Häuptursach.Sie sagen es sey dem Herrn Christo ein rechter ernst gewesen / inseinem letzten Abendmal / darumb müsse man keine figur zulassen.Aber wo stehets geschrieben / das es einem nicht ernst sey / wan einerfigurliche reden braucht. Es muß gewißlich dem Herrn Christowenig ernst gewesen sein / im gantzen Euangelio / da er mehrertheilsfigurliche reden braucht. Als da er sagt / Jch bin die thür / der weg /ꝛc. vnd was dergleichen mehr iſt. Oder war es ihm nicht ernſt amstamme des Creutzes / da er seine Mutter dem Jünger befahl / vndsagte / Weib siehe / das ist dein sohn / Vnd zum Jünger / siehe dasist deine mutter / muß das wörtlein JST / alda auch wesentlichverstanden werden / oder ist es Christo kein ernst gewesen? Wir kön-nen aber / was von figurlichen reden zu halten / vnd wie einen star-cken nachtruck sie haben / viel besser lernen auß dem alten lehrer An-gustino / der von solchen reden also schreibet: Fgurata plus mo-Epist. 115vent & accendunt amorem, quàm si nuda & sine ullis sacra-mentorum similitudinibus proponerentur, cuius rei causamdifficile est dicere: Sed tamen ita se habet, ut aliquid per allegoricam significationem intimatum, plus moveat, plus delectet, plus honoretur quàm si verbis propriis diceretur a-ptissimè. Credo quod ipse animae motus quàm diu rebus adhuc terrenis implicatur, pigrius inflammatur: Si vero fera-tur ad similitudines corporales, & inde feratur ad spiritualia,quae illis similitudinibus figurantur, ipso quasi transitu vege-tatur & tanquam in facula ignis accenditur & ardentiore di-lectione rapitur ad requiem in quietem. Siehe also schreibetde figuratis locutionibus Augustin. Welches vns vielmehr gilt /vnnd der warheit viel ehnlicher ist / als was vnser gegentheil mitgrossem vnbedacht auff die figurliche reden bey dem gemeinen vn-uerstendigen man debacchirt vnd plaudert. Dan was figurlich ge-redt wird / ist darumb nicht falsch geredt / sondern stehet beydes garwol beisammen / daß die rede zwar figurlich/ aber das jenige/ wasdardurch angezeigt wird / wahr sey vnd bleibe.Sie legen sich vnter andern auch darauf: es können dise wortdarumb keinen andern verstand leiden / weil sie von allen dreyen E-uangelisten / wie auch von S. Paulo so einmütig vnd gleichförmigaufgezei-D "
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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