Gerhard von Seeon. — Cosmas Japygus. 531
qnietudinem perduxisti. Ad usus ergo nostre capelle in expeditionibus mulam erogasti . . .nugigeiiilam auribus mutilatam oculis privatem gressu debilem. Dies logische Kunststückchenmuß später nicht wenig gefallen haben, denn Hück el konnte sechs Handschriften zu seinerAusgabe benutzen; besonders wichtig Vat. reg. 596 s. XI, Valentin. 354 (früher 288) s. XI(danach ediert bei Mangeart, Catal. des mscr. de la bibl. de Valenciennes p. 659), Monac.14272 s. XI—XII (darauf beruhen die Angaben bei Prantl. Geschichte d. Logik im Abend-lande 2, 58). Hauptausgabe von Hückel, Bibl. de la Fac. des Lettres de Paris 13,180—184. —Vgl. hist. litt. 7, 293. Wattenbach 1, 472.
91. Gerhard von Seeon.
Kurz nach der Stiftung des Bistums Bamberg hatte Heinrich II. demAbt Gerhard von Seeon die Abfassung einer Handschrift aus Werken derVäter zum wissenschaftlichen Gebrauch in dem neuen Hochstifte aufgetragen.Gerhard kam diesem Wunsche nach und begleitete das schörie kalligraphischeWerk mit einem Gedicht von 54 Hexametern an den König. Hier sprichter sich zunächst über den ihm gegebenen Auftrag aus und bittet Heinrieb,das Werk zu empfangen. Die Erwähnung des Namens Bamberg bringtihn dazu, die kostbaren Reliquien aufzuzählen, die sich auf den Altärendes Doms befanden, und die Schule Bambergs mit hohem Lobe zu bedenken,die er mit Athen vergleicht und deren Studium der freien Künste er preist;weder ein Maro noch ein Homer würden imstande sein, Bambergs Ruhmwürdig zu besingen. Man sieht aus dem Gedicht, das schwerfällig und ge-spreizt genug ist, welche große Bedeutung man dem neuen Hochstifteschon sehr bald nach seiner Gründung beimaß.
Zeugnisse. Das Gedicht findet sich im Bamberg. B. VI. 15 s. XI f. 4 1 '—5 (vgl. hierzuVöge, Deutsche Malerschule (Trier 1891) S. 125) und ist gedruckt von S. Hirsch, Jahrb.d. deutsch. Reichs unter Heinrich II., Bd. 1, 554 und von Jaffa, Bibl. rer. Germ. 5, 482. Hierheißt es Vs. 5 Suscipe perscriptum te preeipiente libeüum, Plenum legiferis patrum fratrumqueatatutis, Quem tibi non tardus mihi iardior abba Gerhardus Nomine non meritis Sewensisd altor orilis Exiguus tribuo magno pro munere voto . . . Pabunbergensis donando cacuminasedis. ... 52 Non Maro cum lepidus nee dicax posset Homerus Texere multiplices laudabilisurbis honores, Horum si vita potuisset surgere tanta 1 ) Die Entstehungszeit des Gedichtsliegt zwischen 1012 und 1014, da Gerhard Vs. 21 Reliquien nennt, die am Weihetage vonBamberg (6. Mai 1012) dargebracht waren, und Vs. 1 von Heinrich pie rex Heinrice sagt;die Kaiserkrönung fand 1014 statt. Die Hs. enthält die Regel Benedikts, Columbans, Serapionsund des Macharius und des Pafnutius. Hirsch 1,101 und 112 macht darauf aufmerksam,daß die Widmung der Hs. nur allgemein Bambergischen Zwecken diente und daß ihre Be-stimmung für das Kloster Michelsberg dem Gerhard noch nicht bekannt war.
92. Cosmas Japygus.
Zur Zeit der Königin Adelheid waren 911 die Leiber der heil. Senesiusund Theopompus aus Treviso nach dem Kloster Nonantula bei Modenaübergeführt worden, um hier gegen die Pest zu helfen. Ein Mönch desKlosters beschrieb die Überführung der Heiligen zur Zeit des Abtes Ru-dolf I. (1002—1035) und ungefähr zu derselben Zeit brachte ein KlerikerCosmas aus Materia die jedenfalls griechisch geschriebene Passion derHeiligen in lateinische Verse. Da er sich Cosmas Japygus nennt, so stammter wahrscheinlich aus dem südlichsten Apulien, und daher erklärt sichseine Kenntnis des Griechischen. Cosmas muß mit Nonantula in Beziehunggestanden haben, denn er äußert sich in dem poetischen Prologe, daß der
') Vgl. Sulp. Sev. Vita Martini 26, 3 (p. 136,12 ff. H.).
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