XIV.
Der Personalkredit der ländlichen Meingrund-oefitzer in der Provinz Sachsen.
Von
Dr. Z. Kchutte in KaNe a. S.
1. Einleitung und allgemeine Bemerkungen.
Bei der gegenwärtig ungünstigen Lage der Landwirtschaft laufendie Forderungen der verschiedenen Parteien in dem einen Punkte zu«sammen, daß dem Grundbesitz ein leicht erreichbares und billiges Geld-kapital zur Verfügung gestellt werden müsse. In dieser Forderungkulminiert gegenwärtig die landwirtschaftliche Bewegung. Bei dem Um-fange, den die Verfchuldung des landwirtschaftlichen Grundbesitzes an-genommen hat, und der Fortdauer der niedrigen Preise für Getreide,kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Kreditfrage mit in denVordergrund der Erörterungen treten muß. Die zunehmende Intensitätder Landwirtschaft erfordert für den rationellen Betrieb der Wirtschafteinen immer höheren Aufwand an Betriebskapital. Ein Mangel anletzterem ist nicht nur die häufige Veranlassung zu einer unzweckmäßigenEinrichtung des Betriebes, sondern hat auch nicht selten direkte Verlustezur Folge. Es ist z. B. bekannt, daß in zehn Jahren neun mal dieGetreidepreise in den Monaten August, September, Oktober am wohlfeilstenund in den drei Monaten vor der Ernte am teuersten sind. Landwirteohne Betriebskapital sind gezwungen, ihre Früchte zu einer Zeit auf den
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