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Einleitung zu dem Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit Karl Lachmann
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Einleitung. LI

Ablauts zwei Vollstufen mit Veränderung der Qualität des normalenVokals e zu o (Ablaut im engern Sinne oder Abtönung); ferner drei Ver-änderungen der Vokalquantität (Abstufung) und zwar eine Stufe derDehnung des Vokals e zu e, o zu ö, zwei Stufen der Schwächungnämlich der Reduktion zum Murmellaut a und des Schwundes. Indemselben Wortstamm können wir aber niemals mehr alle fünf Stufen odersechs Lautvarianten aus dem erhaltenen Sprachmaterial erschließen.

Dies Ergebnis der sprachvergleichenden Forschungen über den indo-germanischen Ablaut und über sein Fortleben in den Einzelsprachen, dieJacob Grimms große Entdeckung durch strenge, lautphysiologisch gestütztegeschichtliche Betrachtung nicht, wie er fürchtete, in allzu dünne, leben-hemmende Luft ablenkten, vielmehr sie erst zu voller Einsicht in die lebendigeTriebkraft der Sprachentwicklung steigerten, ist für das Germanische in denDeutschen Grammatiken von Wilhelm Wilmanns (Bd. 1, 1893, 3 ign)und von Hermann Paul (Bd. 1, 1916) zusammengefaßt, wesentlich überein-stimmend, und auch die Darstellungen des Urgermanischen von Kluge,Noreen,Hirt, Streitberg bieten trotz manchen Meinungsverschiedenheitenim Ganzen ein Bild des Ablauts von gleicher Zeichnung und Farbe, dasziemlich ebenso auch in der ausgezeichneten altindischen Grammatik JacobWackernagels, in den Griechischen Grammatiken von Gustav Meyer,Brugmann, Thumb, in den lateinischen Grammatiken von FriedrichStolz und Ferdinand Sommer (2 1914) erscheint.

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