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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Alphanus I. von Salerno. 625

Carm. Pasch. 1, 1 ff. nachgebildet. Äußerst kurz halten sich die sieben-strophige sapphische Ode auf die Passion der hl. Ursula (21), sowie diedrei Gedichte auf die hl. Katharina, deren erstes die Passion der Heiligenin 24 Hexametern darstellt (22), während das zweite (23) in 32 sapphischennicht gereimten Hendekasyllaben (wie Boethius cons. phil. 2 metr. 3) nebender Passion auch die vorausgehende Lebenszeit berücksichtigt, 1 ) und dasdritte (24) in 31 asklepiadeischen Versen zuerst nur allgemeine Lobes-erhebungen bringt und dann erst vom Martyrium handelt. Auch das folgendeGedicht (25) dürfte hierher zu ziehen sein, in dem Maria eine Ansprachean das Jesuskind hält, allerdings unter der unmöglichen Voraussetzung, daßsie von der Sendung Christi vollständig unterrichtet ist. In den 27 Hexa-metern zum Lobe der hl. Lucia (26) handelt es sich um einen sehr kurzenBericht über das Martyrium der Heiligen und dessen Ursachen. Stark rhe-torisch mutet das folgende Gedicht an, das die Unschuldigen Kindlein in26 Glykoneen besingt (27) und bezüglich der Apostrophe an Herodes 2 ) mitAnlehnung an Sedulius Pasch. Carm. 2, 83. 127 geschrieben ist. Drei weitereGedichte befassen sich mit dem Martyrium der hl. Agnes; das erste (28)enthält in 68 Hexametern fast nur eine lange Anrede der Agnes an ihrenLiebhaber, in der die Heilige aller Bedrängung spottet, das zweite unddritte (29) in je zehn sapphischen Strophen einen kurzen Bericht über das Mar-tyrium mit angehängter Bitte. Alle diese Gedichte lassen eine nicht geringeLeichtigkeit in der Handhabung der Sprache und der poetischen Formenerkennen, wenn sich auch bei vielen ein ziemlich enger Anschluß an diehagiographische Vorlage unschwer zu erkennen gibt.

Dieselbe Formgewandtheit überrascht bei den Gedichten persönlichen In-halts, die sich an Fürsten, an Bischöfe und an andre zeitgenössische Klerikerwenden. An der Spitze steht ein Gedicht (34) an Fürst Gisulf von Salernoin acht Strophen zu vier Versen, die das dem Boethius eigentümliche MaßConsol. phil. 1, 2 besitzen. Es ist ein richtiges Loblied auf den Fürsten,der an Tapferkeit den alten Kaisern gleiche und von der übergroßen Strengeeines Cato nichts besitze. Der Dichter vergleicht ihn mit den großenrömischen Heerführern, zuletzt mit Pyrrhus und Hannibal, die er alleüberrage; fast hört man hier den Fortunat zu den Merowingerkönigen reden.In fünfzig Distichen feiert dann Alphanus des Gisulf Bruder Guido (35).Zuerst gedenkt der Dichter Waimars, des Vaters von Guido, dessen kriege-rische Großtaten den Erdkreis erfüllten, so daß Salerno mächtiger als Romwurde. Aber auch die Kunst der Medizin blühte in der Stadt, so daß hierkeine Krankheit aufkam. Nach dem Tode des Vaters aber kamen schwereZeiten für die Stadt, bis Guido selbst zu den Waffen gegriffen und dieFeinde des Vaterlands mit furchtbaren Schlägen bedacht habe und wie einAlexander auf das tapferste kämpfte. Am Schlüsse wünscht ihm der Dichter,er möge, wie einst Cäsar den Erdkreis, sich das griechische Reich Untertanmachen. An den Bischof Gosfrit von Aversa wendet sich Alphanus ineinem äußerst schmeichelhaften Gedicht (36). Er rühmt von ihm, daß seinHerz rein geblieben sei von Fehlern und Versuchungen und niemand könne

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lesen. | saevis camibus canis Peior?

Manitins, Lateinische Literatur des Mittelalters. II. 40 ,