Häuptvrsach.stus spricht / das ist mein leib / habe er sagen wollen / in dem istmein leib. Aber dises ist abermals eine vngereimbte folge. Danndaß in disem fall die beyden propositiones vber ein stimmen vnndgleiche meinung haben / das geschicht nicht darumb / daß die wort /das ist der heilige Geist/ disen verstand in buchstaben mit sichbrechten / daß es so vil heisse als / in dem ist der heilige Geist /sondern weil in der schrift außtrücklich darneben gesatzt ist / daß derheilige Geist in gestalt einer Tauben erschienen sey / Dann wannman dises zuvor gewiß hatt / so kan man darnach woll auf die Tau-ben zeigen vnd sagen/ das ist der heilige Geist/ welches nichteigentlich die meinung hat / als wan ich sagte / In der Taube istder heilige Geist / sondern es hat einen grössern vnd mehrernnachtruck. Welches dahero erscheinet / Daß ob gleich der heiligeGeist auch ist in Petro/ Paulo vnd allen heiligen/ dennoch nichtgesagt werden kan / daß sie der heilige Geist seyn / Dann ein andersist es / etwas sein / ein anders / in etwas sein. Aber wie kan dises vf vn-sern streit gezogen werden. Es stehet nirgend in der schrift / daß derleib Christi wesentlich im brot sey / oder in der gestalt des brots er-schienen sey. Darumb wann Christus sagt/ aufs brot zeigenderDas ist mein leib / So folget nicht stracks / daß mans also ver-stehen muß / in dem ist mein leib / Dann es seind gar vnterschie-dene reden / wie bißhero erwiesen. Darumb wan man nicht sonstgrund von andern orten der schrifft hat / so lest sichs von einer redeauf die andern nicht schliessen. Dann die wort / das ist mein leib /können doch wahr sein vnd bleiben / ob sie gleich nicht also /wie vnser gegentheil wil / verstan-den werden.Die
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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