Mannschaften in verschiedenen Vereinslokalen festlich bewirtet. Den Offizieren gabdie Stadt im Kasino ein Festmahl, bei welchem dem Offizierkorps zu dem bereitsfrüher seitens der Stadt geschenkten Schellenbaum und 10 Fanfarentrompeten mitBehängen ein prachtvoller Tafelaufsatz als erstes Prunkstück für die Offizier-Speiseanstalt durch Herrn Oberbürgermeister v. Bock überreicht wurde.
Die Hoffnung und Erwartung, welche damals beim Einzüge in allen Redenausgesprochen wurde und wohl eines Jeden tiefinnerster Wunsch war, es möge sichdas Verhältnis zwischen Bürgerschaft und Garnison zu einem immer engeren, durchnichts getrübten gestalten, ist nach jeder Richtung in Erfüllung gegangen. Die bald9 Jahre der Anwesenheit des Regiments in unserer Stadt haben dies nach jederRichtung gezeigt.
Das für die neue Garnison erforderliche Lazarett konnte aus verschiedenenGründen nicht gleichzeitig mit den Kasernen errichtet werden. Sein Bau auf derDimbeck wurde im Mai 1900 begonnen, und am 1. Oktober 1902 konnte das mitallen Mitteln der Neuzeit aufs beste ausgestattete Krankenheim in Benutzunggenommen werden. Bis zu seiner Herstellung wurden die Kranken des Regimentsim evangelischen bezw. katholischen Krankenhause untergebracht.
In der Zeit seiner Garnisonierung in Mülheim hat das Regiment dreimal seinenKommandeur gewechselt. Schon zwei Monate nach dem Einzüge erhielt seinerster Kommandeur Oberst v. Winning den erbetenen Abschied, und trat an dessenStelle Oberst Regenauer. Ihm folgte, als er am 18. Oktober 1902 mit der Führungder 2. Infanterie-Brigade Allerhöchst beauftragt wurde, Oberst Wettich und diesem,der am 13. Dezember 1906 unter Stellung zur Disposition zum Kommando desTruppenübungsplatzes Munster kommandiert wurde, als neuer Kommandeur OberstJung, welcher noch jetzt an der Spitze des Regiments steht.
Zum Schlüsse seien noch einige Daten aus der jungen Geschichte desRegiments, die wohl von allgemeinem Interesse sind, angeführt. Das Regiment hatbisher an zwei Kaisermanövern teilgenommen und zweimal vor seinem AllerhöchstenKriegsherrn in Parade gestanden, einmal schon vor seiner Verlegung nach Mülheim,im Herbst 1898 bei Minden, und zum zweiten Male im Herbst 1907 bei Münster.Am 27. Januar 1902, gelegentlich des Geburtstages unseres erhabenen Kaisers, erhieltdas Regiment gleichzeitig mit vielen anderen Truppenteilen der Armee die nochjetzt bestehende Benennung „8. Lothringisches Infanterie-Regiment No. 159".Die Befürchtung, daß die Bezeichnung ein Beweis dafür sei, daß das Regiment seinenStandort wohl bald werde verlassen müssen, um in die Reichslande zu ziehen, wohines seinem Namen nach gehöre, ist bisher eine unnötige gewesen. Im Mai desselbenJahres wohnte der Armee-Inspekteur S. Exzellenz Generalfeldmarschall Graf vonWaldersee mit dem kommandierenden Herrn General, General der KavallerieFrhrn. v. Bissing, der Besichtigung der beiden Bataillone des Regiments bei. Beidem im Anschluß an die Besichtigung im Offizierkasino stattfindenden Mittagstischtrugen die vereinigten Männer-Gesangvereine Mülheims zu Ehren des hohen Gasteseine Reihe von Liedern vor. Am 20. Juni 1902, als S. Majestät der Denkmals-enthüllung in Moers anläßlich der 200jährigen Zugehörigkeit der Grafschaft Moerszum Königreich Preußen beiwohnte, wurde eine kombinierte Kompagnie desRegiments unter Führung des Hauptmann Blümcke als Ehrenkompagnie dorthinkommandiert. Im November desselben Jahres wurde dann dem Regiment die hoheEhre zuteil, anläßlich der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers zur BeisetzungSr. Exzellenz Geheimrats Krupp zur Absperrung nach Essen kommandiert zu werden.
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