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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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810 Geschichte der lateinischen Literatm- des Mittelalters. Zweiter Teil.

weichungen von allen andern Rezensionen. Ueber das Verhältnis der Hss. einigerinterpolierter Fassungen Leos (Vita Alexandri Magni und Historia de preliis) handeltPfister, Rivista di Filologia 42, 104113 (1914). Derselbe bespricht das Verhältnisder Hist. de preliis zu dem Alexanderepos des Quilichinus im Münchener Museum1, 249301 und A. Hilka druckt Roman. Forschungen 29,1 ff. aus der Hs. LiegnitzPetro-Paulina N. 51 eine Version des Alexanderromans ab, auf die er schon früheraufmerksam machte; daran schließt er den Abdruck der erweiterten Epitome desJulius Valerius aus einer Hs. von Montpellier. Zu erwähnen ist endlich der Berol.lat. 1028 (= lat. oct. 49) s. XV, der f. 1 ff. die Hist. de preliis mit einer Vorrede ent-hält, sowie einen Anhang besitzt, der eine Vorrede und Verse des Ptolomeus unddes Demosthenes auf Alexander besitzt, die den Schluß der metrischen Hist. depreliis im Berol. Phillipp. 9346 s. XV bilden (vgl. Rose, Die Hss. d. Kgl. Bibl zBerlin 2, 3, 1320 f.).

S. 532. Atto von Vercelli ist Verfasser eines Kommentars zum Hebräerbrief, vgl. Riggen-bach, Forsch, z. Gesch. d. neutestam. Kanons, hrsg. von Th. Zahn, Bd. 8 (1907).

S. 532 n. 2. Zu Stephan von Novara vgl. L. F. Benedeto in Studi medievali 3,499508.Otto I. und Poppo von Würzburg beriefen ihn nach Deutschland. Benedeto suchtdas bisher von ihm gekannte Material (zwei Epitaphien, eine Unterschrift und einigeStellen der Vita Wolfkangi) zu erweitern, indem er die bisher für Stephans VaterLeo geltenden Verse in der Hs. Novara 66 für Stephan selbst in Anspruch nimmt,allerdings nicht überzeugend. Die von Wattenbach 1, 353 gegebene Einteilung derzwei Novareser Epitaphien ist nach Benedeto, der an der früheren Auffassung fest-hält, kaum richtig, und der Vers Insuper finem gehört zu keiner der zwei Grab-schriften, er enthält eine Anweisung für Ausführung der ersten.

S. 532 n. 3. Das Epitaph Ekkeharts IL von Ekkehart IV. steht in dessen Liber benedictionumVaria N. 11 (hrsg. von E. Egli, St. Gallen 1909, S. 402).

S. 535. Den Vers aus den Proverbia Aristotelis bei Gunzo (Martene et Durand, Vet. Script,ampl. coli. 1, 306 C) verbessert J. Ha vet (Oeuvres 2, 67) zu Limax in conclia sibicornupeta esse videtur; Gerbert gebraucht in Ep. 32 (984 im Namen Karls vonLothringen an Bischof Dietrich von Metz geschrieben) denselben Vers Ut limax insiio conclavi cornupeta tibi videris (aus Leid. Voss. Q 54 f. 58 b ). Das (verlorene) Werkdes Aristoteles sind die Ilagoi/iiat, von denen in später Zeit eine Uebersetzung insLateinische vielleicht in je zwei Distichen angefertigt wurde.

S. 537 (vor Theodulf). Hirenicus. Die Augsburger Stadtbibliothek besitzt in N. 8 f. 110 as. XII den Rhythmus eines noch unbekannten Dichters Hirenicus. Er ist schon beiBeda (Basil. 1563 und Colon. 1612) gedruckt, aber ohne die beiden ersten und beidenletzten Strophen, doch hat das Gedicht dort die Ueberschrift De ratione duodecimsignorum. Es ist aus der Hs. gedruckt von K. Strecker, Neues Archiv 36, 322 f.(mit Varianten der Bedaausgabe) und zählt dort 21 Strophen von je 3 Fünfzehn-silbern. Der Dichter ärgert sich mit Isidor Et. 3, 17, 22 ff., daß der Tierkreis, dendie Heiden mit ihren Bildern ausgeschmückt haben, auch jetzt noch diesen unchrist-lichen Charakter trägt, und er will die Mythen durch christliche Deutungen ersetzen.Strecker erweist, daß Strophe 5 vor 4 zu treten hat und daß 1 und 21 zum ur-sprünglichen Bestand gehören, dagegen sind 2 und 20 zu streichen, da sie dem RhythmusDe annis [Anni domini notantur in praesenti linea) angehören. Die Schlußstropheheißt: Post novenos atque denos annos luna circuli Ad priorem redit cursum: totidemversiculos Humilis levita Christi edidit Hirenicus. Da der Reim des Gedichts nochvöllig in der Entwicklung begriffen ist, so stammt Hirenicus wohl aus der frühenkarolingischen Zeit. Die Frage nach dem Entstehungsort führt nicht nach MonteCassino, wo man allerdings für lehrhafte Rhythmen empfänglich war, aber doch viel-leicht nur eine Sammlung von solchen anlegte.

S. 538. Theodulfs Vorliebe für die Antike wird von S. Tafel insofern weiter bestimmt, alser glaubt, daß jener der Sammler oder der geistige Urheber der christlichen Dichterhs.gewesen ist, deren zweite Hälfte der Vossianus des Ausonius darstellt, während dieerste Hälfte (Quat. 14 u. 10 teilweise) von Tafel im Paris. 8093 entdeckt wurde,Rhein. Mus. 69, 530-641. Das Gedicht Theodulfs über den Tafelaufsatz (PL. 1,547 f.)ist mit Benutzung einer vatikanischen Hs. aus Ripoll neu behandelt von Vidier,Bull, de geographie hist. et descriptive 1911 S. 285 ff.; Vidier meint, daß das Gedichtfür eine Erdkarte der bischöflichen Palastwand verfaßt sei, während P. Lehmannan einen bemalten Tisch denkt. Ueber Theodulfs Verhältnis zur bildenden Kunstvgl. J. v. Schlosser, Schriftquellen z. Gesch. d. karoling. Kunst,Wien 1892, und Quellen-buch z. Kunstgesch. d. abendländ. MA., Wien 1896.

S. 540. Zur Kirche in Germigny vgl. Letaldi Mirac. s. Maximini 2, 13 (Migne 137, 802 C).wo ein Distichon als Aufschrift angeführt wird, das in PL. 1 fehlt: Haec in honoredei Theodulfus ternpla sacravi, Quae dum quisquis adis, oro memento mei. Zur