526 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.
zu erkennen; vielleicht war es in Reims, und er würde dann unter Gerbertdie Schule besucht haben. 1 ) Um das Jahr 974 wurde er Kanzler des KönigsLothar, dessen Machtsphäre sich schließlich fast auf Laon beschränkteund am 16. Januar 977 wurde er von Lothar nach dem Tode Roricos zumBischof dieser Stadt erhoben. Adalbero war dann häufig im Gefolge seinesKönigs, bis der Verdacht gegen ihn rege wurde, mit der Königin EmmaEhebruch getrieben zu haben. Seine Mitbischöfe zogen ihn daher 980 voreine Synode zu Sainte-Macre, doch ist der Ausgang der Verhandlungen nichtbekannt, da Richer vielleicht hier absichtlich sein Werk verstümmelt hat.Aber nach dem Tode Lothars wiederholten die Ankläger die schwere Be-schuldigung bei Ludwig V., und Adalbero wurde nun aus seinem Bistumvertrieben und begab sich dann zu Hugo Capet, dem Hauptfeinde derfranzösischen Karolinger. Später war er wieder in Laon und ward hierin die Händel zwischen Hugo und Ludwigs Oheim Karl von Lothringenverstrickt, wobei er sich so benahm, daß man nicht genau wissen konnte,zu welcher Partei er gehörte. Bei der Einnahme Laons wurde er gefangengenommen. Schließlich entfloh er aus Laon und fand nun wieder an KönigHugo eine feste Stütze. Hier am Hofe spann er aber wieder neue Ränkeund benahm sich in dem Streite Arnulfs mit Adalbero um das ErzbistumReims höchst zweideutig, so daß ihm Gerbert 989 einen geharnischtenBrief schrieb. Trotzdem stieg der verräterische Bischof in der Gunst Hugosund seines Sohnes Roberts IL, denn seit 988 besaß er die Grafschaft inLaon, aber dafür war er 995 bereit, Frankreich an Otto III. zu verraten.Er wurde aufs neue gefangen genommen, aber der wunderbare Mann wußtebald wieder seine Freiheit zu erlangen. Im Jahre 999 wurde Hugo nachfortgesetzter Untreue des Bischofs gezwungen, Laon zu belagern, dochAdalbero wußte durch Anwendung ungewöhnlicher List das ärgste Schicksalvon sich abzuwenden; allerdings forderte ihn Silvester II. nun für Osterndes Jahres 1000 nach Rom vor. Der Erfolg dieser Vorladung ist nicht be-kannt, jedenfalls blieb Adalbero Bischof von Laon und hat auf den Besitzdes Erzbistums Reims, den er früher erhofft hatte, endgültig verzichtenmüssen. In seiner Diözese spielte er nun bei seinem großen Reichtum dieerste Rolle und er wußte sogar die Rechte des Metropoliten zu usurpieren.Dahei war er ein eifriges Mitglied der Synoden des Reichs und häufigfinden wir seine Unterschrift unter wichtigen Urkunden des Königs fürdie westfränkische Kirche. Dabei erfreute er sich auch großen Ansehensbei dem hohen Klerus des Landes, der Dekan Dudo von St. Quentinwidmete ihm unter großen Lobsprüchen seine ruhmredige Normannen-geschichte und der gelehrte Fulbert von Chartres wendet sich betreffs einerin seiner Diözese vorgekommenen Übeltat wegen deren Bestrafung an ihnund nicht an Arnulf von Reims. Und als Arnulf starb, bewirkte Adalberodie Erhebung seines Günstlings Ebalus zum Erzbischof. Besonders eigen-
Vergil stammend Caim. ad Rotbeitum regem gehabt, denn Gerbert hat für ihn Ep. 98
Vs. 94. 137. 168, aus Juvenal 173, aus Sedulius (ed. Havet p. 90) geschrieben, der die lieber-
(3,108) 82 und (2, 168 f.) Summa fidei 171, schritt hat Ex persona episcopi Laudunensis
aus Prudentius (Apoth. 243) ad Rotb. 337, aus i ad episcopos; vgl. auch Ep. 164 p. 146, wo
Horaz (Sat. 1,5, 100) Summa fidei 29. Gerbert ihn nennt o felix quondam et dulcis
') Beziehungen zu Geibeit hat er sicher ; amice.