Hermann von Reichenau.
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lehnung an die griechische Hymnik zurückgehen. Eine gewisse gelehrteGespreiztheit ist der Sequenz entschieden zu eigen.
Ueberlieferung im Monac. 14845 s. XII f. 67 usw., vgl. Dreves p. 311. Ausgabenbei Mone 1,148 N. 114, Kehrein p. 66 N. 59 und besonders von Dreves, Analecta hym-cica 50, 309—311. Dreves fand die Notiz bei Gottschalk von Limburg (Godescalcus Lint-purgensis, Leipz. 1897 S. 105) domnus Herimannus de s. cruce sequentiam grates honoshierarchia dicitur composuisse. Und auch der Einsidl. 366 s. XII setzt an den Rand zu demStück Herimannus.
Rex regum dei agne. Die Sequenz ist für Ostern {In pascha domini)gedichtet und besteht aus fünf Doppelstrophen, deren beide letzten ausvielen Versikeln und einer Eingangsstrophe bestehen. Sie beginnt mit einerAnrufung Christi, die sich aus alttestamentlichen Beziehungen zusammen-setzt, und setzt sich mit dem Preise des Tages fort, auf den sie gedichtetist, wobei wieder Bilder aus der Exodus reichlich Verwendung finden. Inden weiteren Strophen wird Christus unter Anrufung verschiedener mysti-scher Namen um seinen Beistand gebeten, den Gläubigen durch seineKraft zu den Freuden des ewigen Lebens zu verhelfen. Das Lied atmetdie Freudigkeit der österlichen Zeit und besitzt ebenfalls eine große MengeAnspielungen auf biblische Stellen.
Ueberlieferung im Angelic.RIV38, Graecensis 1584, Vindob. 13314, Admunt.786 usw.,vgl. Dreves p. 313. Ausgaben von Mone 1,191 N. 142, Kehrein p. 100 N. 113 und be-sonders von Dreves, Anal. hymn. 50,311 f. N. 240.
De sanctissima trinitate. Diese Sequenz wird dem Hermann ausformalen Gründen von Dreves S. 309 beigelegt. Sie hat Eingangs- undEndstrophe und sechs korrespondierende Doppel Strophen. Der Dichter ruftim Beginn die Trinität an, indem die einzelnen Personen mit mehr oderweniger geläufigen Attributen bezeichnet werden. 1 ) Er begreift dann inden folgenden Strophen die Trinität als Einheit, läßt sich aber ihr Seinund Wirken stets in drei Richtungen oder Teile spalten. Hierauf wendet ersich zu den einzelnen Personen, indem er Gott unter einer Menge hebräischerBezeichnungen und ähnlich Christus anruft, während er den hl. Geist alsden Inbegriff der Haupttugenden bezeichnet. In der doxologischen Schluß-strophe setzt er die Bitten an die Trinität fort. So erhält auch diese Se-quenz durch gewisse gelehrte Elemente ihr charakteristisches Äußere, unddies spricht allerdings für Hermann von Reichenau als Verfasser.
Ueberlieferung im Monac. 27130, Vindob. 13314, Florian. III 208 und XT 396 etc.,vgl. Dreves p. 317. Ausgaben von Kehrein p. 121 N. 143 und Dreves, Anal. hymn. 50,315 ff. N. 243.
Außerdem legt Dreves 2 ) dem Hermann einige Antiphonen auf Mariaund ein Responsorium auf die hl. Afra bei. Drei dieser kurzen Gedichtesind in Hexametern geschrieben, und die Antiphon O florens rosa und dasResponsorium Martyr sancta dei entsprechen ihres starken leoninischenReimes wegen allerdings den sonstigen Dichtungen Hermanns, währenddie Alma redemptoris mater diesen Reim vermissen läßt und daher kaumauf Hermann zurückzuführen ist.
Zur Ueberlieferung vgl. Dreves p. 318f. Ausgabe von Dreves, Anal. hymn. 50,318. 319.
') 2» identitas .. . iatriel mira. 2 b coes-
xentiva sapientia. 8° sanctitas es exstantiva.
2 ) Nach W. Brambach, Die verloren
geglaubte Historie der hl. Afra etc., Karls-ruhe 1892.