Häuptursach.ses ist wahr / vnd sind wir es mit ihnen einig / daß das objectum vn-serer gemeinschaft mit Christo im Abendmal sey nicht sein Geistsondern sein leib der fur vns gegeben ist / der wird vns durch das eusserliche sichtbare zeichen vorgestellet/ nicht anders/ als ob wir ihrvor vns sehen: Dahin müssen wir vnser hertz/ muth vnd sinn rich-ten / vnd darnach trachten / daß wir gliedmassen werden dises lei-bes / demselben eingepflantzet / als Reben einem weinstock. Wirmüssen wissen / daß Christus vnser bruder worden ist nach demfleisch / daß er vnser Erlöser vnd Seligmacher sey / der mit disem seinem leib / welcher fur vns in thodt gegeben / vns gnade bey Gott /vergebung der sunden/ leben vnd seligkeit erworben hat.Ist also das objectum circa quod, welches wir im Abendmaldes Herrn eigentlich respectiren / anschawen vnd ergreiffen müssensein leib: Dahin er vns auch weiset. Aber das mittel solches seinerleibes theilhaftig zu werden/ vnd zu disem obiecto zugelangen/ istin disem leben kein anders / als der glaube / welcher durch den heili-gen Geist in vnseren hertzen angezündet / vnd dardurch wir zu Chri-sto geleitet werden. Diser glaube aber wird erwecket / gestercket vndvermehret durchs wort vnd durch die Sacramenta/ durch welcheder heilige Geist kreftig ist / vnd durch welche Christus sich vns er-giebet / nicht eusserlich in dem mund oder die ohren / sondern inner-lich im gemuth des menschen. Ob wol das gemuth des menschendurch das eusserliche gehör / vnd den eusserlichen gebrauch der Sa-cramenten excitiret vnd aufgemuntert / auch vergewissert wird / daßes die innerliche gaben desto besser ergreift / nemblich nicht alleinden Geist Christi (welche doch je allewege da sein muß) sondern vor-nemblich seinen wahren leib/ so weit er vns zur seligkeit nütze ist.Welches aber die grobe vnd jrdische vernunft nicht fassen kan / dansie dencket / wann vnsere leibe den leib Christi nicht selbst wesentlichberüren / so sey es nichts. Da sie doch wissen solte / quod hic cibusnon sit ventris sed mentis, daß es sey eine speise des gemüts vndnicht des bauchs / wie auch die auf hores Syngrammatis Suevicirecht sagen / Quod edimus ventrem, mentem quod credimusintrat. Geniessen wir also im Abendmal nicht des Geistes / sonderndes leibes Christi / vermittelst vnd durch wirckung des heiligen Geis-tes /
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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163
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