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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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518 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil,

see, kam aber bald nach Köln, wo er sich im Pantaleonkloster mit wissen-schaftlichen Arbeiten beschäftigte. Davon legt zuerst Zeugnis ab die Hand-schrift in Maihingen 1, 2 4° N. 3 s. X, die in der Hauptsache den von ihmgeschriebenen Text von Boethius De consol. philosophiae enthält, aberden hierzu gehörigen Kommentar hat er schreiben lassen. An den Textschließen sich fünf Vitae Boetii 1 ) an, die unterbrochen werden von der Ab-handlung des Lupus De metris Boetii libellus. Am Rande aber gab Frou-mund allerhand Einträge, die als Notate aus der Lektüre anderer Schriftenzu betrachten sind und zu Boethius keine Beziehung zeigen. Von den53 Einträgen gehen sicher 31 auf die metrischen Gesta Apollonii zurück,sechs sind aus einer alten Palastbeschreibung (Mabillon, Annal. Benedic-tini 2, 410) genommen, 2 ) neun Stücke stammen aus lateinischen Gram-matikern, besonders aus Donat. Jeder der 53 Artikel ist mit großen An-fangsbuchstaben versehen, und es ist daher möglich, daß sie einem Glossareinverleibt werden sollten. Da sich hierunter auch griechische Ausdrückemit lateinischer Uebersetzung befinden, so würde ein Vergleich mit denGlossae graeco-latinae bei Goetz die eventuelle Abhängigkeit Froumundsleicht dartun und vielleicht auch seine Quelle erweisen können. Am Be-ginn der Handschrift hat Froumund zwei Verse eingetragen, in denener sagt, daß er dies Buch in Köln geschrieben, nach Tegernsee geschicktund dem hl. Quirinus 3 ) gewidmet habe. Ob aber die von Froumund ge-schriebene und glossierte zweite Boethiushandschrift sowie der an gleicherStelle erwähnte Codex des Juvenal und Persius auch in den Kölner Aufent-halt gehören, ist nicht zu ermitteln. 4 ) In Köln beschäftigte er sich aberauch mit Priscian, denn die Unterschrift der im Vindob. 114 s. X enthaltenenPriscianglossen besagt, daß er die Glossen zu Buch 14 im Pantaleon-kloster zu Köln geschrieben habe. Ist nun das Fragment einer auf jeneGlossen folgenden griechischen Grammatik auch von ihm selbst kopiertworden, so würde er also die Beschäftigung mit der fremden Sprache fort-gesetzt haben, wozu sich in Köln, wo Brun erst seit etwa 25 Jahren ge-storben war, wohl besonders Gelegenheit bot; auch lassen die GedichteFroumunds eine gewisse Kenntnis des Griechischen deutlich erkennen. VonKöln aus kehrte der Mönch in die bayrische Heimat zurück und besuchtevielleicht auf der Rückreise Würzburg. Er wurde dann von Abt Gozbertvon Tegernsee mit dem Mönch Wigo nach Feuchtwangen geschickt, umdas dortige Kloster, das gänzlich verfallen war, wieder zu heben. DiesKloster gehörte zum Bistum Augsburg und Froumund trat daher mit BischofLiutold in engeren Verkehr. Und wie er sich vom Bischof von Augsburgden Priscian erbat, so überließ er der bischöflichen Bibliothek eine zweiteHandschrift des Boethius, die er wie die erste selbst geschrieben und mitGlossen versehen hatte, desgleichen eine Kopie von Juvenal und Persius,

') Bei Peiper HI. IV. I. II. V p. XXX 4 ) Kempf a.a. 0. S. 18 möchte beide dort-

XXXIII. ' hin versetzen. Der zweite Boethius ist nicht

2 ) Näheres bei Schepss, Neues Archiv9,186190; eineähnliche Beschreibung edierteSchepss aus Cod. S. Maria sopra MinervaB IV. 18 s. IX im Neuen Archiv 10,378 f.

') Er ist der Schutzpatron von Tegernsee.

Monac. 18765 s. X, vgl. Schepss, Hand-schrift!. Studien zu Boethius De consol. phil.S. 14; dort S. 5-17 über den Inhalt der Hand-schrift.