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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Adalbero von Laon.

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mächtig aber bewies er sich, als er damit umging, für den Fall seinesTodes den Kleriker Wido zu seinem Nachfolger zu bestimmen. Hiermitdrang er allerdings nicht durch, da sich Bischof Gerard von Cambrai so-wohl an Ebalus wie an Beroldus von Sens als auch an ihn selbst brieflichwendete, um dies unkanonische Vorgehen zu hintertreiben; und als Adal-bero starb, wurde auch nicht Wido, sondern Gebuinus zum Bischof in Laonerhoben. Besonders aber muß der ränkevolle Mann bei König Robert Glückgehabt haben. Das beweist einerseits seine häufige Unterschrift auf könig-lichen Urkunden und andrerseits der literarische Verkehr mit Robert. Dennzunächst hat Adalbero wohl auf die Veranlassung des Königs diesem einWerk gewidmet, in dem Robert über den Glauben belehrt wird.

Die Summa fidei gibt sich als ein Dialog zwischen dem Praesul undder Fides und besteht aus 327 Hexametern. Im Eingange wendet sichAdalbero an den König, indem er den hl. Geist um Hilfe bittet und seinThema auseinandersetzt. Er will nämlich das Dogma der Dreieinigkeitentwickeln, und das tut er derart, daß die Fides auf die bezüglichen Fragendes Praesul diesen über das Dogma in ausführlichen Antworten belehrt. Diedurch die dialogische Form angestrebte Lebendigkeit der Darstellung wirdnun allerdings in keiner Weise erreicht, denn die ganze Darstellung istungemein trocken, was schon dadurch bedingt ist, daß das Gedicht fastmonostichisch gehalten ist. Adalbero hat hier die Doxologie des Pseudo-Dionysius Areopagita mit den doxologischen Partien bei Prudentius undSedulius in Verbindung gebracht und zeigt dabei keine geringe dialektischeGewandtheit. Aber weniger befriedigen, wie auch sonst in seinen Werken,die Sprache und die Verskunst; es fehlt hier doch ganz an dem freierenAusdruck und der größeren Beweglichkeit der früheren Zeiten.

Ob dagegen das wichtigste Werk Adalberos auf den Wunsch Roberteentstand, ist doch sehr zu bezweifeln; vom Eingange abgesehen, wider-spricht dem der ganze Ton des Gedichtes. Es hat in der einzigen Hand-schrift keinen Sondertitel und heißt dort Carmen ad Rotbertum regem.Das Gedicht verdankt seine Entstehung der Unzufriedenheit der Bischöfe,zumal Adalberos, mit der Politik des Königs, die Klöster, besonders diecluniacensischen, in ihrer Macht zu erhöhen. Ein Mann wie Abbo vonFleury, der bei Robert alles erreichen konnte, war dem Adalbero ein Dornim Auge, und es ist leicht möglich, daß mit Vs. 33 f. in den Worten Croto-niatae und Lex antiquissima Abbo selbst mit seinen Canones gemeint ist. 1 )Das Gedicht von 436 Hexametern ist ungefähr 1017 verfaßt und stelltsich dar als ein Dialog zwischen Adalbero und dem Könige. Es zerfälltin vier Abschnitte, deren erster nach den üblichen Lobsprüchen für denKönig ein allgemeines Bild von den modernen Umwälzungen in Kircheund Staat enthält, während der zweite eine scharfe Satire auf die Sittender cluniacensischen Geistlichkeit darstellt. Im dritten Abschnitt entwickeltAdalbero seine Gedanken über die kirchliche Hierarchie und über die so-zialen Stände und im vierten stellt er dem Köuige reformatorische Vor-

') Vgl. hierzu G. H. Hückel in Biblio-theque de la Faculte des Lettres de ParisBd. 13,132 n. zu Vs. 33. Der in Vs. 167 ge-

nannte Neptanabus ist doch wohl Odilo, vgl.Hückel p. 146 n. 167, trotz Bubnov, Ger-berti opera mathera. p. 381, 3.