Nachträge zum ersten Bande. 795
(Notatio) und auch nicht von Hugo von St. Victor (Libri VI erud. didascalicae) benutzt.Dagegen werden sie verwendet in einer Schrift im Vatic. 4955 s. XI f. 140—143 Deexpositoribus divinae legis et de auctoribus a Christianis perlegendis libri III (Auszugbei Migne76, 1421—1424). Die dort gegebenen Stücke über Octateuch, Regum, Psalter,Salomon, de agiographis, de evangeliis, de epistolis sind alle genommen aus Cass.Inst. div. litt. 1—9. 16 f. 22 f. 25. 30. 28; der Verfasser bietet aber auch eigene Er-gänzungen. Da er Beda und Alchvine erwähnt, so mag er in karolingischer Zeitgelebt haben und zwar im Sophienkloster zu Benevent, woher die Hs. stammt. Aus-gabe der Schrift Phil. 73,255—271. Vielleicht hieß der Verfasser Landulf, denn amSchluß der Hs. f. 209b -wird ein solcher erwähnt. — P. Lehmann handelt außerdemPhilol. 72, 504—517 über die Abhängigkeit Isidors von Cassiodor.
S. 41 (Handschriften der Variae). Die Stiftsbibliothek zu Linkjöping besitzt eine Hs. s. XII.B. Hägg, Linköpingshandskriften af Cassiodorus'Variae, Göteborg 1911.
S. 42 (Hist. Gothica). Der Titel (nach Anecd. Hold. p. 4) ist wohl nach dem Titel der Ger-mania des Tacitus (im Leidensis) formuliert, vgl. Schanz, Gesch. d. röm. Lit. II 2 , 2,226.
S. 44 n.2. ZudenBibelhss.Cassiodorsvgl.S. Berger, Hist.delaVulgate S.302f. P. Corssen,Jahresber. über d. Fortschr. d. kla?s. Altertumswissenschaft 101, 56 f.
S. 44 n. 3. Marcellinus ist Marcellinus Comes.
S. 46 f. P.Lehmann zeigt Philol. 72, 503 f., daß fälschlich von verlorenen Schiiften Cas-siodors gesprochen ist.
S. 48. Ueber die Bibliothek Cassiodors s. H. Leclercq im Dictionn. d'archeol. ehret, et deliturgie 2, 2359 ff. (1910); E. Beer im Anzeiger d. philos.-hist. Kl. der Wiener Akad.1911 und in Monumenta palaeogr. Vindob. 2 (1913); G. Hörle, Frühmittelalterl.Mönchs- u. Klosterbildung in Italien (Presburg i. B. 1914) S. 11 ff.
S. 50 (Commenta psalterii). Das Werk wurde im 11. Jahrhundert besonders benutzt von Brunovon Würzburg in der Expositio psalmorum.
S. 50 (Complexiones). Das Werk heißt nach Stangl Complexiones in epistulis apostolorum etactibus apostolorum et apocalypsi. Zum Text und zur Sprache vgl. Stangl, Blätterf. d. Gymnasialschulwesen 34, 249 ff. u. 545 ff. Wochenschr. f. klass.Phil. 1915, 203—214.228—240. Die Veroneser Hs. verglichen von Stangl, Wiener SB. 114,405 ff.
S. 50. H. Erdbruegger, Cassiodorus unde etymologias in psalt. commentario prolataspetivisse putandus sit. Jena 1912.
S. 51 (Hist. tripartita). Die Bedeutung des Werkes für die Textkritik Theodorets stellt festL. Parmentier. Kirchengeschichte (Leipzig 1911) p. LI f. (Die griech. christl. Schrift-steller XIX). J. Bidez, La tradition manuscrite de Sozomene et la tripartite de Theodorle lecteur, Leipzig 1908.
S. 51 (Iosephi antiquitates). Ueber das Werk hat C. Boysen eine Untersuchung in Aussichtgestellt, vgl. Corp. Script, eccl. Vind. 37, VI.
S. 54. A.E. Anspach veröffentlicht Rhein. Mus. 67, 556 ff. eine kleine ErziehungsschriftIsidors „Institutiones diseiplinae" aus einer Pariser Hs. s. VIII.
S.56 (De nat. rerum). Zum Basil. F. III. 15a vgl. A.Mace, Melanges Chatelain (1910) S. 383 ff.
S. 57 (Braulio). Von ihm hatte man in Stablo 1105 (Gottlieb, Ueber mittelalt. BibliothekenS. 286 N. 72) Braulion. super psalterium. Davon scheint nichts erhalten zu sein.
S. 57. W. Smidt, Neues Archiv 44, 125 ff. (altes Hs.Fragment der Viri ill.).
S. 60 (Isidor). Die gründlichste Uebersicht über die gesamte ältere Ueberlieferung Isidorsaußer den wenigen Hss. Spaniens gibt jetzt Ch.H. Beeson, Isidorstudien, München 1913.Dies Werk stellt in Regestform alle bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts kopiertenIsidorhss. nach Ländern und Bibliotheken zusammen und zwar nicht nur die voll-ständigen, sondern auch die, welche Auszüge enthalten, wobei sich die Tatsache ergibt,daß die drei letzten Bücher der Etymologien in Exzerpten sich nicht vorfinden. Hieranschließt Beeson die hauptsächlichen handschriftlichen und literarischen Zeugnissefür die Benutzung Isidors im 7. und 8. Jahrhundert. Zuletzt gibt Beeson eine kritischeUebersicht über die Ueberlieferung der Versus Isidori titulis bibliothecae und ver-anstaltet eine treffliche Ausgabe des Gedichts, das er für Isidor festhält. Besondersinteressant ist hierbei der Nachweis sehr starker Benutzung von Martials Gedichten.Außerdem weist Beeson nach (Classical Philology (1913) 8,93—98), daß Isidor denPaneayricus des Plinius auf Trajan benutzt hat.
S. 63 (Medizin). O. Probst beschäftigt sich (Archiv f. Gesch. d. Medizin (1914) 8,24—38)mit Buch 4 der Etymologien und erweist, daß Isidor nur spätlateinische Uebevtragungender griechisch-medizinischen Literatur und nicht diese selbst ausgebeutet hat, nämlichdie Isagoge des Caelius Aurelianus, Cassius Felix de medicina und die Vorlage vonPseudo-Soranus Quaestiones medicinales.
S. 63 (De libris et offieiis eccl.). Hier ist nachzutragen F. Wiegand, Die Stellung des apostol.Symbols im kirchl. Leben des Mittelalters 1,185 ff. A. Franz, Die Messe im deutschenMittelalter S. 339 f. Archiv f. lat. Lexikographie 14, 482.