Häuptursach.Sage mir die zeichen / so von dem Priester Gott dem Herrn im A-bendmai vorgetragen werden (nemblich brot vnnd wein) wes din-ges zeichen sie sind? Er. Des leibs vnd bluts Christi. Orth. Seinsie eines wahren oder nicht wahren leibs zeichen? Eran. Eines wah-ren. Orth. Gar recht / dan ein bild muß einen Archetypum oderOriginal haben / wie auch die Mähler der natur nachfolgen / vndmahlenbilder von denen dingen die gesehen werden. Bran. Es istwahr. Orth: Weil dann nun die Göttliche geheimnisse (das ist dieeusserliche Sacramenta) exemplaria / abbildungen vnd contrafei-ten des wahren leibes sind / so folget darauß / daß des Herrn Chri-sti leib auch nachmals ein leib sey / nicht aber / daß er in Göttlichenatur verwandelt sey / ob er wol voller Göttlicher gnaden. Vanddises fasset er kurtz zusamen im ende der Dialogor: da er also saget:Wann das fleisch Christi vergottet ist / warumb nemen wir die zei-chen des leibs vnd bluts? Dann ein gleichnis ist vergebens/ wanndie warheit aufgehöret hat.Siehe lieber leser / also haben die alten Kirchenlehrer auß der na-tur vnd eigenschaft der Sacrament die warheit des leibes Christierwiesen / weil sie wol gewust / daß die Sacramenta zu dem endeeingesatzt / daß sie vns das jenige was sonst von Christo in Gotteswort gelehret wird / vorbilden / confirmiren vnd bestettigen sollen.Wann aber nun zur selben zeit Doct: Luthers meinung von der we-sentlichen gegenwart des leibs Christi im brot / doch one raum vndvnentpfindlich in der kirchen Christi were gehalten worden: Wiewurden wol dise alte lehrer gegen die Marcioniten vnd andere be-standen sein? Hetten nicht die Marcioniten mit allem fueg wider di-ses argument excipiren können. Was? (wurden sie gesagt haben)wollet jr die warheit des leibes Christi auß dem Abendmal des Her-ren erweisen: Bekennet jhr doch selbst / das sein leib in dem brot we-sentlich hier auf erden/ vnnd zugleich auch im Himmel sey/ vandzwar also / daß er weder raum gebe noch neme / auch nicht gesehennoch gefühlet werde? Ihr bekennet ja selbst / daß er mit dem leibli-chen munde gessen werde / doch vnentpfindlicher weise. Hat es nurmit dem leibe Christi die gelegenheit / daß er an einem ort one ran uvns chbar vnd vnentpfindlich/ ja allenthalben im Himmel vnd auferden /
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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