Nachträge zum ersten Bande. 811
Kenntnis Ovids vgl. S. Tafel, Die Ueberlieferungsgesch. von Ovids Carolina ama-toria (Tübingen 1910) S. 67 ff., der auf die Möglichkeit hinweist, daß der SpanierTheodulf den Ovid aus Spanien mitgebracht habe und daß Paris. 7311 als Abschriftdavon erhalten ist.
S. 543. Zu den Hss. Theodulfs De ord. baptismi gehört Berol. Meerm. 93 (Phillipp. 1664)s. XI f. 64—78, der von Ademar von Chabannes geschrieben ist.
S. 544 Z. 3. Die Schrift Angilberts über die Pflichten sind die Officia divina. Das WerkInstitutio de diversitate officiorum ist gedruckt von F. Lot in App. VI der Hariulf-ausgabe in Collection des textes pour servir a l'etude et ä l'enseign. de l'histoire (1894),von E. Bishop. Downside Review, März 1895, und Liturgica historica, Oxford 1918.
S. 547. Zu den Vorbildern des Epos Karolus Magnus et Leo papa gehören auch die Cyne-getica des Grattius (Vs. 174 [PL. 1, 370] = Grattius Cyneg. 26 f.), die sich nachF.Vollmer (bei Pauly-Wissowa 7. 1845) dadurch erhielten, daß zur Merowingerzeiteinmal vielleicht für einen Fürsten oder einen Großen Gedichte gesammelt worden sind,die von Tieren und von der Jagd handelten; Vindob. 277 ist davon Abschrift.
S. 548 n. 1. Vgl. hierzu C.Weyman, Archiv f. latein. Lexikographie 14, 481.
S. 549. Bei der Absetzung Ebos von Reims wird Modoin in der Professio Ebonis erwähntbei Flodoard, Hist. Rem. eccl. 2, 20 (Migne 135, 136 B) confessores meos Aiulfumvidelicet archiepiscopurh et Baclaradum episcopum necnon et Modoinum episcopum.
S. 552. Die Anlehnung Aedilvnlfs an Aldhelm ist besonders in Aldhelms Ausgabe vonEhwald in den Noten erwiesen worden.
S. 553. M. Buchner sucht Hist. Jahrbuch 35, 1—25 den Formulae Merow. et Karol. aevied. Zeumer p. 505 N. 18 abgedruckten Brief an einen König Pippin dem Ermoldzuzuweisen und also an Ludwigs Sohn Pippin gerichtet sein, während Zeumer ihndem Fardulf von St. Denis beilegte. Buchner sieht in den dort genannten cusiniErmolds beide Lobgedichte auf Pippin und das Schreiben würde dann den Geleit-brief für die beiden Gedichte darstellen. Gegen diese Auffassung wandte sichW. Levison, Neues Archiv 40. 465, worauf Buchner eine Erwiderung Hist. Jahrb.37, 221 ff. und Levison eine Entgegnung Hist. Jahrb. 37. 683 —692 schrieb. Levisonhält an Zeumers Ansicht fest, daß der Adressat Karls des Großen Sohn Pippin,König von Italien, ist. — Aus der Zeit Ermolds vielleicht stammt das Bruchstückeines größeren karolingischen Gedichtes, das Willi. Meyer, Göttinger Nachr. phil.-hist. Klasse 1917 S. 589 f. aus Oxon. Bodlei. Laud. misc. 252 s. IX f. 10 herausgab.Mir scheint das Gedicht aus einer Ekloge in der Art Modoins zu stammen. Dieersten 26 Verse handeln von Erde, Himmel und Meer, die letzten zehn führen eineGegenrede hierauf ein, in der der Sprechende dem Dichter vorhält, daß er in diegelehrte Weise des Vorredners nicht einstimmen könne, da er nur von ganz geringerHerkunft sei und die Bücher verachtet habe. Am Schluß wird Vergil genannt undMeyer zeigt, daß sich Vs. 34 recht gut als eine Art Publiliusvers (Bos lassus fortiusfigit pedem) auffassen lasse. Die Verse sind nach guten Mustern gebildet und pro-sodisch fast korrekt.
S. 554 n. 5 würde ich jetzt die Worte: „Es dürfte aber — zu glauben" lieber streichen, daich die karolingische Existenz des Aemilius Macer nicht mehr bezweifeln möchte.
S. 557. Zum Martyrologium vgl. H. Quentin, Les martyrologes hist. du moyen äge (Paris1908) S. 396 ff.
S. 560. Genaue Kollation des Martyrologs in Dümmlers Ausgabe mit Bruxell. 10615—10729s. XII von Manitius, Neues Archiv 39, 166—172 (die Hs. stammt aus dem Trieri-schen oder aus Lüttich).
S. 561. Zum Martyrolog des Florus vgl. H. Quentin, Les martyrol. hist. du moyen fige S. 222,und zur Auslegung der Messe durch Florus vgl. Franz, Die Messe im deutschenMittelalter S. 359 ff.
S. 570, 21 lies „Pseustis, der Vertreter" statt „Pseustis. die Vertreterin". — P. Lehmann,Die Parodie im MA. S. 128.
S. 571. Zu Godescalc ist zu vergleichen C.L.Perugi, Gottschalc, Roma 1911. — GodescalcsAutorschaft der Ecloga Theoduli bestreitet K. Strecker, Neues Archiv 45,18 ff.;P. Lehmann stimmt ihm bei.
S. 573,37 lies „glossierte s. XI Adalbold von Utrecht die Ekloge" (statt Bernhard vonUtrecht).
S. 574. Zu den Aufschriften für die Ecloga kommen Melk 1483 und Wien Dominikaner 1513(Mittelalt. Biblkat. Oesterreichs ed. Gottlieb 1, 252.11 [F 131] und 1. 412, 2 [U 20]);ferner Frenswegen (Marienwald) und Utrecht (Nieuwlicht), s.M e i n s m a, MiddeleeuwscheBibliotheken, Zütphen 1903, S. 255 N. 50 u. 279 N. 100 (292). Die Ausgabe des Ge-dichts in MG. PL. 4 ist zu erwarten von Osternacher. — Zu Theodulus in Frank-reich vgl. G. L. Hamilton. Modern Philology 8, 4, 611 f. (1911). — Die gesamte Ueber-lieferung der Ekloge stellt Osternacher, Neues Archiv 40, 331—376 zusammen