Die ErsteVors dritte / muß auch dises hiebei bedacht werden / wan Pan-lus sagt: Gott war in Christo / daß er mit denselben worten ei-gentlich nicht rede von der persönlichen vereinigung der Göttlichennatur mit der menschlichen / Er verstehet auch vnter dem wortGOTT/ nicht nur die andere person der Gottheit/ nemblich densohn Gottes / sondern die gantze heilige Dreifaltigkeit / welche daswerck der versohnung vormittelst der person Christi in gesambt verrichtet/ Dann es ist die welt nicht nur mit einer person / sondern mitder gantzen heiligen Dreifaltigkeit versöhnet worden / welche auchso weit in Christo gewesen / also daß eine jede person bey solchemwerck das ihre gethan / Darumb kan auß disem spruch zu erklerungder personlichen vereinigung / vnd der proposition / so darzu gehö-rig / nichts genommen werden.Ja es ist auch zum vierten dise art zu redē: Gott ist in Christo /an sich selbst zu gering vnd zu schlecht darzu / daß sie die andere pro-position / Christus ist Gott / erkleren vnd außlegen solte. Danneinander ding ist es / etwas sein / ein anders ist es / etwas in einemsein / Als zum exempel / Es ist Gott in allen gleubigen / also daß mitwarheit gesagt werden kan / Gott ist in Petro / in Paulo / in Daui-de / rc. Aber darumb kan ich nicht sagen: Paulus ist Gott / Petrus istGott / Dauid ist Gott / darauß man sihet / daß vnter disen proposi-tionen / Christus ist Gott / vnd Gott ist in Christo / ein gros-ser vnterscheid sey. Also daß wan man nicht zuuor auß andern örtender schrift gnugsamb erwiesen / wie eine oder die ander zuuerstehen /man von einer auf die ander nicht schliessen kan / vielweniger kan ei-ne phrasis durch die andern erkleret werden / wann man nicht zuuorden rechten grundt auß andern örten der schrift gelegt hat. Daranes aber vnserm gegentheil in disem fall mangelt/ darumb sie auchvon einem auf das ander nicht schliessen können. Sie führen fernereyn das exempel der Tauben / in welcher gestalt der heilige Geist er-schienen / da sprechen sie / Gleich wie man sagen kan / auf die Tau-be zeigende/ das ist der heilige Geist/ da es doch die meinung hatder heilige Geist ist in der Taube/ Also meinen sie / wan Chri-ſtus
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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