Häupt vrsach.ich nemblich anzeige / wer die person sey / die man vor sich hat. Nunbekennet aber Lutherus vnnd alle seine Nachfölger / daß die wort-das ist mein leib / keine propositio identica sey: Darauß dannfolget / daß sie gantz vngeschickt von einer art zu reden auf die ande-re / quae toto genere diversa est, folgern vnd schliessen.Vors ander / wann man gleich die proposition / das ist Gott /nicht pro mere identica wolte passieren lassen / weil man nemb-lich auf einen menschen weiset / vnd dannoch saget / das er Gott sey /So können wir zwar mit ihnen leicht eins sein / sagen aber alßdanferner: Daß wan von Christo gesagt wird / das ist Gott / so wer-de so vil gesagt/ dise person/ welche man vor sich siehet als einenwaren naturlichen menschen/ ist nicht allein mensch/ sondern auchwahrer Gott: Dann eine solche meinung hat dise proposition / vndkeine andere. Aber woher kombt es / daß man dise proposition alsoverstehet? Gewißlich nicht auß der eigenschafft vnnd naturlichenbuchstablichen verstande der wort an sich selbst / sondern daß dieserverstand an andern örten der schrift gnugsam offenbahrt vnd erkle-ret worden ist. Dann sonst würde keiner auß den blossen worten /das ist Gott / den verstand nemen / daß dise person zugleich wah-rer Gott vnd wahrer mensch were. Weil aber durch die schrift di-ses gnugsam erörtert ist / so kan man / wan gleich Paulus nicht auß-trücklich also geredet hette / dennoch wol sagen / Got ist in Christo /Weil man nemblich auß andern örten der schrift weiß/ was es mitder proposition/ Christus ist Gott/ vor eine meinung habe.Aber was wollen sie hierauß schliessen auf die wort Christi? Dasist mein leib. An sich selbst vnd im buchstaben bringen sie dises not-wendig nicht mit sich/ daß es so viel heissen soll/ als: In dem istmein leib. So ist auch an keinem ort in der schrift zubesinden / daßder leib Christi im brot sein solte: Woher wollen sie dann den wor-ten Christi disen verstand andichten / als hette er sagen wollen: INdem ist mein leib / da doch die wort Christi gar wol eine andereschriftmeſsige meinung haben koͤnnen.VortA ij
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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