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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Asser Bischof v. Sherborne und König Alfred der Große. 647

in seiner Jugend außer den zum Cursus diurnus gehörigen Texten nureinige Psalmen und Gebete in der lateinischen Sprache kennen. Hin-gegen beschäftigte er sich frühzeitig mit der Dichtung in seiner Mutter-sprache, und Asser erzählt, daß er in dieser Beziehung seine Geschwisterweit übertraf und hierbei von seiner Mutter unterstützt wurde. Seine la-teinischen Kenntnisse trug er aber sämtlich in ein Handbuch ein, daser auch in späteren Jahren stets bei sich trug. Als er nun nach dem Todeseines Bruders Aethelred 871 zur Regierung gelangt war, war es sein Be-streben, wissenschaftlich gebildete Männer in sein Reich zu ziehen, 1 ) undda sich hierfür in Mercia die beste Gelegenheit bot, so berief er von dortzunächst Werfrith (oder Werfreth), den Bischof von Worcester, der auf seinGeheiß die erste Übersetzung der Dialoge Gregors des Großen ins Angel-sächsische anfertigte. Sodann berief er Plegmund, der sich großen Wohl-wollens beim König erfreute, so daß er 890 Erzbischof von Canterburywurde. Außerdem zog Alfred die Presbyter Aethelstan und Werwulf ausMercia an seinen Hof und erhob sie zu Kaplänen. Asser erzählt, daß einerdieser vier Männer beständig in der Nähe des Königs sein mußte, um ihm,wenn er freie Zeit hatte,' vorzulesen, denn allein lesen konnte Alfred inder früheren Zeit seiner Regierung nicht. Hierzu kommt die schon obenerwähnte Berufung Assers aus Wales, die nach dessen eigner Darstellung884 erfolgte, falls sich in jenem Teile der Res gestae Alfredi nicht chrono-logische Irrtümer eingeschlichen haben. Aber auch ins Frankenreich sandteAlfred und ließ von dort einige tüchtige Geistliche kommen, die in denWissenschaften unterrichtet waren. Schon sein Vater Aethelwulf hatte einenNotar Felix von fränkischer Abkunft 2 ) und in einer Urkunde dieses Königsvom Jahr 843 zeigt sich offenbar eine wohl von Felix herrührende deutscheSpur. 3 ) Alfred gewann zunächst den Mönch Grimbald, der nach GoscelinPresbyter in St. Bertin war und von Erzbischof Fulco von Reims in einemBriefe an den englischen König empfohlen wurde. 4 ) Grimbald mag vor887 nach England gekommen sein und er hat dem Könige zweifellos nahe-gestanden und hat ihn jedenfalls bei der Übersetzung des Liber regulae pasto-ralis getreulich unterstützt, denn Alfred stattete ihm in der Vorrede diesesWerkes Dank ab; 5 ) so erhob ihn des Königs Sohn Edward später zum Abtvon Newminster, als welcher er 902 gestorben ist. Außer Grimbald kamder Sachse Johannes aus dem Frankenreich nach England, der sich besondersdurch literarische Kenntnisse auszeichnete und dem der König wie demGrimbald, Asser und Plegmund in der Vorrede der Gregorübersetzung Dankabstattet. Er wurde von Alfred gleichfalls zum Abt (in Athelney) erhoben,wo der König nicht nur mehrere fränkische Presbyter und Mönche aufnahm,sondern auch einige fränkische Knaben zu Geistlichen erziehen ließ, um

*) Zu diesen Berufungen s.Ch. Plummer, , von Stevenson (Asser's Life of King Alfred

The life and timesof Alfred theGreatp. 136 ff. , p. 203 n. 1) gegebene Gleichsetzung von Theo-

§ 88 und die Noten zu Assers Vita 77 in Asser's doice mit Theodisce ist unzweifelhaft richtig.

Life of King Alfred ed. by Stevenson p. 303 4 ) Gedruckt in Asserii De rebus Gestis

312. Alfredi regis rec. Franc. Wise p. 123.

2 ) Vgl. MG. Ep. 6,22f., wo je ein Brief des s ) Asser's Life ofKing Alfred by Steven-Lupus an den König und an Felix steht. son p. 310.

3 ) Cartul. Saxon. ed. Birch 2,18,16. Die