Ebarcius von St. Amand. 643
luctamina ab Olimpio morde nomen trahens und 107 ■' Ostentum. 1 ) Wenigstens eine Spurscheint auf Benutzung einer Quelle der Gloss. Vatic. 1468 durch Ebarcius zu führen,da eine Erklärung am Oben and von f. 84 b 1 besagt Laguana panis est in prima plasmalongas, postea curbatus finis ad finem, coquitur in aqua primitus, postea in sartagine et oleofricatur; die entsprechende kurze Notiz in jenem Glossar 2 ) begnügt sich mit einem magerenAuszug aus der gemeinsamen Quelle. Auch zwei Notizen bei Ebarcius, die sich mit je einerErklärung im Gloss. Casin. 99 und Casin. 439 decken, könnten auf Benutzung von Quellenschließen lassen, die jenen beiden Glossaren nahestehen. Nämlich f. 22 b i Cameleon similislacerte tarnen sub aspectu mittat colores und f. 10b l Amello proprium nomen est loci. 3 ) Zuerwähnen sind ferner die Glossae Scaligeri, mit denen Ebarcius zuweilen allein Ver-wandtschaft zeigt, so f. 8a 1 Affostrata reditus, 10b 1 Arnims maleus*) usw., ferner das Gloss.Mai (Class. auct. 6) f. 14a 1 Archioridas conflictus und Arciva armaria, 14» 2 Ardulio actuscum malignitate?) die G loss. Sangall. 912 an diei Stellen, nämlich f. 5b ' Adonai = 4,203,13mit Erweiterung, f. 72 b 2 Ieraticas sacerdotales litteras aput Aegyptios und f. 132 b 2 (mitbesserer Uebeiliefeiung bei Ebarcius) Scarioth memoriale domini vel memoria mortis, hocuro nomine appellatus est Iudas a vico in quo natus est, 6 ) und die Gloss. Salomonisf.9b 1 Allenae corrigia frenorum. 1 ) Hierzu kommen als weitere Quellen des Eucherius 8 )Instructiones und I.sidor, die nicht selten in größeren Stücken ausgeschrieben wurden,Eucherius z. B. f. 20 b 2 Brucus — dolbiam vocant, f. 67 b 2 Gomer. In genest Galathae — Galathevocantur, f. 68 a 1 Gomor, f. 115 a 2 Poderes, Isidor z. B. f. 31 » 2 Coneiliatrix (Etym. 10, 63).f. 37 b' Cretio certorum dierum spatium, quod datur instituta heredi ad deliberandum utrumadeat hereditatem necne (vgl. Et. 5, 24, 16). 37 b 2 Cromaticus (Et. 10, 45), 40 a ' Decrepitus(Et. 10,74), 41a 2 Delibutus (Et. 10, 70), f. 97 a 2 Maria (Et. 7, 10, 1), 125b 1 Raphael (Et. 7,15,13). Vielleicht kommt zu diesen Quellen der Auszug des Paulus aus Festus hinzu, obwohldie Lebenszeit des Ebarcius dies ausschließen könnte. So heißt es f. 13 b 1 Ära Grece Latineputas ara cupressum®) funebrium cupressium senum inferis dicta est quae incisa non renascat(Pauli epit. p. 45, 5 ähnlich). Nun findet sich die Stelle bei Paulus allerdings nicht unter ara,sondern unter cupressus, und nur die vier letzten Worte der Ebarciuserklärung kommen denWorten des Paulus nahe. Da ich aber in dem umfänglichen Werk des Ebarcius keine einzigeweitere Stelle auffinden konnte, die auf Paulus mit völliger Bestimmtheit hinweist, so istwohl kaum an seiner Benutzung durch den Mönch vou St. Amand festzuhalten.
Aehnlichkeiten mit Ebarcius bei späteren Lexikographen sind mir bis jetzt nur ganzvereinzelt aufgefallen. So f. 91 b 1 Mandragoras fructus similis pomi in illa herba nascuntur.Et dicilur ipsa duorum sexuum masculine et feminine, et in radicibus ostendit similiiudinemfemina et ipsa femina fertilis est, et dicitur quicumque eradicaverit, non posse vivere.' 0 )Einiges hieraus vergleicht sich mit dem Wortlaut bei Aynard im Met. 500 s. XI f. 145 a . Hin-gegen kommt mit Papias übeiein f. 38 al Crunicula quem accipiunt Uli qui vicem in bellosenarunt. Beide Stellen mögen übrigens eher aus der Benutzung der gleichen oder einerähnlichen Quelle stammen, da nach dem literarischen Befunde an eine größere Verbreitungvon Ebarcius' Werk nicht zu denken ist.
Wir kommen somit bei Ebarcius auf eine große Anzahl von Quellen. Dabei entstehtdie Frage, ob er diese Vielheit von Schriften wirklich vor sich liegen gehabt bat, oder ob ernicht Quellen benutzt hat, die schon mehrere der oben aufgeführten Werke miteinander ver-bunden hatten. Eine wirkliche Beantwortung dieser Frage wird sich bei dem in dieser Hin-sicht oft undurchdiinglichen Glossenmaterial kaum geben lassen. Nämlich es finden sich indem Werke nicht so selten Bemerkungen, die durch Aufweisung synonymer Bedeutungendeutlich die Benutzung mehrerer Quellen erkennen lassen. So steht f. 13 b ' Arbe quae Arbocin nostris codicibus corrupte legimus; f. 50 b 2 Elyssa regina Tyria lingua virago, quo ideonideo .dicta quia vicere virum ; f. 102 a l Nycticorax noctua, multi bubonem esse contendunt,sunt etiam qui asserunt esse orientalem avem; f. 110 b ' Pellaecanus aves parva, quae solitudinedelectatur. Est et aliud pelecanorum genus in Nilo poenere et [c]ignis u ) simile; f. 139 a2Statera est nummus, habet ut quidam affirmant unciam unam id est aureos sex, ut alii
Goetz 5,476, 7. 471, 42. 71. ipse sequor und mit der Lesart a sextarios V).
156,10—12.
9 ) Korrigiert aus conpressum.10 ) Das Stück kommt ziemlich nahe anPseudo-Apuleius c. 129, kann aber kein un-mittelbarer Auszug dieser Stelle sein. Bei
2 ) Goetz 5,505,21 Lagana farina pri»mm in aqua postea in oleo frigitur.
3 ) Goetz 5, 564,10 und 4.16,39.
4 ) Goetz 5,589,10. 591,36.
5 ) Mai, Classici auctores 6,509.
) Goetz 4,245,38. 282,38. I Aynard heißt es f. 145" Mandragora ...et
Vgl.Loewe, Glossae nominum S. 163,Schlutter, Arch. f. lat. Lexikogr. 10,191.
8 ) Eucher. ed.Wotke p. 158,5 f. 150,2—5.159,10—13 (mit Weglassung von quod etiam
masculus et femina ... Eam si quis effo-derit et extraxerit statim moritur.") Die Hs. liest ignis.
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