Häuptursach.die welt / so heißt es so viel / als die welt / wan sie einem acker verglie-chen wird / ist die welt: oder die gleichnis kuhe ist ein guth jahr / dassol jnen so viel heissen / ein guth jahr / wan es einer kuhe vergliechenwird / ist ein guth jahr. Wer siehet aber nicht daß dises vnrecht vndverkehrt geredt sey? Dann die wort / der acker ist die welt / bringeneigentlich dises mit sich: der acker der in seinen natürlichen qualitetenmit worten vorgestellet / vnd vor sich als ein naturlicher acker con-siderirt wird / ist ein vorbild der welt / Darumb wird auch von derwelt als einem acker geredet.Vnd geschicht solchs nicht allein in denen gleichnissen / die alleinin worten bestehen / als da allein in genere, nicht aber de certo ali-quo individuo geredet wird / sondern auch wann einem ein gewißindividuum vorgestellet / vnd gegen einem andern gehalten wird:Als wan man sagt / Johannes ist Elias / da darf man keinen gleich-nis Elias dichten / vielweniger kan gesagt werden / Johannes seywesentlich der gleichnis Elias / sondern man considerirt den rechtenEliam vnd seine thaten / tanquam terminum à quo vor sich / vndhelt sie gegen Johannem: Da befindet sich das einer dem andernkan vergliechen werden / vnd ist also Johannes Elias / weil er den-selben repräsentirt / vnd seine stelle vertrit. Wird also das wörtleinJST / gleichnis weise recht vnd wol gebraucht / ob es gleich nichteben wesentlich verstanden / oder auch nach ihrer phantasen außge-legt wird.Insonderheit ist wol zu mercken vnd in acht zu nemen / das sie bey Witteb.in Prom.dem exempel Sara und Agar / welches nach dem spruch Pauli / dieExam.zwey Testament seyn / daß ist / einfeltig dauon zu reden / die zweypag. 93. &Testament bedeuten / also erkleren / daß nicht Sara vnnd Isaacseqqals Sara vnd Jsaac/ auch nicht Agar vnd Ismael/ als Agar vndIsmael die zwey Testament sind / sondern dazumahl erst (sprechensie) seyn sie es / wann alle angeregte stück in ein Geistlich gleichnusgezogen worden / vnd weren also Sara vnd AgarDam wir dises totidem verbis eben auf vnser propositum mitgutem fueg appliciren können / wann wir sagen / daß nicht das brotals brot / auch nicht der wein als wein / der leib vnd das blut Christiseyn / sondern dazumahl erst seyn sie es / wann sie in ein Geistlichgeheimnis
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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21
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