Nr. VIII.Aus dem Mairieberichte an den Unterpräf ekten 1812 Jan. 11 (ebd.).
1. Eysenhämmer. Ein Eisenhammer im eigentlichen Sinne existiert hier nicht.Derjenige mit diesem Nahmen benannte und H. Gebrüder Friederich und Carl Voigtzugehörige Hammer ist vielmehr ein Reckhammer, durch welchem jahrlich 8—12000Pfund Eisen- und Stahlwaren fabricirt werden, deren jährlicher approximativerWerth für die verfertigte Fabrikaten 3—4000 Rthlr. betragen mag.
2. Rauch- und Schnupftabacksfabricken. Die hiesige Tabacksfabricken waren sehrbeträglich und hatten einen Umschlag, der, wenn er nicht den Werth von 200000 Fr.überstiege, diesem doch sehr nahe käme. Holländischen Karotten und virginischenBlätter sind jetzt per 100 Pfund werth 200 Fr., virginische Stengel 100 Fr. ... ,oberländische Karotten 50—60 Fr. ... , feine Mailänder Tabacken 200—250 Fr. ... ,Portorico-Kollen und Havana-Canaßers; ersteren sind zu 6 und letzteren bis zu denbenormen (!) Preiß von 9 Fr. p. Pfund gestiegen, welche Artickel die Haupt-materialien der Tabacksfabricken waren.
3. Seifensiederey. Auch die beiden Seifensiedereyen waren sonst beträglicherund lieferten mindestens 1000—1500 t jährlich, gegenwärtig aber, wo das ganzeClevische, ein großer Theil des Köllnischen und das ganze Münsterland uns abgeschnittenist, kann der Verkehr darinn auf kaum V 3 berechnet werden. 1 t Seife kostet jetzt30 Rthlr., 1 Ahm Rüböhl 50, der Ahm Leinöhl 56 und der Ahm Hanföhl 60—63 ....
6. Irdenes Geschirr. Dieses wird meistens aus dem Oberlande zugeführt,daher dessen Fertigung dahier ganz unbedeutend ist. Das Hauptmaterial dazu istLeimen, welcher p. Schubkarre 3 ä 4 Stbr. kostet.
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