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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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530 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

Silvesters II. (bei Havet p. 241) ist voll von Vorwürfen (quoniam sub pontificali nominehomo etiam moribus esse desiisti) und gebietet (p. 242) in hac proxima pascali epdomad«Romae te adesse praecipimus . . . Viarum excusatio nulla te premat. Zur späteren bischöf-lichen Tätigkeit vgl. Guibertus oben. Zur Usurpierung der Metropolitanrechte vgl. Fulberti,Carnot. Epist. 38 (Migne 141), wo Fulbert von ihm col. 222 A rühmt Quod ego te facere de-precor, magne pater, ein deus bene suadendi copiam incomparabilem dedit. Zur Unter-schreibung königlicher Urkunden vgl. Gallia christiana 9,521DE und 522 B, Hückel p. 67.Die Widmung von Dudos Normannengeschichte bei Migne 141, 609 A Inclyto et pie vene-rando, quem genus orat, sapientia decorat, Adalberoni episcopo . . . Laudunensis ecclesiaecathedra residenti. . . . Dudo super congregationem s. Quintini decanus; dann beginnen dieentsetzlichsten Schmeicheleien, z. B. col. 614 A tuae maiestati mittere disposui ut falsa atnmi-tarentur. Zur Erhebung des Ebalus vgl. Pfister, Etudes sur le regne de Robert le Pieuxp. 238 f. Die Briefe Geralds von Cambrai an Ebalus, Berold und Adalbero in den Gestaepiscop. Cameracensium 3, 29 ff. (MG. SS. 7, 477). Charakteristisch ist auch das Epitaph Adal-beios, das keinerlei christliche Tugenden rühmt; es beginnt (Gallia chiistiana 9, 522D) Hitaevi plenus decessit Adalbero praesul.

Summa fidei. Beginnt Begi Rotberto sie praesul Adalbero plaudit, Lauduntis tarnparva domus tua regna salutat. Bescheidenheitsphrase Vs. 5 Quodsi sermo labat, sanetumquoque pneuma rogabo: 1 ) Ulla melos lira non piosset ferre sonorum, Si bene corda manudoeta non perruter•etar; weitere Anrufung 18 Oro, ftdes non fieta, meo suecurre labori. Aufdie Präge 72 Est aliud generare, quod est, aliudque creare erfolgt die Antwort 73 Est generarepatris natum, deumque creare.') In dem Gedicht spielt die begriffliche Auseinandersetzungeine wichtige Rolle, vgl. 86 Servus habet dominum, domini substantia servum und 100 Omnequod est unum, quod et aeeidit est alienum, besonders aber 114 ff., 134 ff., 160 ff., 188 ff. DaßKönig Robert von dem Gedicht Nutzen haben kann, beweist Vs. 316 I cum pace, fides, regemper saecula servans, und aus 317 Qui super ardua nie coeli transire coegit, Inculcans heresim,quam nie tetigisse putavit ergibt sich, daß Robert bei Adalbero eine Häresie vermutet hatte,und vielleicht, daß der König den Bischof zu einer solchen Darstellung aufforderte. EinzigeHs. Valentian. 354 (früher 288) s. XI, die an der Spitze Boethius de consol. phil. enthält; beider geringen Ausführlichkeit des alten Kataloges ist nicht mehr zu erkennen, zu welchemBoethius der vier erwähnten (Delisle, Le cabin. des mscr. 2,453 N. 164) sie gehörte. EinzigeAusgabe bei Hückel p. 169 —177. Die Prosodie ist oft schlecht, vgl. den Ausgang Vs. 103et regnat unus (vielleicht regit).

Carmen ad Rotbertum. Beginn: Regi Rotberto sie praesul Adalbero scribo, Presulisin senio. 3 ) Fratrum Laudunteus ordo, Flos iuvenum fruetusque senum, te mente salutat.Die Satire auf die Cluniacenser beginnt Vs. 96; hier finden sich die germanischen Worte 100baldringns (von balteus) und 104 Ossa (Hosen). Sehr anschaulich wird die Schilderung Vs. 110bis 181, die an Amarcius erinnert. Der Praesul gebraucht 183 die Worte Persius indignanspromet: tu lusca sacerdos (Peis. 5, 186); schon dadurch gibt Adalbero den satirischen Grund-zug seines Gedichts zu erkennen, das ja auch sonst (vgl. oben) viel aus Persius entlehnt.Vs. 215. 219 ff. wird auf die echten Quellen christlicher Erkenntnis verwiesen, nämlich auf(Pseudo-)Dionysius Areopagita, Augustins de civit. dei und Gregors Moralia, Sermones undEzechielhomilien. Auch dies Gedicht macht trotz seines satirischen Anstrichs öfters einengelehrten Eindruck, vgl. 215—224 und 373—383 (dort wird auf Juristisches angespielt).Schluß: Gratia confirmet te, presul Adalbero, Christi, Nostra simul merito, regali muneredignus, Non quia deliras, sed nobis alleqorizas. Die Form des Gedichts ist lässig, besonderswegen der schlechten Piosodie, vgl. z. B. 121. 142. 170. 231. 240. 286. 325. 343 u. a., allerdingserscheint der Druck bei Hückel als nicht genau. 4 ) Einzige Hs.Paris. 14192 s. XI (früher Petaugehörig). Ausgaben von Hadr. Valesius'') in Carm. panegyr. de laud. Berengarii Augusti,Paris 1663. S. 239— 264, und besonders von G. A. Hückel, Bibl. de la Fac. des Lettres deParis 13, 129—167 mit Uebeisetzung und Kommentar und ausführlicher Einleitung: Hückelläßt die Möglichkeit zu, daß das Gedicht in zwei verschiedenen Redaktionen existiert hat,was kaum anzunehmen ist, da die Korrekturen im Paris. 14192 doch zu geringfügig sind.Brief an Fulco. 6 j Der Brief beginnt mit einer Reihe von allgemeinen Bemerkungen,die Einkleidung der Sache selbst erfolgt unter scherzhaften Wendungen (Hückel p 180)Sed contra amorem non modice contristor, quod quietem me querere cognovisti et ad in-

') Vgl. Juvencus, Hist. evang. praef. 25 f.

z ) Mit schlechter Metrik, wenn richtig über-liefert. Uebrigens ist zu lesen Vs. 25 iuneta,56 coneipitur, 62 sine, 177 muß das zweitesemper als Glosse wegfallen, 287 heißt esnon tempore, 322 muß ine wegfallen, 323

3 ) Vgl. 308 Iam caput ecce tuuni candensimitatur olorem.

4 ) 243 muß es heißen Format, 377 De-monstrativus; 325 ist als Veis unmöglich.

5 ) Schlechter Abdruck bei Migne 141.772-786.

heißt es laborant. s) Zu Fulco vgl. Gallia chiistiana 10, 1162