Häuptursachud & aliud. Also hat es auch die alte Christliche kirche in ihren liturgiis, so bey dem Bertramo zu lesen / gebraucht/ da also gebetenwird / Vt perficiant Sacramenta quod continent, ut quodSPECIE gerimus & IMAGINE contingimus SACRA-MENTI, etiam IPSA RERVM VERITATE accipiamus.Wann man aber durch das wort Sacrament / zugleich rem Sa-cramenti, das bezeichnete guth / das ist / den leib Christi verstehet /so sagen wir ferner / daß die Geistliche niessung darzu so nötig / alsdie hand nötig sey zu empfahung dessen / was anderer gestalt nicht /als mit der hand genommen werden sol. Dann wie oben gemelt / sokan die niessung vnd der gebrauch eines dinges / von desselben sub-stantz vnd wesen also nicht gesondert werden / daß man meinen wol-te / man könne der substantz vnnd wesen eines jeden dinges anderergestalt theilhaftig werden / als die art vnd weise dasselbe zugeniessenmit sich bringet. Darumb wann ein mensch das heilige Abendmavnwirdiglich brauchet / so empfehet er zwar die eusserliche zeichenwelche eigentlich Sacramenta / das ist / geheimnis genant werden.Er empfehet sie / sagen wir / weil er die hand vnd daß instrumenthat / sie zu empfahen / das ist den leiblichen mund. Es sein vnd blei-ben auch dieselben / auch so viel seine eigene person betrift / Sacra-menta / das ist / sie sind heilige zeichen / sie weisen jhn in disem seinemeusserlichem gebrauch auf den leib Christi / bieten ihm denselben an /daß er dessen Geistlicher weise auch theilhaftig werden solte / be-kömbt also das / das eigentlich ein Sacrament genent wird / vnndwird durch dasselbe auf das bezeichnete guth warhaftig gewiesen /daß er dasselbe im glauben ergreiffen solte / daß also die Sacramen-ta auch bei denen / die sie vnwirdiglich brauchen / ihr ambt darzu sievon Gott geheiliget sind / so viel an ihnen / warhaftig verrichten:Weil aber der vngleubige mensch den innerlichen schatz vnd das be-zeichnete guth / darauf er durch das eusserliche zeichen gewiesenwird / mit dem rechten instrument / das ist / den glauben / nicht an-nimbt/ so mißbraucht er des Sacraments/ vnd versündiget sichdardurch nicht allein an dem eusserlichen zeichen/ deren andeutungvnd kraft / er an sich zu nichte machet / sondern auch an dem bezeich-netem guth / das ist / an dem leib Christi / weil er jhn mit seinem vn-glauben
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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105
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