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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Papias.

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findet sich allerlei Bedenkliches. Papias übernahm nämlich aus dem Liberglossarum und anderen ähnlichen Quellen eine große Menge verderbterund unverständlicher Glossen, die baren Unsinn boten, und er hat viel-leicht auch selbst hin und wieder dazu gefabelt. Schlimmer aber ist derUmstand, daß er oft dasselbe Lemma zwei- oder dreimal wiederholt undjedesmal eine andre Erklärung hinzusetzt, wie er sie in seinen verschie-denen Quellen fand. Er muß nämlich außer seiner Hauptquelle noch einoder mehrere Glossare benutzt haben, da sich sehr viele seiner Angabennur so erklären lassen. Außerdem hat er aber noch eine Menge Autorenzu Rate gezogen, die er meist selbst an Ort und Stelle nennt oder in seinemam Anfange stehenden Quellenverzeichnis angibt. Dabei scheiden Varro undPlinius aus, deren Namen er meist aus Augustin und Isidor übernommenhat. So kennt er natürlich Boethius wie schon oben und auch von Goetzbereits bemerkt wurde. 1 ) Ferner verdankt er dem Fulgentius manches, wievon P. Wessner dargelegt worden ist. 2 ) Macrobius wird außer der obennotierten Stelle benutzt zu Fabricor f. 58 a 2 , für Indictio 78 lj l , Praecox 3 ) 132 b 1 ,Stadios*) (für Sadioa) 166 b 2 , die Hist. ecclesiastica für Corculus 39 a l , Eusebiuszu Stila 5 ) 167 b 2 . Viel aber verdankt Papias dem Remigius, aber nicht nurdessen Donatkommentar, wie Goetz "(S. 279) anzunehmen scheint, da da-mals nur dieser im Druck bekannt war, sondern überhaupt den zahlreichenKommentaren des berühmten Mönches von Auxerre. So f. 52 a ' Electri triasunt genera asmaltum dicitur aus Remig. in Mart. Cap. 7,15 (vgl. meineAusgabe Didaskaleion 2,71). Ferner 68 bl zu Glis, Gliris und Glis glissis ausRem. in Eutych. 449, 2 und in Phoc. 412,1 (meine Ausgaben Münch. Museum2,103 und Didaskal. 2,77). 120 bl Oseillum und Oscilli aus Rem. in Prise,partit. XII vers. Aen. 474,7 (Münch. Mus. 2, 86); 121 bl Pallas aus Rem. inMart. 3, 25 (Didask. 2,70); 130 al Portvnus aus Rem. in Mart. 2, 29 (Didask.2,68): 177*1 Tüulus aus Rem. in Phoc. 410,18 (Didask. 2,75) und 177 b2Toi/ mit Nennung des Namens. So wird auch 17 b 2 Attis und Atys aus Rem.in Mart. 48, 30 stammen, wozu Remigius höchstwahrscheinlich den Kom-mentar Dunchads benutzte (vgl.Didask. 1,147) und den des Johannes Scottus(vgl. Didask. 2, 47) damit verband. Endlich stammt 52 a2 Entölechia wört-lich ohne jeden Zusatz aus Rem. in Mart. 4, 2 (Didask. 2,70). Von anderngelegentlichen Quellen seien genannt Cicero zu 38 bl Controversia und 93 alLogice, Quintilian (Inst. 1,7, 9) zu 3 a2 Äbstemius, Sueton (Ner. 39) zu 182 blVeii. Ganz selten nur wird aber die Quelle genannt, die neben dem Liberglossarum am häufigsten benutzt wird, nämlich Isidor, z. B. 128 al Pliio.Stellen aus Dichtern finden sich natürlich in großer Zahl und zwar mitund ohne Namen. Dabei treten die christlichen Dichter fast ganz zurück,die alten überwiegen durchaus. Vergil wird häufig angeführt, aber mehrals Autorität, denn dem Wortlaut nach, während von Ovid mehrfach größere

') a. a. O. S.278f. Außerdem 52a* Ele-giacum, wo Cons. phi]. 1 metr. 1,1 angeführtwird.

2 ) Commentat. philol. Jenenses 6, 2, 107128.

3 ) Saturn. 6, 8,13.

4 ) Somn. Scip. 1,15,18.

5 ) Quare Palemon Vincentinusgrammaticusut est apud Eusebium Caesariensem a quo-dam interrogatus quid inter stillam et guttaminteresset, gutta, inquit, stat, et stilla cadit.Die Stelle (viel kürzer bei Isid. different. 534)aus Hier, cliron. a. 2064.

Manitius, Lateinische Literatur des Mittelalters. II.

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