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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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714 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

quidem Veneri arrigere potuit, ut ante focum ligna tantum iacv.it (vgl. Maximian 5, 60 Per-stitit in medio frigus ut ante foco). Pulsatus et calcitratus a lecto miser es eiectvs. Zu Plutovgl. p. 50, 25 Te Plutoni autem inquit mancipare pro feminarvm dilectione und 51, 20. Diewunderbar erzählte Tötung des Knaben p. 52, 1653, 6. Verhältnis zu den Quellen p. 55, 6 ff..Darlegung seiner Technik p. 55, 11 56, 5; zuletzt entschuldigt er sich wegen seiner Ueber-treibungen p 56, 614. Versprechen des 4. Buches p.-56, 20 Sicque de tali homine post inquarto libro sit deliberare. De hac vero causa praestolare, frater, dum redeam a capellaut cum a curte regia accepti tunc operis habeas promissa.

Der Brief an Heinrich III. steht bei Dümmler p. 1618. Die Erwähnung Vergilsp. 16, 14 Virgilius quidem Maro suo quodam opusculo est Cesari commendatus Augustolinde in maiori opere post sudavit Aeneidae. Nostro igitur hoc opusculo, ut ipse CesariAugusto, sie et nos Cesari commendemus Heinrico, ut sicut ipse heroum sacra sie et bellicastuas laudes aliud nostrum ojms indicet. Aus diesen Worten geht aber hervor, daß er einWerk über die Kriegstaten Heinrichs III. schreiben wollte. Und indem er diese dann kurzresümiert, scheint es fast, als habe er hier die Disposition zu dem künftigen Werke gegeben;hier ist 16, 27 mit der üblichen Verwechslung Carmania statt Germania zu lesen und 16, 30cuius Constantinopolis ultra solvit debita mit Dümmler p. 11 und n. 1 auf die von Adamvon Bremen 3, 31 (MG. SS. 7, 347) und von Jocundus in der Transl. s. Servatii (MG. SS. 12, 90)erwähnte Gesandtschaft vom Jahre 1049 zu beziehen. Was hingegen p. 16, 29 ünde tibispontanea Babylo nuper direxit mandata bedeutet, ist nicht klar; wahrscheinlich ist an eineGesandtschaft des Kalifen zu denken, da das Kalifat oft mit diesem Namen belegt wird.Wenn er dann sagt (p. 17, 4) Laudes tue itaque cum non minus sint Augusti, sed plurime,eritmihi cum Marone describere, so verspricht er damit ein episches Gedicht über Heinrich III.üb er dies Versprechen eingelöst hat, wissen wir nicht, da kein solches Werk erhalten ist.Das kurze Gedicht 1 ) mit den Angaben über seine Reise steht bei Dümmler p. 15; hierwerden noch zwei Gelehrte genannt, denen er seine Schrift vorgelegt hat, nämlich Vs. 13Geizo nee inßrmat, quod vera probatio firmat: ,Annuo, confirmo, laudo laudandaque dico;Aptius ut dicam, Iove sunt et Caesare digna', und 16 Et favor Azonis donat dignissiinalaude:Hoc opus ex nostra dignamur Cesaris aula Curritur a nobis, laudantes scribimuxomnes", womit wohl die Lobsprüche Geizos und Azos gemeint sind; ob freilich diese beidenGelehrten nach Deutschland gehören, wie Dümmler p. 9 anzunehmen scheint, ist zweifel-haft, da sie nach der Stellung jener Verse ebensogut nach Lucca gehören können. Der RatDrogos ergibt sich aus dem zweiten Briefe Anselms p. 57, 1 A liberalibus enim vestrisdiseiplinis cum ad capellam nie contuli imperatoris ... opus quod apud vos edidi, mecum, utpreeepistis, detuli et universis civitatibus, quas in eundo perambulavimus, vestris literisaprobatum representavimus. Von Mainz spricht er im Gedicht 21 Litoribus Beni diademaMaguntia regni Digna laude probat quod tellus Italia 2 ) donat, in dem Briefe aber p. 57, 7 Exquis Maguntia tandem laudavit ingrata, Droconicam quidem seetam et penitus Italiacaminvidens diseiplinam. Alles Folgende bezieht sich auf Mainz, und Anselm sagt selbst imTitel des Briefes, daß er eine Disputation über Logik bestanden habe (p. 56, 24 Epistola . . .de logica disputatione in Gallia habita). Der Grund war (p. 57, 15) (Worte Anselms) ,Singu-larem vestram taciturnitatem in opere nostro adhuc tulisse molestum est; quam si placetultra ferre non est. Laudare enim vel vituperare necesse est.' ,Non laudabo' inquid (nämlichMaguntia) ,nec vituperabo, cum medium faciam, quod nee laus est nee vituperatio. Est igiturpossibile, utrum non facere, ubi aliquod neutrum est invenire.' .Schlußbehauptung Anselmsp. 58, 4 Utrum ergo facere necesse est, utrumque enim vel neutrum inpossibile vel nichü est.Daß er Kapellan bei Heinrich III. geworden war, erweist die Aufschrift des Briefes Drogonimagistrissimo et eius diseipulissimis Anseimus gratia dei et vestra imperatorius capellanus.

Die Schreibweise des Werkes ist nicht wenig geziert, was sich besonders in der höchstaufdringlichen Reimprosa zeigt, stellenweise ist sie überladen. Dabei ist das Latein Anselmskeineswegs fehlerfrei, denn es begegnen Formen wie praeclua (p. 31, 16) und degui (p. 19, 27),doch bemerkt man sofort die tüchtige grammatische Schulung, die sich besonders auch inder häufigen Anwendung von Figuren geltend macht. 3 ) Kulturhistorisch interessant ist dasWerk, da mehrfach von Beschwörungen (vgl. p. 32, 13 f.), von Liebeszauber (30, 11 15),zauberischen Heilmitteln (31. 16) und von Resten des Heidentums (28, 25) die Rede ist, unddiese Dinge einen tieferen Blick in den Aberglauben der Zeit gewähren. Anselms Kennt-nisse in der klassischen Literatur sind schon oben dargelegt worden; daß er sehr vielbiblische Worte (vielfach ungenau) anführt, hat Dümmler in den Noten meist bemerkt.

Handschriften. Das Werk steht mit den zwei Briefen an Anselm im Paris. 7761f. 134 s. XI (vielleicht das Autograph) und im Cusanus 52 s. XII f. 226230 (Abschrift

] ) Hier wird Vs. 6 sed non iam rudis etexpers zu lesen sein.

Muß wohl Italica heißen.

3 ) Ein Sprichwort wird erwähnt p. 24,26omnia membra seeuntur caput.