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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Drittes Buch.

Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zumAusbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat.

Einleitung.

Wir verließen im vorhergehenden Bande unsere Darstellung etwa mitder Mitte des 10. Jahrhunderts. Schon hatte sich damals das Abend-land teilweise nach Nationen geschieden, man spricht in Westfranken vonFrancia und in Deutschland vom regnum Teutonicum. Freilich war es imnördlichen Frankreich zur Ansiedlung eines neuen Germanenstammes ge-kommen, indem man die Normannen in den Reichsverband hatte aufnehmenmüssen, und im deutschen Ostfranken hatten die Magyaren um die Mittedes Jahrhunderts den Bestand des Reiches eben noch in Frage gestellt.Bei den andern großen Völkern aber hatte sich der Begriff der Nationnoch nicht entwickeln können. Denn in Spanien tobten die Kämpfe zwischenChristen und Arabern weiter und hier war ohnehin infolge des Gegensatzesder germanischen Eroberer zu der keltisch-römischen Bevölkerung an ein-heitliche Kulturverhältnisse nicht zu denken. Im Reiche der Angelsachsenhatten zwar die germanischen Eindringlinge das keltisch-römische Misch-volk immer weiter nach Westen und sogar über die See nach Frankreichgedrängt und ein Alfred der Große hatte sich der Dänen erwehren können,aber im 11. Jahrhundert erschienen die Dänen von neuem und nahmen Be-sitz von der Insel und wenig später machten sich französische Normannenzu Herrschern von England. In den nordischen Reichen aber hatte dasChristentum erst ganz schwach Wurzel gefaßt und wurde immer von neuemdurch nationale Aufstände bedroht; der Norden scheidet daher aus demhier beabsichtigten Teile unsrer Darstellung überhaupt aus. Der slawischeOsten beginnt sich, wie auch das Nationalreich der Magyaren, erst gegendas Jahr 1000 politisch zu festigen und damit das Christentum zu erhalten.Aber immer noch bleibt im Vordergrund Italien, wenn auch nicht mehrpolitisch. Der ganze Norden der Halbinsel bis fast in die römischen Gegendenhatte sich dem Deutschen Reich angeschlossen, da Otto I. die italienischeKrone erworben hatte. In der Mitte herrschte das Papsttum, das aber seitOtto I. vom deutschen Königtum abhängig blieb. Im Süden standen diealten langobardischen Gewalten in stetem Kampf mit den Griechen, undder Islam suchte beiden das Land streitig zu machen, bis im 11. Jahrhundert

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