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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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656 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil

lösbar, vgl.Thomas in Cambr. hist.ofEngl. lit.l, 106 und Plummer p. 147ff.

Zum Tode s. Plummer p. 197 und n. 1.

Asserius de rebus gestis Alfredi. Das Hauptwerk hierfür ist Asser's Life of KingAlfred ... edlted ... by William Henry Stevenson, Oxford 1904, das den Stoff nach allenSeiten hin durchdringt. Auch die sprachliche Seite wird hier p. LXXXIX ff. berücksichtigtund p.XCVCXXVdie Echtheit des Werkes, die zweifellos ist, verteidigt. AuchCh. PlummerThe life and times of Alfred the Great (Oxford 1902) gibt p. 1452 viel gutes Materialzur Beurtheilung der Schrift; vgl. hier p. 21 ff. zur Korruption des Textes und zu den Inter-polationen. Diese (Kap. 50b -50d. 53b c. 106bd) enthalten hauptsächlich die später in dasWerk hineingefügten Fabeln, 1 ) an denen die Geschichte Alfreds reich ist. Die alte Hs. desWerkes Mus. Brit. Cotton Otho A XII ist bis auf unleserliche Reste 1731 verbrannt, vgl.ed. Stevenson p. XXXII; hiervon sind abgeschrieben Cotton Otho A.XII* s. XVI, Cantabrig.Corp. Christi Coli. 100 und Cantabr. bibl. univ. Add. 3825 s. XVI, vgl. ed. Stevensonp. LILIV. Frühere Ausgaben ed. Parker 1574, Camden 16021603, Wise 1722; Haupt-ausgabe ed. Stevenson, Oxford 1904. Vgl. R.Pauli, König Aelfred u. seine Stelle i. d.Gesch. Englands, Berlin 1851. Ch. Plummer, The life and times of Alfred the Great,Oxford 1902; Warwick H. Draper, Alfred the Great. A sketch and seven studies,London 1901. Nützlich ist die Bibliographie von P. G. Thomas in The Cambridge historyof English literature 1, 436440.

116. Das Mythenbuch des Mythographus Vaticanus II.

In einigen Handschriften hat sich mehr oder weniger vollständig einumfängliches Mythenbuch erhalten, dessen Verfasser unbekannt ist. DasWerk besteht aus 230 Stücken von sehr verschiedenem Umfang und Wert.Es beginnt mit Saturn und den oberen Gottheiten und geht von da zu denniederen Göttern und Titanen und Giganten über, ohne aber den ganzenzu Gebote stehenden Stoff hier darzustellen, denn erst an späterer Stellewird über ägyptische Gottheiten sowie über Proserpina und Ceres berichtet,wie auch an verschiedenen Stellen gleichsam ein neuer Abschnitt mit Er-zählungen über Söhne des Zeus einsetzt. Viel umfassender ist dann derzweite Hauptteil, der im allgemeinen von Menschen handelt, aber stets wiederdurch Erzählungen über die Götter durchbrochen wird. Wir finden hierBerichte über die Seher, über die Schicksale berühmter Männer und Frauenund über ihre Taten, über ausgezeichnete Beispiele von Frömmigkeit undGottlosigkeit und Tapferkeit, von unerlaubter und von treuer Liebe, sowieüber Verwandlung von Menschen, und dem Leser wird an einer Menge vonBeispielen vorgeführt, wie das Verdienst guter Taten belohnt und das Bösebestraft wird. Zeigt schon die Einleitung, die fast ganz nach Isidor gegebenwird und sich über die heidnischen Götter in christlichem Sinne ausspricht,die bestimmte Tendenz, die Augustin in längeren Partien seines WerkesDe civitate dei vertritt, so hat das ganze Mythenbuch eine ähnliche Rich-tung: Der Verfasser deckt nach dem Vorgange des Prudentius im Gedichtgegen Symmachus vielfach die Haltlosigkeit des antiken Götterglaubensauf und sucht durch seine ethischen Fingerzeige deutlich einen erzieherischenEinfluß auf den Leser ausüben zu wollen. Von der Schönheit der antikenMythen empfindet er natürlich nichts, er zerstört sie sogar häufig durch seinemoralisierende Tendenz und tritt eben ganz als Lehrer auf. Ja an manchenStellen scheint es, als ob er sich hier eine bequeme Unterlage für Frage

') Ueber diese vgl. besonders die ausgezeichneten Noten von Stevenson zu den be-treffenden Stellen p. 253. 256 ff. 344.