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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Aynard von St. Evre. 661

richtet Aynard, daß er sein Werk im Jahre 969 dem Kloster St. Evre zumNutzen der Schüler dargebracht habe; in zwei Schlußversen wünscht erdem Räuber des Buches höllische Strafen. Er schließt seine Arbeit mitkurzer Berührung der karolingischen Geheimschrift, die jeden Vokal mitdem auf ihn folgenden Konsonanten vertauschte, und erwähnt, daß er selbsteine andre Vertauschung x ) erfunden habe; er berichte das nicht, um sichzu rühmen, sondern sein System sei wirklich in Geltung. Am Schlüssefinden sich außer einer abergläubischen Bemerkung 2 ) noch einige gram-matische Notizen, die, wenn sie wirklich hierher gehören, als Nachträgezum Glossar 3 ) angesehen werden können.

Zeugnisse. Die Stellung Aynards ergibt sich aus dem kurzen Vorwoit im Mettensis500 s. XI f. 9» Incipit glosar[i]um ordine elementorum agregatum ab Aynardo anno ab ine.domini DCCCCLXVIHI inclict. XII imperio magni Ottonis sepulchro diiudicatum Apri Leucho-rum quinti pontificis ad suplementum inibi degentium pusionum. Obsecro ne ab aliquo postero-rum destruatur ne ineurrat vindietam domini nostramque imprecationem. Utentl quo Sitvenia et tollenti anathema Tenareis Erebi cum zabuli sotiis. Vgl. Catal. des mscr. des bibl.des departements (4°) 5, 187 und Goetz, Corpus glossar. lat. 5 p. XXXIV. Nur ganz Wenigesbei Calmet, Bibliotheque Lorraine col. 68 und Hist. litt, de la France 6, 58. Wattenbach1, 423. Der Epilog des Werkes fol. 160 a heißt He littere pro quinque vocalibus more avito-rum adhuc ponuntur, pro a b, pro e f, pro i k, pro o p, pro u x, sie enim in libris eorimiinvenimus. Inveniuntur etiam quedam consonantes more Ainardico pro ipsis vocalibus appo-site, pro a d, pro e g, pro i l, pro o r, pro u z. Et quisquis hec Jegerit, sciat nos non causatumoris hec dicere, sed auetoritatem habere. Es folgen dann einige zerstreute grammatischeBemerkungen, die bei ihrem Mangel an Zusammenhang aussehen, als ob sie aus Diktatendes Lehrers stammten.

Glossar. Ohne Zweifel hat Aynard als Grundlage für sein Werk ein oder mehrereältere Glossare benutzt. Als Quelle hebt sich unbedingt der Liber glossaium heraus, dersehr häufig erkennbar ist; ich führe nur f. 15 b Baxea*) (Corp. gloss. lat. 4, 252, 10) und f. 16»Bustiarius 5 ) (4, 173,14) sowie f. 140« Getrocomium 6 ) (4,241,35) hierfür an. Neben aus-führlichen lateinischen Glossaren muß aber auch ein griechisch-lateinisches benutzt sein,denn die Zahl der lateinisch erkläiten griechischen Wörter ist sehr groß, und es kann keinemZweifel unterliegen, daß Aynard im Griechischen etwas bewandert gewesen ist. Allerdingsbezeugen manche Stellen, daß diese Kenntnis nur ganz oberflächlich gewesen sein kann, wief. 10 a Artos grece latine panis, copos est labor inde dicltur artocöpos pistor; 15» Acrasiarel ausaria quoddam genus cecitatis, quo quedam videntur et quedam non; Alogotheta estsenno divinw, f. 136» Erx estlis, itos terra, hinc Erictonius de Ute terre natus; Elementumdicitur quasi elevamentum eo quod inde cicncta sint elevata. Vel elementum 7 ) dicitur a grecoquod est ilen id est materies eo quod inde sint condita; f. 141» Inponnestico accuso. s ) Aberes finden sich doch auch Wörter, die in den griechisch-lateinischen Glossaren überhauptfehlen wie f. 136 » Excolopendria?) Ermologus, 10 ) f. 138» parafrastes, 11 ) f. 143b Lipsana, 1 *)f. 144» Macrocosmos,) f. 147 b Olimpionices, Olimpiodorus, f. 150» Fhilautus, f. 154» Stra-togenia, f. 155» Stauroforia, f. 155 b Sennologia, f. 156» Sincategoro (Sincategoremata aus Prise.2,15), f. 156b Scematismenos u. a. Und es ist nicht nur die Zahl der griechischen Wolterbei Aynard sehr groß, sondern es finden sich auch Stellen, die griechische Uebertragungseiner Quelle vermuten lassen; so heißt es bei Isidor Et. 16, 25, 26 Artaba mensura estapud Aegyptios sextariorum LXXII, bei Aynard f. 11» Artabelis metreta est genus mensure

') Nämlich d für a, g für e, l für i, r für o | 7 ) InderHandschriftzusammengeschrieben

und z für n.

2 ) Si quis habuerit bebt fm in anulo,gratiosior omnibus se videntibus er it.

3 ) Freilich ist Assebes schon im Glossarenthalten, f. 10» Absebes est imipus vel [n]ul-lum colens. Aber es finden sich im Glossarnicht wenige Wörter doppelt verzeichnet.

4 ) Baxea sunt calciamenta mulierum.

5 ) Bustiarius est cremator corporum.

6 ) Uebergeschrieben vel gerotocomium. DieGlosse heißt est domus in qua pauperes acpropter senectutem infirmi homines curantur.

als Uementum.

8 ) Wunderbar ist auch f. 16 b Bare grecelatine vir fortis, inde barones.

9 ) E. est lingua cervi.

10 ) E. est interpres verborum.

11 ) Hinc p. est falsus loquitor.

12 ) L. sunt monumenta vel corporis reli-quiae.

13 ) M. minor mundus. Hieraus ergibt sichdeutlich das Exzerpt aus einem vollständigerenGlossar.