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Einleitung zu dem Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit Karl Lachmann
Entstehung
Seite
LXXVII
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Einleitung. LXXVII

gefäß, das kein maß hält, und alle dinge zu sehr durch einander wirft undgewaltsam zum ziel treiben will" (S. 710). Ein schwerer Fehlgriff aber wares, wenn Herman Grimm zu diesem herrlich wahren und gerechten Urteil ge-hässig hinzusetzte:Sie hatte leider recht. Lachmann wollte uns von Berlinfernhalten."

Unser Briefwechsel bezeugt, mit welch freudigem Eifer und mit welcherliebevollen Hifsbereitschaft Lachmann vielmehr bemüht war, Jacob Grimm denersten Rekognoszierungsaufenthalt im künftigen Wohnort so bequem als mög-lich zu machen (s. die Briefe vom 16. 20. 26. November 1840, S. 717 f. 906 f.).Und noch sicherer schwindet jeder Zweifel, wenn man liest, wie er bei derallerersten noch vertraulichen Nachricht, die ihmGrund gibt zu glauben, daßGrimms hierherkommen werden", den ihm am nächsten stehenden FreundMoriz Haupt sofort eingeweiht hatte.Wollen Sie darauf ein Glas Wein trinken,so thun Sies allein und stoßen mit sich selbst an. Ich thu es heute Mittagebenso, weil ich erst seit gestern Abend mehr weiß als in den Zeitungensteht" (an Haupt 12. November 1840, Vahlen S. 66 f.). Als die Berufung end-lich gelungen war und die Brüder in die Hauptstadt Preußens übersiedelten,richtet er an Wilhelm Grimms Frau, das von ihm besonders herzlich verehrte'Dortchen', einen Beruhigungs- und Ermutigungsbrief voll zartester Fürsorge,um der Kleinstädterin die Schwere des Umzugs und des Eintritts in die un-gewohnten und gefürchteten Berliner Verhältnisse weniger empfindlich zumachen (19. Januar 1841, S. 907 f.). Die Angekommenen begrüßt er dann mitdem wertvollsten Geschenk, das er bieten konnte, mit der Widmung derzweiten verbesserten Ausgabe seiner Nibelungen:Den Brüdern Jacob undWilhelm Grimm zum freundlichen Willkommen. Berlin den XIX. Merz 1841."