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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
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344 Lllndwirtschllftslehrei I. Schneider.

betreffenden Wirte bildet sie allerdings eine nicht unwesentliche Ein-nahmequelle.

Die Schafhaltung, die in früheren Zeiten in den mittleren undgrößeren bäuerlichen Betrieben fast allgemein üblich war, ist in denletzten zwanzig Jahren wesentlich eingeschränkt worden; sie findet sichjetzt nur noch in einigen Gegenden, namentlich in solchen mit geringerenBodenverhältnissen und hauptsächlich bloß in den größeren dieserWirtschaftsbetriebe.

Schweinehaltung findet fast in allen, felbst den kleinsten Betriebenstatt, jedoch beschränkt sie sich zumeist auf den Ankauf und das Mästender zum eigenen Gebrauch erforderlichen Schweine; Schweinezucht wirddagegen nur in einigen Gegenden der Provinz und zumeist in dengrößeren bäuerlichen Wirtschaften betrieben; sie tritt verhältnismäßig ammeisten in den nördlichen und mittleren Teilen der Provinz hervor.

Ziegen werden in allen Gegenden, aber hauptsächlich nur in denganz kleinen bäuerlichen Betrieben, sowie von den Arbeiterfamiliengehalten.

Geflügelhaltung ist fast in allen bäuerlichen Betrieben üblich, erstrecktsich indessen zumeist uur auf Hühnerzucht; in den größeren Wirtschaftenfindet vielfach aber auch Tauben«, Enten« und Gänsezucht statt.

Der Anbau von Handelsgewächsen erfreut sich seitens der bäuerlichenWirte in einigen Teilen der Provinz ziemlich umfangreicher Pflege. Diestrifft namentlich bezüglich des Tabaks zu, der in einzelnen Bezirken,hauptsächlich in der Uckermark in der Nähe von Pasewalk und Vierraden,sowie in einigen Distrikten des Oberbarnimer Kreises, in recht bedeutendenQuantitäten kultiviert wird. An seinem Anbau beteiligen sich in denbetreffenden Gegenden sowohl die großen wie kleinen und kleinsten bäuer-lichen Netriebe, für die alle er eine wesentliche Einnahmequelle bildet,ebenso wie für die zahlreichen daran beteiligten Arbeiterfamilien,

Weinbau wird seitens der Kleingrundbesitzer in einigen Teilen derNiederlausitz, wie besonders bei Guben und Senftcnberg, an den Ufer-Höhen der Oder bei Croffen und in der Nähe von Züllichau, fowie inder Umgegend von Werder an der Havel kultiviert; in den erstgenanntenGegenden findet der Weinbau hauptsächlich zum Zwecke des Kelterns, inder Umgegend von Werder zum Zwecke des Traubenverkaufes statt.

Hanf und Hopfen werden in hiesiger Provinz nur vereinzelt undin ganz geringen Flächen angebaut.

Dagegen hat die Kultur der Zuckerrüben in den bäuerlichen Be-trieben ebenfo wie auf den großen Gütern der Provinz, namentlich