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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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786 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

cognovi und in der andern Urkunde desselben Jahres (MG. SS. 25,79 n. 3) Franco scholasticus.Zu Rudolf von St. Trond vgl. oben. Das Werk De ratione computi nennt nur Sigebert vir.ill. 164. Die Schrift De ieiunio ist unter Dietwin verfaßt und war ein Gedicht nach zweialten Katologen, wo sie allein erwähnt wird, nämlich dem von Lüttich 1460 (BibliophileBeige 1866 S. 172 N. 49) Liber Franconis magistri scolarum secnndum modum tunc loquendihodie scolastici Leodiensis de ieiunio quatuor temporum editus sub Theoduino episcopo Leo-diensi und dem von Gorze s. XI (Revue Benödictine 22, 11) Quaternio de ieiunio quatuortemporum et ordinationibus quae fiunt in ipsis metrico opere. Die Schrift De ligno triumfoliorum war im Auszuge vorhanden zu Limoges s. XII (Delisle, Le cab. des mscr. 2, 497N. 47) Hec omnia sunt in nno volumine nee non ex dictis magistri Franconis de ligno triumfoliorum ex quo facta est crux domini. Da nun nach der Hist. litter. de la France 8,125 imTrinity Coli, zu Dublin eine Hs. existierte Oerlandus ex libro magistri Franconis Legiensisde ligno crucis, so wird man es beidemal mit demselben Werke zu tun haben, das vielleichtdurch den Komputisten Gerland von Besancon in den Auszug gebracht worden ist; die Be-kanntschaft Gerlands mit Francos Werken wäre durch beider mathematische Studien leichtzu erklären. Und jene Vermutung wird fast dadurch zur Gewißheit erhoben, daß im Vatic. 3123,der einzigen Hs. von Francos De quadratura circuli, Gerlands Ivomputus dem Werke Francosvorausgeht, so daß also Beziehungen sichergestellt sind. Zum Leben Francos vgl. Hist. litt. 8,121123, wo auch p. 123125 einige Notizen über seine Schriften stehen. Vgl. Watten-bach 2, 144f. und A. Bittner, Wazo von Lüttich S. 12. Winterberg a. a. 0. S. 137. 139gibt nur Irriges.

Ueberlieferung. In alten Bibliotheken wird die Schrift De quadratura circuli (außervon Sigebert) nur bei Richard von Fournival ca. 1250 genannt (Delisle, Le cab. des mscr. 2,526 N. 43) Item cuiusdam ad papam 1 ) de quadratura cii-culi.-) Sie muß daher selten ge-wesen sein und dem entspricht es, daß heute nur eine Hs. bekannt ist, Vatic. 3123, nachWinterberg S. 137 saec. XII. Fragmente gab heraus Ang. Mai, Class. auct. 3, 346-348,das ganze Werk Winterberg, Abhandl. z. Gesch. d. Mathematik 4, 142183. Das in derHs. folgende Schriftchen Liber de eadem re hat aber mit Franco nichts zu tun, trotzdem esWinterberg S. 138 als siebentes Buch gelten lassen will, was er allerdings, seltsam genug,S. 141 wieder zu verneinen scheint. Zu Franco vgl. M. Cantor, Vorlesungen über Gesch.d. Mathematik l 3 , 876-878. Wattenbach 2, 144f.

136. Meinzo von Konstanz.

Meinzo, ein Schüler Hermanns von Reichenau, war Lehrer in Konstanz.Er beschäftigte sich viel mit mathematischen Problemen und wandte sichdaher an seinen früheren Lehrer. Zu diesem Zwecke kam er einmal vordem Jahre 1048 nach Reichenau und dabei kam es mit Hermann in An-wesenheit des gelehrten Berno zu einer Aussprache über Fragen aus demmathematischen Gebiete. Unter anderem wurde auch über die Berechnungdes Kreisdurchmessers aus dem Umfang gesprochen und Hermann hatteihm die seinige vorgelegt, wie er sie im 3. Kapitel seines Werkes De utilitati-bus astrolabii ermittelt hatte. Zu Hause angelangt, war aber Meinzo andieser Berechnung irre geworden, denn während er reiner Abacist warund in der Bruchrechnung nur die römischen Minutien kannte, war Her-mann über die Lehre der Schule hinausgekommen und hatte sich dieKenntnis auch andrer Brüche angeeignet. Er hatte den Kreisdurchmesserdadurch gefunden, daß er den Umfang mit 7 /22 multiplizierte, wie nachder Regel des Archimedes bei Griechen und Römern allgemein gerechnetwurde. Meinzo empfand es, wie Cantor sagt, als Schwierigkeit, daß Her-mann zu viel oder zu wenig von Dingen wußte, die ihm selbst ganz fremdwaren. Gegeben war der Kreisumfang mit 252000, der zweiundzwanzigste

') Stammt aus Prolog 1; gemeint ist na- J Schriften von Jordanus de Nemore und destürlich Hermann von Köln. [ Gerardus de Bruxella.

2 ) Und zwar waren in demselben Bande