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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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794 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

S. 64 (Quellen für Buch 14). Vgl. HansPh ilip p, Die historisch-geographischen Quellen in den Ety-mologiae Isidors, 2 Teile in Quellen u. Forsch, z. alt. Gesch. u.Geogr., hrsg. von W.Sieglin.

S. 65 (Terenz). Trivialscholien aus halbbarbarischer Zeit sind gesammelt im Monac. 14420(aus Verona).

S. 66 (Hss. der Etymologiae). Guelf. Weissenburg. 64 ist s. VIII wohl zu Bobbio in nord-italienischer Kursive geschrieben (vgl. Beeson, Isidorstudien S. 17 f.). Wichtig istCaroliruh. Aug.LVlI s.VIII (norditalienische Buchschrift), vgl.Holder, Melanges Chate-lain S. 634ff. und Beeson S. 15. Matrit. 15,8 (Toletanus) s.VIII in westgotischerSchrift, hrsg. von R. Beer, Isidori Etymol. codex Tolet. nunc Matrit. phototypice editus(= Codd. graeci et latini tom. XIII). Ausgabe von W. M. Lindsay, Oxon. 1910.

S. 68 (Libri differentiarum). Fragmente aus der alten Hs. von Bobbio (s. VIII) gab herausA. Ratti in Miscellanea Ceriani (Mailand 1910) S. 789 ff.

S. 69 (Versus in bibliotheca). Vgl. A. Riese, Rhein. Mus. 65,486 ff. und C.Weyman, Histori-sches Jahrbuch 32, 66ff. Außerdem das Buch von Ch. H. Beeson, IsidorstudienS. 135 166. Zu Isidor überhaupt, besonders aber über die Quellen der Etymologiaevgl. A. Schmekel, Isidorus von Sevilla (1915), wo eine systematische Untersuchungüber das Isidor vorliegende Material gegeben wird, aber der Verf. sich einer Hypothesewegen in künstliche Konstruktionen verliert. Er behauptet nämlich, den Originesliege ein großes System zugrunde, das sich über Buch 620 erstrecke; die Ein-leitung hierzu bildeten Buch 13 (über die Artes liberales), an die sich 4 (Medizin) und5 (Jurisprudenz) leicht anschlössen. Buch 10 falle als lexikographische Arbeit aus demGanzen heraus. Das große System habe drei Hauptteile: 68 Theologie, Staats-wissenschaft 9. 16. 1720, Naturwissenschaft 1114. 16. 17, 6 ff. Isidor habe für seinWerk eine große Grundlage benutzt und zwar für die Haupt- wie für die Unter-gliederung; diese Grundlage sei sprachlich-etymologischer Natur gewesen und nachsachlichen Gesichtspunkten geordnet. Und zwar sei der Verfasser dieses groß an-gelegten Werkes Sueton gewesen. Hiergegen wendet sich nun in ausführlicherDarstellung P. Wessner (Isidor und Sueton. Hermes 52,200292), indem er zu-nächst die auf Sueton wirklich zurückzuführenden Stellen bei Isidor ausscheidet unddas ganze künstliche Gebäude Schmekels zerstört. Die von ihm in sorgsamer Unter-suchung gewonnenen Resultate (S. 291 f.) sind folgende: Isidor hat seine Origineswie ein großes Mosaik zusammengestellt. Seine Quellen sind in der HauptsacheKirchenväter, Schollen und Handbücher aus verschiedenen Gebieten. Er hat einesehr große Sammlung von Auszügen unter bestimmten Stichworten angelegt, an dieer sich in den kleineren Schriften mehrfach enger anschließt als in den Origines.Auszüge über denselben Gegenstand hat er besonders in den Origines gern ineinander-gearbeitet und dabei auch die Verwendung kleiner Teilchen nicht gescheut. Dadurchhat er seine Vorlagen verschleiert und seine Quellen hat er nur selten genannt, dieam meisten benutzten in der Regel gar nicht. Zitate aus älteren Autoren hat er meistaus zweiter oder dritter Hand und zu ihnen gehören die Suetonzitate. Von Suetonhat er keine Schrift in Händen gehabt als vielleicht nur die Vitae Caesarum (wegenOrig. 9, 3, 17 = Suet. Aug. 53). Also nirgends darf man mit Hilfe Isidors suetonischesGut nachweisen, wie Schmekel getan hat. Vgl. Wellmann in Berl. phil. Wochen-schr. 1916, 827 ff.

S. 70 (Anhang zu Isidor). Hierher gehört das älteste mittelalterliche Gesprächsbüchlein,dessen Schlußhälfte E. Wölfflin, Monatsberichte d. kgl. Preufi. Akad. 1873 S. 116ff.herausgab. Ueber seinen Inhalt handelte M. Förster, Archiv f. Religionswissenschaft11,477529. Es ist herausgegeben von M.Förster, Romanische Forschungen 29,343 348 aus Schlettstad. 1093 ca. 700 f. 71a78b (in Unziale) und aus Vatic. reg. 846f. 106b107» s. IX (unvollständig, reicht nur bis 34 Mitte; diese Hs. hat übrigensden Text nach dem Schriftlatein abkorrigiert). Das kleine Werk ist lautlich wieflexivisch durchaus in der Volkssprache geschrieben. Das späteste chronologischeDatum steht 40 p. 348 Fuit autem ad principium mundi usque quod Langobardi in Ita.Uapraesiderunt VdCCLXX et II anni tempore Iustiniano imperatore, aber Isidor ist viel-fach darin benutzt, wie M. Förster nachwies. Nämlich 29 Etym. 1,4, 1; 40 Chron.Isidori 402 (Auct. ant. 11, 476); 26 Et. 1,3,5; 39 Chron. 350 p. 469; 38 Chron. 326p. 465; 13 Chron. 14 p. 428. 27 Chron. 74 p. 436. 28 Chron. 78 p. 437. Das ganze Werkchenist aus der Bibel und aus Isidor zusammengesetzt, außer dem Teile, auf den M. FörsterArchiv f. Religionswissensch. 11. 494497 aufmerksam machte.

S. 71 (Ceolfrid). In St. Oyan s. XI (Delisle, Le cab. des mscr. 2, 386 N.95) besaß man vondem berühmten Abte (f 716) Item insignis epistola Teolfridi (!) abbatis de pascha. Diesist der Brief an den Piktenkönig Naitan (Migne 89, 349358), von Beda Hist.eccl. 5, 21 erhalten und nach C.Plummer (Baedae- opera historica 2, 332) sogar vonBeda verfaßt. Zu Beda vgl. J. Hoops, Reallexikon d. germ. Altertumskunde 1, 189203 (Straßburg 1911/13).