentlich alhier auf erden / vnter der gestalt (wie sie reden) des brots. Dann wan Christus nicht leiblich zugegen were / so bekennens die Papisten selbst / daß man das Sacrament weder anbetten / noch Gott fur die sunde der leben digen vnd der todten opfern solte vnd könte: Weil er aber leiblich da ist / sagen sie / so kan man ihme je die anbettung nicht verweigern. Wan man nun gleich lang wieder die Papisten disputiret/ das brot werde in den leib Christi nicht verwandelt/ wan man aber dannoch nachgibt / daß der leib Christi wesentlich hier auf erden im brot sey. so nimbt man jhnen jren grund/ vnnd daher entspunnenen jrthumb nicht / sondern bestercket sie nur darinnen. Dan sie sagen: Es werde das brot verwandelt / oder bleibe brot / wan nur Christus mit seinem leib / in / mit vnnd vnter dem brot / oder der gestalt des brots ist / so Tom. 2. gebüret jme seine schüldige ehre. Welches auch Doct. Luther nicht lenen. sol verneinen können / sondern nachgeben müssen / da er also schreibet: 117. Wer nicht gleubet/ daß Christi leib vnd blut da ist/ der thut recht. daß ers weder Geistlich noch fleischlich anbettet: Wers aber gleubet (als es dan zu gleuben gnugsamb erwiesen ist a) der kan freilich da ſagen seine ehrerbietung ihme nicht versagen / ohne sunde / Dann ich muß wir nein je bekennen / daß Christus da sey / wan sein leib vnd blut da ist. Vnd dahero halten noch etliche Doct: Luthers discipul die anbettung des brote Hauptursach. brots im Abendmal vor ein Mittelding adjaphoron, welches ein guter grund ist zum Pabsthumb. Andere die sagen / es sey zwar Christus mit seinem leibe gegenwertig/ aber man müsse ihn da nicht anbetten/ dan er habe es nicht befohlen. Aber dises ist gar ein schlechter behelf / welchen auch D. Luther selbst an obberurtem ort benimbt / in deme er saget: Ob Christus auch gleich zur zeit seiner niedrigung / als er auf erden gewesen / nicht bevohlen / sich anzubetten / so sey ers doch wert gewesen / vnd habe es nicht gewehret / wan mans ihme gethan habe. Vnd gewißlich wann es an deme / daß Christus mit seinem wesentlichen leib in dem brot ist / so ist ferners nicht nötig / das mans erwarte / biß es vns befohlen wird / daß man ihn anbetten / vnd andere ehre erzeigen sol: Dann das sind wir schuldig / wir dürffen keines gebots noch befehls mehr darzu/ man wolte dan mit dem gegenwertigen Christo also vmbgehen / wie man mit grossen Herrn pfleget / wan sie vnbekanter weise an einem ort sein wollen/ da thut man jhnen auch die gebuͦrende ehre nicht / sondern stellet sich / als wan man sie nicht kennete / vrsach / dan sie wollens nicht haben / daß mans thun solle. Aber also heimlich pfleget sich Christus nicht zuhalten / sondern er saget öffentlich/ Das ist mein leib/ Wann man es nun also verstehet/ als hette er sagen wollen / Mein leib ist wesentlich hier im brot / oder an dem ort / da das brot ist / so hat man keine vrsach / ihme die ehre / die seinem heiligen leibe gebüret / zuuerweigern. Vnd haben die Päbstler gewunnen spiel / dan es ist vnmüglich / daß man jnen mit bestande antworten konne / so lange mans jnen zulesset / das Christus leiblich da ſey. Ferner / gleich wie im Pabsthumb auß der meinung / daß der leib Christi wesentlich zur stelle sey / vnd mit dem leiblichen munde gessen werde/ allerley wunderliche fragen entstanden/ wie lang der leib Christi im brot bleibe? Ob er todt oder lebendig da sey? Ober ohne blut? Wie weit er in den menschen gehe? vnd was dergleichen mehr ist. Also finden sich auch dieselben bey diser meinung / Vnnd ob sie wol nichts davon hören / sondern stracks abgebrochen haben wollen / So lest sich doch eine opinion nicht darumb stracks saluiren / daß man vonden absurdis, so darauß folgen / nicht hören wil / sonB 1 dern Die Zwölfte Augustin dern es heist / mutare antecedentia, si vultis cavere consequentia. Das ist: Verändert die meinung darauß die absurditeten folcontra Pogen / so ihr die vngereimbte absurditeten vermeiden wollet. Gleich wie auch auß dem mündlichen niessen des leibs Christi in Pabstumb der schädliche irthumb de opere operato entstanden / der noch heutiges tages im Pabsthumb behalten wird: Also bleiben auch die jenigen / so Doct: Luthers meinung dißfals folgen / in eben dem wahn bestecken / daß sie nemblich meinen / wan sie nur zum Sacrament gewesen / so haben sie verthan / es sey alles richtig / dörffen nichts mehr / richten auch ihr gemüth vnnd gedancken bloß auf die eusserliche zeichen / vnd bleiben an denselben kleben / geben mehr achtung darauf wie sie die eusserlich ehren / als wie sie Christum in jhr hertze fassen / erheben ihre hertzen nicht zu Christo im Himmel / daß sie ihne daselbst mit rechtem glauben ergreiffen / wie die alte Christliche kirche ihre Communicanten vermahnet / sursum corda erhebet ewere hertzen / vnd in Synodo Nicena sagt der Canon. Ne in propositum panem & calicem humiliter intenti simus, sed elevatâ mente fide contemplemur in illa coelesti mensa si„ tum immaculatum agnum Iesum. Das ist: Daß wir vnsere gedancken nicht so herunter ziehen sollen / auf das vorgelegte brot vnd vorgesatzten kelch / sondern vnser gemäth erheben / vnd im glauben „ anschawen sollen / das vnbefleckte Lämblein Jesum auf dem Himlischen Tisch legen. Das ist: Wir sollen vns nichts leibliches einbilden / sondern in vnserm gemüt das verrichten / was vns die eusserli che zeichen andeuten/ vnd dasselb so gewis/ als wann wirs mit den eusserlichen augen anschaweten/ wie es die vorgehenden wort desselben Canonis mit mehrem geben / da er von der Tauffe saget / man müsse dieselbe nicht mit den augen des leibes/ sondern des gemüts betrachten/ welches Chrysostomus noch weiter erkleret/ da Homil. er saget: Ad hoc nos inducit sacrificium illud formidandum 24. in 1. Cor. cap. & admirabile, quod jubet nos, ut concordia & charitate ma 10 Tom. xima ad ſe accedamus, & Aquilæ in hac vitâ facti ad ipſum in coelum evolemus vel potius supra coelum: Vbi enim cadaver inquit, illic & aquilae. Cadaver Domini corpus propter mor tem, nisi enim ille cecidisset, nos non resurrexissemus: Aquilas Häuptursach. las autem appellat, ut ostendat, ad alta eum oportere contendere, qui ad hoc corpus accedit, & nihil cum terra debere ei esse commune, neque ad inferiora trahi & repere, sed ad superiora semper volare, & in solem justitiae intueri, Mentisque oculum acutissimum habere, Aquilarum enim, non graculorum haec mensa est. Das ist: Diser Tisch sey nicht ein Tisch der Tholen (die sich auf die erde nieder lassen) sondern der Adler / die in die hohe fliegen / vnd die Sonne der Gerechtigkeit / so vom Himmel scheinet/ mit scharffen augen ansehen/ damit er den glauben dem gesicht eines Adlers vergleichet / der in die sonne sehen kan. Aber hiruon wissen die leuthe / so in der Lutherischen meinung stecken / gar wenig / sondern bleiben an den eusserlichen zeichen servili infirmitate, wie Augustinus sagt: Signa pro rebus signatis venerantes. In summa aller Aberglaube/ alle Päbstliche ceremonien kommen von der meinung vnd opinion her / werden auch in den Lutherischen kirchen zum theil dardurch erhalten. Hiergegen lehret man die leuthe gar wenig/ oder nichts von der Geistlichen niessung des leibs Christi/ wie man ein recht gliedmaß seines leibes werde/ wie sie ein Geist mit ihme werden sollen / wie Paulus sagt. Welches al=Rom. 8 les darumb verbleibet / weil man meinet / man habe den leib Christi alda gegenwertig im brot / vnd werde durch dasselbe essen demselben einverleibet/ da es doch nicht das mündliche/ sondern das innerliche Geistliche essen / die apprehension des gemüts vnd application des glaubens verrichtet. Vnd weil wir dan dieselbe haben/ vnd mit fleiß treiben / wissen auch / daß wir durch den gebrauch der eusserlichen Sacrament vnd zeichen darzu angereitzet / durch kraft des heiligen Geistes deren vergewissert vnnd geschert werden / so bleiben ben wir bey denselben / vnd lassen das Aberglaubische Pabsthumb / vnd alles was nach demselben stincket / nicht vnbillich fahren Vnnd dises ist die Eilfte vrsach. 1 Die Du Zwölfte 194 Die Zwölfte Häuptursach. Je Zwölfte Häuptursach / Warumb wir D. Luthern in disem paß nicht folgen können / ist / Daß wir auß seinen schriften sehen / wie er sich im handel / die lehre des heiligen Abendmals betreffend / sehr wunderlich geschicket / Also daß in derselben mehr als in einigem andern grosse menschliche schwachheiten mit vnter gelauffen/ vnd solches auß nachfolgenden puncten. Dann / Erstlich bekennet er selbst / daß er seine meinung auß der rechten grundsuppe des Pabsthumbs geschöpfet / vnd nicht auß der schrift / sondern von dem Cardinal von Cammerich gelernet / wie oben mit seinen eigenen worten erwiesen. Zum andern / So ist er oftmals von einer meinung auf die andere gefallen / auch ihme selbst bißweilen zuwieder gewesen / sonderlich aber hat er an andern orten anders von den sachen geredet vnd geschrieben/ als da er mit den Schweitzern zu thun gehabt. Zum dritten / So hat er sich in disem gantzen handel den zorn vnd die hitze des streits also einnemen lassen / daß er nicht allein allerley seltzame reden gebraucht / sondern auch andere exorbitantien mit vnterlauffen lassen: Wie solches alles auß seinen schriften dargethan werden sol / nicht der meinung / das man den wolverdienten man in seiner gruben schumphieren / vnnd seine schande aufdecken wolle / sondern allein zu dem ende / damit man sehe / daß er ein mensel gewesen/ vnd seine discipul nicht vrsach haben in disem paß auf seine authoritet so sehr zu tringen / wie heutiges tages geschieht. Vand kan vns hierunter niemand verdencken/ dan wir je nichts heimlich es herfur bringen / oder jme antichten / sondern nemen seine bucher. so im offenen truck sein vor die hand / die weder er noch seine Nachfölger bißhero verneinet / oder heimlich halten wollen. Wann wir nun dieselben besehen / so befindet sich erstlich / wie bemelt / daß er seine meinung auß dem Cardinal von Cammerich vnd also Häuptursach. also mitten auß dem Pabsthumb geholet/ welches ahn ihm selbsten nicht wunder / dann er war im Pabsthumb erzogen vnnd geboren / auch / wie er selbst beklagt / gantzer fünfzehen jahr lang ein Münch gewesen / in welchen vielen fahren / vnd von kindheit auf / ihme der wahn von der leiblichen gegenwart Christi im brot / so starck eingebildet war / daß er denselben nicht leicht auß dem hertzen bringen konte. Daher ists kommen / daß ob er wol vermercket / daß die Päbstische transsubstantiation vnd verwandelung des brots / der sachen zu viel thete / auch darmit nicht zufrieden war: So hat er sie doch noch Anno 1520. nicht gar verwerffen därffen / sondern es auß trücklich dahin gestalt / daß ein jeder dauon halten möchte/ was er wolle / wie zusehen im buch von der Babylonischen gefengnis. Di= pag. 263 ses hat er geschrieben Anno 1520. Aber bald hernacher / Anno 1523 To. lenk. wieder den König in Engeland / verdampt vnnd verwirft er die transsubstantiatio aufs höchste / da er also schreibet: Nü wil ich meine meinung auch endern vnd verwandeln vnd sagen: Zuuor habe ich gesetzt / es sey nicht daran gelegen / man halte von der Transsubstantiation / so oder so / Nun aber nachdem ich die gründe vnd vrsachen sehe / schliesse ich / daß es Gottloß vnd Gottlesterlich sey / wan jemand saget / daß das brot verwandelt werde / Catholisch aber vnd ec recht / wann einer mit Paulo saget: Das brot das wir brechen / ist der leib Christi. Verflucht sey / wer anders saget / vnd ein jota oder Tittul daran endert ꝛc. Vnnd doch eben dasselbe 1523 jahr da er an die Waldenser (vnd also extra fervorem contentionis) schreibet, Lesset er sich widerumb das gegenspiel vernemen/ da er also saget: Der dritte irthumb ist / daß im Sacrament kein brot bleibet / sondern nur die gestalt des brots/ doch an disem irthumb nicht groß gelegen ist/ wann nur Christi leib vnd blut sambt dem wort da gelassen wird. Welches er wiederholet Anno 1528. im grossen bekent=Tom. 3. nis / da er schreibet: Jch habe bißher gelehret / vnd lehre es noch / daß lenen. po. nicht grosse macht daran gelegen sey / es bleibe brot oder nicht. Auß 485 welchem man siehet / wie tief er in der opinion gestecket / daß er sie niemals recht verlassen können. Vnd dan zum andern/ daß er auß menschlicher schwachheit ein anders wieder den König auß Engelandt geschrieben / ein anders an andern örten. Dann was er an einem Bb u. Die Zwölfte nem ort biß in abgrund der hellen verdampt / das lesset er am andern frey / vnd saget / es sey nicht viel daran gelegen. Es ist aber bey deme nicht verblieben/ sondern wann man seine schriften recht in acht nimbt / vnnd sie gegen einander helt / so findet man noch andere vnterschiedliche meinungen / die er in disem handel geführet. Dann ob er wol der Consubstantiation mehr beifals gegeben / als der Päbstischen transsubstantiation / so hat er doch auch derselben nicht allerdings getrawet / sondern es bißweilen bloß dahin gestalt / daß zwar der leib Christi wesentlich gegenwertig sey. Tom. Ie-Aber / ob er eben im brot sey / oder wie es sonst zugehe / wisse er nicht. nens. 1 Dan also schreibet er / Sermon. vom Hochwürdigen Sacrament Anno 19 gehalten: Etliche vben jhre kunst vnd subtiligkeit / trachten / pag. 205 wo das brot bleibt / wan es in Christi fleisch verwandelt wird / auch wie vnter so einem kleinen stäck brots möge der gantze Christus verschlossen sein / Da ligt nichts an / ob du das nicht suchest 2 Diena es ist gnug daß du wissest/ es sey ein Göttlich zeichen/ da kur derze che erfor- Christus fleisch vnd blut warhaftig innen ist (a) wie vnd dern nit / wo (NB Warumb streitet man dan itzo vmb das wo so starck?) laß daß dz beihme befohlen sein. Vnnd im sermon von der Beicht vnd Sacrazeichnete ment Anno 24 gehalten in der kirchen Postil zu Wittenberg Anno guth dargs getruckt: Da ligt der grosse schatz (nemblich in dem wort / darin innen sei nen vns der leib Christi zu vergebung der sunden verheissen) da siefol. 221 a he auf / vnd laß daß Narrenwerck fahren / darmit die hohen Schulen vmbgehen / vnd sich bekummern / wie der leib Christi da sey / vnd sich verberge vnter einer so kleiner gestalt: Solch wunderwerck setze auß den augen / vnd hange an dem wort / vnd trachte darnach / daß du nutz vnd frucht von dem Sacrament habest / das ist / vergebung pag. 462 der sunden. Vnnd im buch von der Babilonischen gefengnis: Ja „zwar/ wan ich gleich nicht außgründen kan/ wie das brot/ Christi leib sey / wil ich doch meine vernunft gefangen nemen in den gehorsamt Christi/ vnd schlecht bey seinen worten bleibend/ glaube ich „festiglich / daß nicht allein Christi leib im brot sey / sondern auch / daß das brot Christi leib sey / (NB) Dan also werden mich erhalten die wort / da er sagt: Er namb das brot / dancket / brachs vnd sprach. das Häuptursach. das (das ist / das brot das er genommen vnd gebrochen hat) ist mein hierdurch leib. Vnd Paulus / das brot das wir breehen ist es nicht die gemein= wird vnse schaft des leibes Christi? Er saget nicht im brot ist es / son- re obange zogene er dern das brot selbst ist die gemeinschaft des leibs Christiſte ration von Luthe Jn disen worten bekennet je D. Luther selbst / das eine andere ro selst be rede sey / das ist mein leib / vnnd eine andere / in deme ist mein leib. kreftiget. Wie rhümen sich dan heutiges tages seine discipul / das sie bey den worten bleiben. Vnd siehet man je hierauß klärlich / daß Doct: Luther dem jenigen / was ihne der Cardinal von Cammerich gelehret / auch nicht allerding getrawet / sondern dieselbe meinung beiseit gesetzt / vnnd vns strack auf die wort Christi gewiesen / welches zwar nicht vnrecht / sondern daß beste ist / wan solche wort nur recht verstanden werden / vnd er selbst bedacht hette / was es fur eine rede sey / vnnd was die natur vnd eigenschaft der Sacrament deßfals erfordert/ daß nemblich in den zeichen keiner leiblichen gegenwart des bezeichneten guts von nöten sey. Bonaventura lib. 4 distinct. 1 q. 2. & 3. & dist. 6. docet, non esse consequens, ut ubi praesens est signum, ibi etiam ejusdem loci praesentiâ adsit res signata. Quoniam (inquit) signorum intentio ex mente instituentis non ponit aut requirit rem signatam nisi animae esse praesen tem. So wurde er sich gewißlich darauß bald gefunden haben / Aber weil jm die opinio von der leiblichen gegenwart im Pabsthumb so hart eingebildet gewesen/ so hat er dieselbe behalten/ vnnd doch wol gesehen / daß weder die Transsubstantiatio oder Consubstantiatio den worten Christi gemeeß sey. Dan wie er selbst bekennet / Christus sagt nicht in dem brot / oder vnter der gestalt / oder den accidentien des brots ist mein leib / sondern (auf das brot weisend) das ist mein leib. Vnd ob er wol mit itztermelten worten gar nicht haben wil / daß man nach der art vnd weise / wie Christus im brot sey / fragen sol / sondern nur bloß bey den worten bleiben / so ist er doch auch selbst hiervon abgewiechen: Dann an andern örten setzt vnd gibt er selbst einen modum, wie Christus im brot sey / nemblich nicht localiter, nicht Die Zwölfte Tom.s. 100 s len. p. nicht reumblich / wie ein wahrer leib / sondern definitivè, das ist auf 176. die art wie ein Geist an einem ort ist. Dan also schreibet er im kurt2) wie rei- zen bekentnis vom Heiligen Sacrament: Also lehren aber die Pa merſichdi ses wie de Pisten / ja nicht die Papisten / sondern die heilige Christliche kirche vnd wir mit ihnen (dan der Pabst hat das Sacrament nicht eingedas er im buch 8ba. satzt b) daß Christus leib nicht sey localiter (wie stroh im sack) im bilanischen Sacrament / sondern definitive, Das ist / Er ist gewißlich da / nicht tefengus wie stroh im sack / aber doch leiblich vnd warhaftig da (kurtz zuuor sagt. dz es hat er gesagt / daß dise art etwa zusein / der Geister sey) wie reimbt nicht die sich nun aber dises zusammen / daß man an einem ort von keinem rechte so= modo, wie Christus im brot sey / wissen / am andern ort den modern die dum definitivum, der allein den Geistern zustehet /beheubten wilThomisti. Dises ist auch vnrecht / Dan die Papisten lehren nicht / daß der leib ſchekirche Christi definiti vè im Abendmal sey. Dan also schreibet Thomas Aquinas, ihr vornembster Lehrer 3. part. quæst. 76. art. 5. Corb Er hate aber tref. pus Christi non est in hoc Sacramento definitivè, quia sic non lich verium esset alibi quàm in hoc altari ubi conficitur hoc Sacramenckelt vnd tum, cum tamen sit in coelo in propriâ suâ specie & in multis verderbet aliis altaribus sub specie Sacramenti. Hat also wol gesehendarüb ist wan gleich der leib Christi modo desinitivo wie ein Geist an eier ein bö= nem ort sein solte / so müsse er dennoch nicht mehr als an einem ort ser Schul sein / welches aber O. Luther nicht in acht genommen. Vnd haben meisterin wir alhier viererley meinung / so O. Luther in disem streit geführet. dis ē sachẽ Tom. Ie. Dan erstlich / so helt er die Transsubstantiation vor ein mittelding daß man dauon halten moͤge / was man wolle. Am andern ort / so nens. 8 pag. 340 verdan. pt er sie biß in abgrund der hellen. Am dritten wil er haben. a wir fra= man seldauorhalten / Christi leib sey wesentlich im brot / aber man gezweist sol nicht darnach fragen wie es zugehe. Zum vierten / setzet er selbst wers ge- den modum definiti vum, vnd streitet darüber aufs höchste. Darschrieben zu dan auch kömpt / daß er an einem ort die Vbiquitet des leibs Chriſtekedzer sti / zu bestettigung seiner außlegung der wort Christi im Abendmal Lüblichem zum höchsten treibet/ am andern ort gentzlich verbeut in der lehre ſacran ⁊, vom Abendmal die Vbiquitet mit einzumengen/ da er also schreidzist brot (da dann bet: Nun erhebt sich eine frage / Wie kan Christus leiblich im Saists streit) erament sein a / so doch ein leib an vilen orten nicht sein kan? Hierſein welle 201 Häuptursach. auf antworte ich: Christus hats gesagt b,er wolle da sein / darumb b versteht unrecht. ist er warhaftig im Sacrament vnd darzu leiblich c. Darumb ist er c Wo stewarhaftig da / vnd sol auch keine andere vrsach solcher leiblicher gehets gegenwart gesucht werden. Dan dise wort lauten also d. Darum ſchrieben. muß es also geschehen wie sie lauten. Was aber den leib belanget dwir ſa. kan Christus wan er nur wil e allenthalben oder an allen örten sein: nein darDarumb hats eine andere meinung mit seinem vnd vnserm leibe. zu / sondern Das sagt die schrift nicht sondern vielmehr das wiederspiel. Vnnd sie haben Leo Episcop. wiederspricht solches zum heftigsten / wieder die Eu- eine ande tychianer die auch also geredet/ da er also schreibet Epist. 70. Non re meienim corpus Christi est ulla ratione extra nostri corporis ve. nunc wie oben erritatem, Vnnd saget daß dises ein phantastischer leib sey von den wiesen. man nicht sagen könne mit Christo / Fälet vnd sehet / ein Geist ha wo stenicht fleisch vnd bein. Et Fulgent. in libr. de incarnat. & gratia hets aber In Deifica illa unione vera Christi humanitas naturalem geſchrieprorsus retinuit nostri generis veritatem. Idem Fulgent: lib. ben daß de fide ad Petr. cap. 2. Sic eum verum hominem crede ut e. er wiß jus carnem non coelestis non aëreae non alterius cujusdam putes esse naturae, sed eius cujus est omnium hominum caro id eſt, quam Deus ipſe homini primo de terra plaſmavit & cæteris hominibus plasmat, quos per procreationem ex homi nibus creat. Vnd Ambrosius Epist. 22. & lib. de Incarn. Domin. Eadem in Christo corporis veritas est, quae in nobis, das heist nicht / es hat mit dem leibe Christi eine andere meinung. Von allenthalben oder an allen örten sein sol nicht disputirt werden (warumb hat ers dan selbst gethan.) Es ist viel ein ander ding in der sachen / so reden auch dir Schultheologi hie nichts von allenthalben (vrsach/ dan es ist dise lehr von der Vbiquitet bey ihnen vnerhort) son dern behalten den einfeltigen verstand von derselben gegenwertigkeit Christi. Bißhero Lutherus: Mit welchen worten er die Vbiquitet wieder fahren lest / auch den Schultheologen zeugnis gibt / daß sie bey der einfalt bleiben / da sie doch an andern örten eitel Sophisten sein müssen. Wer wil dises zusamen reimen: Vnnd ist zwar diser letzter locus etlichen / die in dem Vbiquitistischem schwarm ersoffen sein / dermassen zuwieder / daß sie auch vorgeben er sey nicht Lutheri VideHo spinian. in concoro discord spl. 10. Die Zwölfte Lutheri / sondern Philippi Melanthonis, aber auß irthumb in Lutheri bucher kommen. Sie habens aber bißhero nicht erweisen können / sondern bleiben andere die nicht weniger des Lutheri discipul sein wollen / bey demselben fest / vnd halten ihn pro genuino Lutheri sensu, das andere aber sey auß hitz des streits geschrieben. Vber dises siehet man in Lutherischriften / wann er die opinion von der wesentlichen gegenwart des leibs Christi im brot / ein wenig beiseit gesetzt/ vnd ohne affecten ausser dem streit von den sachen geredet / daß er (welches seine funfte meinung ist) die warheit vnd die reine lehre selbst gesehen/ auch so herlich vnd schon dauon geschrieben hat / als jemand den man itzo vor den grösten Caluinisten außschreien möchte. Dan also schreibt er im ersten theil seiner teutschen bücher zu Jehna getruckt in einem sermon vom Hochwirdigen Sacrament des heiligen wahren Leichnams Christi Anno 1519 gehalten. Das heilige Sacrament des Altars vnnd des heiligen wahren leichnams Christi hat drey ding die man wissen muß/ das erste ist „ das Sacrament oder zeichen (Nota, wie Lutherus das wort Sacrament brauchet / nemblich daß er die eusserliche zeichen also nennet) Das ander die bedeutung desselben Sacraments / Das dritte / der glaube derselben beiden / wie dan in einem jeglichen Sacrament di„se drey stück sein müssen: Das Sacrament muß eusserlich vnd sichtbar sein / in einer leiblichen form vnd gestalt (Ergo ist der vnsichtbare leib nicht das Sacrament) Die bedeutung muß innerlich vnnd Geistlich sein in dem Geist des menschen / Der glaube muß dise bey„de zusammen zu nutz vnd in den brauch bringen. Vnd ob er wol im selben sermon auch gedenckt/ daß das brot in den leib Christi verwandelt werde / so sagt er doch daß solches dergestalt geschehe / wie wir alle in Christo in einen leib gezogen vnnd verwandelt werden, welches je nicht mit den leibern / sondern im gemuth vnd Geistlich geschieht. Vnd saget starcks darauf: Auß dem allen nun ist clar daß diß heilig Sacrament sey nicht anders dan ein Göttlich zeichen dar„innen zugesagt/ gegeben vnd zugeeignet wird Christus/ꝛc. Vnnd das Sacrament empfahen / sei nichts anders / dan desselben alles begeren/ vnd glauben festiglich es geschehe also. Also im sermon von der Beicht vnd Sacrament Anno 24 gehalten/ so in der Kirchen Posti Häuptursach. Postil Anno 98 zu Wittenberg gedruckt / saget er: Wann du nun fol. 221. 8 das Sacrament geholet hast/ so gehe fort vnd vbe deinen glauben da dienet das Sacrament zu / daß du sagen kanst / da habe ich öffentlich das wort / daß mir die funde vergeben sind / darzu auch das öffentliche zeichen (NB der vnsichtbare leib Christi ist nicht das öffentliche zeichen) in meinen mund genommen/ das kan ich bezeugen wie ichs auch öffentlich bekant habe rc. Item er vergleichet in derselben Predigt/ das essen des leibs Christi mit dem das wir vns von vnserm Nehesten wieder sollen essen lassen / da er also schreibet: Also sol. 222 hat es S. Paulus auch gedeutet: Wir viel sind ein brot vnd ein leib 1. Cor.16 die wir alle eines brots theilhaftig sind / wir essen den Herrn / ec durch den glauben des worts das die seele zu sich nimpt / vnd sein geneust / So isset mein nehester mich wieder / mein gut / leib vnd leben gebe ich ihm rc. NB Zu disem ist keines mündlichen efsens von nöten. Item / in der Kirchen Postil Sontag Septuagesima vber die wort Pauli: Sie truncken aber von dem Geistlichen Felsen / der mit folget / welcher war Christus / das ist / sie gleubten an denselben Christum an den wir gleuben / wiewol er noch nicht ins fleisch kommen war / sondern hernach kommen solte: Vnd solches ee fres glaubens zeichen war der leibliche Felß / da sie wasser außtruncken leiblich. Gleich wie wir an dem leiblichen brot vnd wein auf dem Altar essen vnd trincken den wahren Christum Geistlich / das ist / in essen vnd trincken eusserlich / vben wir den glauben innerlich. Alhie saget er von keinem mündlichen essen des leibs Christi / oder daß das innerliche Geistliche gut mit dem munde ergriffen werde/ sondern treibet mir den glauben der das Geistliche gut ergreiffet. Vnd noch klarer in der Kirchen Postil in der Epistel am Christage auß Pan= fol. 64 lo zum Tito. Sanct Paulus sagt Actor. am 15 cap. Durch den ec glauben machet er die hertzen reine. Darumb sichestu auch daß man alhieweiß dir Christum nicht gibt in die hand / legt in nicht in den kasten / steckt er von kei dir ihn nicht in busen / gibt dir ihn nicht ins maul NB sondern man nem leibli kregt dir ihn vor allein NB mit dem wort vnd Euangelio / vnd helt chen essen ihn durch deine ohren vor dein hertz/ vnd beut dir ihn an/ als den der vor dich vor deine vngerechtigkeit sich gegeben hat: Darumb kanſtu Die Zwölfte 104 kanstu ihn auch mit keinem andern NB dan mit dem hertzen aufne„men / das thustu / wan du aufthust vnd sprichst mit dem hertzen / ja ich gleube es / es sey also. Siehe also gehet er durchs Evangelium zu den ohren eyn in dein hertze / vnd wohnet alda durch deinen glau„ben / da bistu dan rein vnnd gerecht / nicht durch dein thun / sondern Tom le durch den gast/den du in deinem hertzen durch den glauben hast. Vnd noch klärer in der Außlegung des m. Psalm v. 9. Er gibt speinens. fol. se denen die ihn furchten rc. Hie fehet er an zuschreiben / wie das ge217 dechtnis Christi zugehet / vnd was man darinnen thut: Erstlich dane ket er Gott / das Gott speise gibt / vnd eine solche speise / die fur die „ Gottfurchtigen dienet / vnd nicht fur den bauch. Es ist zwar leiblich brot vnd wein da / vnd eine leibliche speise / aber es speiset nicht den leib / sondern die seele / dann es ist nicht schlecht brot vnd wein / son„dern der wahre leib vnnd blut Christi / wie er spricht: Das ist mein wo bleibe leib / das ist mein blut / durch sein wort darzu verordnet / daß es die seele im glauben speisen solle zu dem ewigen leben. Vnd ist ein nötihie den ger zusatz / das er spricht / die jhn furchten / vmb der wusten rohen mund leuthe willen / welche der gnaden Gottes brauchen zu ihrem mutwillen vnd zum deckel jhrer boßheit / lauffen hinzu mit vnuernunft wo bleibe ohne zucht vnd schewe / wie die Sew zum troge rc. Solche rohe vnd hie die vnbußfertige hertzen finden dise speise nicht / ob sie gleich das Samüdliche crament entfahen / sondern es müssen sein die Gott furchten / das ist niessung des gettlo die sich furchten fur seinem drawen vnd zorn / die ein betrübt vnd beschweret gemüth haben rc. Item im sermon vber das 7. cap. Joha. Die Papisten fahren zu vnd ziehen es auf das zeichen der speise / aber der Herr hat es nicht auf die eusserliche speise oder auf das maul „gesetzet / sondern auf das essen / das man im hertzen ist / vnd also gespeiset werde. Siehe also hat Doct: Luther von den sachen geschrieben/ wann er die rechte art vnd natur der Sacrament vnd gemein schaft Christi mit vns vor sich ohne gefasten wahn vnd præjuditz bedacht/ da er das mündliche essen des leibes Christi fein beiseit setzet vnd dahinden lest / sondern vns nur auf das Geistliche weiset. Vnd dise meinung hat er ihm auch gefallen lassen ahn den Waldensern/ welche jm ire confession exhibiret / in welcher sie außtrücklich zweyerley weise der gegenwart Christi setzen / nemblich eine leibliche vnd eine Häupenrſach. eine Geistliche / vnd sagen auftrücklich / daß Christus nicht leiblich / sondern Geistlich im Abendmal sey. Dises hat Lutherus in der Waldenser confession gut sein lassen / also daß er auch vor solche confession eine praefation geschrieben / vnd sie höchlich rühmet / da doch der Schweitzer confession mit der Waldenser durchauß vberein trift. Wir wollen itzo nicht sagen von dem Syngrammate Svevico, welches gewiß eben das in effectu lehret / was Calvinus vnd andere so itzo Caluinisten müssen genennet werden / lehren / noch hat Lutherus auch eine præfation daruor gemacht / vnd bezeuget das dises eben seine meinung sey / welche aber dem jenigen was er wieder die Schweitzer geschrieben ex diametro zuwieder. Dan das Syngramma Svevicum gehet bloß dahin / quod corpus Christi praesens sit fidei & menti quemadmodum in verbo Christus men ti nostrae offertur & praesens est: Aber Lutherus streitet wieder die Schweitzer quod ori corporis praesens sit & lateat in pane: Item das Syngramma Svevicum verwirft des Berengarii erzwungene confession als vngereimbt: Dagegen lobet sie Lutherus vnd nennet alle die Schwermer vnd Ketzer die ihr nicht beifallen. noch sol dises eine meinung sein. Es hat aber im streit wieder die Schweitzer vnrecht sein müssen / was in den Waldensern vnd anderen recht gewesen / wie solches von andern weiter außgeführt. Vnnd dise letzte auß Luthero oben angezogene meinung / ist die rechte wahre meinung / die wir billich behalten / vnd den andern allen vorziehen. Daß aber D. Luther bey derselben nicht verblieben / ist darumb geschehen/ daß ihm die opinion von der leiblichen gegenwart des leibs Christi im brot auß dem Pabsthumb ist hart angeklebet / daß er derselben nicht loß werden können / sondern darinnen. stecken blieben: Dahero dan auch erfolget / daß er oftmals beyde meinungen zugleich geführet / vnnd gleichsam vnter einander vermenget/ also daß er erstlich vom Abendmal des Herrn recht geredet hat / als von einem Sacrament nach art vnd brauch der Sacrament / vnd ist doch stracks wieder auf die leiblich gegenwart im brot. gefallen. Als im sermon vom Newen Testament schreibet er also: Weiter hat Gott in allen seinen zusagungen gemeinlich neben dem wort auch ein zeichen gegeben/ zu mehrer sicherung oder sterckung vnsere er Tom. 1 lenen.pa. 331.332. Die Zwölfte 406 vnsers glaubens: Also gab er Noe zum zeichen den Regenbogen: A„braham gab er die Beschneidung zum zeichen / Gedeon gab er den Regen auf das land vnd lamfel: Vnd so fortan findet man viel derselben zeichen in der schrift neben den zusagen gegeben. Dan also „ thut man auch in weltlichen Testamenten / daß nicht allein die wort schriftlich verfasset / sondern auch siegel vnd Notarien zeichen daran gehenget werden / daß es je bestendig vnd glaubwirdig sey. Also hat auch Christus in disem Testament gethan / vnd ein kreftiges alleredelst Siegel vnd zeichen an vnd in die wort gehenget / das ist sein „ eigen warhaftig fleisch vnd blut vnter dem brot vnd wein / den wir arme menschen / weil wir in den funf sinnen leben / müssen je zum wenigsten ein eusserlich zeichen haben neben den worten/ daran wir „ vns halten vnnd zusamen kommen mögen/ Doch also daß dasselbe zeichen ein Sacrament sey / das ist / daß es eusserlich sey / vnd doch Geistlich ding habe vnd bedeute/ damit wir durch das eusserlich in „das Geistliche gezogen werden / das eusserliche mit den augen des leibes / das Geistliche innerliche mit den augen des hertzen begreiffen. In disen worten ist auf dreyerley acht zu geben: Erstlich daf Doct: Luther recht vnd wol von dem Abendmal des Herrn redet / in deme ers andern Göttlichen siegeln vnd zeichen vergleichet. Zum andern / daß sich Doct: Luther in deme augenscheinlich irret / daß er den leib vnd das blut Christi ein zeichen vnd siegel nennet / da es doch nicht das zeichen / sondern das bezeichnete gut selbst ist: Darumb wan er seinen eigenen praemissis vnd vorgehenden worten gemeß. recht von den sachen reden wollen / hette er sagen müssen. Also hat „auch Christus in disem Testament gethan / in welchem er vns das alleredelste vnd kreftigste gut/ das ist seinen leib vnd sein blut zu vergebung vnserer sunden vermachet vnd vertestiret/ vnd hat daran „die eusserliche siegel vnd zeichen gehenget / nemblich brot vnd wein / „daß wir durch den eusserlichen brauch derselben zeichen/ den leib „Christi innerlich ergreiffen / vnnd dardurch alles seines verdienstes theilhaftig werden sollen/ den wir armen menschen/ weil wir rc. Wir fragen einen jeden auf sein gewissen / ob nicht dise meinung die vorgehende vnnd nachfolgende wort Lutheri/ vnnd also der gantze context & ipsa ratio recti sermonis erfordern? Nicht aber daß der Häuptursach. der leib Christi selbst das zeichen vnd siegel sein solte / welches gantz vngereimbt. Dan der leib Christi kan nicht zugleich das bezeichnete guth vnd auch das zeichen vnd siegel sein / sondernbrot vnd wein im Abendmal sein die zeichen/ so vns auf den leib Christi weisen. Das auch deme notwendig also sein müsse / erscheinet vors dritte vnwiedersprechlich auß Lutheri worten/ da er sagt: Wir armen menschen müssen ein eusserlich zeichen haben. Nun ist je der leib Christi kein eusserlich zeichen / weil Doct: Luthers eigenen bekentnis nach / derselbe weder gesehen noch gefühlet noch empfunden wird. Item da er bald saget: Doch daß dasselbe zeichen ein Sacrament sey / das ist daß es eusserlich sey / vnd doch Geistliche dinge halte vnnd bedeute. Dises kan ab ermal vom leib Christi nicht gedeutet noch gesagt werden/ dan er ist nicht eusserlich im Abendmal/ er bedeutet auch nichts im Abendmal / sondern ist selbst das bezeichnete vnd bedeutete guth: Aber von dem gesegneten brot vnd wein wird alles recht geredet / was Lutherus alhie saget. Vnd sind also die vorgehende vnd nachfolgende wort recht vnd gutt / allein hat er in der application gefehlet / weil ihn nemblich die opinion von der wesentlichen gegenwart imbrot verführet / daß wan er gleich auf rechtem wege gewesen / sich doch strack abfuhren lassen / vnd zwar also / daß seine wort fast wieder einander lauffen. Dann wie kan er von dem leibe Christi sagen / daß er ein eusserlich zeichen sey? Man siehet aber wol / was ihne geirret/ nemblich die opinion von der wesentlichen gegenwart imbrot / vnd daß er signum & rem signatam nicht vnterscheidet. Er ist aber auch in solcher opinion der leiblichen gegenwart im brot noch mehr bestercket worden als Carlstad angefangen dieselbe meinung mit etwas vngereimbten worten anzufechten vnnd zuuerwerffen / insonderheit da er die wort Christi/ das ist mein leib/ so vngeschickt außlegete/ in dem er sagte: Das Christus mit dem wörtlein DAS / nicht aufs brot / sondern auf seinen beym tisch sitzenden leib gewiesen hette: Welches ihm Doct: Luther leicht wiederlegen könte / vnd dardurch in seiner meinung de corporali pręsentia je mehr vnd mehr confirmirt wurde: So hat auch Carlstad sonst mit vnzeitigem eifer sich Luthero in andern wiedersetzet / vnd jme vorgegriffen: Dahero es nicht wunder daß sich Lutherus von jm Die Zwölfte jme nicht wolte weisen lassen. Vn ob schon Zwinglius kernacher die sache besser vnd bescheidener vorbrachte / vnd starcke gründe führete: So war doch D. Luther durch den streit mit Carlstad also verbittert vnd von zorn eingenommen / daß er nicht weichen könte / in sonderheit / weil er erfahren muste / daß die Schweitzer Carlstatten den er verfolgete auf vnd angenommen / Zwinglius auch Carlstatten öffentlich so weit verthedigte/ daß er zwar in dem punct von der gegenwart des leibs im brot recht lehrete / aber doch der sachen nicht gnug thun konte. Dann da warf D. Luther den zorn so er wieder Carlstatten hatte auf die Schweitzer vnd Zwinglium/ vnd hilt jhn so grob als Carlstatten / da sich doch die Schweitzer viel besser vnd gründlicher erklerten / vnd viel herlicher ire sachen außführten / als Carlstat gethan hatte. Aber es half nichts/ sondern es war Doct: Luther dermassen in dem streit erhitzet / daß er nicht allein die consubstantiation / deren er wie oben erwiesen / zuuor nicht allerding getrawet / zum heftigsten defendirte / sondern auch (welches dz dritte ist / so wir oben auß seinen schriften zuerweisen auf vns genommen) oftTom.3 mals in seinen streitschriften solche dinge verjahete oder verneinteIenen. fo die kein mensch kan verjahen oder verneinen/ der bei sich selbst ist. 363. a Rectius Als zum exempel / im buch / daß die wort noch feste stehen / stost er Aug.deS vnterandern herauß: Maria (die mutter Christi) habe Christum virgine weder leiblich noch Geistlich gessen / das lest sich gar nicht verantMaterne worten / anders als das mans seinem zorn zu gut helt: Dann wan propiquiMaria Christum geistlich nicht gessen hette/ so müste sie ewiglich tas nihil mariępro verdampt vnnd verloren sein / oder die wort Christi müsten falsch fuisset ni sein / da er spricht: Warlich / warlich ich sage euch / werdet ihr si felicius nicht essen das fleisch des menschen sohns / vnd trincken sein blut / so christum habt jhr kein leben in euch a. Vnd haben sich zwar newlich etliche vnterstanden/ dise des Lutheri vngereimbte reden zu soluiren/ vnd corde quam car damit zuentschuldigen / als solte er allein vom handel des Abendne gustas-mals geredet haben: Aber was ist das fur ein entschuldigung? Dan set. gesatzt (wiewol es die wort in sua generalitate so eigentlich nicht VVirteb. geben) daß Lutherus allein respectu caenae Dominicę also solte gein Exam. lehret haben / Maria hette Christum weder leiblich noch Geistlich p. 331. gessen / So folget darauß daß er darüer gehalten / Maria sey niemah 209 Häuptursach. mahl zum Tisch des Herrn gangen: Welches er aber niemand v berreden wird / der da auß der Historien berichtet / daß Maria die mutter Christi (wie etliche wollen) in die 24 jahr nach Christi Himmelfahrt gelebt / vnd mit den Jüngern Christi neben andern gleu=Act. 1 bigen vmbgangen. Solte sie nun mit ihnen niemals communicirt / vnd das Abendmal des Herrn gehalten haben? Wer hat sie dan excommunicirt? Oder hat sie / wan man das Abendmal gehalten / abtretten vnd entweichen müssen / wie in primitiva Ecclesia alle die thun müssen / die nicht mit communicirten? Was sol das vor ein newer tandt sein? Aber es heist causa patrocinio non bona pejor crit. Vnd wan man einen irthumb oder vngereimbte rede verthedigen wil / muß man gemeinlich einen newen mit auf die bahn brin gen absurda enim non nisi per absurda defendi possunt. So ist auch gantz vngereimbt daß er eben an demselbigen ort das leibliche gebehren Mariae vnd das leibliche anruͤhren Simeonis mit vnserm leiblichen essen / wie ers haben wil / vergleichet / in dem er saget: Christus habe wollen von Maria Geistlich vnd leiblich gebohren / vnd nicht gessen / Von Simeone Geistlich vnd leiblich angeruͤhret / aber nicht gebohren noch gessen / Von vns aber weder geboren noch angerühret/ sondern gessen werden leiblich vnd Geistlich. Dan wer siehet nicht den grossen vnterscheid? Gewißlich wan Maria Christum nicht anders leiblich gebohren / auch Simeon jhn nicht anders leiblich angerühret / als wir in (Lutheri meinung nach) leiblich essen vnnd trincken / so wird niemand sagen / was es gewest sey. Aber viel besser redet dauon Augustinus/ da er saget: Parentes tui tenuerunt carne, tu tene corde. Er saget nicht: Parentes tui tenuerunt carne & corde, tu edecarne & corde, wie es Lutherus haben wil. Tom. 3. Auß gleichem quell entspringet auch das er im grossen Bekentnie fol. 480 vom Abendmal vnter andern auch dise wort herauß lest: So ist deauch nicht wahr / daß Christus dazumal nach der Gotheit im Hinmel war (da er nemblich mit dem Nicodemo auf erden redete) Welches zwar von etlichen also beschonet wird / als solte es die meinung haben / daß Christus damals nicht allein nach der Gottheit / sondern auch nach der menschheit im Himmel gewesen ist. Es lauten aber Dd Die Zwölfte 110 die wort Lutheri gar anders / vnd ist eben dise meinung so sie auf dibahn bringen falsch vnd vnrecht / vnd dem einhelligen consens der gantzen Christlichen kirchen ex diametro zuwieder / welche denselben spruch (des menschen sohn der im Himmel ist) jederzeit vnstreittig de divinitate Christi, nicht aber de humanitate verstanden. wie an andern orten weiter erwiesen. Also auch daß er eben an demIohan. selben ort saget: Die Engel sind zugleich im Himmel vnd auf Erv.13 den / lest sich keines wegs entschuldigen / als durch das absurdum, welches bald darauf folget / daß der Himmel auch alhier auf erden sey / welches in der kirchen Gottes vor Luthero gewißlich nie erhort. Dann die alte kirche Himmel vnd Erden wol zuunterscheiden gewust / vnd saget clar: Quod Angelus cum adfuerit Zacha riae in templo, non impleverit suam stationem in Coelo, wie oben in der dritten vrsach angezogen: Das heist nicht zugleich im Hümmel vnd auf Erden sein. Item da Zwinglius zeigte/ daß das wörtlein ist / vielmahl in der schrift souiel als bedeutet / heisse / Als da Joseph sagete zu Pharao: Sieben Kuhe sind sieben fahr ꝛc. Wiewol das vnleugbar war/ jedoch ehe er dem Zwinglio gewonnen gebe / ehe leugnete ers / vnd sagte: Die sieben Kuhe hetten nicht sieben jahr bedeutet / sondern weren wesentlich sieben jähr gewesen. Item da ihm Oecolampadius furhilt / Es weren die figürliche reden in den einsetzungen der Sacramenten gar breuchlich: Als in der einsetzung des Osterlambs hatte Gott gesagt / das ist des Herren Vberschrit/ da er sagen wollen/ das ist ein zeichen vnd denckmahl des Überschrits rc. Wiewol auch das vnleugbar war: Jedoch ehe er sich gefangen gab / ehe leugnete ers vnd sagte. Es ist 17 nicht ein eintzig figurlich wort in der Einsetzung des Osterlambs / Tom.3 vnd in allen figuren des Alten Testamenis. Item da ihm Oecofol. 477 lampadius furhilt / daß dise rede / wan mansagte / das ist das oder das/ ofmals so viel heisse/ als wolt man sagen: Das ist ein zeichen dessen oder dessen. Vnd vnter dem anzog den Text / Gen. 17. v. 10. vnd ij. da Gott von der Beschneidung sagte: das sol v. 10. mein bund sein. Vnd darauf dise seine rede also erkleret: Das sol ein zeichen sein des bundes. Ehe er gleichwol dem Occolampadio recht v. 11 gabe 211 Häuptursach gabe / ehe leugnete er das diser text in der Bibel stände. Dann das Tom. 3 sind hieuon seine eigene wort: Mein Genesis sagt nicht (spricht er) fol. 348 B daß die Beschneidung ein bund vnd zeichen sey ꝛc. Ja er hat jm gentzlichen vorgesatzt / nicht zu weichen / vnnd solte ehe das Pabsthumb gar wieder auf die beine kommen. Dan also schreibet er im buch wider die Himlschen Propheten: Ob er gleich sonst im willens gewesen were / die eleuation vnd aufhebung der Ostien als einen Päbstlichen glauben abzuschaffen/ so wolle ers doch nun nicht thun/ zu trotz vnd wieder/ noch eine weile dem Schwaringeiste (Carlstadt) weil ers wil verbotten/ vnd als eine sunde gehalten/ vnnd vns von der freiheit getrieben haben. Dan (spricht er) ehe ich dem Seelmörderischen geist wolt ein haerbreit oder einen augenblick weichen / vn=o ir lieben Unheran sere freiheit zu lassen / Ich wolte ehe noch morgen so ein geer / kempt strenger Monch werden/ vnd alle Clösterey so fest hal= diß nit her auf men ten/ als ich je gethan habe: Das ist so viel geredt/ ich wolte ſchlichen mich ehe wieder ins Pabsthumb stürtzen. Also sagt er auch im Tracaffecten tat vom anbetten des Sacraments Anno 23 pag. 225 Tom. 2. Ob wol an dem/ ob der Papisten meinung nach/ eine verwandelung des brots geschehe oder nicht/ so groß nicht gelegen/ wolle er doch ihnen nur zuwieder vnd trotz halten/ daß warhaftig brot vnd wein da bleibe neben dem leibe vnd blut Christi. Dises ist gewiß keine Theologische rede / daß man etwas / so gewißlich keine freiheit / sondern ein Aberglaubisch thun ist / auß Aberglauben herkompt / vnd zu Aberglauben vrsach gibt / das man auch in seinem gewissen vberzeugt wird das mans abschaffen solle / dennoch zu trotz vnd wiederwillen 1. Cor. 8 behalten wil / mit grossem ergernis des nechsten. Da doch Paulus v.1, sagt: Er wolle auch kein fleisch essen / wann er einen schwachgleubigen ergeren solte/ vnd also seine freyheit nicht andern zu trotz/ sondern ergernis zuuerhüten / brauchen wolte. Als ihm auch Zwinglius mit dem daß Christus einen wahren leib hette / vnd dero wegen nicht zugleich mit demselben im Himmel vnd a f erden sein könte / vnd dergleichen argument hart triebe: Ist D. Luther dahin kommen/ daß er von der reinen lehre/ von der person Christi / die er an andern vrien gar herlich vnd schon erkleret / gar weit Die Zwölfte weit abgewichen / vnd sich auf die in der kirchen Gottes zuvor vnerTom. hörte lehre von der Vbiquitet des leibs Christi legte/ vnd dauon so lenen. fo grob vnd schrecklich redete / daß einer billich sich draber entsetzen sol458. te. Als da er schreibet: Es ist alles durch vnnd durch vol Christusauch nach der menschheit: Jtem / Himmel vnd Erden ist sein sack. Tom. 1 Witenb wie das korn den sack fullet / also fullet er alle ding: Item er ist vberfol. 115B al in allen Creaturen / also daß ich jhn möchte im stein / im fewr / im wasser / oder auch im strick finden / wie er dan gewißlich da ist / doch Ton.2 VVitenb lest er sich nicht so greiffen vnd tappen/ er kan sich wol außschelen Item es könne der leib Christi eben also ins brot kommen / wie der fol. 96 B schal einer menschlichen stimme vor die ohren viler menschen. Item Tom.3 im bekentnis vom Abendmal sagt er außtrücklich / das der leib ChriIenen. so sti nach der art wie ein wahrer leib an einem ort zusein pfleget. nicht im Himmel sey / Da er also schreibet: Auf solche weise ist Tom. er nicht in Gott / oder bey dem Vatter / noch im Himmel. Ienen. fol. Vnd gibt elärlich zuuerstehen / wie er dauor gehalten / daß Christi leib itziger zeit solche weise etwa zusein nicht an sich habe/ sondern könne sie annemen / wan er wolle. Dann also saget er eben an den„selben ort: Solche weise (nemblich wie er auf erden leiblich ging / da er kaum nam / vnnd gab nach seiner grössen) kan er noch brauchen „wan er wil / wie er nach der Auferstehung vom todt / vnd am jung„sten tage brauchen wird. Welche wort je clärlich den verstand geben / daß Christi leib dise reumbliche weise itzo nicht brauche / vnd also derselben nach / nicht im Himmel sey / sondern habe sie braucht / die zeit vber / als er die 40 tage nach der Auferstehung mit den Jüngern vmbgangen / vnd werde sie erst wieder brauchen an jüngsten gericht. So ist auch gar vnrecht geredet / daß Christus mit seinem reumblichen sichtbaren leibe nicht in Gott sey. Dan, twalt es gleich von der einigkeit der person solte verstanden werden / daß der leib Christi in Gott sey / das ist / daß der sohn Gottes fleisch an sich genommen: So ist doch solche annemung des fleisches geschehen sal. vis proprietatibus mit allen natürlichen eigenschaften des fleisches / vnter welchen die furnembste ist / sichtbar / fühlbar vnd an einem gewissen ort sein / Wie kan man nun sagen / Christus sey auf solche weise nicht in Gott. Er ist zwar nicht in Gott als in einem raum Häuptursach. raum. Es hebt aber in Gott sein / die reumlichkeit nicht auf / sondern geschicht derselben vnuerletzt / vnd wird der leib Christi an seinen naturlichen eigenschaften dardurch nicht verendert. Also daß ob gleich der leib Christi renmlich ist / vnd bleibet / so ist er doch in Gott / vnd leget darumb die reumblichkeit nicht abe / Wie kompt es dan / daß Dact: Luther vorgebt / er sey also nicht in Gott / auch nicht also im Himmel? Es hat je die alte Christliche kirche gar anders dauon geredet / wie zusehen auß dem Augustino / da er also schreibet: Ego Epist. ad consent. corpus Christi ita in Coelo esse credo, ut erat in terra (hierzu sagt Lutherus nein) cum ascenderit in coelum. Et Hieronym. Christus ascendit in coelum, & sedet ad dexteram Patris ma nente ea natura & substantia carnis in qua natus & passus est, & in qua resurrexit. Apoll. Citante & approbante. Theodor. Adde eun dem The Christi copulatio cum corpore non mutat corporis natu odoret. ram. Aber wan es diser Doct: Luthers meinung nachgehen solte, dial. 2 so were Christus nicht als ein wahrer mensch im Himmel. Dises sind furwar vnerhörte reden/ vnd ein trawrig exempel/ darauß man siehet / was der zanck kan / wan man ihme zuuiel nach henget. Vnd ist gewiß dem Herrn Luthero in disem streit also ganDial. 3. gen / wie Theodoret: sagt: Multi dum acrius adversario resicap. 30 stunt nimio contradictionis studio in contrarium malum incurrunt, & à recta doctrina aberrant. Vnnd Gregor. Sunt Lib. 9. multi fidelium qui imperito zelo succenduntur, & saepè cum Epist. 35 quosdam quasi haereticos insequuntur haereses faciunt. Es sind viel der gleubigen die mit vngeschicktem eiffer einbrandt werden / vnnd kommen oftmals dahin / daß / indem sie andere als ketzer verfolgen / sie selbst in ketzerey gerathen. Dann wie weit fehlets dißfals Luthero in dem er sagt: Daß Christi leib in allen steinen Contra holtz vnd graß sey / daß er nicht mit den Manicheern leihet / wieder welche Augustin also schreibet: Dicite nobis quot Christos esse Faustum Manich. dicatis? Aliusnè est, quem de S. sancto concipiens terra pati lib 20. bilem gignit, omni non solum suspensus ex ligno, sed etiam cap. II. jacens in herba & ille alius quem Iudari crucifixerunt sub Pontio Pilato, & alius ille per solem lunamque distentus, An unus & idem ex quadam sui parte ligatus in arboribus, ex quadam Dd iij Die Zwölfte 114 quadam vero parte liber eidem ligatae captaeque subveniens etc. Vnd hilft hier nicht das man sagen wolte / Es sey so grob nicht zuverstehen / dan auch die Manicheer so grob vnd vngeschickt nicht gewesen / daß sie gemeinet/ der leib Christi were also außgedehnet wie eine haut / sondern habens auch auf eine subtile weise verstanden: Aber dennoch sein sie von der gantzen Christlichen kirchen als ketzer / die der warheit des leibes Christi zuwieder lehrten / verdampt worden. Also auch da Doct: Luther den leib Christi einem klange vergleichet / kompt er abermals eben dahin / da die Manicheer hinEpist. ad Cledon gerathen. Dan also schreibet von ihnen Nazianzenus. Si quis sanctam carnem nunc exutam & abjectam divinitatemque corpore spoliatam esse, non autem cum parte assumta & esse & venturum esse Christum dixerit, praesentiae illius gloriam non cernat. Vbi enim nunc corpus fuerit nisi cum ea natura à qua assumtum est? Nisi fortè juxta Manicheorum deliria soa NB wie li impositum est, ut hujusmodi honore dedecoretur aut aëre em flang fusum dilapsumque est, quemadmodum fert vocis (a) natura sagt Lu& odoris effusio, & fulguris cursus minimè consistentis. Vbi cherus. autem illud ponemus in quo ipse post resurrectionem contrectatus fuisse scribitur, aut ab iis à quibus confixus est aliquando videbitur? Divinitas enim per se oculorum obtutum fugit, verum cum corpore, mea quidem sententia, veniet, Auß disem sichet man clärlich / daß auch die Manicheer den leib Christi so subtil gemacht als einen klang oder geruch. Daß aber Nazianze. jm namen der gantzen Christlichen kirchen gar hart vnd mit der schrift widerspricht / darumb man alhier wol zubedencken wohin Doct: Luther in disem streit gerathen/ vnd daß ihm warhaftig wiederfahren sey / was oben auß dem Gregorio angezogen. Gleich wie aber solches auß hitze des zancks geschrieben / also ist vor sich selbst gewiß/ daß Doct: Luther besser hieruon informirt gewesen / als er alhier davon geredet / wie er dann an andern örten / wan er extra fervorem contentionis gewesen / dauon viel besser vnd herlicher schreibet / derwegen er auch endlich den streit von der Vbiquitet von dem handel des Abenmals gar außgesatzt haben wollen, wie oben angezogen. Er hat aber in contentione dem Zwinglio nichts Häuptursach. nichts guth sein lassen wollen/ daher er auch von ihm schreibet/ er Tom. 7. leugne die communicationem Idiomatum, das ist / die gemein= fol. 250 B schaften der eigenschaften beider naturen in der einzigen vnd vnzertrenten person Christi / wie Nestorius / Vnnd lehre daß nicht der sohn Gottes / sondern nur ein blosser mensch vor vns gestorben sey: Da doch Zwinglii bucher öffentlich am tage sind/ da er viel anders Tom. 3. von der sachen redet: Also hat er auch das wort alleôsin, welches fol. 462. Zwinglius gebraucht / so heftig wiederfochten / als wan es die gröste ketzerey auf der welt were: Da doch die gantze Christliche kirche bekennet / daß in Christo sey / ἄλλο καὶ ἔλλο wie Nazianzen schreibet: in Epist. Δη ἐιπεὶν ἄλλομεν καὶ ἀλλο ἐξ ἐρ ἐν ὁ σώτηρ, ἔίπερμέν ταύτον τὸ ὄρατον καὶ ad Cledé τὸ ἄσρατον τὸ ἀιώνιον καὶ τὸ ὑποχρόνον ὅκ ἀλλος δὲ καὶ ἀλλος ταὶ γένοιτο, Oportet dicere aliud & aliud esse, ex quibus Servator constat, siquidem invisibile & visibile, aeternum & in tempore ortum idem non sunt: Non autem alius & alius Christus, absit. Ist num in Christus ἐλοκον ἀλλον, so kan ich auch ex natura conjugatorum (die niemals kein mensch der recht bey sinnen ist / verneinen kan) sagen / daß etwas von Christo per alléosin geredet werde / das ist / daß etwas so einer natur eigenschaft ist / der gantzen person / wann sie nach der andern natur genant wird / zugeleget wird: Als wan ich sage / Deus est passus, Passus est autem καγάλ. λο, non quatenus Deus, sed quatenus homo: Darumb ist es eine alleosis. Es hat sich auch der Vorneme vnd gelehrte Philosophus Scheckius Professor Academiae Tubingensis nicht geschewet. diese art zu reden / eine alleosin zu nennen (vngeachtet O. Luther vnd seine heutige adherenten denselben terminum so heftig anfeinden) in libello de una persona & duabus naturis in Christo nec non Responsione ad Anonym, da er pa. 22 ἀλλόιωσιν λογικὴν, & sophisticam also unterscheidet: ἀλλοίωσις λογική, inquit, praedicatorum est, quando idem aliquid uni per se inest & praedicatur, & de altero per accidens dicitur, respectu partis & totius, non partis unius respectu alterius partis, nam tales sunt παράλογοι ἄλλοιῶς ἐν. Vnd lehret daselbst daß dises / Deus est passus per ἀλλοιωστῳ logicè vnd wol geredet sey. Dises aber divinitas est passa sey ἀλλοίωσις sophistica. Eben also hat sich Zwinglius oft erkleret / vnnd weisens seine bucher oftmals auß 216 Die Zuölle Es ist auch Doct: Luther in re ipsa mit ihme eins gewesen / aber im streit hat nichts gut sein müssen. Vnd eben darumb ist vrs seine meinung / die er in fervore contentionis mit so vielen vngerei ubten gränden bestritten desto verdechtiger / sondern bleiben vielmehr bey der / die er auch selbst gehabt / vnd herlich gnug erkleret / wan er nur darbey verharret were. Vnd dises ist also die zwoͤlfte vrsach warumb wir mit ihme nicht eins sein können: Hetten auch deren noch mehr anzuziehen / wan wir seiner nachfölger vnnd der heutigen Schreibenten bücher vor die lib 7. In- hand nemen / vnd ihre absurditates vnd contradictiones exspestit. cap. 7 gen wolten / Dan es inen gewißlich gangen wie Lactant. von dergleichen leuthen schreibet: Dum contradicendi studio insaniunt, dum sua etiam falsa defendunt, dum aliorum vera sub vertunt, non tantum elapsa illis veritas est, quam ſe quærere simulabant, sed ipsi eam potissimum suo vitio perdiderunt. in dialog. Vnd sind sie eben des schlages wie Maxentius von den Nestorianen schreibet: Eorum mens non sanari sed vincere cupiens, a versa ab his quae dicuntur ad nihil aliud intenta est, nisi ut in In lib. de veniat, quod pro suis partibus eloquatur. Vnnd Augustinus: morib. Plures sunt in eis qui verum intelligere nequeunt, sed rursus Maniche. scio esse, quosdam qui quanquam bono ingenio, utcunque videant ista, mala tamen voluntate, qua ipsum quoque ingenium sunt amissuri, pertinaciter agunt, & quaerunt potius quid adverſus iſta dicatur, quod tardis & imbecillibus facile per suadeatur, quam vera esse consentiant. Wir lassen sie aber fahren vnd begehren von ihnen / daß ehe sie vns ferner widersprechen/ sie sich zuuor selbst in zweyen puncten vergleichen wollen: Erstlich woher sie meinen das eigentlich ihre vermeinte gegenwart des leibs Christi im brot erzwungen werden können: Ob es geschehen könne auß den worten Christi / oder auß der lehr von der Allenthalbenheit des leibes Christi. Dan Brentius Schmiedlein vnd sein anhang schreiben öffentlich von sich: Wer nicht glaubet daß Christus mit seinem wahren leibe wesentlich auf erden vnd bey dem brot sey / auch ehe die wort darüber gesprochen werden / der könne auß den worten der einsetzunge die wesentliche gegenwart Häuptursach. genwart nicht gnug beweisen. Ja wan ihnen die Ubiquitet solte ib. de M. benommen werden / wolten sie mit den Calumisten wegen der worjest. & in der einsetzung nicht einen augenblick mehr disputiren. Dann also sa= Respons. get Schmidelin: Neque ego palam prositeri erubesco, si ea est contr. humanae naturae proprietas, ut non nisi in uno aliquo loco Sperling esse possit, neque à divina natura ei ulla ratione communica- fol. 20 ri poſſit, qua & ipſa cum λόγω in pluribus aut omnibus locis esse queat, me de verbis coenae pro asserenda vera praesentia in collocorporis Christi ne ad momentum quidem pugnaturum? quio zu Vnd im namen der Wirtenbergischen Theologen: Ich wil euch zu Maulbrn fernerembericht nicht verhalten / welcher vnter denen / so der Außpurgischen confession verwandt furgibt / er gleube in dem Nachtmal die warhaftige gegenwart des leibs vnd bluts Christi / vnd doch 2 vnter di darneben die Vbiquitet / inmassen sie von vns vnd den vnsern von sein schin der Mayestedt des menschen Christi (a) gelehret wird / wieder= hat auch spricht / der muß gewiß ein zauberischer Päbstler sein / welche hal- Eutyches seinen ten/ daß sie mit dem sprechen der wort des Nachtmals/ den leil ſchwarm Christi vorhin abwesend / alßbald gegenwertig vom Himel herab verkauft. bringen/ oder aber muß im grund seines hertzens halten wie die wie auch Zwinglische/ Christus sey allein mitseiner Gottheit gegenwertig heut die sein leib aber sey nicht wesentlich / sondern durch den glauben gegenSchwêck wertig. Item: Verba coenae tantum sunt verba dispensationis felder. corporis Christi IAM ANTE ex alia causa in pane & vino In disput. sicut in alia quavis creatura praesentis. Welchem folget. OsianTubling.1 der in einer predigt Anno rc 77 getruckt/ der schreibet außtrücklich: Thæs.54 Wann man ihnen die Vbiquitet nicht nachgebe/ also daß der leib 55 & leqq Christi zuvor im brot sey ehe die wort daruber gesprochen werden & in scriso musse man vber nacht Zwinglisch werden/ vnd könne man denpto 2 con selben weiter nicht wiederstehen. Dardurch sie je bekennen / daß die tr. Heidel wort Christi auf ihre meinung nicht clar gnug / wan sie nicht die V=berg. sol. biquitet vorhersetzen. Wieder disen schwarm kan gar wol gebraucht werden was Augustinus schreibet contra Faustum lib. 20 cap. 13. Noster panis & calix non quilibet quasi propter Christum in spicis & sarmentis ligatum sicut illi desipiunt (Vnd die Ubiquitisten wol Die Zwölfte len / daß er in allem brot sey) sed certa consecratione mysticus In Tract sit nobis non nascitur. Vnd derer beyder Großvatter Brentius verb. Ir domo pa schreibet also: Qui concedere & fateri non vult corpus Christi tris mei. esse ubique, manifestè per hoc declarat, etsi multa verbis jacEt in Re- ter de vera praesentia Christi, quod tamen in intimo corde sit cognitio-Zyvinglianus. Et in Recognitione schreibet er eben also wie Schwiedlein redet. Item Hunius im Tractetlein / Notwendige pag. 40 verantwortung des Concordien buchs/ wieder Daniel Hofman schreibet also: Es hat die gantze zeit vber dises Sacramena Damit tirischen streits die erfahrung außgewiesen / daß welche sich zwar im verblumt Articul vom H. Abendmal zu vnsern kirchen bekant haben / denseler die vbiquitet: da ben aber vom grunde der personlichen vereinigung getreumet a/ vnd sieb wieder die Vbiquitet gesetzt / solehe lehrer wieder des Caldoch die alle Chri- uinischen Teufels anfechtung b/ in die lenge nicht habe schützen sliche kir-können c/ sondern sind entlich auch im articul vom Abendmal zu che dieper den Caluinisten getretten / wie solches (spricht er) durch gantzer sonliche Chur: vnd Furstenthumb abfal (si ita appellanda est sententiae vereint. in melius mutatio sive erroris agniti repudiatio) zubeweisen. gunage Das ist so viel gered: Weil wir vnsere vngereimbte meinung von glenbet eder wesentlichen gegenwart des leibs Christi im brot / auß den worbe sie von d Vbiquiten der einsetzung nicht gnugsamb beweisen / so mussen wir vnsert tet gewust zuflucht zu der Vbiquitet nemen / Nam absurda opinio non nisi novis absurdis defendi potest. hat. h Also muß Hunio die warheit Göttliches worts genennet werden / wan sie ihnen ins hertze scheinet / vnd sie in irem gewissen vberzeuget / daß die wort Christi / das ist mein leib / einen andern verstand haben als sie vorgeben. c Ratio, dan die warheit leuchtet jhnen zu starck vnter die augen / vnd sind die vbiqui tistische brillen nicht einem jeden gerecht. Vnnd noch deutlicher schreibt er in seinem libello de persona FranckChristi: Cum haec Christi in caena praesentia non fiat per furt, Anno 85 mi- quendam de coelo descensum (qualem Pontificii somniant) necesse est ut personaliter, seu juxta modum dextrae Dei prius hi, pag adsit, antequam sacramentaliter in cibum & potum se nobis 140. communilet. Da er dan seinem brauch nach ambiguis locutio. nibus den handel verwickelt / & à generali praesentia Christi, argumen Häuptursach. 219 gumentirt ad praesentiam corporis Christi in pane: Vnd wil daß der leib Christi zuvor in brot sein musse / ehe die wort darüber gesprochen werden. Hat auch solches mit einem sonderbaren nota a Was bene auf dem randt zeichnen lassen. Wie er dan noch deutlicher sa- helt hie get pa: 141. Fieri non potest (a) ut corpus Christi sine locali wol Huni us von d descensu sit in coena, nisi ante actionem cænæ juxta humani lmacht tatem personaliter & secundum modum dextrae Dei adsit. Gottes / Da er dan abermals das wort personaliter mißbraucht/ vnd die danen er praesentiam corporis Christi auf den von ihm erdichteten mo sonst so dum dextræ Dei (dauon anderswo gehandelt werden sol) grün= grosse det / vermöge welches Christi leib auch ante consecrationem im wort machet. brot ſein muſſe. Hiergegen legen sich andere allein auff die wort der einsetzung. vnnd wollen die lehre von der Vbiquitet zu dem handel im Abendmal nicht gezogen haben / darinnen sie einander öffentlich wiedersprechen. Also hat Lutherus endlich von der Vbiquitet zu disputi- im buch ren verbotten / wie oben erwiesen. Vnd Kemmitius schreibet: Fun- contr. cōdamentum praesentiae corporis Christi in coena Lutherus cil. Trimonuit non esse collocandum in disputatione de Vbiquita. dentin, te, sed in veritate verborum institutionis. Et Selneccer: Ne. In lib. de mo (quasi vero) hîc docet vel contendit de Vbiquitate, hoc coena Do est, quod corpus Christi sit ubique. Et iterum: Non est necesse minquemquam de Vbiquitate sollicitum esse, aut disputare, sed Ibidem. tantum hoc loco quaeritur de institutione & veritate Christi omnipotentis Dei (NB sed oportet Christum rectè intelligi In lib. de Et Heshusius: Extra oleas vagantur, qui rixas de Vbiquitate cæna. immiscent. Noch sollen das concordanten sein. Zum andern mögen sie sich vergleichen/ bey welcher Vbiquitet sie endlich bleiben wollen / ob sie nachmals eine generalem Vbi quitatem des leibs Christi in allen Beumen / laub / graß / vnd in summa in der gantzen welt statuiren (wie die Schwabischen) oder allein eine algemeine wesentliche gegenwart des leibs Christi in der Christlichen kirchen / quae est specialis Vbiquitas (wie die NiederSachsischen) oder aber eine specialissimam multipraesentiam allein im brot des Abendmals wie etzliche andere. Wan sie sich vber diſen Ee ij Tom.7. VVitch fol. 48. Die Zwölfte 210 disen beyden puncten ohne heuchley werden verglichen haben (welches in ewigkeit nicht geschehen wird / wie ihre schriften außweisen) so wollen wir alßdan mit ihnen weiter handlen: Vnter dessen bleibleiben wir bey der außlegung der wort Christi/ so wir oben in der andern vrsach angezogen: Vnnd halten dauor/ es wird vns kein aufrichtiges Christum vnd die warheit liebhabendes hertz/ welches obangezogene vrsachen recht erwieget / in einige wege verdencken konnen/ daß wir vns eines andern nicht vberreden lassen/ Dann gesetzt gleich daß hierunter noch einiger zweifel sein solte, (welchen wir doch in vnsern gewissen vor dem gericht Gottes nicht befinden) weil wir aber demnach auf vnserer meinung so viel schrift messige erhebliche gründ vnd motiuen vor vns haben/ dardurch Doct. Lutheri meinung vnd außlegung der wort Christi/ wo nicht (wie wir daruor halten) gar vmbgestossen/ doch zum wenigsten zweifelhaftig vnd vngewiß gemacht wird. So gilt itzo billich alhier das jenige / was Doctor Luther selbst von der winckelmeß schreibet: weil vngewiß / ob der leib Christi in der winckelmeß sey / sinthemal kein gebot Gottes daruon vorhanden. So sey Christi leib besser zu finden im Himmel/ da er mit seinem fleisch vnd blut sitzet zur rech„ten Gottes / als in der winckelmeß: Dan jenes sey gebotten / sey gewiß vnnd feilet nicht: Die winckelmeß aber sey nicht gebotten vnd ungewiß. Darumb heist es wie Augustinus spricht: Tene cer„ tum & relinquè incertum, Spiel du das gewissen vnd laß daß ungewiſſe fahren. Diser lehre Augustini folgen wir billich auch vn sagen / daß Christus einen wahren menschlichen leib habe / daß er mit demselben im Himmel sey / vnd daselbst mit gleubigen hertzen gewißlich genossen vnd ergriffen werde / Vnd zu dessen gedechtnus /siegel vnd pfand / daß brot alhier auf erden gegessen werden sol / das ist vns gebotten / ist gewis vnd feilet nicht / daß er aber mit seinem leib alhier auf erden / vnd darzu wieder die eigenschaft eines wahren leibes im brot verborgen sein / vnd mit dem leiblichen mund/ jedoch nicht leiblicher weise gegessen werden sol / ist vns nicht gebotten. Dann obwol D. Luther die wort Christi / Nemet / esset das ist mein leib / darauf zeucht / Häuptursach. 221 zeucht / vnd also außleget / so ist doch oben erwiesen / daß solche wort einen andern schriftmessigen verstand haben / auch auß vilen grunden vnd vrsachen / also vnd nicht wie Lutherus wil / verstanden werden mussen. So sagen wir billich mit Augustino: Tene certum & relinque incertum: Spiel du des gewissen vnd laß das vngewisse fahren/ Halt dich an den wahren leib Christi/ wie er vor dich in todt gegeben / wieder aufgestanden / vnd itzo im Himmel ist / vnnd eigene dir jhn zu / als dessen gliedmaß du bist / brauch zu dessen gedechtnus vnd vergewisserung die von ihm eingesatzte zeichen des brots vnd weins / vnd zweifele nicht / daß Christus dardurch nicht zwar in deinem mund/ aber doch gewiß in dein hertz komme/ das hat Christus dir zugesagt vnd verheischen / vnd also wird er dir nutz zur seeligkeit. Das ander aber / ob er im brot verborgen sey / vnnd in deinem mund kömme / ist vngewiß / dann er hat es niemand versprochen / der verstand / der seinen worten angetichtet wird / ist vngewiß / vnd stimmet mit keinen andern sprüch der schrift vberein/ es ist dir auch Christus also zur seeligkeit nicht nütze: Darumb (wie Lutherus an obberurten ort bald darauf saget) soltu deinen glauben nicht daran wagen / biß du siehest daß es die Lutherischen gewiß machen: In des ec bist vnd bleibest du sicher / dan der glaub sol seiner sachen gewiß sein vnd einen gewissen grund haben/ daran man nicht zweifeln muß noch sol: Vnnd sagt Lutherus ferner am selben ort gar recht / daß sich eine meinung durch blosses schwetzen beiahren/ vnd durch die ee grosse worte kirche kirche / brauch brauch / nicht gewiß machen lasse: Darumb wir vns auch an der Lutherischen heutiges geschrey wenig keren / vnd das vrtheil einen jeden Christlichen vnpartheyschen leser anheimb stellen. Augustinus contra Faustum lib. 33. cap. 8. Tom. 6. Qui haec non litigose sed placidè ac fideliter quaerunt, accedant ad Iesum non carne sed corde, non corporis praesentiâ sed fidei potentâ.