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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Das Mythenbuch. des Mytb.ograph.us Vaticanus II. 659

wird; ferner die Quelle der sogenannten Narrationes fabularum Ovidianarum,die an vielen Stellen erkennbar ist. Dagegen hat Hyginus als Quelle desMythenbuches auszuscheiden, da alle in Betracht kommenden Stücke aufandere Vorlagen weisen.

In der Anordnung seines Werkes ist der Verfasser übrigens keinembekannten Buche gefolgt, nur im einzelnen hat er zuweilen dieselbe Reihen-folge innegehalten, die bei Servius ersichtlich wird; von der Anordnungder Stücke bei Fulgentius und bei Servius weicht die seinige hingegenvollständig ab. Hinsichtlich des Verfassers aber sei es erlaubt, auf Remigiusvon Auxerre hinzuweisen. Bekanntlich geht dessen ganze Schriftstellereidarauf aus, der Schule und dem Unterricht zu dienen, und seine zahlreichenKommentare zu älteren Schriften lassen sowohl eine gewisse Kenntnis desGriechischen, wie auch die Vorliebe für gewagte Etymologien und für alle-gorische Deutung erkennen. Alles dies kehrt in unserm Mythenbuch wieder,wie auch bei Remigius sich häufige Benutzung von Servius und Fulgentiuszeigt. Wenn nun auch in den Remigiuskommentaren sich viele Stellenmythographischen Inhalts finden, die dem Mythenbuche sehr ähnlich sind,so ließe sich immerhin daran denken, daß dieses von Remigius selbst oderaus seiner Umgebung stammen könnte. Das Buch hat noch spät im 13. Jahr-hundert in hoher Geltung gestanden, denn es bildete die mythologischeHauptquelle für den Fabularius des Konrad von Mure. Allerdings war eshier nach den Forschungen von Ant. Mayer nicht mehr in seiner älterenGestalt, sondern in Verbindung gebracht mit Mythogr.Vatic. I und mit Servius;Konrad benutzte aber in dem Handbuch eine bessere Überlieferung des Myth. II,als sie die Vaticani bieten.

Zeugnisse. Einen übersichtlichen Blick über die Anordnung der 230 Stöcke gabFerd. Keseling, De mythographi Vaticani secundi fontibus (Halis Sax. 1908) p. 140143.Die Abschnitte über ägyptische Götter und über Ceres und Proserpina sind 89100, dieneuen Abschnitte über die Kinder des Zeus vgl. bei Keseling p. 143. Römisch sind unterallen 230 Stücken nur 183 Pilumnus et Pitumnns, 225 Apicius und 226 Opimius. Die Ein-leitung stammt (ed. Bode p. 74) 318 aus Isidor Etym. 8, 11, 14 {De diis gentium) und auchsonst ist Isidor benutzt, vgl. Keseling p. 6567.') Die Hauptstelle, aus der sich Unterrichts-zwecke ergeben, lautet 35 p. 86,6 Qui pharetratus nudus cum face pennatus puer depingitur.Pharetratus ideo quid, sicut sagittae corpus, ita mentem vulnerät amor. Nudus quia amorisiwpitudo semper manifesta est et nusquam occulta. Cum face autem quia turpis amor cumcalore et fervore quodam accenditur. Pennatus quia amor cito pertransit et amantibus neelevius aliquid nee mutabilius invenitur. Puer etiam fingitur, quia sicut pueris per imperitiamfaeundia, sie quoque nimium amantibus per uoluptatem deficit; andere Beispiele bei Kese-ling p. 135. Zur Verbesserung des Quellenwortlauts vgl. Keseling p. 131, zur Auslassungder Autorennamen daselbst p. 132 f., zur Auslassung griechischer Woite p. 134, zur Verbindungder folgenden Fabel mit der vorhergehenden p. 136. Die Quellennachweise im einzelnen vgl.bei Keseling p. 6115. Zur Anordnung der Stücke vgl. Keseling p. 136145.

Zu Remigius als Verfasser. Vgl. mit c. 61 und dem angehängten Scholion p. 95 dieErklärung des Remigius zu Priscians Partit. XII vers. Aeneidos bei Keil, G. L. 3, 474, 7 (aus demRotomag. 1470 s. XI) Oscilla dieuntur larve ad similitudinem humani vultus vel membra viriliaex floribus facta que intercolumnis dependebant et ora ingredientium verberabant et indecachinnum excitabant. Dieuntur autem a motione, quia cillere est movere, unde et forcilledieuntur quibus frumenta moventur vel ordea. Mit 155 vgl. daselbst Keil 3, 477, 31 Omfalaregina fuit Egyptiorum que cum hospitio reeepisset Herculem, suo amore eum feeit nere. Hocideo fingitur quia Omfala Grece umbilicus dicitur latine et luxuria mulieris in umbilico. Hecigitur coegtt Herculem suo amore ut neret licet fingeret quia non solum medioeres viri sed

') Aber auch die Etymologien der Namen Vulcanus und Mercurius c. 40 f. stammen ausIsidor Etym. 8,11, 39.45.

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