Alphanus I. von Salerno. 627
bekannt. Davon weiß die Sacra Via und Latium, die Höhe des Kapitolsund der kaiserliche Thron zu berichten. Aber warum verdrießt dich solchstolzes Beginnen und neidvoller Trug? Weil dies dem guten Manne mehrals die Pest schadet, denn ihm bringt das Gift des Neides Tod und Gefahren.Dir ziemt es, daß du beneidet wirst und nicht beneidest, denn die Kennt-nis des Wahren und Guten allein gibt dir 1 ) das Bewußtsein deiner großenVerdienste. Alles Recht ergeht nach deinem Urteil, und durch die Künstedes Rechtes ist Rom das Haupt aller Städte geworden und wurde die ganzeWelt Rom Untertan und durch sie zerbrich mit dem Schwert des Erzapostels 2 )Petrus alle feindliche Gewalt. Und wie gewaltig ist die Macht des Bannes!Was Marius und Cäsar nur mit ihren Heeren ausführen konnten, das ver-magst du mit einem Wort. Und was verdankt Rom den Scipionen Größeresals dir, durch dessen Bemühungen es zu seiner hohen Macht gelangte? Jeneaber werden trotz ihrer Großtaten vom ewigen Frieden und den Gefilden desLichtes ausgeschlossen, dich erwartet der Glanz des ewigen Lebens, so daßdu von deinen Mitbürgern den Aposteln verglichen wirst. Das Gedicht läßtin besonderem Maße erkennen, in welcher hohen persönlichen AchtungHildebrand stand, sowie daß die Geschichte Roms in ununterbrochenemZusammenhang mit dem Altertum sich darstellte; es besteht aus dreizehnfünfzeiligen Strophen von Glykoneen. Ein akrostichisches Gedicht widmeteAlphanus seinem Freunde Desider von Monte Cassino. Es besteht aus15 Strophen zu je vier katalektischen anapästischen Dimetern und hat alsAkrostichon Desiderius abbas. Alphanus geht hier von Benedikts Kloster-gründung aus und wendet sich dann zur Lobpreisung Desiders. Er rühmtvon ihm, was er alles für das Kloster getan hat. Heilige und kostbareGefäße habe er gestiftet, während Griechenland schöne Gewänder undKünstler sandte und Rom seinen Marmor gab. Und das Kloster wurde durchseine vortrefflichen Männer berühmt, während Desider die christliche Heils-botschaft nach dem Abend- und Morgenland sandte. Und er sammelte soviel Bücher aus den einzelnen Ländern, als der Nordwind Blätter über diehohen Gebirge verstreut. Mit dem Wunsche daß er, der heute im Klostersei, morgen im Himmel weilen dürfe, schließt das Gedicht, das also Alphanusfür einen Zeitpunkt dichtete, als er sich in Monte Cassino aufhielt. In neunsapphischen Strophen besang Alphanus den Sachwalter Romuald zu Salerno,dessen Dienste er vielleicht früher mit Erfolg für seine Kirche in Anspruchgenommen und der, wie es scheint, die Welt verlassen hatte und Laien-bruder geworden war. Der Dichter rühmt ihn als hochgeehrt und reichbegütert und preist seine untadelige Lebensführung, so daß das Volk nie-mand für glücklicher habe halten können. Aber mitten in seinem Glück habeer der Welt und ihrem rosigen Glänze den Rücken gekehrt, was dem Volkezwar bitter erschienen sei, was er aber durchaus billige. Und er wünschenur, daß Romuald nicht Reue über sein Vorhaben empfinde, wisse er doch,wie nützlich es sei, die Welt zu verachten. Endlich ist ein Gedicht in 54Distichen zu erwähnen, das an den Mönch Theodin in Monte Cassino ge-
') Hier ist 40, 5, 3 quem statt quam zulesen.
2 ) 9,1 His et archiapostoli ... gladio Petri.
Das Wort ist sonst ungewöhnlich. DavonWeiterbildung 33,382 Archiapostolici ... ho-noris.
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