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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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776 Geschichte der lateinischen Literatm- des Mittelalters. Zweiter Teil.

preisen Maria mit einer Reihe von alttestamentlichen bildlichen Allegorienund erbitten in ebensolchen Bildern ihren gnädigen Beistand. Zuletztwendet sich der Dichter bittend von Maria zu ihrem Sohne und erflehtvon ihm, er möge ihm reinen Sinn und das Verständnis der Weisheit ver-leihen, seinen christlichen Glauben mit guten Werken schmücken undihn nach einem seligen Ende zu ihm geleiten. Das Lied ist für dieAssumptio Mariae bestimmt und zeichnet sich durch hohen dichterischenSchwung wie durch die Kühnheit seiner Bilder aus. Diese sind aller-dings weit hergeholt und stellenweise etwas dunkel, aber jedenfalls bleibtein großartiger Eindruck aus der kurzen Dichtung. Sie zählt neben derAnfangs- und Endstrophe sieben Doppelstrophen, die paarweise angeordnetsind. Einige Strophen, die eine ganze Reihe biblischer Bilder enthalten,widerstreben fast durch ihren Wortreichtum der kurzen und übersichtlichenSequenzenform.

Der Kommentar des Cäsarius steht im Bonn. K 363 s. XV und dort heißt es nachSchönbach (Wiener SB. 159, IV, 2) Sicut enim ex seniorum relatione traditur, huius sequentieauctor fuü quidam clericics . .. natione Theutonicus ex re nennen Habens Hermannus Con-tractus (es folgt die alte Legende der himmlischen Alternative für seine Zukunft). Undeidem ... ad laudem dei et sanetorum eins plurimos cantus eximios profunditate dietaminiset dulcisonos suavitate modulaminis edidit. Qui veniens Rotnam in ecclesia b. Petri 'SimonBarjona' et in ecclesia b. Pauli '0 gloriosum lumen' et in ecclesia b. virginis illam elegantisdietaminis et modulationis antiphonam 'Alma redemptoris mater', ut dicitur, auctor ipsiprimus omnium dietavit. Hie itaque et huius sequentie quoad dietamen pariter et modulamenauctor extitit. Ueber diese Angaben vgl. Schönbaeh S.8f., der die Autorschaft von 'Avepraeclara' Hermann zulegt. Außerdem heißt es nach Dreves, Analecta hymnica 5, 309im Oxon. lun. 121 f. 13 s. XIII Hermannus Contractus fecit . .. Ave praeclara. Ueber-lieferung im Missale Rhenoviense 23 s. XIII, im Missale Sarisbur. im Stuttgard. Bibl. 20s. XII f. 72; Stuttg. Breviar. 123 s.XII f. 203; Wirzib. theol. f. 116 s. XL Augiens. 151 s. XIII.Ausgaben bei Daniel, Thesaur. hymnol 2, 32 N. 36 = Migne 143, 443f. F. J. Mone,Latein. Hymnen des Mittelalters 2,355 N. 555; Jos. Kehrein, Latein. Sequenzen des Mittel-alters (Mainz 1873) S. 196 N. 254 (wird hier dem Hermann abgesprochen); und besondersvon Dreves, Anal. hymn. 50, 313f. Zur Erklärung vgl. Daniel, Thes. hymnol. 2, 33f. undKehrein, Lat. Sequenzen S. 9. 196f.

De saneta cruce. Diese Sequenz besteht aus Anfangs- und Endstropheund sieben Doppelstrophen. Sie feiert den Erlösungstod Christi am Kreuzeund besingt mit ungewöhnlich großem Aufwand an biblischen und nach-biblischen Bildern und Gedanken Christus als den Retter und den Bringerdes Heils. Die inneren Strophenpaare sind aber nicht nur ungebührlich langund wortreich, sondern sie weisen auch wie die äußeren Glieder einen ganzungewöhnlichen Reichtum an theologischer Gelehrsamkeit und namentlichan griechischen Worten auf, die sich zuweilen zu ganzen Sätzen verdichten.Diese Umstände tun der Verständlichkeit der Dichtung entschieden Ab-bruch und dies geschieht auch dadurch, daß Christus durch eine großeZahl von mystisch-allegorischen Bezeichnungen und Beiwörtern benanntwird. Übrigens läßt sich auch hier aus den häufigen griechischen Elementennoch nicht auf weitere Kenntnis dieser Sprache bei Hermann schließen,denn die Formen sind teilweise falsch, und wenn die meisten einzelnenWorte zum Allgemeingut der abendländischen Kirchensprache gehören, somögen die längeren Stücke 1 ) wohl auf unmittelbare oder mittelbare An-

') 11 Theu panta elegmon aphesis .. . ton i hymn. 50, 310 druckt die Worte in grieclü-amartgon ... elegson ymas. Dreves, Anal. | sehen Typen.